Gottvertrauen

13 05 2013

„Warum wir Sie dafür ausgesucht haben? Sie seien schließlich der Innenminister? Das ist es ja auch. Religion wird in diesem Land immer noch als Teil der Kultur verstanden, und Sie sind schließlich der Innenminister. Warum wir diese Konferenz einberufen haben? Was weiß ich, mit wem sollen wir denn übers Christentum in Deutschland reden? Etwa mit den Gemeinden?

Vergessen Sie das mal ganz schnell wieder. Man redet über eine Religion, aber doch nicht mit deren Angehörigen. Wäre ja noch schöner. Was haben Sie eigentlich bisher gemacht? Den Sicherheitsbeamten beim Regieren zugesehen?

Das mit der Gleichstellung macht doch auch erst Spaß, wenn man es konsequent zu Ende führt. Wir brauchen diese Christentumskonferenz einfach. Und kommen Sie mir nicht mit Kirchentag – das ist eine selbst organisierte Veranstaltung religiöser Gruppen, die da nichts anderes predigen als ihre eigene Weltanschauung, das können wir nicht als Ersatz anerkennen. Politiker? Die Bundeskanzlerin? Ich bitte Sie, die schiebt doch ihre Tränensäcke bei jedem Schützenfest vorbei, das sie nicht rechtzeitig ausgeladen kriegt. Das ist kein Argument. Sie sind im Besitz der deutschen Leitkultur? Lassen Sie sich nicht in der Öffentlichkeit mit solchen Aussagen erwischen. Wie schnell wird man als Terrorist gehandelt.

Sie haben da doch diese Datei, in der alle drin sind, denen man bisher noch keine Straftaten nachweisen konnte, die Sie aber trotzdem für ganz gefährlich halten, weil Sie nicht wissen, warum? Und Sie wollten schon immer mal Gefährder in religiösen Netzwerken suchen? Das wäre jetzt Ihre Gelegenheit. Dann müssen wird endlich nicht mehr zusehen, wie die erzbischöflichen Ordinariate ihre pädophilen Angestellten von Diözese zu Diözese schieben. Und falls da einer Probleme mit dem Steuerrecht bekommt, können Sie auch ermitteln. Schnell und unbürokratisch.

Es geht uns wie gesagt um Integration. Man muss ja in dieser Gesellschaft alle Randgruppen mitnehmen, auch wenn es schwerfällt. Sehen Sie, die SPD hat das mit Sarrazin auch geschafft, da werden wir doch das Christentum irgendwie in der Gesellschaft verankert bekommen, oder? Sie haben da etwas nicht richtig verstanden. Das Christentum in der Gesellschaft. Nicht andersherum.

Natürlich haben wir uns genau ausgesucht, wen wir da einladen, Herr Innenminister. Wir wollen da Maßstäbe für die Integration setzen. So ähnlich wie Sie. Deshalb haben wir sämtliche Randgruppen eingeladen, Kreationisten, Antimodernisten, ein paar Piusbrüder, die Glaubenskongregation – das hieß mal Inquisition, aber was da auf dem Türschild steht, ist uns wurst – und die guten alten Exorzisten. Wir wollen ja durchaus integrieren, und das macht man nun mal am besten mit denen, bei denen man weiß, dass sie es bitter nötig haben. Wollen Sie mit einem lutherischen Dorfpastor über die Trennung von Staat und Kirche diskutieren? Na also. Außerdem sieht es im Fernsehen viel schöner aus, wenn da irgendwelche Knalltüten sich anschreien, wer mit wem wo Oblaten essen darf, ohne aus dem Verein rauszufliegen.

Nein, natürlich wollen wir Sie nicht auf ein paar katholische Hassseiten reduzieren oder auf diese Wirrköpfe, die regelmäßig fundamentalistische Protestmärsche machen, weil ihnen der Gesetzgeber ein Dorn im Auge ist. Das ist sicher auch nur eine verschwindend geringe Minderheit, die nicht in Ihrem Namen spricht. Die haben mit der religiösen Botschaft des Christentums nichts zu tun, sie instrumentalisieren eine nicht von der Mehrheit der Gläubigen getragene Anschauung für allgemein demokratiefeindliche Ziele und verüben regelmäßig Straftaten gegen ihre eigenen Leute – das ist nicht das Christentum, das wissen wir doch. Aber wir verfahren halt so, wie Sie das vorgemacht haben, wir schieben Ihnen die Schuld dafür in die Schuhe. Wenn das im Namen der christlichen Religion passiert, machen wir nicht die christliche Religion dafür verantwortlich, das wäre gegen die religiöse Toleranz; wir machen nur die dafür verantwortlich, die sich ebenfalls zum Christentum bekennen. Hilft nichts? Ja, kann sein. Ist aber immer so mit der Sicherheitspolitik. Wenn nicht mehr als doppelt so viel kaputtgeht wie vorher befürchtet, dann war es ein Erfolg.

Es geht nicht nur um den Religionsunterricht. In erster Linie geht es uns darum, dass Sie Ihre Finger aus den anderen Ausbildungsinhalten raushalten. Sie können ja gerne an die Arche Noah glauben und an diesen ganzen Krempel, aber lassen Sie uns Geschichte und Erdkunde ohne göttlichen Heilsplan unterrichten. Wir lassen Ihnen das Gottvertrauen. Sie lassen den Bürgern ihr Vertrauen in den Staat.

Doch, da haben Sie recht. Integration ist keine Einbahnstraße. Da muss von beiden Seiten etwas passieren. Sehr nett hat das ja damals dieser Herr Ratzinger gemacht. Und seine deutschen Bischöfe haben da auch ganz hübsch sekundiert, als sie behauptet haben, es könne ohne Christentum gar keine funktionsfähige Moral in diesem Staat geben. Das hätte man vielleicht ein bisschen weniger deutlich formulieren können, aber wir haben es kapiert. Integration ist keine Einbahnstraße. Das ist eine Sackgasse, in der man noch mal so richtig Gas gibt.

Sie mögen nicht? Schade. Wir haben alles versucht, Herr Innenminister. Vielleicht überdenken Sie unser Angebot, wenn wir demnächst die Parteien unter die Lupe nehmen.“





Exit

25 04 2013

„… sich der Arbeitskreis gebildet habe, um das konservative Profil der CDU wieder…“

„… den Eltern nicht länger die Abhängigkeit von den Betreuungseinrichtungen zu…“

„… der Ausstieg aus dem Ausstieg aus der Atomkraft zu…“

„… die Arbeitnehmerrechte nicht übermäßig zu stärken, damit die Entwicklung der Wirtschaft…“

„… könne sich Schröder ein Betreuungsgeld vorstellen, falls garantiert sei, dass es nicht von Familien mit Kindern beansprucht…“

„… wolle man neue Technologien wie Digitalisierung, Windkraft und elektrische Apparate nicht mehr unterstützen, um den Glauben der Bevölkerung in den…“

„… den Strompreis möglichst konstant zu…“

„… die Arbeitsgruppe gegen die 68er-Umtriebe bereits zufrieden gezeigt habe, wie die Frauenquote sich…“

„… habe Merkel verkündet, dass das Internet eine moderne Zeiterscheinung sei, derer die bürgerliche Gesellschaft bald nicht mehr bedürfe. Sie plädiere in ihrem Podcast außerdem für…“

„… das Sparprogramm derart zu gestalten, dass die Leistungsträger…“

„… wolle Aigner prüfen, ob die Pläne der Telekom tatsächlich…“

„… mehr deutsche Autos zu kaufen, da die öffentlichen Verkehrsmittel…“

„… dass der Strompreis moderat ansteigen solle, vor allem bei den erneuerbaren…“

„… für die Netzneutralität einsetze. Freiheit, habe Westerwelle betont, sei die Freiheit, den Anbietern genau das zu zahlen, was sie…“

„… die GEZ-Gebühren nur deshalb erhöht, um nicht zu viele Bürger in die Fänge des neumodischen Mediums Radio zu…“

„… könne allein Lohnzurückhaltung ein Mittel gegen die Boykottpropaganda für die Lohnuntergrenze…“

„… das Exit-Programm für Aussteiger aus der rechtsradikalen Szene zu…“

„… habe sich IM Friedrich entschieden, die Bundesverfassungsrichter auf brutalstmögliche …“

„… zur Zeit geklärt, ob Aigner berechtigt sein, das Vorhaben der Deutschen Telekom AG zu…“

„… in den ÖPNV zu investieren, da die Automobilkonzerne sich mit Hilfe öffentlicher Gelder wettbewerbswidrige…“

„… darauf zu achten, dass die Besserverdiener keine zusätzlichen Stromkosten…“

„… übereingekommen, den Atheismus als Kriterium für die Vergabe von Hilfsarbeiten zu…“

„… beim Kauf eines Kartoffelsacks eine, bei einer Schubkarre zwei Überwachungskameras kostenfrei zu…“

„… den Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg aus der Atomkraft für…“

„… dass mit dem Absinken der Mindestlöhne auch die Sozialleistungen gestrichen werden müssten, um keine falschen Anreize auf dem Arbeitsmarkt zu…“

„… müsse man den explosionsartigen Anstieg der Strompreise vor allem auf die…“

„… Familien, deren Kinder am freiwilligen Religionsunterricht nicht freiwillig teilnähmen, als Volksschädlinge zu…“

„… den Verfall der deutschen Gesellschaft aufzuhalten. Der Rückzug der Familienministerin sei nur ein Schritt, der aber durchaus…“

„… sich die Kampagne Deutsche, kauft deutschen Döner nur langsam in den…“

„… inzwischen als Exit-Programm aus der Union…“

„… investiere Schäuble freiwillig größere Summen in die Ruinenparks Elbphilharmonie und BER, um kommenden Generationen ein Bild von der Größe des deutschen…“

„… werde zur Steigerung des Konsums jedem Haushalt empfohlen, eine Schnellfeuerwaffe aus deutscher Produktion…“

„… habe Aigner die Art, Anzahl und Rundheit der Löcher im deutschen Käse als skandalöse……“

„… angesichts der politischen Lage inzwischen offen für die legale Sterbehilfe…“

„… der Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg aus der Atomkraft als…“

„… sich das Exit-Programm wegen eines erheblich verkleinerten Budgets nur noch um die verfassungsfeindlichen Umtriebe innerhalb der staatlichen…“

„… dass Deutschland seine Rolle im globalisierten Europa als Agrarnation neu finden werde, um als exportorientiertes…“





Vollstes Vertrauen

24 04 2013

„Vollstes Vertrauen?“ „Ach du Scheiße!“ „Dann ist sie verloren.“ „Warten wir’s ab. Von der Leyen hat schon jede Menge Mist fabriziert und ist nie darüber gestolpert.“ „Aber vollstes Vertrauen? Hallo!? Das ist so gut wie ein Todesurteil!“

„Also lässt die Merkel das jetzt doch nicht durchgehen.“ „Wieso denn nicht?“ „Ich meine, es ist doch die Kanzlerin.“ „Ja und? Hat die sich je bewegt, wenn irgendwas passiert ist?“ „Aber das hier ist doch innerhalb der deutschen Politik.“ „Jetzt mach doch nicht so eine Welle.“ „Dann hätte sie die Koalition schon zehnmal platzen lassen müssen.“ „Aber das ist doch innerhalb der CDU!“ „Gut, das ist schon fast ein Argument.“ „Wieso fast?“ „Wenn die Merkel jedes profilneurotische Arschloch rauswerfen würde, warum ist dann Schäuble immer noch Minister?“

„Aber hier, vollstes Vertrauen.“ „Vollstes? hat sie nicht…“ „Nein, vollstes.“ „Dann gute Nacht.“ „Meine Güte, die ist doch nicht Wulff.“ „Aber vollstes Vertrauen – vollstes Vertrauen! das hat nicht mal der Papst lange überlebt.“ „Wieso, die hat doch…“ „Glauben Sie der Statistik, 100% der Päpste, der denen die Merkel ihr vollstes Vertrauen ausgesprochen haben, sind zurückgetreten.“ „Sag an!“ „Das ist doch…“ „Und hier, Röttgen. Der ist doch auch inzwischen irgendwo in der Pampa.“ „Der war ja mal Muttis Bester.“ „Auch so eine Planstelle, die die Bundesuschi sich ungern streitig machen lässt.“

„Ich glaube ja nicht, dass das so geplant war.“ „Dann hat von der Leyen das also nicht geplant?“ „Doch, die schon.“ „Aber dann war das ja doch geplant.“ „Wenn die was plant, merkt man meistens eh nicht, dass es geplant war.“ „Aber geplant war das eh nicht.“ „Doch, nur nicht von der Leyen.“ „Wie bitte?“ „Von der von der Leyen.“ „Ach so.“ „Vielleicht ist das ja irgendwie schief gegangen, und dann sollte es so sein, wie es geworden war.“ „Geworden ist.“ „Also wie es wurde?“ „Oder wird.“ „Also so, wie es ist.“ „Das kann aber nicht geplant gewesen sein.“ „Nein, aber das ist so passiert.“ „Das ist aber ein ganz schöner…“ „Wieso schön?“ „Jedenfalls ein Unterschied.“ „Ich meine, hat sie nicht dieses Ding mit der Hartzkarte auch so geplant?“ „Weil das derart in die Hose ging?“ „Dann kann sie es nur geplant haben.“ „Du meinst: dann kann nur sie es geplant haben.“ „Aber was hat die Kanzlerin damit zu tun?“ „Die hat doch den Auftrag gegeben.“ „Kann ich mir nicht vorstellen.“ „Naja, die sagt dann, macht doch, was Ihr wollt.“ „Und Uschi?“ „Macht, was sie will.“ „Was die Kanzlerin will?“ „Nein, was die… ach, egal.“

„Dann kann sie es ja bloß selbst gewollt haben.“ „Finde ich auch.“ „Sonst würde die Kanzlerin doch rapide einen Vertrauensverlust erleiden.“ „Und vor allem an Autorität.“ „Hä!?“ „Na, dieses Ding halt, wo man immer so hat, wenn man…“ „Ich weiß schon, was Autorität bedeutet, aber wie kann man das im Zusammenhang mit der Merkel sehen?“ „Wieso hat die denn jetzt keine Autorität mehr?“ „Und was ist mit der FDP?“ „Keine Tiefschläge, bitte.“ „Ist doch wahr, das ist die…“ „Keine Tiefschläge!“ „Sie muss es gewusst haben, sonst würde doch ihre Personalplanung gar nicht aufgehen.“ „Was ist denn das jetzt schon wieder für eine Verschwörungstheorie?“ „Sie will doch bis 2017 Kanzlerin bleiben.“ „Ja und?“ „Ja und danach?“ „Was weiß ich, vielleicht ist bis dahin de Maizière genauso durch wie Schäuble.“ „Oder die CDU hat mit der SPD fusioniert.“ „Dann schon lieber Schäuble.“

„Und die Frauen?“ „Wie, Frauen?“ „Was ist mit Frauen?“ „Es ging doch um die Quote, oder?“ „Ja und?“ „Die sind doch eh nur vorgeschoben.“ „Aber wenn das im Wahlprogramm…“ „Ruhig, Brauner!“

„Also die Merkel hat es gewusst.“ „Das glaube ich nicht.“ „Kann sie gar nicht, sonst wäre sie ja nicht mehr Kanzlerin.“ „Wieso?“ „So was Unprofessionelles würde sie doch nicht einmal in ihrer Nähe dulden, geschweige denn in ihrem Kabinett.“ „Und Schröder?“ „Verdammt!“ „So kurz vor der Wahl schmeißt man doch keine Ministerin mehr raus.“ „Richtig, und lahme Ente kann die Kanzlerin alleine.“ „Auf jeden Fall hat sie es gewusst, schließlich muss sie ja mal zurücktreten.“ „Sie will also nicht weiter kanzlern?“ „Schon, aber nicht bis zum Ende.“ „Also nach 2017.“ „Oder ab 2015.“ „Sie baut vor?“ „Sie will sich rechtzeitig von einer Frau ablösen lassen, die unerschrocken ihren Weg geht und die Partei im Handstreich in die Gegenwart führt.“ „Aha?“ „Das meint er nicht ernst.“ „Quatsch, ist doch die Bundesuschi.“ „Aber wer soll denn die CDU in die Zukunft führen?“ „Jedenfalls nicht die Merkel, die hatte schon ein paar Jahre Zeit, die CDU wieder ins Mittelalter zu bringen.“

„Ich finde ja, sie lässt sich stürzen.“ „Von der Leyen?“ „Von der Leyen von der Merkel?“ „Nein, von der Leyen.“ „Also doch.“ „Egal, auf jeden Fall will sie eine Nachfolgerin, die die amtierende Kanzlern wegmacht.“ „Damit sie sich in die Opferrolle fügen kann.“ „Wie Kohl.“ „Bloß ohne die historische Größe.“ „Unterschätz nicht Muttis Doppelkinn.“ „Was soll denn das bringen?“ „Denk doch mal weiter. Spätestens 2017 kann auch der letzte Deutsche die Merkel nicht mehr sehen.“ „Und dann kommt Uschi?“ „Genau.“ „Also weiß die Kanzlerin doch etwas davon.“ „Offiziell nicht.“ „Und inoffiziell?“ „Spricht sie schon mal ihr vollstes Vertrauen aus.“

„Ich kriege den Gedanken nicht weg, dass das nur ein Bauernopfer war.“ „Steinbach?“ „Wieso denn Steinbach?“ „Ist die schon zurückgetreten?“ „Ist die jemals zurückgetreten?“ „Die hat höchstens zurückgetreten.“ „À propos, vollstes Vertrauen.“ „Und?“ „Hat mal gerade jemand von der Leyens Dissertation zur Hand?“





Erster

15 04 2013

„Und was soll das jetzt für einen Effekt haben?“ „Naja, Wettbewerb halt.“ „Was Sie nicht sagen. Das Ding heißt Pakt für Wettbewerbsfähigkeit, und am Ende kommt dann der Wettbewerb. Diese Kanzlerin ist ja näherungsweise genial.“ „Sparen Sie sich Ihre Ironie, das ist tatsächlich wichtig.“ „Warum?“ „Es hätte am Ende ja auch um Wettbewerbsfähigkeit gehen können.“ „Jetzt verstehe ich immer, warum alle Merkel für eine fähige Kanzlerin halten.“

„Jedenfalls hat die Bundeskanzlerin damit wieder einmal beweisen, dass sie die richtigen Ideen für Europa hat.“ „Nämlich welche?“ „Dass Europa mehr Wettbewerbsfähigkeit, mehr Wettbewerb, also wir brauchen mehr Fähigkeit zum Wettbewerb.“ „Das würde ich als Problem sehen, aber nicht als Lösung.“ „Den Wettbewerb?“ „Den auch, aber zu sagen, dass wir mehr Wettbewerb in Europa haben müssen, führt uns auch nicht viel weiter.“ „Aber es ist schon mal kein Rückschritt. Damit ist doch bereits viel gewonnen.“ „Es mangelt es uns demnach also an Wettbewerb.“ „Wir müssen wettbewerbsfähiger werden.“ „Uns fehlen die Fähigkeiten – ja, dem würde ich im Falle der Kanzlerin durchaus zustimmen.“ „Möglicherweise war damit aber auch schon der Fachkräftemangel gemeint. Man weiß es nicht, die Kanzlerin hat sich noch nicht dahin gehend geäußert.“ „Klingt logisch, sie weiß ja immer erst, was sie denkt, wenn sie hört, was sie sagt.“

„Auf jeden Fall muss man Europa wettbewerbsfähig machen.“ „Also fähig für den Wettbewerb?“ „Sage ich doch.“ „Gegen wen?“ „Ich sagte doch: für den Wettbewerb.“ „Aber gegen wen treten denn die europäischen Staaten an?“ „Im Wettbewerb.“ „In der Forschung, in der Produktion, in der Verkehrsinfrastruktur?“ „Auf dem Markt, oder was hatten Sie gedacht?“ „Markt ist alles.“ „Sagt ja die Kanzlerin auch immer.“ „Warum sollte sie auch intelligenter sein als diese Regierung.“ „Deshalb machen wir Europa ja auch fit für den Wettbewerb.“ „In Europa.“ „Ja sicher. Wieso?“ „Weil es einen freien europäischen Markt gibt, zumindest sollte es den geben.“ „Ist das nicht gut so?“ „Das heißt dann, wir wollen mehr Wettbewerb auf dem europäischen Markt.“ „Das ist doch auch gut so.“ „Wir wollen also mehr Konkurrenz, und wenn wir endlich mehr Konkurrenz haben, sinken die Preise.“ „Ja, das ist doch…“ „Und mit sinkenden Preisen haben wir sinkende Umsätze.“ „… endlich mal eine…“ „Und damit haben wir dann auch wieder sinkende Beschäftigungszahlen.“ „… gute Nachricht.“ „Und noch mehr Arbeitslose sind also gut für die Wirtschaft?“ „Weiß ich nicht, ich habe die Kanzlerin noch nicht gefragt. Klingt aber logisch.“

„Wettbewerb, das heißt doch: jeder sollte besser sein können als der andere.“ „Würde ich sagen.“ „Und wer am Ende besser ist, gewinnt.“ „Würde ich sagen.“ „Und deshalb schließt man einen Pakt in Europa.“ „Würde ich… – worauf wollen Sie jetzt eigentlich hinaus?“ „Die europäischen Nationen schließen einen Pakt und wollen sich dann gegenseitig auf dem Binnenmarkt ausbooten?“ „Das sagen Sie. Ich würde meinen, die Kanzlerin setzt da viel mehr auf die europäische Solidarität.“ „Wegen des gemeinsamen Paktes.“ „Richtig.“ „Das klingt vernünftig. Alle Bundesligamannschaften legen zusammen und bezahlen denselben Trainer, damit sie hinterher alle gegen die anderen gewinnen und Fußballmeister werden.“ „Sie sehen doch selbst, dass dieser Vergleich hinkt.“ „Warum?“ „Die Kanzlerin ist doch gar nicht am Geld interessiert.“

„Das mit dem Angebot hätten wir ja jetzt geklärt. Was ist eigentlich mit der Nachfrage?“ „Wieso Nachfrage?“ „Haben Sie eine andere Definition von Markt?“ „Wir als Exportnation müssen natürlich zunächst sehen, den Bedarf der anderen Nationen zu befriedigen.“ „Und wenn die sich durch die aktuellen Entwicklungen gar keine deutschen Produkte mehr listen können?“ „Müssen sie aber. Selbst produzieren können sie ja längst nicht mehr, weil sie keine Kredite für Investitionen mehr bekommen.“ „Deshalb werden sie trotzdem nichts mehr aus Deutschland kaufen.“ „Müssen sie. Es gibt ja nur noch deutsche Exporte.“ „Ich nehme an, sie meinen Arbeitslosigkeit.“

„Trotzdem müssen wir im globalen Maßstab viel wettbewerbsfähiger werden.“ „Müssen wir?“ „Wir sind ein rohstoffarmes Land, deshalb ist uns das geistige Eigentum wichtig.“ „Die Presseverlage retten Europa? interessante Ansicht, muss ich schon sagen.“ „Nein, ich meine ja nur, dass man mit Forschung und Patenten und…“ „Sind wir dann in Europa nicht viel wettbewerbsfähiger, weil wir uns die tollen Produkte ausdenken, die in China billig nachgebaut werden?“ „Sie verstehen das nicht, wir müssen Europa doch insgesamt…“ „Und dann treten wir gegen den Rest der Welt an? Auch gut. Ich würde trotzdem gerne mal wissen, warum wir dann einen Wettbewerb innerhalb der Eurozone brauchen.“ „Einer muss schließlich erster werden. Wie sieht das denn sonst aus?“

„Die Kanzlerin schlägt uns also einen Pakt vor, damit wir alle gemeinsam gegeneinander antreten, um zusammen im Wettbewerb gegen Drittländer zu bestehen.“ „Kann ich mir nicht vorstellen.“ „Warum nicht?“ „Naja, wir brauchen schließlich europäische Solidarität. Lohnkosten senken, Renten dezimieren, Sozialleistungen schleifen. Wir wollen doch zu einer gemeinsamen Lösung finden, oder?“





Doppelspitze

8 04 2013

„Aber sagen Sie das bloß nicht weiter. Wenn sich das rumsprechen sollte – nicht auszudenken! Vor allem in Europa. Eine Kanzlerin wie Merkel, das geht ja noch. Aber zwei? Das gibt ein Drama!

Das ist so weit korrekt, wir haben die Kanzlerin verdoppelt. Technisch war das kein Problem, so viel Substanz war das ja wohl nicht beteiligt. Wir haben dann so eine quantenphysikalische Sache gemacht, da brauchten wir was dunkle Antimaterie, oder wie das Zeug heißt – so ganz genau hat das keiner verstanden, aber es scheint zu funktionieren. Ist ja bei der Eurokrise dasselbe. Und nun haben wir eben eine Bundeskanzlerin. Und noch eine.

Es hat so seine Vorteile. Bei dem Arbeitspensum einer Regierungschefin, in Italien Urlaub machen und zwischendurch das deutsche Rentensystem schleifen, das ist schon recht aufwendig. Und dann müssen Sie ja auch mal diese Mehrfachbelastung sehen. Bundeskanzlerin und CDU-Chefin und Außenministerin und Europas Vorstandsvorsitzende und dann noch die Merkel sein, das schafft doch sonst keiner. Wirklich, damit hat sie einen großen Vorteil.

Es hatte ja erst wieder eine Riesendiskussion gegeben, ob man das machen darf. Therapeutisches Klonen, Sie wissen schon. Aber irgendeiner hat dann gesagt, letztlich hilft es auch der Wirtschaft. Da ging’s dann plötzlich sehr schnell. Sie wissen ja, was der Wirtschaft nützt, das ist gut für die Partei, und was der Partei nützt, ist sicherlich auch von Vorteil für die Wirtschaft. Bevölkerung, wollte ich sagen, Bevölkerung.

Es bestand nämlich eine gewisse Nachfrage, müssen Sie wissen. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, es mit zwei Merkels zu probieren, die den unterschiedlichen Erfordernissen des politischen Geschäfts Rechnung tragen. Die Deutschen wollen eine Regierung, auf die sie schimpfen können, weil das Land vor die Hunde geht – kriegen sie die Merkel. Dann wollen sie aber auch eine Kanzlerin, die sie bewundern können, weil sie nichts macht. Kriegen sie halt die andere Merkel. Damit schafft man langfristig Vertrauen in die Regierung. À propos Regierung, die eine Merkel kündigt den Deutschen an, sie hätte die beste Regierung seit der Wiedervereinigung. Die andere Merkel hat dann das amtierende Kabinett. Wie finden Sie das? Die eine Merkel brockt uns die ganze Zypernkrise ein, die andere Merkel wird dafür gelobt, dass sie sie so gelassen und kompetent aussitzt.

Oder nehmen Sie die innenpolitischen Themen. Die eine Merkel verspricht den NSU-Opfern, dass wir jetzt aber auch ganz bestimmt viel toleranter sind und gar nicht mehr so sehr auf diese ganzen Ausländer schimpfen wollen. Die andere Merkel pöbelt dann gegen die faulen Griechen, die ihre Milliardenkredite nicht zurückzahlen wollen und lieber vom Arbeitslosengeld leben. Schauen Sie, ohne diese Doppelspitze gewinnt man heute einfach nicht mehr die Lufthoheit über den deutschen Stammtischen.

Aber mal so ganz unter uns: woran ist es Ihnen eigentlich aufgefallen? Dass sie quasi überall ist? In der CDU und mal liberal und mal konservativ und mal christlich-sozial – die steht plötzlich hinter ihnen, und zack! sind Sie entweder erledigt oder Bundespräsident. Oder beides. War es das? Oder dass sie Westerwelle so gut erträgt? Ja, das war schon während der Koalitionsverhandlungen der entscheidende Vorteil, länger als drei Minuten hält dieses Geschwabber doch kein Mensch aus, und nach drei Minuten haben wir sie ausgetauscht. Fiel keinem auf, dem Westerwelle schon gar nicht. Der kriegt von Sachen, die außerhalb seiner Vorstellung stattfinden, nur in Ausnahmefällen mit, deshalb ist er ja auch der beste Außenminister seit – auch nicht? Ah so. Ja, das macht Sinn. Diese moralische Flexibilität, die ist so einfach auch gar nicht zu schaffen. Das muss man erstmal hinkriegen. Da hat sie natürlich die Nase vorn. Man kann sich nicht darauf verlassen, dass das, was vor den Wahlen gesagt wird, auch wirklich nach den Wahlen gilt, und wir müssen damit rechnen, dass das in verschiedenen Weisen sich wiederholen kann. Hat sie gesagt. Und das gilt dann auch. Meistens. Nach den Wahlen.

Ja, das zieht Kreise. Wird auch langsam etwas gefährlich, weil man ja nie weiß, wann es aufkippt. Beispielsweise das mit der Gleichstellungspolitik. Die eine Merkel findet das Grundgesetz scheiße, die andere findet das Grundgesetz nur solange scheiße, bis das Bundesverfassungsgericht sie zwingt, es anzuerkennen. Wieso das ein Problem ist? Denken Sie immer daran, dass wir in einer Art Demokratie leben, die auch ein Markt ist. Oder auf einem Markt, der sich für eine Demokratie hält. Man verliert Wählerstimmen, Marktanteile, wollte ich sagen, Marktanteile, man verliert Marktanteile mit einer einseitigen Strategie. Stellen Sie sich mal vor, die Klimakanzlerin hätte irgendwann gesagt, dass sie das mit der Energiewende wirklich ernst meint. Das kann man doch keinem zumuten! Und genau da kommt die zweite Merkel ins Spiel.

Wir haben einen Wartungsvertrag mit dem Institut abgeschlossen. Wenn das Double nicht mehr funktioniert, bekommen wir kostenfreien Ersatz. Oder ein Austauschmodell, bis bei dem alten die Quanten wieder geradegebogen sind. Ob das klappt? Ich habe so meine Zweifel. Das letzte sah aus wie Peer Steinbrück.“





Vatermutterkind

4 04 2013

Der Beamte legte die beiden Aktendeckel mit sanfter Akkuratesse auf Kante. Dann rückte er den Bleistift gerade und zog ein frisches Formular hervor. „Hochzeitsvorbereitungen“, informierte Ruckteschel mich. „Ich muss etwas aufpassen, damit ich nichts verwechsle. Die Braut nimmt den Namen der Braut an.“

Gustav Ruckteschel hatte noch ein paar Jahre vor sich, doch galt er als erfahrener, vorbildlicher Standesbeamter. „Diese neuen gesetzlichen Regelungen sind etwas verwirrend, aber sie bringen uns endlich weiter. Kein Wunder, dass dagegen demonstriert wird.“ Er schien meine Frage schon zu ahnen, jedenfalls hatte ich gar nicht erst Zeit, sie zu formulieren. „Es ist immer wieder interessant zu sehen, wie die Bevölkerung auf Rechtsvorstöße reagiert. Und dabei geht es noch nicht einmal um bedeutsame Dinge, sondern nur um die Banalität, ob man zum Heiraten zwingend Mann und Frau sein muss. Lächerlich.“ Er bügelte sorgfältig ein Eselsohr flach. „Und dabei haben wir es eigentlich mit einer zivilrechtlichen Einrichtung zu tun, in die erst die Kirche ihre Nase gesteckt hat, als sie sie in allem anderen schon längst drin hatte.“ Noch sträubte sich die Ecke, aber Ruckteschel ließ nicht locker.

„Und dann haben wir ganz nebenbei unsere alternativlose Bundesregierung dazu gebracht, dass sie sich in einem Paradoxon verrennt.“ Er blickte mir missbilligend dabei zu, wie ich ein Formular in die Hand genommen hatte; sicher würde ich es nicht regelkonform auf den Stapel zurücklegen. „Sie hat zwar die Ehe als Keimzelle des Staates zu etablieren versucht – früher war das die Familie, da waren noch Reste von Aufklärung am Werk – allerdings hat sie die Alleinerziehenden als Wähler entdeckt und musste sich logischerweise selbst widersprechen. Das wäre sonst kein Problem, nur hier wird es etwas schwierig. Was macht man mit denen?“ Ich wusste es nicht; tröstlich, dass auch er es nicht wusste. „Zwangsverheiraten geht nicht, auch keine Zwangsbeelterung des Alleinerzogenen, aber das wäre ja nicht das rechtsdogmatische Problem.“ „Und was wäre dies?“ Er holte tief Luft. „Man müsste ihnen die Kinder wegnehmen. Aber das kriegt selbst diese Regierung nicht zustande.“

Behutsam leerte Ruckteschel den Inhalt des Bleistiftanspitzers in den Papierkorb. „Das ist doch eine wesentliche Verbesserung gegenüber der bisher geltenden Vorschrift, oder?“ Er schaute kurz auf, wiegte dann aber bedenkend den Kopf. „nicht für alle. Schauen wir uns diesen Fall an.“ Er zupfte einen blauen Aktendeckel aus dem rechten Stapel. „Alois und Therese Gschwürlpointner waren trotz anderslautender Versicherungen auch innerhalb der Dreijahresfrist nach der Eheschließung nicht Eltern geworden, daher haben wir sie vor die Wahl gestellt. Eine Möglichkeit, da die Ehe nach Ansicht der bayerischen Regierungsbestandteile ja in besonderem Maße der Sicherung des Fortbestandes der Bevölkerung dient, eine Möglichkeit ist die Sanktion, was dem bekannten Denkschema der konservativen Parteien entspricht. Läuft irgendetwas nicht so, wie es gedacht war, finde jemanden, der sich nicht wehren kann, und bestrafe ihn dafür, dass er keine Möglichkeit hat, sich zu wehren.“ Ich runzelte die Stirn. „Sie erhängen also Geldbußen für Kinderlosigkeit?“ Ruckteschel lächelte. „Aber nein. Wir gruppieren beide wieder in Steuerklasse I ein. Nur eine dauerhafte Strafe ist wirksam, wenn man die eheliche Moral verteidigen will.“ Er legte eine stählerne Reißschiene an der Tischkante an – alles war noch immer rechtwinklig, keine Gefahr. „Trotzdem haben wir den Eheleuten Gschwürlpointner natürlich eine Möglichkeit gelassen, sich zu rehabilitieren. Sie hatten die Möglichkeit, ein Waisenkind zu adoptieren.“

Sorgsam rührte er den Tee um, bis sich keine erkennbare Spur von Zucker mehr in der Tasse wahrnehmen ließ. Es ergab ein vollkommen einheitliches Gemisch. „Und Sie sind wirklich sicher, dass das eine gute Lösung ist?“ Er nickte entschieden. „Sie haben ja gehört, was das Bundesverfassungsgericht zu Adoptionen geäußert hat. Auch gleichgeschlechtliche Paare dürfen nun Kinder des jeweils anderen annehmen. Man mag es für eine unzulässige Parallele halten, aber ich würde das Grundgesetz doch so interpretieren.“ Fragend blickte ich ihn an. „Es gibt keinen Grund, sie von der Adoption eines Kindes auszuschließen. Sie besitzen dieselben Recht wie alle anderen Menschen. Selbst dann, wenn es sich um Bayern handelt.“

Millimetergenau lochte Ruckteschel den Durchschlag der handschriftlich ausgefüllten Unbedenklichkeitserklärung, die nach menschlichem Ermessen innerhalb der nächsten zehntausend Jahre kein Mensch mehr zu Gesicht bekommen würde. „Wir haben ihnen also ein Kind zur Adoption zugeteilt – wie gut, dass sich endlich nicht mehr reiche, ältere Paare ein Kind besorgen können, weil man die jungen Leute solange mit Papierkram ausbremst, bis sie angeblich zu alt sind, Kinder zu erziehen – und sie haben sich beschwert. Einen Neger, sagte Herr Gschwürlpointner, den wolle er nicht. Er hat sich damit für die höhere Steuerklasse entschieden. Lebenslang.“

Nach drei Kontrollen war Ruckteschel davon überzeugt, dass er den Kugelschreiber weglegen konnte. „Übrigens“, kicherte er, „ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass die Kanzlerin keine Kinder hat?“





Wer’s glaubt

3 04 2013

„Weil Sie der richtige Ansprechpartner sind, Herr Kardinal, und da haben wir uns gedacht, sprechen wir doch mal Herrn Kardinal an, was Herr Kardinal dazu sagen. Also Sie jetzt. Man muss als Vertreter der säkularen Klassen ja auch mit der Kirche in gutem Einvernehmen stehen, wenn es um gewisse weltanschauliche Frage geht. Glaubensfragen eben.

Wir hatten uns das so gedacht, Euer Durchlaucht – Sie haben doch da jetzt diesen neuen Papst, diesen Franziskus, und der tut doch so auf moralisch, richtig? Eben. Und da haben wir uns gedacht, wir sollten an demselben Strang ziehen. Nur halt von verschiedenen Seiten. Sie machen das mit der Moral, und wir machen das, naja, das andere halt eben. Das ist eine klassische Win-Win-Situation. Sie gewinnen, weil man Ihnen endlich mal abkauft, dass Sie jetzt die Guten sind, und wir gewinnen sowieso immer. Das ist ein großartiger PR-Sieg für beide Seiten, Höchstwürden, und das Tolle ist, diesmal muss man Ihnen das einfach mal abkaufen.

Das mit den Kindern, Sie verstehen? Muss ich noch deutlicher werden? Ihr pädophiles Personal, Euer Durchzecht. Das würde man nicht unbedingt sofort mit Recht und Ordnung in Verbindung bringen. Sie haben sich zwar sehr bemüht, den Skandal aufzuklären. Fast so sehr, wie Sie sich bemüht haben, den Skandal zu vertuschen. Und jetzt haben Sie hier die einzigartige Gelegenheit, das alles völlig aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit zu entfernen. Also quasi den umgekehrten Fall. Das ist doch gut? Na eben. Und deshalb würde ich sagen, Sie lassen sich das mal durch den Kopf gehen und – Abtreibung? Könnten wir eventuell später mal darüber reden? Wir wollen und nicht mit so kleinkarierten Details beschäftigen, bevor Gras über die Sache gewachsen ist.

Sicher, Eminenz, sicher. Wir sind uns da im Klaren. Natürlich kann die Kirche tun und lassen, was sie will. Schließlich bezahlen wir sie ja aus Steuermitteln dafür, dass sie uns mitregiert. Aber man kann doch wenigstens ein bisschen so tun, als sei einer von uns moralisch. Irgendwie moralisch. Wenigstens einer. Manchmal.

Schauen Sie mal, der Papst ruft zur Solidarität mit den Armen auf. Ist das nicht goldig? Also ich finde das zu goldig. Da müssen wir dann nicht immer die Ursula von der Goebbels von der Leine lassen. Von der kriegen wir immer Magenbluten, wissen Sie, das macht Ihr Papst viel hübscher. Hört sich nicht so ekelhaft selbstgerecht an, wenn er die Globalisierungsverlierer segnet. Und bei Ihnen hat das viel mehr Stil. Na, denken Sie mal an, die Schröder würde im Tuckenbrokat im Bundestag ans Rednerpult stöckeln, mit qualmender Handtasche, und dann sagt sie: Kommet her zu mir, die Ihr mühselig und irgendwie auch ein Stück weit beladen seid, ich will Euch Kita-Plätze versprechen, die Ihr zwar im Leben nicht zu Gesicht bekommt, aber dafür blase ich ein paar Spitzenverdienern die Kohle doppelt und dreifach in den Arsch. Klingt nicht wirklich christlich, oder?

Das ist meiner Ansicht nach schon eine wichtige Glaubensfrage, Euer Effizienz. Ich glaube nämlich, so leicht kommen wir beide aus dieser Nummer nie wieder raus. Oder meinen Sie, dass auch nur einer in diesem Zusammenhang fragen würde, warum die Kirche nicht ein paar Milliarden springen lässt und ihre Steuern bezahlt und ihre Priestergehälter? Wer’s glaubt, wird selig, die anderen müssen halt daran glauben.

Und dabei kommt Ihre Firma verhältnismäßig locker aus der ganzen Sache raus. Sie beten, Ihre Schäfchen spenden für die Armut. Oder dagegen, wenn Sie so wollen. Sie machen so eine schöne Roadshow, Euer Seligkeit, das hat doch bei dem Wojtyła auch so toll geklappt, und dann sammeln Sie ein paar Scheinchen ein. Wir werden uns auch bemühen, extra korrupt zu sein und uns ordentlich die Taschen vollzustopfen. Dann können Sie aus dem Brustton der Überzeugung sagen, dass Geben seliger ist denn Nehmen, und wir verkrümeln uns mit dem ergaunerten Geld, moralisch geschlagen und verurteilt und verdammt.

Aber Sie müssen schon irgendwann auch wieder Verzeihung üben, Euer Emergenz. Wie in Canossa. Entweder Sie sind wirklich christlich und vergeben und vergessen all unsere Schuld, dann müssen Sie bei der nächsten Wahl wieder ganz klar Stellung beziehen und empfehlen, für eine christliche Partei zu stimmen. Natürlich für uns, was dachten Sie denn? Bibeltreue Christen? haben Sie noch alle Tassen im Schrank, Sie Schweinepriester!? Also wie gesagt, Euer Barmherzigkeit, Sie müssen uns alle Sünden vergeben. Sonst kippt das auf. Ist halt in Ihrem eigenen Interesse.

Sie können ja bei Gelegenheit mal eine kleines Strategiepapier formulieren, und das reichen Sie dann über die CSU rein. Da fällt das nicht ganz so auf, wenn die Hälfte aus Attacken gegen das Grundgesetz besteht. Machen wir so, Euer Allerwertesten? Machen wir.

Ach, noch was. Wir hatten da letztens so eine Sache mit einem Bahnhof. Planen Sie in nächster Zeit größere Sakralbauten?“





Leerstand

25 03 2013

„Wenn Sie bitte die Schuhe gründlich abtreten wollen, hier ist alles frisch renoviert. Nein, Sie haben sich nicht verhört. Seit der Instandsetzung hat hier im Kanzleramt nichts mehr stattgefunden.

Mit dem Preis werden wir uns schon irgendwie einig. Hauptsache, wir haben einen Käufer. Ist ja für so ein Gebäude nicht ganz einfach. Fast im Originalzustand. Einige Rollstuhlspuren hier ganz rechts, ganz weit rechts. Immer, wenn die Kanzlerin mal nicht da war. Dann hat einer Regierungschef gespielt. Aber sonst, wie gesagt: Originalzustand.

Beachten Sie bitte die trittfeste Auslegeware. Schmutzabweisend. Sollte die Kanzlerin hier einen FDP-Vorsitzenden erledigt haben, einmal mit der Bürste drüber, und gut. Natürlich kriegen Sie hier auch größere Brocken raus. Altmaier lässt hier immer wieder mal etwas fallen. Restbestände der Energiewende. Porentief rein, wie Sie sehen. Kein Stäubchen.

Ob hier regiert wurde? Kann ich Ihnen nicht genau sagen. Wir hatten ab und zu mal etwas Warenverkehr, da wurden Gesetze ausgeliefert, aber ob hier regiert wurde? Tut mir Leid. Dafür haben wir diese schmucken Fettnäpfchen überall. Falls Sie mal eins brauchen, die stehen immer bereit.

Das ist das Ankleidezimmer, da hat die Kanzlerin immer ihre Hosenanzüge aufgehängt. Oder Minister, je nachdem. Bitte den Mindestlohn nicht anzufassen, der ist nur eine Leihgabe. Ja, zur Dekoration. An sich wollte die Regierung den Klimaschutz noch ein Jahr länger mieten, aber der war dann schon vergriffen. Wir haben aber hier in der Putzkammer noch eine sehr gut erhaltene Frauenquote. Unbenutzt.

Sie wissen, die Mieten steigen. Da ist Kauf eine vernünftige Alternative, nicht wahr? Eben. Stolpern Sie bitte nicht, da hinter der Tür stehen ein Meldegesetz und eine – ich sagte, Sie sollten nicht stolpern. Reicht doch, wenn in dieser Regierung immer wieder einer über dieses Meldegesetz gestolpert ist. Sicher, das muss man doch mal feststellen. Und auf der anderen Seite ist das Wahlrecht. Das lehnt da nur so an. Seien Sie vorsichtig. Das kippt. Das sieht von hier schon aus wie ein Unfall.

Das wäre das Gästezimmer. Oben ist noch eins, das war für die Bundespräsidenten vorgesehen. Der letzte hat für seine Übernachtungen immer gezahlt, wissen Sie, deshalb ist das auch so gut in Schuss.

Deshalb ja auch der Leerstand. Die beste Regierung seit der Wiedervereinigung setzt auf Werte, in diesem Fall auf Werterhaltung. Die wissen, wie viel so eine Demokratie wert ist. Deshalb haben sie die auch so gut wie nie benutzt.

Ja, das hier sieht natürlich sehr repräsentativ aus. Große Fenster, Jalousien verkehrt herum – von hier aus sieht man nicht, was sich im Land abspielt, ein perfekter Realitätsfilter, aber man kann sehr gut hineinsehen und arbeitet für die Galerie. Unser Rentenzimmer. Drei Schreibtische, Buche furniert, unbenutzt. Den hier hat sich Frau von der Leyen extra in die Mitte rücken lassen. Doppelter Boden in den Schubfächern, für die Lebensleistungsrente. Ist noch originalverpackt, das Möbel. Schutzfolie mit Packband. Rechnung klebt an der Unterseite, adressiert an den deutschen Steuerzahler. Kostet Sie also extra.

Das Mobiliar wurde nach zwei Gesichtspunkten ausgewählt. Einerseits sollte es gut aussehen, andererseits sollte man immer den Eindruck haben, man könnte hier sogar arbeiten. Wir haben dafür sogar auf Kunst am Bau verzichtet. Wozu auch, hier wurde ja sowieso nicht mehr regiert.

Die Nachbarschaft? Angenehm, kann ich Ihnen versichern. Sehr angenehm. Irgendwo hier in der Nähe muss die SPD sein, aber von der hören Sie sowieso nichts. Kein Mucks. Seitdem Westerwelle in der Außenpolitik nichts mehr zu sagen hat, brauchen wir auch keine Lautsprecheranlage mehr. Die Nachbarn wissen das zu schätzen.

Das Elterngeld hier ist wetterfest. Können Sie sich also auch in den Vorgarten stellen, zwischen die Zwerge. Für die war’s ja auch ursprünglich mal vorgesehen, haha, aber seitdem steht das bei uns hier zwischen den letzten Gesundheitsreformen herum. Gut, hier ist Platz, aber man muss den ganzen Kram ja auch mal abstauben. Wie meinen? Ja, mehr als Abstauben war beim Elterngeld nie vorgesehen. Da haben Sie Recht.

Das Foyer wird so bleiben, das steht ja im Mietvertrag. Aus baulichen Gründen sehen Sie beim Betreten des Kanzleramts als erstes die Eurokrise. Das erweckt den Eindruck, also es soll den Eindruck erwecken, dass hier etwas ist, das den Eindruck erweckt. Sie müssten da schon eine Abstandszahlung, die genaue Höhe weiß ich nicht, aber dafür werden Sie die übernehmen, wenn Sie, und das war ja in Ihrem Interesse, oder?

Sehr gute Lage hier. Ruhig. An und zu kommt mal ein Industrievertreter. Bertelsmann ordert seine Gesetzentwürfe meist schon telefonisch. Gutes Hauspersonal, vier Euro die Stunde. Auch nachts. Mehr können Sie nun wirklich nicht erwarten.

Einziehen? Gut, da wir haben ein Problem. Nein, nicht mit dem Preis. Da werden wir uns schon einig. Nur, äääh… Sie wissen, dass die Kanzlerin das Vorkaufsrecht hat?“





Arm dran

7 03 2013

„Das wird man in Deutschland doch wohl noch sagen dürfen!“ „Hören Sie mal, wenn Sie hier irgendeinen rechtspopulistischen Scheißdreck absondern wollen, dann halten Sie besser gleich die Klappe.“ „Nein, ich wollte ja nur über die FDP…“ „Sagen Sie mal, sitzen Sie auf Ihren Ohren!? Ich sagte: kein rechtspopulistischer Scheißdreck!“

„Aber es geht doch um den Armutsbericht.“ „Sie sagen das so ironisch?“ „Warum, was ist denn daran ironisch?“ „Naja, das Ding heißt doch: Armuts- und Reichtumsbericht.“ „Und?“ „Nach dem, was man gesichert weiß, scheint Armut gar nicht vorzukommen.“ „Das wollte ich doch gerade sagen: ich prangere an, dass hier eine ganze Reihe von Wahrheiten schlicht nicht mehr gesagt werden. Das darf doch nicht sein!“ „Natürlich dürfen Sie immer noch die Wahrheit sagen. Die Verfassung nimmt sie in Schutz. Nur die FDP eben nicht.“

„Warum hat eigentlich die von der Leyen so vehement widersprochen, als man ihr lückenlos die Komplizenschaft nachweisen konnte?“ „Sie konnte ausnahmsweise mal nicht jemand anderen für ihren Müll verantwortlich machen oder Forderungen stellen, dass die Sozialministerin jetzt aber sofort ein Auge auf die Verfehlungen der Sozialministerin zu werfen habe.“ „Sie sagt ja, der größte Teil sei drin.“ „Man hat nur kurzfristig die Vorzeichen gewechselt, die Milchmädchenrechnung ist immer noch erhalten.“ „Deshalb hat sie die komplette Redaktion, die größtenteils aus ersatzlosen Streichungen bestand, dem Wirtschaftsministerium überlassen.“ „Das war nicht schwer. Wichtigere Dinge lässt sie immer gerne von kompetenteren Kräften erledigen. Also eigentlich alles.“ „Und sie gibt sich dieser Vorstellung von Zensur einfach so hin?“ „Immerhin die einzige Sache, mit der sie sich einigermaßen auskennt.“

„Es war in der Originalfassung zu lesen von knapp über viel Millionen Menschen…“ „Wie bitte!? Sie können doch dieses Pack, das für seinen Lebensunterhalt arbeiten muss, nicht auch noch als Menschen bezeichnen.“ „Das wird man doch wohl noch sagen dürfen!“ „Lassen Sie das mit dem Populismus, letzte Warnung!“ „Gut, knapp über vier Millionen Wirtschaftssubjekte…“ „Schon besser.“ „… verdienen brutto weniger als sieben Euro.“ „Gut so.“ „Dass sie unter sieben Euro verdienen?“ „Die Bundesregierung sagt sich: Hauptsache Arbeit.“ „Und zahlt den Arbeitnehmern dann auch noch Stütze.“ „Es gibt halt immer noch Subjekte, die den Hals nicht voll kriegen.“ „Ich dachte, ich sollte nicht mehr von der FDP anfangen?“ „Pardon, aber so war das nicht gemeint. Wir können doch nicht jeden in Deutschland durchfüttern, der sich in Armut befindet.“ „Und was macht man damit?“ „Was man immer macht, wenn eine Behörde daran beteiligt ist. Die Armut wegdefinieren.“

„Im ursprünglichen Bericht hatte auch gestanden, dass die Lohnentwicklung im oberen Bereich positiv steigend gewesen sei, die unteren Löhne in den vergangenen zehn Jahren aber gesunken seien. Die Einkommensspreizung habe demnach zugenommen.“ „Das muss man doch rausnehmen, haben Sie etwa die Entschuldigung nicht gelesen?“ „Warum druckt man das nicht ab?“ „Dies verletze das Gerechtigkeitsempfinden der Bevölkerung…“ „Wie bitte!?“ „… und könne den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährden.“ „Das darf doch nicht wahr sein! Sie verschweigen das, was den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährdet, weil die Einkommensspreizung immer mehr voranschreitet, und geben als Entschuldigung an, dass sie die Bürger die Nachrichten nicht verkraften!“ „Richtig. Neoliberalismus heißt ja nicht nur, dass man die Bürger für dumm verkauft. Man lässt es sie auch wissen.“ „Würde das nicht den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährden?“ „Jedenfalls nicht so sehr wie die Spreizung der Einkommen.“

„Darf man denn überhaupt noch von der Einkommensspreizung reden, oder ist das auch schon verboten?“ „Sie haben recht, das muss man in Neusprech ausdrücken. Das heißt jetzt strukturelle Verbesserungen.“ „Wieso strukturell?“ „Erstens ist das ein großartiges Schwammwort, und zweitens drückt man damit alles aus, was man selbst nicht beeinflussen kann, weil man nicht kapiert, an welchen Faktoren es hängt.“ „Gut, und was ist mit Verbesserungen?“ „Das stimmt ja auch. Oder sind Sie anderer Meinung?“ „Seit wann ist es eine Verbesserung, wenn die unteren Einkommen immer weiter schrumpfen?“ „Strukturell, ja? die unteren sinken ja nicht, sie steigen nur strukturell anders als die Spitzengehälter.“ „Wie anders?“ „Naja, negativ halt. Ist alles eine Frage der Interpretation.“ „Wo sind die Verbesserungen?“ „Man hat im Niedriglohnsektor so viele Möglichkeiten, durch tätige Solidarität unserem Staat finanziell unter die Arme zu greifen.“ „Wo, verdammt noch mal, sind die Verbesserungen!?“ „Bei den Reichen natürlich, oder was dachten Sie?“

„Wir haben also einen Vizekanzler, der den Arbeitnehmer, die ihre Miete nicht zahlen können, ein eigenes Haus empfiehlt.“ „Der Mann ist zu bedauern, das hätte er so gerne in den Reichtumsbericht geschrieben.“ „Das ist für den also gesellschaftlicher Zusammenhalt?“ „In einer Gesellschaft, wie sie sich der Vizekanzler vorstellt, hätte man ein Stück Menschenmüll wie ihn in der Gosse von Saigon verrecken lassen.“ „Pardon, das ist mir nun doch zu populistisch.“ „Das wird man doch wohl noch sagen dürfen?“





Was die Glaskugel zeigt

24 02 2013

Suleika, bürgerlich: Frau Schmidt
geht morgens in Büro.
Ihr Kügelchen, das nimmt sie mit,
denn es verhält sich so,
dass dieses kleine Ding aus Glas
enthüllt, was sich versteckt
vor dieser Welt. Was sie drin las,
manch andern hat’s erschreckt.
    Zum Beispiel, was das Wetter macht:
    der Wind hält an, es friert zur Nacht,
    der Schnee schmilzt ab, es bleibt die Pfütze –
    wie sonst, dieselbe Grütze.

Ob sie der Herr von nebenan
wohl aus ins Kino führt?
An ihm ist obenrum nichts dran,
jedoch er stiert und giert.
Jetzt hat er freitags keine Zeit.
Dann kommt ein Blumentopf,
dann ist er wohl noch nicht so weit –
verflucht, was für ein Tropf!
    Die Kugel sagt, wie’s kommen soll,
    er hat die Hosen nämlich voll
    und schafft es nicht, der tumbe Freier.
    Wie sonst, dieselbe Leier.

Und in Berlin? das Glas beschlägt.
Suleika putzt und putzt,
weil Staub sich auf die Kuppel legt,
und jeden Spalt verschmutzt.
Da sind so viele, Grün und Rot
und Schwarz und Gelb dabei,
was sich da zeigt, ist große Not.
Bald ists’s damit vorbei,
    dann tun wir so, als sei es Wahl,
    und sie vollführen wieder mal
    uns die Koalition, die große –
    wie sonst. Dieselbe Soße.








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