In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCXCIV)

28 05 2016

Patricia beherrscht in Van Wyck
beim Einparken nur einen Trick:
sie keilt ihren Wagen
gut ein, nicht zu sagen,
sie nutzt – wer auch zusieht – den Blick.

Julián in Ciudad Nuclear
und Carmen, sie tanzten als Paar.
Man sah sie oft kreisen
auf Straßenbahngleisen.
Es schweißt sie zusammen Gefahr.

Dass Mindy den Wecker in Shannon
nie stellte, hieß: sie wollte pennen.
Dann sah man sie eilend
und nimmer verweilend
zu spät ins Büro morgens rennen.

Nazari, die kauft in San Blas
ein Schräubchen für den Kontrabass.
Sie hat erst zehn Teile,
doch hat sie noch Weile –
ein Schräubchen, das ist doch schon was.

Als Franklin, der Grobschmied in Dummer
mal nieste, verlor er den Hammer.
Jetzt schlägt mir Bedacht er
auf Eisen, zur Nacht er
verbringt gar das Ding in die Kammer.

Florante, der buchte in Buug
ins Urlaubshotel einen Flug
und zahlte Prozente.
Das war eine Ente,
der Flug, das Hotel – nur Betrug.

Es ärgerte Harper in Peck
am Küchentisch ein großer Fleck.
Wie viel er auch putzte,
es gab nichts, was nutzte.
Jetzt liegt dort, zur Tarnung, der Speck.





Am Neunundzwanzigsten

27 05 2016

Freitagstexter

Ist also noch neunundzwanziger als neun und zwanzig. Aber vielleicht habe ich’s hier gerade nur mit der Zahlenmystik, weil ich noch eine Tüte Primzahlen im Küchenschrank gefunden habe. Für den Freitagstexter bietet sich ein interessanter Aufhänger ja immer an, besonders diesmal, wo der Pokal als goldenes Wasserglas kommt, verliehen von Sibylle aus dem Gästehaus am linken (Neckar-)Ufer. Ganz so idyllisch geht’s hier gerade nicht zu, aber das Arbeitszimmer ist auch bei Frühlingssonne norddeutscher Bauart betretbar – neben der Tür ist der Lichtschalter. Links ist das Teewägelchen, Gebäck und Sahne. Herzlich willkommen!

Die Wortmischer-Regeln für den Wettbewerb seien auch diesmal wärmstens empfohlen. Mehrmalige Teilnahme ebenso. Es ist ja bis Dienstag, den 3. Mai um 23:59 Uhr Zeit. Da finden sich bestimmt ein paar nette Gedankensprünge für dieses Foto, das – ich büße noch immer für die letzte psychedelische Farborgie – in sanftem Schwarz-Weiß daherkommt. Auch hier bediene ich mich der Sammlung des von mir so geschätzten James Vaughan (CC BY-NC-SA 2.0), der ein Bild aus dem Jahr 1937 aufgehoben hat. Schauen wir mal. Klick macht groß.

Pupille





Kinderkram

26 05 2016

„… sich die Mitglieder der demokratiekritischen Bewegung gegen die Verpackung ausgesprochen hätten. Ein Schokolade, die einen blonden Knaben gegen die Gesichter von Negern und Türken auszutauschen wage, dürfe nicht auf den deutschen…“

„… es sich laut des Unternehmenssprechers um Verpackungsvarianten handele, die während einer Marketingkampagne zur UEFA Euro in den Verkauf kämen. Sie zeigten neben anderen deutschen Nationalspielern auch…“

„… einen Marsch gegen die Schokoladisierung des Abendlandes angekündigt habe. Bachmann werde ab sofort alle Tafel- und Riegelware auf einem …“

„… mit ihrem Freund Ronny G. (21) und dem Nachbarn Enrico T. (24) von Freital nach Alba habe fahren wollen, um in den Verwaltungssitz eine selbst gebaute Brandbombe zu…“

„… eine Petition von PEGIDA, die auch von Hooligans mitgetragen werde. Als Ersatz für den national gesinnten Gewaltmarsch durch die deutschen Ostgebiete solle nun schnellstmöglich eine Schläger Süßtafel…“

„… habe Meuthen die Verbreitung der EM-Sonderedition klar abgelehnt, da es sich bei den fremdrassigen Spielern eigentlich auch nur um Wirtschaftsasylanten…“

„… Massenproteste in Jena erwartet. Höcke habe davor gewarnt, dass die Heilige Kommunion bald nur noch aus von Muslimen bespuckter Schokolade in Form von Halbmonden bestehen könnte, wenn man nicht endlich den Islam als Ideologie aus Lügen und Gewaltandrohung…“

„… die Schokolade verboten werden müsse. Da die Riegel nur von innen weiß, von außen jedoch durchgängig braun seien, sehe Petry hier einen impliziten Vergleich mit der NSDAP, der eindeutig verfassungswidrig…“

„… eine eigene PEGIDA-Schokolade bisher nicht produzieren wolle. Das Management habe erklärt, um die Füllung an die Verbraucher anzupassen, müsse man Heißluft, sehr viel Alkohol und…“

„… aus absolut sicherer Quelle wisse, dass die Riegel in Wahrheit aus geschächteten, zerhackten Christenknäblein bestünden. Elsässer habe dies persönlich in den Protokollen der Weisen von…“

„… den Ausstieg aus dem Euro ins AfD-Parteiprogramm aufgenommen habe. Damit müsse natürlich auch die UEFA Euro abgeschafft werden. Petry habe jede Kritik an dieser Forderung als verfassungswidrig bezeichnet und drohe der UEFA mit juristischen…“

„… könne man sich diesmal keine Ausnahme mehr erlauben. Man müsse, so von Storch, beim illegalen Erwerb der volksfeindlichen Packungen, jetzt auch dann von der Schusswaffe Gebrauch machen, wenn es sich bei den Konsumenten um Kinder unter sechs Jahren…“

„… seien die Schokoladenriegel eher lang als breit und damit phänotypisch einem Minarett zum Verwechseln ähnlich. Meuthen werde das sofortige Ende der aus Mekka gesteuerten Kampagne zur Homosexualisierung, Islamisierung und Diabetisierung deutscher Kinder…“

„… könne man doch auf den Packungen viele andere wunderbare Neger abbilden, wenn diese im Freistaat Bayern etwa zum Oktoberfest…“

„… nur Milch von arischen Kühen enthalten dürfe. Weiterhin fordere Höcke, dass die Jugend zur Stärkung des bedingungslosesten Wehrwillens nur Erzeugnisse aus deutschem Kakao…“

„… werde nach der Islamisierung der deutschen Süßware auch der Genozid an der deutschen Rasse durch den Schwarzen vollzogen, der die blonde deutsche Frau vergewaltige. Elsässer wisse aus den Papieren des muslimisch-multikriminellen Baruch Mustafa Obamallah, dass der Neger an sich nur weiße Schokolade essen könne, ohne sich in die Finger zu beißen, weshalb es im Reichgebiet ab sofort nur noch…“

„… nasche Bachmann vor, während und nach seinen Auftritten meist eine Dose Panzerschokolade mit etwas…“

„… es dem traditionellen Familienbild der AfD widerspreche, wenn sich ein Mädchen auf der Verpackung abbilden lasse. Man werde sowohl dem Genderwahn wie der Frühschokoladisierung mit den entschiedensten Mitteln…“

„… man von der Süßwarenindustrie erwarten könne, die europäischen Werte zu verteidigen. Petry fordere eine neue Serie mit den Konterfeis von Hitler, Goebbels und Röhm, ansonsten werde sie das Gespräch mit Ferrero sofort…“

„… zu technischen Schwierigkeiten gekommen sei. Festerling habe bei der Verbrennung von Schokoladenverpackungen zu den Worten ‚Ich übergebe den Gas diese verdammten Niggerfressen‘ auch Kunststofffolie ins Feuer geworfen, was zu einer meterhohen Stichflamme und schwersten…“

„… warne die AfD Ferrero eindringlich davor, in diesem Jahr ein Weihnachtsdesign mit Negern oder Türken auf den Markt zu bringen. Die Konsequenzen für das Unternehmen würden…“

„… gerne das Foto der Parteivorsitzenden auf der Verpackung abbilden. Lebensmittelchemisch sei es kein Problem, eine blaue Schokolade mit brauner Füllung zu…“





Karriere

25 05 2016

„Nein, das hat doch keiner verlangt. Sie müssen Ihre Berufstätigkeit nicht aufgeben. Wir bezahlen Sie nur ab sofort angemessen. Also gar nicht.

Schauen Sie mal, wie lange haben Sie jetzt als Abgeordneter im Deutschen Bundestag gesessen? Na, das ist doch sehr schön. Keine Reden gehalten, wie ich sehe, haben Sie auch nur dann abgestimmt, wenn es sich nicht vermeiden ließ, in keinem Ausschuss gesessen, also alles in allem durchaus in der Langzeitarbeitslosigkeit angekommen. Nein, ich will ja gar nicht bestreiten, dass Sie dafür eine Menge Geld bekommen haben, aber Sie wissen es doch auch, mit dem Geld ist es beim Verdienen wie mit dem Haben. Je mehr Sie dafür tun, desto weniger bekommen Sie. Na, und Sie haben ja über die Jahre eine Menge bekommen.

Wie gesagt, Sie können ja durchaus weiter in dem Beruf tätig sein, falls Sie noch jemand wählt. Ihrer Partei wird wohl auch gar nichts anderes übrig bleiben, als Sie aufzustellen. Und dann können Sie das gerne so weitermachen. Als Ein-Euro-Job. Wie, es zwingt Sie keiner? Sie haben Ihre eigene Arbeit wohl nicht ganz mitgekriegt, wie?

Natürlich zwingen wir sie. Dann werden Sie eben irgendwo anders im politischen Betrieb aufgebraucht – eingesetzt, wollte ich sagen, eingesetzt. Was sind Sie denn so von Haus aus? Da hätten wir im Innenministerium noch einen Posten frei. Kirchenreferent. Für Sie als Maschinenbauer sicherlich eine gewisse Umstellung, aber es kommt ja auch nicht auf die Qualität der Arbeit an, die Sie da so verrichten. Im Gegenteil. Sie sollen zwar produktiv sein, das ist richtig, aber nie so, dass man das als eine richtige berufliche Tätigkeit auffassen könnte. Also Sie schon. Nur eben nicht die anderen, denen Sie die Arbeit wegnehmen.

Meine Güte, Sie sind doch ein intelligentes Kerlchen, da kennen Sie sich sicher mit Dialektik aus, oder? Ja, ich kann’s Ihnen auch nicht erklären, aber ich muss das auch nicht. Ich mache hier nur den Verwaltungsakt, ausbaden müssen Sie das. Wir haben das ja auch nicht beschlossen.

Bei guter Führung können Sie sogar einen neuen Posten bekommen. Im Außendienst. Nein, nicht Außenministerium, Außendienst. Rasenpflege oder Autowaschen. Hauptsache, Sie sind für diese Tätigkeit hinreichend über- oder unterqualifiziert, das weckt in Ihnen persönliche Potenziale, sich an den Arbeitsmarkt und seine flexiblen Strukturen und Erfordernisse anzupassen. Das muss man als Arbeitsloser heute ja sowieso schon, da werden Sie das auch irgendwann lernen. Ich meine, wir haben Zeit. Ob Sie die haben, ist mir ja eher wurst.

Sie haben den Unterschied immer noch nicht so ganz kapiert, oder? Das ist keine Sozialromantik, habe ich mich derart missverständlich ausgedrückt? Noch mal: bedingungsloses Grundeinkommen, das ist Geld, das nichts mit Arbeit zu tun hat, und Ihr Jobs als Ein-Euro-Politiker, das ist Arbeit, die hat nichts mit Geld zu tun. Deshalb bekommen Sie auch keinen Arbeitsvertrag. Und sind nicht mehr sozialversichert. Verabschieden Sie sich einfach mal von der Idee, dass Sie in dieser Gesellschaft noch etwas wert sind, nur weil Sie arbeiten. Das können Sie anderen einreden, die nicht arbeiten wollen – Sie haben ja sicher ein paar Erben oder Börsenspekulanten im Bekanntenkreis – aber davon wird es nicht wahrer. Arbeit entwertet. Ich weiß ja nicht, was Sie in den letzten Jahren als Mitglied des Bundestages so alles mitgekriegt haben von der Wirklichkeit in diesem Land, aber viel kann’s nicht gewesen sein.

Und wissen Sie, was mir auf den Keks geht? Ihr ewiges Gejammer. Seien Sie doch mal froh, wenn man Ihnen einen attraktiven Job aufs Auge drückt, der wirklich der Verbesserung der Lebensumstände anderer Leute dient. Hinhören, Kollege: anderer Leute. Nicht ihrer eigenen. Sie sollen gemeinnützig tätig werden. Das ist doch auch ein schönes Ziel für eine Politikerkarriere, oder nicht? Was meinen Sie, wie viele das ein Leben lang probieren und dann doch wieder nur in die eigene Tasche wirtschaften. Das müssen Sie jetzt lernen, die Zeiten ändern sich, und wenn Sie sich nicht genügend flexibel zeigen, dann werden Sie gesellschaftlich am Ende noch ausgegrenzt. Die Wahrscheinlichkeit, dass das die Leutchen aus Ihrer eigenen Partei übernehmen, ist verdammt hoch. Also reißen Sie mal die Knochen zusammen, besser wird’s nicht mehr.

Überhaupt, seien Sie froh, dass wir Sie erstmal nur in die marktfernen Dienstleistungen vermitteln, da müssen Sie sich in der Presse nicht auch noch als vorsätzlicher Jobkiller beschimpfen lassen. Sie sind weiterhin streng wettbewerbsneutral: ob Sie nun arbeiten oder nicht, vom Ergebnis her macht das keinen Unterschied. Wenn ich mir ansehe, was Sie bisher als Abgeordneter geleistet haben, dürfte der Unterschied für Sie auch nicht ins Gewicht fallen. Ungesetzlich? seit wann hat Sie das gestört?

Verdammt noch eins, gehen Sie doch mal mit gutem Bespiel voran! Verkündet nicht Ihr eigener Laden seit Jahren, dass Motivation nicht abhängig ist von der Bezahlung? und dass man Erwerbslose erst so richtig zum Arbeiten bringt, wenn man ihnen nichts mehr zahlt und dann auch noch das Nötigste streicht? Betrachten Sie den neuen Lebensabschnitt einfach als offenen Strafvollzug. So war das für die anderen bisher auch gedacht, wenn ich mich nicht irre. Und denken Sie immer daran: zeigen Sie ein bisschen Ehrgeiz. Arbeit macht bekanntlich frei.“





Currywurst

24 05 2016

„… der Untergang der deutschen Rasse unmittelbar bevorstehe. Alle Versuche, die jüdisch-stalinistische BRD GmbH in einen Gulag zur Vernichtung aller christlich-traditionellen Werte umzuformen, seien längst erfolgreich. Höcke fordere daher, aus den Kantinen des Nährstandes fremdkulturelle Produkte wie die Currywurst mit sofortiger Wirkung…“

„… geteilter Meinung. Während die Mehrheit der Imbissbetriebe einen erheblichen Schaden für die Branche befürchte, wolle vor allem der Landesverband Thüringen schnellstmöglich die…“

„… nicht mehr alle Latten am Zaun habe. Die Mehrheit der Berliner sei der Ansicht, Höckes Pfleger wäre reif für die…“

„… keine nennenswerten Auswirkungen auf die Essgewohnheiten der Bundesbürger habe. Im Gegenteil sei der Trend zu Gourmet-Fast-Food ungebrochen, was sich auf eine junge, weltoffene Zielgruppe in den…“

„… über höhere formale Bildung und ein überdurchschnittliches Einkommen verfüge, aber auch ausnahmslos aus homosexuellen, atheistischen Veganern bestehe. Meuthen habe angedroht, würde der Döner-Holocaust am deutschen Staatsvolk nicht augenblicklich gestoppt, dann werde er blutige…“

„… die SPD auf die Massen zugehen wolle. Vizekanzler Gabriel nehme die Befindlichkeit der Rechtspopulisten ernst, gebe aber zu bedenken, dass das Herkunftsland des Currypulvers ebenso zum indogermanischen Kulturkreis gehöre und daher auch für bekennende Rassisten ein gutes…“

„… auf der Maus ausgerutscht. Von Storch habe ihre Empfehlung, Muslime erschießen, zerhacken und im eigenen Darm braten zu wollen, natürlich nicht auf Kinder, wohl aber auf Frauen und…“

„… am zu hastigen Verzehr einer Krakauer mit Brot erstickt sei. Nach der achten Portion habe Bachmann plötzlich den rechten Arm in die Höhe gerissen, was der Wurstbräter nur mit ‚Heil Hitler, Lutze!‘ quittiert habe, statt den…“

„… werfe Kauder der AfD eine einseitige Desinformationskampagne vor. Currywurst bestehe im Wesentlichen aus Schweinefleisch, um den gewünschten Abschreckungseffekt auf Asylanten zu erzielen, müsse man also nicht weniger, sondern…“

„… bereits wenige Stunden später eindeutige Beweise habe vorweisen wollen, dass Bachmann an einer von Salafisten vergifteten Todeswurst nach syrischem Geheimrezept verschieden sei. Die sächsische Polizei halte Schutzmaßnahmen für die Wurstbuden zwar noch nicht für notwendig, wolle aber vermeiden, dass sich die Antifa im öffentlichen Raum mit Bierflaschen…“

„… und das Plakat Kauft nicht beim Curryjuden anzubringen. Festerling habe sich danach beim Versuch, auf den Grillrost zu urinieren, erhebliche Verbrennungen am…“

„… auch Gyros nicht zu erlauben. Tillschneider erkenne, dass es sich bei dem Gericht bereits um eine militante Islamisierung des Grillfleisches handelt, die nur durch staatliche Verbote…“

„… nach historischen Forschungen ebenfalls eine griechische Erfindung sei. Aus Solidarität sei die Partei bereit, die Kampagne Blutwurst ist SPD zu verlängern, sofern diese auch für die von Nahles angekündigte Verschärfung der Sanktionen gegen alle…“

„… wäre der Führer mit Currywurst nie in der Lage gewesen, das Reich gegen ostische Invasoren zu verteidigen. Höcke fordere daher eine sofortige Einführung der vegetarischen Ernährung, staatlich geförderte Postkartenmalkurse und die…“

„… die Beisetzung im engsten Familienkreis verlaufen sei. In Absprache mit Bachmanns Familie habe die Partei je einen Schweinekopf vor den Synagogen in Berlin, München, Frankfurt am Main und…“

„… der rechte CSU-Flügel die Currywurst als national nicht erwünschte Speise kennzeichnen und aus dem Verkehr ziehen wolle. Seehofer habe dies auf der Jahrestagung der Geflügelzüchter in…“

„… seit Jahrzehnten einen Wirtschaftsfaktor darstelle, der sowohl Gastronomiebetriebe als auch Convenienceprodukte im Einzelhandel umfasse. Was deutsch sei, so Söder, bestimme nur der…“

„… dass alle Arbeitslosen exakt 0,00226533% weniger Currywürste verzehrten als richtige Bürger. Sarrazin folgere daraus, dass dies die internationale Schweinefleischproduktion schon in weniger als dreißig Milliarden Jahren zum Erliegen bringe und wolle daher eine Kürzung der ALG-II-Regelsätze um mindestens…“

„… gehöre historisch nicht zu Deutschland. Friedrich habe betont, eine Currywurst sei weder in der Bibel noch in den…“

„… die Identifikation mit dem Freistaat Bayern bereits dadurch fördern könne, dass die mit einem Papierschirmchen dekorierte Schweinshaxe Hawaii in den Behörden an landfremde Gäste…“

„… man im Gegenteil eine Multikulti-Speise aus Schweinefleisch ausschließlich für Muslime zubereiten müsse, damit sie die gesellschaftlichen Umgangsformen der…“

„… aber vor Gericht gescheitert sei. Die Gesichtswurst zeige ein eindeutiges Bild mit einem grünen Oberlippenbart aus Pistazien, eingebettet in braun geschmolzenen Käse. Der Storch-Whopper sei ab sofort zum Preis von…“





Heldenplatz

23 05 2016

„Darf man da jetzt noch ‚Küss’ die Hand‘ sagen?“ „Solange er noch nicht im Amt ist.“ „Und dann?“ „Na, weiß ich’s. Fragen Sie einen Experten.“ „Aus der Politik?“ „Gehen Sie halt zum Heilpraktiker.“

„Sie, Ihre Kalauer könnten bald richtig teuer werden für Sie.“ „Wegen Majestätsbeleidigung? Das hatte ich nicht gewusst, dass die Türken wieder derart dicht vor Wien stehen.“ „Die lassen Sie nicht mehr einreisen.“ „Erstens befinde ich mich da in guter Gesellschaft, und zweitens muss ich das gar nicht.“ „Sie wollten doch im Sommer dahin?“ „Ich sagte, ich will in den Süden und braun werden.“ „Also doch.“ „Sie sind auch nicht besser.“ „Mit der Fremdenfeindlichkeit?“ „Mit den Kalauern.“

„Aber mal im Ernst, wenn uns in den nächsten Wochen ein Rutsch nach rechts bevorsteht…“ „Wenn Sie glauben, dass der Ihnen bevorsteht, dann haben Sie ihn bloß noch nicht bemerkt.“ „Bis jetzt ist da doch noch nicht viel gewesen.“ „Nur, dass die Österreicher diesen Bundespräsidenten gewählt haben, aber sonst war da natürlich nichts.“ „Es ist doch nicht viel passiert, die sind den Bundeskanzler losgeworden, das wünschen sich hier auch eine ganze Menge Leute.“ „Ich sage nichts.“ „Weil das nicht Österreich ist?“ „Weil Sie keinen Rutsch nach rechts mitkriegen.“

„Dieser Präsident soll angeblich der Verfassung treu sein.“ „Er hat da etwas falsch verstanden.“ „In der Verfassung steht doch aber: ‚Das Recht geht vom Volk aus.‘“ „Und für den Präsidenten?“ „Ist noch Volk, wenn das Recht ausgeht.“ „Sie meinen, wenn den Rechten das Volks ausgeht…“ „… dann geht er davon aus, dass das Volk rechts ist.“ „Das hätte ich jetzt nicht erwartet.“ „Dass der Präsident meint, er könne dafür sorgen, dass das Recht ausgeht?“ „Dann müsste er ja quasi, also wenn er, und dann ist jetzt wer der Souverän?“ „Das kennen Sie auch von woanders her. Wenn hier die Masse ‚Wir sind das Volk‘ plärrt, gehen Sie davon aus: die sind rechts.“

„Muss man sich denn das jetzt als einen großen historischen Schnitt vorstellen?“ „Keinesfalls, es ist nur eine leichte Gewichtsveränderung in Europa. Die kommt denen selbst wie ein historischer Schritt vor, ist aber in Wirklichkeit nur eine Vorspiegelung von Größe, die so nicht existiert.“ „Im historischen Sinne?“ „Ja, auch.“ „Sie meinen also, das Land käme sich so vor, als ginge es in die Zukunft.“ „Während es sich in Wirklichkeit nur in die Vergangenheit bewegt.“ „Und das mit der Größe? Hat das etwas mit dem Anschluss zu tun?“ „Ja, aber historisch.“ „Wie, historisch? natürlich ist das eine historische Tatsache, die kann man zwar auch anders gewichten, aber faktisch ist das nur eine…“ „Nein, nicht der. Im europäischen Maßstab.“ „Wieso europäisch?“ „Bisher war in der Geschichte nur Ungarn einmal der Wurmfortsatz Österreichs. Ab jetzt ist das andersherum.“

„Dann werden die Freiheitlichen als erstes einen großen Aufmarsch auf dem Heldenplatz machen, richtig?“ „Fast.“ „Aber der kleine Mann, der sie gewählt hat, der muss doch etwas haben, woran er sich freuen kann. Sein Leben ist doch sonst so verdrießlich.“ „Deshalb will der Präsident auch als erstes die Spitzensteuersätze senken, sonst wird es ganz sicher nicht für Millionen neue Arbeitsplätze reichen.“ „Das hat der Führer damals auch gesagt.“ „Damals gab es aber auch noch keine Autobahnen.“ „Sehen Sie, und heute gibt es keine neuen Jobs. So groß ist doch der Unterschied gar nicht.“

„Dass der Präsident noch vorher die Entlassung der Regierung und die Auflösung des Nationalrats als Lüge bezeichnet, als hätte man ihn vor laufender Kamera angespien, um sie dann in Aussicht zu stellen…“ „Das gehört nun mal zu einer modernen Demokratie dazu. Da versprechen Sie den Leuten Frieden und Freiheit, und dann gibt’s plötzlich Krieg, weil sie zufällig gemerkt haben, dass sie seit ein paar Jahren Waffen produziert und die Armee hochgepäppelt haben. Das passiert nun mal.“ „Und dass er Freunde bei den Identitären hat?“ „Man kann sich nicht immer aussuchen, was für ein Menschenmüll einem Beifall klatscht.“ „Aber bedenklich ist das schon, wenn so eine Kornblumenfratze Präsident wird und nichts Besseres zu tun hat, als ständig zu verkünden, dass er sich nach Möglichkeit an Recht und Gesetz halten wird.“ „Natürlich ist das bedenklich, aber genau dafür haben ihn die Leute ja auch gewählt. Stellen Sie sich mal vor, da würde einer kommen und wollte alles anders machen – und dann hält er sich strikt an die Verfassung. Damit macht man doch keinen Staat unter den heutigen Umständen.“

„Also erleben wir europäische Geschichte als aufgewärmtes Dosenfutter.“ „Ich bitte Sie!“ „Nein, so wie die Wähler ihn verstehen, wollen sie wieder einmal den starken Mann, der die Minderheiten abserviert, angeblich linksradikale Gutmenschen aus den öffentlichen Positionen entfernt, die dem Staat gefährlichen Bürgerrechte beschneidet, die internationalen Beziehungen nach Nützlichkeit für die nationale Sicherheitspolitik sortiert und dazu ein Kultur- und Gesellschaftsbild installiert, das geistig behinderte Apparatschiks und Soziopathen sich ausgedacht haben.“ „Nein.“ „Wie, nein – das ist es doch!“ „Es ist keine Wiederholung. Diesmal ist Österreich zuerst dran.“





Mottarlaot

22 05 2016

Läblächkait, Do Motterlaot
onsrär doitschän Zongä!
Do bäst mär so wohlvärtraot,
Däch haob äch schon gärn gäschaot
als aen kleinär Jongä!

Alläs äst mär Poesäe,
wo Dain Flögel wallät –
Anmot fählt där Spraochä näe,
wo säe froindläch däm Genäe
Trost ond Laobong schallät.








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