In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CXLII)

18 05 2013

José befahl in Esposende
Tapete für die Innenwände.
Die jedoch sind schiefe,
und dass dies glatt liefe,
das legt er nun in fremde Hände.

Mulele, der wettet in Kikwit,
da dort manches Pferd um den Sieg ritt.
Sein Sohn gleichfalls wettet,
er meinte, er rettet
die Quote. Er dachte, die stieg mit.

Belmiro in Ponte de Sor
schleppt ab man den Wagen. Er schwor,
die Parkwächter fanden
dort keinen Hydranten.
Er parkte ja schließlich davor.

Alberto, der trank in Farnese
viel Wein, denn es war Zeit zur Lese.
Er dachte, der Keller
füllt sich um so schneller,
ist er einmal leer. Welche These!

Afonso, der in Ermesinde
der Klempner ist, dreht am Gewinde.
Er guckt recht verdrießlich,
doch dies weicht nun schließlich.
Es tröpfelt. Doch eher gelinde.

Es trauert Coffi in Comé,
man stahl ihm das Geld. Das tat weh.
Dann fand man die Reste.
Er sprach drauf aufs Beste:
„Meins war ein volles Portemonnaie.“

Erschöpft war Susana in Fafe,
sie sagt, selten sei’s, dass sie schlafe.
Man sagt, grauslich liegt’s da;
die Nachtzeit verfliegt ja
beim Strichlistenführen der Schafe.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CXLI)

11 05 2013

Heykel stach ein Tierchen in Tunis,
drum fragte die Frau ihn, was nun is.
Auch wenn er es hörte,
nichts gab’s, was ihn störte,
weil er gegen alles immun is.

Guillaume, der sich in Bingerville
zehn Ziegen hielt, schlief. Ihr Gebrüll
kann ihn nicht mehr wecken,
er würde hochschrecken
im Augenblick, wären sie still.

Es feilte Hédi sich in Sfax
heraus aus dem Knast und ging stracks
zum Werkzeugebauer.
Jetzt feilt er genauer,
das nächste Mal wird es ein Klacks.

Herr Jebavý knackte in Bärn
sich Nüsse. Er hatte es gern,
auf runzligen Schalen
Gemälde zu malen.
Ganz gleichgültig war ihm der Kern.

Ganz schlecht schlief heut Farhat in Gafsa,
der dräuendes Unheil im Schlaf sah.
Die Bettbretter knarrten,
er lief in den Garten,
wo er, wie erwartet, ein Schaf sah.

Es baute sich Pier in Alliste
ein scharfes Gefährt für die Piste.
Er bohrte und schraubte,
und wer es sah, glaubte
an ihn als Herrn der Seifenkiste.

Es putzte einst Hischam in Sousse
zehn Kisten mit Schuhen in Muße,
doch (dies gab Probleme)
nur mit schwarzer Creme.
Die Strafe, die folgt auf dem Fuße.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CXL)

4 05 2013

Pokrowski erfand in Surgut
ein Pflaster, das stillt nicht nur Blut,
es löst auch die Haare,
wer’s ablöst, dem fahre
Erleichterung ein, nicht nur Wut.

Herr Kifle beschwert sich in Ghinda
beim Löten: es ist schon kein Zinn da,
der Kolben ist lau noch,
dann stört ihn die Frau noch,
und dann kommen schließlich die Kinder.

Kawraiski, der kauft sich in Pljos
zum Ackern ein feuriges Ross.
Der Mann war kein Kenner.
Das Pferdchen, ein Renner,
das lief auch. Was ihn prompt verdross.

Giacinto, ein Gastwirt in Algua,
vernahm irgendwo einen Schall da
und dass mancher rannte.
Sein Ofen, der brannte,
doch er vernahm nicht, wo der Knall war.

Es sammelt Jewgeni in Kamen
die Bilder und steckt sie in Rahmen.
So hängt die Verwandtschaft
als Kleinbilder-Landschaft
bei ihm. Nur vergisst er die Namen.

Sonali fand in South Dum Dum
ein Moped. Sie stört das Gebrumm
und der blaue Nebel.
So dreht sie am Hebel –
doch dreht sie ihn dann falsch herum.

Polina baut in Ulan-Ude
aus Brettern sich selbst eine Bude.
Die wird schlicht, doch nobel
durch Klarlack und Hobel.
Denn ohne wär’s ihr doch zu krude.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CXXXIX)

27 04 2013

Herr Berglund, der reiste von Nyker
nach Süden. Den Zug, den bestieg er
mit heftigem Grimmen.
Es gab schließlich Stimmen,
die sagten, beim Fahrpreis betrüg er.

João, der in Fulacunda
sein Haus abreißt, findet viel Plunder,
Gardinen, Gamaschen,
Petroleumflaschen.
Vor allem die brennen wie Zunder.

Herr Nørby, der Pastor von Dons,
der tauft nur im Namen des Sohns
und denkt, dies beweist es:
des heiligen Geistes
sei ein Teil von Vaters Gespons.

Malu in Sant’Apollinare
bedient in der Wirtschaft gern Paare.
Wie schnell sieht sie diese,
sie trinkt zur Akquise
vorab nämlich immer zwei Klare.

Herr Ove verzweifelt in Vejle.
Man sagt, immer, wenn er sie zähle,
sind Schafe und Rinder
bald mehr und bald minder,
doch nie ohne, dass eines fehle.

Téka wartet meist in Kétou
bis neun. Erst dann geht er zur Ruh,
verrammelt die Fenster
(er fürchtet Gespenster)
und nagelt sie von innen zu.

Es bremste Herr Skaarup in Galten,
er hätt’ um ein Haar auch gehalten,
dann fuhr er schnell weiter.
Er hielt’s für gescheiter,
die Anhalterin hatte Falten.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CXXXVIII)

20 04 2013

Es lauerte Patrik in Flecken,
um kleinere Kinder zu schrecken,
doch kannte man solches
Verhalten des Strolches
und mied darum sämtliche Ecken.

Als Retno heimging in Metro
von ihrer alltäglichen Show,
sah sie, dass es juckte,
da sie sonst nachguckte:
dann fehlte im Zirkus ein Floh.

Frau Bášová, die in Groß Drossen
zum Bahnhof geht, sieht ihn geschlossen.
So fährt dieses Mädchen
hinaus aus dem Städtchen
mit Hilfe zwei älterer Zossen.

Sylvain war’s, der in Carrefour
beim Wechseln auf die linke Spur
den Arm herausstreckte.
Was er so bezweckte?
Er konnte halt Rad fahren nur.

Herr Janků, der klaute in Bejscht –
als Dieb war er so eingefleischt,
und recht bös geraten –
wenn ob jener Taten
das Opfer schon zetert und kreischt.

Giovanna ging aus in Aieta
der Sprit. Seht den Wagen, dort steht er,
just liegen geblieben,
drum muss man ihn schieben.
Zum Haus sind es noch fast zehn Meter.

Herr Ptáčník, der hört in Dürrseifen
im Dunklen ein seltsames Pfeifen.
Sein Haus, das am Hang lag,
war’s, woran der Klang lang:
es waren die bremsenden Reifen.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CXXXVII)

13 04 2013

Man zeigte Antônio in Faina
ein munteres Hündchen, denn seiner
war ihm fortgelaufen.
Doch statt es zu kaufen,
war er missvergnügt: „Meins war kleiner!“

Monpoint, der aß in Maïssade
zu Mittag oft Fisch und Poularde.
Pikante Geschmäcker
fand er selten lecker,
er mochte die Mahlzeit gern fade.

Es legte Ivon in Iuiú
am Morgen sich gerne zur Ruh,
dieweil er’s zu Nachte
meist wachend verbrachte.
Dann fielen ihm die Augen zu.

Mauricio, der Arzt von Gotera
beneidet den Bruder, den Lehrer.
Der hat nur sechs Stunden
mit (meistens) Gesunden,
sein Job jedoch ist sehr viel schwerer.

Es war einst Vital in Confresa
ein eifriger Zeitschriftenleser,
dann schlief er im Zug ein,
fing Lug und Betrug ein.
Seitdem fehlen ihm Augengläser.

Giordano gab sich in Colere
als Schneider recht gerne die Ehre.
Er borgte im Laden
nebst Nadel und Faden
auch Metermaß, Stopfpilz und Schere.

Es fragt sich Ruy in Elói Mendes,
was sagt er anlässlich des Endes
der Packpapierrolle –
die eben noch volle
zeigt das letzte Stück: „Nun, verwend es!“





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CXXXVI)

6 04 2013

Es stolperte Gülsin in Sivas
am Ufer und war bis zum Knie nass.
Man ahnt es wahrscheinlich,
dies war ihr recht peinlich,
denn sonst, da passierte ihr nie was.

Man stahl Herrn Gharibjan in Berd
den Esel. Kaum, dass es ihn schert.
Er hat in dem Falle
zwei Ochsen im Stalle
nebst Maultieren, und auch ein Pferd.

Es ruderte Burak in Gebze
hinaus mit dem Boot. Man fing Krebse.
Doch kniffen die Scheren.
Statt sich zu beschweren
griff er nach dem Korb: „Wart, ich heb se.“

Bung sputet sich in Cilacap.
Die Gattin hält ihn stets auf Trab,
den Haushalt zu führen.
Er sagt, das Trainieren
sei gut, denn es härtet ihn ab.

Man sagt sich, dass Murat in Siirt
viel Geld auf der Rennbahn verliert.
Als dann sich beschwerte
sein Weib, da erklärte
er, dass dort ein Pferd so schön wiehert.

Abdou deckt mit Wellblech in Man
sein Dach. Er hat zwar keinen Plan,
doch auch keine Leiter,
kein Blech… und so weiter.
(Zur Not mietet er einen Kran.)

Herr Öker, der weihte in Muş
die Sporthalle ein. Nach dem Tusch
sackt alles zusammen
in Trümmern und Flammen.
Da rächt sich der billige Pfusch.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CXXXV)

30 03 2013

Es predigte Reza in Rascht:
„Bevor Ihr die Erdnüsse nascht,
will ich Euch befehlen,
sie gründlich zu schälen,
und nicht, dass Ihr diese nur wascht.“

Da Aldo sich in Cardinale
ein Auto kauft, damit er prahle,
wie gut es ihm ginge,
zieht zu sich die Schlinge
zugleich, wovon er das bezahle.

Es ärgerten Hassan in Tūs
im ganzen Haus Flecken von Ruß.
Er suchte gar munter,
da blickt er herunter:
er selbst hat das Zeug wohl am Fuß.

Elvira beschloss in Posadas,
Gewicht zu verlieren. So war das
ein mühsames Streben,
doch einmal im Leben
ihr Mann stutzte und am Po sah das.

Da Mehdi den Haken in Nūr
zum Angeln braucht, folgt er der Schnur.
Er fand viel Gerümpel.
Verwaist liegt der Tümpel.
Vom Angler fehlt auch jede Spur.

Es grub sich Herr Birkkjær in Ribe
durch Sandboden, Schutt und Geschiebe.
Das hat Geologen
schon immer gezogen
in Bann, und oft wurde es Liebe.

Es zog sich Herr Nassab in Yazd
den Schuh an, der ihm zwar nicht passt,
doch fand jener Beter
die modischen Treter
recht kleidsam. Sie passten auch fast.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CXXXIV)

23 03 2013

Herr Shirō kam nach Okasaki
zurück mit viel Weißwurst und Raki,
mit Schwarzbrot und Klößen
in sämtlichen Größen
und sagte: „Europa, das mag i!“

Herr Conteh, der in Gambissara
im Spiegel sich ansah, da klar war,
dass Wachstum stets endlich,
der machte nun kenntlich
den Kopf, dem man ansah: da war Haar

Hideo, der schloss sich in Tsu
im Keller stets ein, und dazu
klemmt ab er die Klingel.
Jetzt findet den Schlingel
kein Postbote mehr. Jetzt ist Ruh.

Kevork spielt Schach in Ararat
nach Lehrbuch, ganz streng Blatt für Blatt.
Sein Gegner spielt ohne,
statt dass er ihn schone,
setzt er ihn in zehn Zügen matt.

Yuzuru, der packte in Kure
den Wagen nach heiligem Schwure
mit Mist voll und voller.
Schon ächzte der Roller,
er sprach: „Das ist die letzte Fuhre!“

Frau Piaz in Fragneto Monforte
beliefert die Nachbarn mit Torte.
Die Künste des Backens
und Tortenverpackens,
die kennt man nun gut in dem Orte.

Herr Kentsū, der wartet in Ube
des Diebes dort. Eben der Bube,
der stahl ihm die Vase,
liegt nun auf der Nase.
Er grub nicht umsonst eine Grube.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CXXXIII)

16 03 2013

Es ächzt Ewelina in Śrem:
„Wenn ich jetzt die Türe aufstemm,
dann wird es passieren
bei diesen Scharnieren,
dass ich mich am Ende drin klemm.“

Es war Edison in La Plaine
seit Wochen schon in Quarantäne.
Er hat nichts. Nur Sitzen.
Man gab ihm zu schnitzen.
Jetzt ist alles voll Hobelspäne.

An Piotrs Talent lag’s in Brok,
da er stets und ständig nur log,
wenn er voller Stolz sich
ein Holz nahm, das Holz sich
indes gleich von selber verbog.

Als Alfred sich in River Gbeh
im Garten ein gipsernes Reh
samt Zwergen aufstellte,
kam sein Hund und bellte
und wässert alles. Ach weh!

Es schor sich Agnieszka in Oppeln
den Damenbart. Doch jene Stoppeln,
die dort am Kinn sprossen,
die sind unverdrossen
zurück, um sich nun zu verdoppeln.

Da schlich Aldo in Casalgrande
zum Herrscher, den Dolch im Gewande.
(Dort wurde seit langem
kein Dieb mehr gefangen,
doch dies nebenbei und am Rande.)

Man fand Juliusz meist, der in Pisz
ein Teichlein besaß, dort beim Fisch,
den er gern verspeiste,
drum landet das meiste
vom Fisch noch recht frisch auf dem Tisch.








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