Martje Flor

24 04 2010

für Klaus Groth

Sie schmissen Tisch und Bänke um.
Aus Schwertern stoben Funken.
Sie tasteten um sich herum,
sie krochen und sie lallten dumm,
so waren sie betrunken.

Die Offiziere rauften wild,
sie fraßen und sie droschen.
Der Hof, der war in Qualm gehüllt,
doch ihre Gier war nicht gestillt,
das Feuer nicht erloschen.

Sie plünderten auch gar nicht faul,
es gab kein sichres Fädchen.
Dem Bauern schlugen sie aufs Maul,
die Tochter zerrten sie vom Gaul,
und Martje hieß das Mädchen.

Wie Teufel tobt das Pack so toll,
dass sie den Trinkspruch sage;
allein sie goss den Becher voll,
und Martje sprach: Dat gah uns wol
up unse olen Dage.

Da schwiegen sie. Denn was sie spricht –
und heut noch ist’s im Ohr –
war Mahnung, Warnung und Gericht.
Wer das versteht, vergisst es nicht.
Ihr Spruch war’s, Martje Flor.








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