In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DCXXII)

3 12 2022

Es störten Andrzej in Schillinnen
am Dachfenster Dutzende Spinnen.
Das soll nicht so bleiben,
er kippte die Scheiben.
Jetzt sitzen sie auch, und zwar drinnen.

Dejene fragt man, ob in Shire
er Pferde für Geld auch ausführe.
Mit Eseln, Giraffen
hat er meist zu schaffen,
und sonst sind es kleinere Tiere.

Alojzy, der kaufte in Rachen
zum Flohmarkt wohl Hunderte Sachen.
Die nimmt er nun heiter,
verkauft sie auch weiter,
um Kreislaufwirtschaft mitzumachen.

Silvère, der besorgt in Morissen
sich Beutel mit vielen Narzissen.
Wie soll er die pflanzen?
Am besten im Ganzen?
Das konnte er freilich nicht wissen.

Für Zbigniew, da war es in Schrimm
zur Weihnachtszeit ganz furchtbar schlimm.
Die Tannen und Fichten,
die schräg, muss er richten.
Er tat’s, wenn auch nur voller Grimm.

Kebede, die lauscht in Babille
dem Lärm. Dann nimmt er seine Zwille,
dem Nachbarn zu sagen,
dass Laute ihn plagen.
Es klirrte. Dann war endlich Stille.

Eugeniusz, der pflegte in Seythen
viel Unsinn im Ort zu verbreiten.
Hört’s jeder und jede,
stellt ihn auch zur Rede,
hört er doch nicht auf. Herrschaftszeiten!





Gernulf Olzheimer kommentiert (DCXLII): Die X-Y-Theorie

2 12 2022
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Schon wieder schlurft ein Gespenst um die Stammtische der Leistungsgesellschaft. Es riecht streng nach Braunfäule und Leichentuch, was kein Wunder ist, stammt es doch aus den Chefetagen der Arbeitgeberverbände – dort, wo man nicht viel von Arbeit versteht, da man andere für sich arbeiten lässt. Es ist diese verdammte Trägheit, die man von sich selbst kennt, und das nicht nur beim Denken, auch bei tätiger Schaffenskraft guckt der Patron in die Röhre: der Mensch an sich ist faul, obwohl es darauf kein Recht gibt, vor allem nicht in dieser unserer kapitalistischen Gesellschaft. Da irrlichtert schon das Grundeinkommen am Horizont, clever verkleidet als Bürgergeld, das gnadenlos entlarvt, wie mies der Lohn in Handel, Handwerk, Fertigung ist. Doch mit wissenschaftlicher Genauigkeit weist die organisierende Kaste dem schwerfällig am Fließband lümmelnden Proletarier nach, dass sie noch viel zu gut behandelt wird, solange man sie nicht mit der Knute zum Schaffen bringt. Sie nimmt dazu die X-Y-Theorie.

Zu Beginn der 1960-er Jahre entwickelte der US-amerikanische Managementtheoretiker Douglas McGregor die X-Theorie, die den Menschen als grundlegend unwillig beschreibt, von einer tiefen Unlust geprägt, sobald er Mühen erblickt, vor denen er sich also mit allerlei Tricks und Finten zu fliehen versucht, bisweilen durch Renitenz und Sabotage, manchmal mit höherem Aufwand, als die Erfüllung einer zu vermeidenden Arbeitsleistung erfordern würde. Allenfalls erledigt er einen Job, um nicht von ihm erledigt zu werden, aber auch das nur, wenn der Vorgesetzte ihm mit der Peitsche im Nacken sitzt. Zuckerbrot gibt’s keins, das sind die Kulis schließlich nicht wert. Nicht gekündigt ist genug gelobt, so der profitorientierte Philanthrop.

Die konträre Y-Theorie jedoch besagt, dass der Hominide zunächst einmal willig ist, da er Arbeit als Bereicherung seines Lebens empfindet, als eine Möglichkeit, die eigenen Potenziale auszuloten und sich intrinsisch zu motivieren – hat er sein Ziel erreicht, sucht er sich ein neues, das ihn zugleich anspornt als auch die anderen, mit denen er im Arbeitsablauf zu tun hat. Der arbeitenden Mensch ist nicht zuletzt Gruppenwesen, befriedigt durch die wachsende Verantwortung und Selbstbestimmung auch sein Bedürfnis nach Selbstverwirklichung, das ihn in einer passenden Struktur schließlich die Selbstwirksamkeit spüren lässt, in der Arbeit nicht nur bezahltes Totschlagen sowieso ablaufender Zeit ist, sondern ein Kreativität und Initiative fordernder und fördernder Prozess. Die Verbesserungen, die die moderne Industriegesellschaft vorantreiben, beruhen auf diesem Denken, denn organisatorische Probleme lösen sich nicht von selbst.

Wann immer die Bestätigungsverzerrung sauber arbeitet, dass man passende Informationen, Muster und Erklärungen für plausibel hält, wenn sie die eigene Verblendung untermauern, schlägt sich der geneigte Zerebraldilettant auf die Seite dogmatisch argumentierender Mehrheitskapitalisten. Mit mehr Lohn kann man die Handlanger nicht reizen, es ist ohnehin rausgeschmissenes Geld, da nur in Schnaps und Zigaretten investiert. Also braucht es Kontrolle, am besten externe, Strafen, Zwang, Sanktionen, um die Masse überhaupt erst einmal an die Arbeit zu gewöhnen, die dann als Lebenssinn begriffen wird, wie es auch die konservative Oberschicht hält.

Dieses so hübsche Denkgebäude hat nur einen Haken, den es mit vielen anderen Vorstellungen aus Psychologie und Soziologie teilt: es ist falsch, da es zu einem Zweck verwendet wird, zu dem es nicht vorgesehen war. Die X-Theorie diente McGregor lediglich zum Beweis, dass man aus einem Haufen billiger Vorurteile und etwas wissenschaftlichem Anstrich innerhalb kürzester Zeit einen passablen und als Entschuldigung für die eigene Bräsigkeit brauchbaren Managementgrundsatz schwiemeln könne, wenn man auf die Engstirnigkeit der meisten Bosse setzt. Die Crux an der Schubladisierung ist, dass Menschen selten nur in eine Schublade passen, also wird Arbeitswelt ohne soziale Beziehungen in den seltensten Fällen denkbar sein, schon gar nicht unter Zuhilfenahme von schwarzer Pädagogik, auch wenn die das einzige Mittel ist, das Geprügelten einfällt.

Im Anwendungsfall haben wir nicht weniger als zwei selbstverstärkende Prozesse, die entweder als Sand im Getriebe oder als Motivation fungieren. Mit Kontrolle und Zucht tötet der Gebieter jedes Engagement ab lässt die Kräfte der Arbeiter stetig auf dem niedrigsten Niveau dümpeln, kurz vor dem Stillstand, immer auf Sicherheit bedacht und selten in eigener Verantwortung. Mit Freiheiten und mehr Selbstbestimmung, Wertschätzung und Raum für Kreativität fördert der Arbeitsablauf eben diese Abläufe, was ebenso regelmäßig zur Entwicklung des Personals beiträgt. Gut, dass man mit diesem System, in dem kollektive Entscheidungen zum Wohl aller Bürger, individuelle Verantwortung auf der Basis eines kollektiv gelebten Wertekanons und eine Orientierung an der tatsächlichen Arbeit statt an der Ideologie des Rechthabens berücksichtigt werden, immer noch Parteivorsitzender werden kann. Seine Socken stopft halt eine Frau. Für Geld.





Desintegration

1 12 2022

„Kommen Sie rein, nehmen Sie gar nicht erst Platz, wir haben uns bereits gegen Sie entschieden. Den Bundespersonalausweis in diese Tonne, und dann bekomme ich jetzt Ihre Fingerabdrücke. Für die Ausbürgerungspapiere.

Meine Güte, was hatten Sie jetzt erwartet? In Ihrem Fall war das relativ einfach, Sie haben als Bundesminister jahrelang Geld verbraten, vor dem Untersuchungsausschuss gelogen, dass sich die Balken bogen, Sie haben Ressourcen vergeudet und Personal mit Ihren Kinkerlitzchen beschäftigt, und jetzt finden Sie das auf einmal ungerecht? Glauben Sie ernsthaft, so etwas Kostbares wie die deutsche Staatsbürgerschaft würden wir an einem Hallodri wie Ihnen verschwenden? Sie müssen zugeben, das wäre schon etwas lächerlich.

Sehen wir den Tatsachen ins Auge: Sie sind ein kernkorruptes, kleptokratisches Element, das den Bundeshaushalt geplündert hat, um damit ein paar Freunden aus Ihrem Wahlkreis und Ihrer unfähigen Regionalpartei die Taschen voll zu stopfen. Das fassen wir nicht als Verfassungstreue auf, also haben wir hier schon mal einen weiteren Punkt, der für Ihre Ausbürgerung spricht. Gucken Sie nicht so kariert, das zieht bei uns nicht. Wenn wir die Einbürgerung erleichtern und dazu das Konzept der Staatsbürgerschaft neu denken, etwa im Hinblick auf die Integrationsfähigkeit in unser Wertesystem, dann gelten für alle natürlich dieselben Rechte und Pflichten. Ja, die Pflichten. Das vergessen manche immer gerne, wenn es unangenehm wird.

Einen Ihrer Kollegen haben wir noch ein bisschen leichter von der Backe gekriegt. Diese Maskendeals, die waren ja offiziell nicht strafbar. Aber wir werten das folgerichtig als vorsätzliche Desintegration, da von solchen Handlungen immer ein spalterischer Effekt auf die ganze Gesellschaft ausgeht. Am Ende haben wir durch Sie hier eine Art Parallelgesellschaft, die sich ihre eigenen Gesetze gibt. Da haben dann staatliche Ermittlungsbehörden nichts mehr zu suchen. Ich sehe das schon vor mir, wenn die Steuerfahndung bei einem wie Ihnen einrückt, dann werden die Beamten mit scharfer Munition empfangen. Auf Leute schießen, die ihnen nicht in den Kram passen, das können Sie ja gut.

Sie müssen jetzt nicht meckern, Sie haben sich das ja selbst eingebrockt. Und da reden wir noch nicht einmal von der Verwertbarkeitslogik, mit der die Konservativen jede Debatte über Migration entgleisen lassen. Natürlich gibt es Menschen, die sind unverschuldet in Not geraten, beispielsweise hatten die in der Pandemie einfach den falschen Beruf, und da mussten sie eben ihr Erspartes verbraten. Manche haben das tatsächlich gemacht, weil sie sich nämlich nicht mit dem Stigma der Abhängigkeit von Transferleistungen belasten wollten – dahin hat dieser Sozialstaat die Bürger gebracht. Was ja netto durchaus als Entlastung für den Haushalt wirkt. Das heißt jetzt noch nicht, dass wir jeden gleich rausschmeißen, nur weil er uns zu teuer wird. Wir müssen ja einen Großteil der Leute trotzdem alimentieren. Es ist nur für die Bildung einer Klassengesellschaft wesentlich einfacher, wenn wir möglichst mehrere Segmente haben, die man gegeneinander ausspielen und aufhetzen kann, und es eignet sich auch sehr gut, um Abstiegsängste zu schüren.

Allerdings sind Sie ja schon eine ganz andere Hausnummer. Bei Ihnen würde ich nicht einmal von gescheiterter Integration reden, Sie haben die ja verhindert, wo Sie nur konnten. Und da sie inzwischen Ihre Verachtung für den Rechtsstaat, die Gewaltenteilung und die Verfassung offen ausleben, sehe ich nicht, Warum wir Sie besser behandeln sollten als einen dahergelaufenen Reichsideologen. Wir sind ein großes, weltoffenes und tolerantes Land, und damit das so bleibt, bürgern wir viele leistungswillige, friedliche Menschen ein und gewaltbereite Arschlöcher wie Sie eben aus.

Wie gesagt, die neofeudale Klassengesellschaft ist schon eine sehr gute Idee, und wenn wir nicht ausreichend Bremser und Blockierer aussortieren, ist am Ende nicht genug Platz für die neue Elite. Sie gehören schon mal nicht dazu, denn mit Verlaub, Sie hatten doch nicht ernsthaft geglaubt, wir würden jeden Deppen bis zum bitteren Ende mit durchschleppen. Rechnen Sie sich das mal aus, die Zukunft kostet ein Schweinegeld, wir können uns Dampfplauderer wie Ihresgleichen einfach nicht mehr leisten. Stellen Sie sich mal vor, wir würden alles so lassen, wie es jetzt ist. Eine moralisch komplett verrottete Politik, in der jeder sich mit Fossilsubventionen eine goldene Nase verdienen kann, eine marode Gesellschaft, in der lauter Idioten von der rechtsnationalen Resterampe den Ton angeben, die sich nach Belieben von Diktatoren erpressen lässt, Entscheidungen danach trifft, wer einen am besten dafür bezahlt, und sich dann sämtliche Konsequenzen schönlügt. Kein Topmanager würde mehr herkommen, kein Pfleger, kein Ingenieur, der Solaranlagen entwirft oder Gezeitenkraftwerke. Den Mist haben Sie uns eingebrockt, und jetzt bezahlen Sie halt dafür.

Es gibt keine bayerische Staatsbürgerschaft? Was Sie nicht sagen. Dann müssen Sie jetzt eben ohne hier leben, falls man Sie noch hier leben lässt. Wie gesagt, der Volkszorn, den Sie immer so schön geschürt haben, der arbeitet sich meist als erstes an den Minderheiten ab. Und da Sie ja bald auch nicht mehr zu den finanziell Bessergestellten gehören dürfen, ist Ihr Absturz nur noch eine Frage der Zeit. Das hätten Sie sich früher überlegen müssen. Und jetzt entschuldigen Sie mich bitte, was meinen Sie, wen ich heute noch alles rausschmeißen muss.“





Rasensprengmeisterschaft

30 11 2022

Lieblingsziel der deutschen Familie: Ballermann. Aber auch in der gemütlich kleinen Dachkammer war der erste Freitagstexter seit langer Zeit wieder eine Freude, vor allem, weil er auf große Resonanz stieß. Das macht Hoffnungen auf eine kreative, spaßige Zukunft.

Da sich das Internet gerade wieder ein bisschen verwandelt, ist es gar nicht schlecht, dass wie die alten Werte wieder einmal produktiv machen. Die Bloglandschaft mit ihrer Individualität und einer schöpferischen Vernetzung sollte den einen oder anderen guten Gedanken hervorbringen, der gerne gelesen und geteilt wird. Wozu macht man sich sonst auch Gedanken.

Aber kommen wir zum Wesentlichen: der Pokal will weitergereicht werden. Die Kommentare sind wieder so schön bunt gemischt von lang und versponnen bis kurz und trocken, da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Und so kommt auf den Bronzerang diesmal formschubs Erklärung, warum die Olivenbauern bis heute keine Nusspaste mögen.

Stolz präsentiert Firmenpatron Oliviero Nuccini (links) im Kreise seiner Familie die nagelneue Wunderwaffe, mit der er gedachte, der schweren Eichhörnchenplage 1883 in seiner Haselnussplantage Herr zu werden. Aufgrund der Lärmbelästigung kam es jedoch zu einer langwierigen gerichtlichen Auseinandersetzung mit dem benachbarten Olivenbauern, deren Kosten ihn in die Insolvenz trieben.

Aber dann. Tücken des Gartenbaus. Die silberne Kugel schießt gbdg ab, ich zitiere daher gleich mal die intendierte Form der Unterschrift.

Sie waren unzufrieden. Eine Rasensprenganlage hatten sie sich anders vorgestellt.

Und da ich es heute mal kurz halten will, schiebe ich den Textertopf samt Podest und Beleuchtung in den Vordergrund, damit das Überreichen zur nächsten Runde klappt. Es ist Mathias Piecha, dessen fotografisches Gedächtnis vor und hinter der Linse uns den Siegerbeitrag bescherte:

4. August 1877. Das erste Mal, dass ein Fotograf rief: „Und…schieß!“

Herzlichen Glückwunsch! Am Freitag, den 2. Dezember wird der Freitagstexter dann bei Mathias Piecha ausgerichtet. Gestochen scharf.





Evolutionäre Anpassung

30 11 2022

Der Chefredakteur kotzte, genauer: er erbrach sich brüllend über seinen teuren Wollanzug. Der ganze Inhalt seines Magens rann an ihm herab, während Doktor Schruttke auf die Stoppuhr schaute. „Ich bin entzückt“, flötete der Arzt. „Es übertrifft alle unsere Erwartungen – so ein wundervolles Ergebnis!“ Und während er fröhlich seine Häkchen auf dem Block setzte, krampfte sich der Schreiber noch einmal zusammen. Das Experiment war gelungen.

Der säuerliche Geruch hing zwar überall auf der Etage, doch das störte Doktor Schruttke nicht. „ich bin das ehrlich gesagt schon gewohnt“, informierte er mich. „Unsere Versuche sind nicht immer ganz so appetitlich, das können Sie sich wohl vorstellen. Aber wir haben abwaschbare Räumlichkeiten für die Testreihe angemietet, und unsere Probanden sind selbst schuld, wenn sie speien.“ Ein Surren aus dem benachbarten Raum weckte mein Interesse, und so öffnete ich leise die Tür. Das also war die Maschine, die ein paar bekannte Gestalten aus der deutschen Publizistik zu solcher Übelkeit trieb.

„Das Versuchskaninchen ist absolut sicher auf dem Sitz festgeschnallt, es kann überhaupt nichts passieren.“ Doktor Schruttke hatte recht, wobei der leise wackelnde Apparat schon gefährlich genug aussah, auch wenn der an einem gewaltigen Hebel um die eigene Achse rotierende Sessel für eine doch recht gleichmäßige Beschleunigung sorgte. „Sie kennen das Prinzip bestimmt vom Kettenkarussell“, erläuterte der Forscher. „Die Fliehkräfte haben eine gewisse Wirkung auf den Körper, der bekanntlich andererseits auch der Gravitation ausgesetzt ist – was Folgen hat für das Gleichgewicht, das ja im Innenohr reguliert wird und sich normalerweise auf die Erde als Fixgröße in unserem Bezugssystem verlassen kann.“ Der Mann, der dort mit erheblich grünem Gesicht und verstörter Miene um die Mitte der Anlage gewirbelt wurde, hatte dem Formular zufolge Erbseneintopf genossen und Nachschlag verlangt. Das Schicksal nahm seinen Lauf, vielmehr zwang es den aus Talkshows bekannten Mann, sein Inneres nach außen zu entleeren. Doktor Schruttke nickte. „So viel anders als im Fernsehen ist es ja gerade nicht.“

Er schob mich sanft, aber entschieden aus dem Raum. „Ich nehme an, dass Sie als medizinischer Begleiter für die Luft- und Raumfahrt zuständig sind?“ „Richtig“, freute sich der Leiter. „Absolut korrekt, daher haben wir auch viele Anordnungen übernehmen können, mit denen wir simulieren, wie sich der menschliche Organismus an die besondere Situation bei Start und Landung einer Rakete, beim Aufenthalt im Weltall und in einer Raumstation anpassen kann – oder eben auch nicht.“ Ein leises Stöhnen kam aus dem Raum, dessen Tür wohl nicht absichtlich offen stand. Dort hatte man eine Frau mit dem Kopf nach unten in einem Rad befestigt. Es hatte ein bisschen von einer mittelalterlichen Foltermethode. „Oh, das täuscht“, winkte Doktor Schruttke ab. „Tatsächlich geht es hier weniger um die räumliche Orientierung, wir wollen lediglich die zeitlichen Abläufe erforschen.“ Ich verstand nicht gleich. „In Bezug auf den Kreislauf natürlich, denn das Blut steigt dabei in den Kopf, oder vielmehr: es fällt.“ Auch dieser Befund erlaubte Rückschlüsse auf die körperliche Gesundheit der Probandin. „Es ist mit zunehmendem Alter schwierig, sich an diese Situation anzupassen, weshalb wir ja auch schon vor der Versuchsreihe sehr skeptisch waren.“ „Aber Sie schicken ja auch Astronauten ins All, die etwa in ihrem Alter sind.“ Doktor Schruttke lächelte. „Sie haben eine gute Auffassungsgabe, aber nicht die richtigen Voraussetzungen für Ihr Urteil. Wir erforschen hier nicht die körperlichen und geistigen Erfordernisse für die Raumfahrt, wir forschen über die Folgen des Klimawandels.“

In einem Schwimmbecken watete ein Dutzend Männer mit Gewichten an den Füßen durch das langsam steigende Wasser, wobei es kein klares, leicht gechlortes Wasser war, wie man es in einer öffentlichen Schwimmhalle erwarten konnte, im Wellnessbad oder im privaten Pool. Die bräunliche Brühe roch gar nicht gut, war unangenehm kühl und wurde von einigen Düsen in leichte Bewegung versetzt, die einer Flussströmung ähnelte. „Das ist ein ganz neuer Versuchsaufbau“, erläuterte Doktor Schruttke. „Hier haben wir einige nicht so wichtige Politiker, die sich dafür ausgesprochen hatten, dass wir uns an den Klimawandel anpassen, und wir geben ihnen gerade die Gelegenheit dazu.“ Wie ich jetzt sah, mussten die Durchnässten, die ja alle in dicken Winterjacken durch dieses Becken stapften, auch noch schwere Behältnisse gegen die immer stärker anschwellende Strömung tragen. Würden sie gerettet, wenn einer von ihnen in der Mitte des Bassins ausglitte, in diesem Matsch, in den man als Retter selbst kaum gefahrlos hineingehen konnte?

„Evolutionäre Anpassung ist eine interessante Sache“, dozierte Doktor Schruttke. „Leider bleibt uns kaum Zeit, bis wir die Auswirkungen dieser globalen Katastrophe in ihrer ganzen Kraft spüren werden – die an Land lebenden Vorläufer der Wale hatten immerhin fünfzig Millionen Jahre.“ Und er führte mich in einen kleinen Raum, in dessen Wand ein Fenster eingelassen war. Zumindest schien es so, denn in Wirklichkeit handelte es sich um einen Spiegel, dessen Hinterseite durchsichtig war. In einem Fernsehstudio saßen Männer und schwitzten. Es war eine unangenehme Wärme, die Luft war vollkommen trocken, da jede Flüssigkeit sofort von außen abgesaugt wurde. Die Tür ließ sich nicht von innen öffnen. „Sie sitzen dort drinnen, weil sie es so wollten.“ Doktor Schruttke knipste das Licht aus. „Merken Sie sich die Gesichter nicht. Wozu auch.“





Denkangebote

29 11 2022

„Diese ukrainischen Schmarotzer sind hier mit Absicht eingefallen, damit sie den Deutschen die Weihnachtsbäume wegnehmen können, so sieht es doch aus! Herr Merz hatte am Anfang auch ein paar Probleme damit, aber das liegt an seinem Gehirn.

Sie müssen die Botschaft nur ganz langsam in ihre Bestandteile zerlegen, dann kommen Sie auch dahinter, dass das alles wahr ist. Die wollen den Deutschen die Weihnachtsbäume abnehmen, und das auch noch kostenlos – ist ja klar, die feiern auch Weihnachten, wahrscheinlich erst im nächsten Jahr, aber die Bäume kaufen sie halt von dem Geld, das sie ohne Gegenleistung bekommen. Bürgergeld, um das noch mal zu betonen, obwohl diese Touristen nie in eine deutsche Sozialversicherung eingezahlt haben! Und wir, die anständigen Deutschen, wir können dann in die Röhre gucken, während sich die Invasoren aus dem Osten unter der Tanne einen schönen Weihnachtsabend machen!

Es ist natürlich immer sehr schwierig, wenn die Journalisten uns unterstellen, wir hätten dabei die Zusammenhänge frei erfunden. Schwierig deshalb, weil Herr Merz sich nicht mehr an das erinnert, was er irgendwann mal gesagt hat. Wir haben es mit der Generalausrede versucht, dass immer das Gegenteil von dem wahr ist, was man ihm vorgeworfen hat, weil er ja auch das Gegenteil von dem sagt, was er vorher behauptet hat. Lief so lala. Jedenfalls haben wir den Punkt gemacht, dass Ukrainer im Grunde in Deutschland nichts zu suchen haben.

Wie dieses Arbeitsverweigerer, die sich mit dem Bürgergeld zur Ruhe setzen und dafür belohnt werden, dass sie keine Termine mehr wahrnehmen. Das sind Arbeitsverweigerer, auch wenn sie zufällig berufstätig sind. Wichtig ist, dass man sämtliche Bürger im Leistungsbezug als gieriges, faules Pack wahrnimmt. Da hat Herr Merz nun wieder die passende Empathie. Das nimmt ihm jeder sofort ab. Und darauf kommt es letztlich an. Feindbilder sind wichtig, das Volk darf nur nicht wissen, dass es selbst gemeint ist. Man könnte ja theoretisch selbst irgendwann Bürgergeld kassieren, weil man wegen einer Kündigung einfach die Arbeit verweigert, und das würde die Freiheit bedeuten, die Arbeitnehmern einfach nicht zusteht, kapieren Sie das?

Politische Kommunikation ist nämlich sehr viel schwieriger, als Sie sich das denken. Wenn man mit dem Denken sowieso Schwierigkeiten hat, wird es erst recht kompliziert, und da kommt dann auch Herr Merz ins Spiel. Wir als Kommunikationsteam müssen rechtzeitig genug Claims abstecken, damit wir Denkangebote an die Bevölkerung machen können. Wir müssen wissen, was die Bevölkerung denken will, dann liefern wir die Zutaten. Wenn die linken Terroristen aus politischer Korrektheit alle Winnetou-Filme im Fernsehen verbieten, müssen wir das aufgreifen, und zwar am besten selektiv. Einmal die Linksterroristen und einmal irgendwas mit Winnetou. Wir können nur Fakten nennen, die Zusammenhänge müssen sie schon selbst finden.

Wir haben kein Problem mit der Wirklichkeit, diese Wirklichkeit hat ein Problem mit uns. Wir können doch keine wirksamen Vorschläge bringen, wie man den Klimaschutz verbessert. Das ist nicht nur nicht unsere Aufgabe als Opposition, das würde außerdem unser politisches Programm, wobei: wir müssten erst mal eins haben, und das kann man von einer Opposition vor den Wahlen kaum erwarten. Bis dahin gibt es Denkangebote. Ein sehr gutes kam von unseren Freunden aus der AfD. Die hatten den Einfall, dass jeder Tag, an dem es Deutschland so richtig schlecht geht, ein guter Tag für ihre Partei ist. Wir wollen, dass dies Land so richtig am Boden liegt – Sie haben sich nicht verhört, dieses Land hat es ja nicht anders verdient. Seit vierzig Jahren ist Herr Merz jetzt unterwegs als größtes politisches Genie aller Zeiten – fragen Sie ihn, er wird Ihnen das sofort bestätigen. Was der alles erreicht hat, das können Sie sich gar nicht vorstellen. Dass es nie im Grundgesetz einen Artikel gibt, der hohe Strafen für versehentliches Nicht-Gendern gibt, das haben Sie nur dieser politischen Lichtgestalt zu verdanken!

Jetzt haben wir endlich wieder genug Feind. Sie müssen das so denken: die Krankenschwester, die unbedingt mit dem Auto fahren muss, weil sie auf dem Land wohnt, kann definitiv nicht mit diesem linken Klimawahnsinn konfrontiert werden, weil sie zur Schicht pünktlich sein muss. Wenn sie plötzlich auf die Idee kommt, dass der Klinikkonzern, für den sie arbeitet, nicht genug für sein Personal tut, dann ist sie Feind und soll sich in ihrer arroganten Anspruchshaltung eben einen besseren Job suchen. Das ist diese linke Gratismentalität, die uns alle das letzte bisschen Wohlstand kosten wird, so dass wir die potenziell arbeitsunwilligen Niedriglöhner zur Rechenschaft ziehen werden. Und bevor Sie linker Vogel komisch werden, es geht natürlich um Wohlstand, den Wirtschaftsexperten wie Herr Merz für sich haben hart erarbeiten lassen. Wenn Herr Merz nämlich eins widerwärtig finden, dann sind das Ihre menschenfeindlichen Neiddebatten!

Wir müssen strategisch denken, das heißt: wenn wir erfolgreich sind, liegt es an uns, und wenn es in der linken Presse so dargestellt wird, als seien wir nicht erfolgreich, dann ist das dieser linksgrünwoke Genderterrorismusmainstream. Aber wir ziehen da bald ganz andere Saiten auf, glauben Sie mir.

Hallo? ja, ich höre Sie, Herr Merz. So gut wie fertig, es ist alles drin. Ob afrikanische Touristen alle antisemitische Kinderschänder sind, klären wir dann später, aber dass die alle einen ukrainischen Pass haben wollen, um Bürgergeld zu kassieren, das nehmen wir mit rein. Also Freitag, den 6. Januar, vor dem Reichstag? Ich freue mich, Herr Merz!“





Unterwanderungspläne

28 11 2022

„… die Reform des Staatsbürgerschaftsrechts mit einem demnächst vorgelegten Entwurf angehen werde. Das Bundesinnenministerium wolle die Einbürgerung dahingehend erleichtern, dass nicht mehr nach acht, sondern bereits nach fünf Jahren ein Antrag auf den…“

„… jede Möglichkeit nutzen werde, dies im Freistaat Sachsen zu verhindern. Kretschmer wolle insbesondere die massenhafte Einwanderung von Judäern unterbinden, da die christliche Gesellschaft der östlichen Bundesländer eine…“

„… dass die Interessen der Deutschen nicht genug beachtet würden. Die Union könne sich nicht vorstellen, dass Zuwanderer nach fünf Jahren in der Lage seien, die Landessprache so gut zu verstehen, dass sie beispielsweise Behördenkommunikation, ein philosophisches Fachbuch oder eine…“

„… dass die Regierung mit dem Feuer spiele und die innere Sicherheit einmal mehr gefährde. Wendt sehe schon unverhältnismäßige Probleme für Polizisten, wenn Personen mit rasseuntypischer Hautpigmentierung nachweisen könnten, dass sie sich legal in Deutschland aufhalten würden. Sollte es künftig jedem Afrikaner erlaubt sein, sich nur auf Grund eines amtlichen Papiers als Deutscher zu bezeichnen, so werde dies von den Beamten als…“

„… nicht erst seit Sarrazins wissenschaftlichen Publikationen wisse, dass die Einbürgerung von Kindern die Abschaffung des jüdisch-christlichen Abendlandes provoziere. Dobrindt könne mit einem einfachen Zahlenbeispiel nachweisen, dass schon nach wenigen Generationen 500% der Deutschen Ausländer seien, die als Kinder hohe Kosten für Bildung, Jugendkriminalität und…“

„… für den CDU-Wirtschaftsflügel in die ganz falsche Richtung laufe. Wer gerade unter den Bedingungen des katastrophal armenfreundlichen Bürgergeldes volle fünf Jahre Zeit habe, Deutsch zu lernen, sei nicht nur überqualifiziert, sondern wolle sich nicht mehr in einen Niedriglohnjob pressen lassen, in dem er für die Dividenden der…“

„… die Bundesregierung ihr Abdriften in den eindeutig verfassungswidrigen Linksradikalismus nicht einmal mehr zu verbergen suche. Mit dem Vorhaben plane Faeser eine deutschenfeindliche Regelung, da von diesem Gesetz ausschließlich Ausländer profitieren würden. Merz verlange eine sofortige Korrektur, da sonst Karlsruhe diesen…“

„… dass Senioren als Belohnung für ein Leben auf Kosten der Allgemeinheit mit dem deutschen Pass belohnt werden sollten. Dobrindt lehne diesen Vorschlag entschieden ab, da Ausländer, die nicht mehr im erwerbsfähigen Alter seien, gezielt die Rentenkassen ausplündern würden, ohne selbst ausreichend in das…“

„… die doppelte Staatsbürgerschaft seit 1999 einen Streitpunkt darstelle. Die Regierungen unter Merkel hätten zwar kein Interesse gehabt, diese Regelung zu ändern, dennoch sei dies für den CDU-Staatsrechtsexperten Spahn ein skandalöser Skandal, dass die seit 2005 so gut wie immer mitregierende SPD dies nicht sofort abschaffe, um mit einer skandalösen Verschleppung dieses seit Jahrzehnten den Staat bedrohenden Skandals die…“

„… insbesondere in ausländischen Frauen eine ernsthafte Gefahr für die gesunde Durchmischung des deutschen Volkes darstelle. Dobrindt lehne es ab, dass Frauen aus genderfeministischen und links beeinflussten Unterwanderungsplänen sich Jobs suchen würden, statt ganz normal zu Hause zu bleiben, möglichst viele Kinder zu gebären und dem hart arbeitenden Mann eine ordentliche…“

„… juristisch überhaupt nicht möglich sei. CDU-Menschenrechtsexperte Spahn habe darauf hingewiesen, dass innerhalb der fünf Jahre zu jedem Zeitpunkt eine anlasslose Abschiebung eines Ausländers erfolgen könne, der sich nur zur Erschleichung der deutschen Staatsbürgerschaft in der Bundesrepublik aufhalte. Die Union werde dies auf keinen Fall durch einen…“

„… die Innenministerin den Ausländern alle Mittel für eine feindliche Übernahme der BRD in die Hand geben wolle. Dobrindt werde nicht nur mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln zu verhindern wissen, dass ausländische Männer den besser qualifizierten, gut sozialisierten und hart arbeitenden Deutschen die Jobs wegnehmen, er wolle auch verhindern, dass sich deutsche Frauen nur noch mit diesen…“

„… die falsche Signale für den Arbeitsmarkt setze. Wenn es Voraussetzung für die Einbürgerung sei, dass eine Person ihren Lebensunterhalt ohne Transferleistungen bestreiten könne, wecke dies bei der deutschen Bevölkerung natürlich Neid, der sich früher oder später in fremdenfeindlichen Pogromen äußern müsse. Für Merz sei dies ein für die SPD typischer Vorschlag, der nicht zu Ende gedacht und daher äußerst unpraktikabel in der…“

„… da die betreffenden Personen einen Job nur annehmen würden, so um die Staatsbürgerschaft zu erlangen. Für den CDU-Arbeitsmarktexperten Spahn sei dies keine ausreichende Motivation, die die Einstellung eines Migranten in einem deutschen Unternehmen rechtfertige, zumal dieser nach Verleihung der deutschen Staatsbürgerwürde fristlos kündigen werde, um dann mit dem Bürgergeld, von dem ein großer Teil außer Landes gelange, um neue Migranten anzulocken, ein luxuriöses Leben im…“

„… sich im Bundesrat auf einen Kompromiss verständigen wolle. Falls nach Merz’ Vorschlag ein Doppelpass verpflichtend bleibe, so dass die spätere Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft für eine Abschiebung nur Formsache sei, könne man gerne einen Entwurf zur Neuregelung des…“





Niedrigenergiebereich

27 11 2022

Wann immer im Freistaat Bayern die Truppe, die als Regierung auftritt, politische Entscheidungen zu treffen versucht, in der Griff an den Kopf eine gute Wahl. So auch diesmal, da die Laienspielschar in Zukunft ein Viertel der Wärme durch Geothermie aus dem Süddeutschen Molassebecken erzeugen will. Geothermie ist erheblich teurer als Gas, das erheblich teurer als regenerative Energien ist – allein die Erschließung würde inklusive Probebohrungen mindestens zehn Jahre dauern. Dafür würde hinterher der Betrieb eines genügend großen Fernwärmenetzes Milliarden kosten, und da die Kommunen sich zu 60% an der technischen Einrichtung beteiligen müssen, würden sie Kosten zu tragen haben, die teilweise höher sind als alle ihre Haushaltsmittel zusammen. Leider ist die Wärmeversorgung kein kommunale Pflichtaufgabe, dafür dürfen sich Städte und Gemeinden nicht verschulden. Macht aber nichts, im bayerischen Landeshaushalt sich für die Investitionen insgesamt auch nur etwa zehn Millionen Euro vorhanden. Man möchte ja den kommenden Generationen nicht so viele Schulden hinterlassen. Natürlich hätte man es längst anschieben können. Man wollte nur nicht. Lieber jammern, das verbraucht keine Kapazitäten. Hauptsache, es werden nicht diese bösen Windräder gebaut, an denen sich CSU-Abgeordnete nicht mehr bereichern können. Immerhin kein atomares Endlager. Das hätte logisches Denken erfordert. Im Niedrigenergiebereich halt, wie man es von der Söder-Truppe kennt. Alle weiteren Anzeichen, dass Dummheit als Energiequelle dringend der weiteren Erforschung bedarf, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • söder alkohol: Dann würde ja allein die Gegenwart von Aiwanger ihn neutralisieren.
  • spahn lobotomie: Was wollen Sie da groß durchschneiden?
  • csu vorstrafen: Eigentlich sollte es Aufnahmekriterium werden, um sich von den ganzen Kleinkriminellen abzuheben.
  • bundeskanzler ukraine: Sie erwarten von ihm, dass er sich schnellstmöglich ergibt.
  • fußball weltmeister: Momentan herrscht Katar-Stimmung.
  • elektro autos klauen: Die muss man wenigstens nicht kurzschließen.
  • cdu corona: Da sind längst alle Masken gefallen.
  • klima ägypten: Wenn man jetzt die Erderwärmung stoppt, kommen am Ende keine Touristen mehr.
  • putin gesetze: Der einzige, der sich nicht beschwert hat, war sein Liebhaber, aber der ist ja auch noch minderjährig.
  • salzwasser trinken: Das spart das Marinieren, wenn man zum Essen beim Kannibalen bleibt.
  • bürgergeld neu: Heißt jetzt Merz IV.




In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DCXXI)

26 11 2022

César, der in Arcis-sur-Aube
das Rad auf dem Gartenweg schob,
der wollte vom Strande
nur hochfeine Sande.
Er fand einfach Kies viel zu grob.

Afonso hat in Sabadim
den Husten. Natürlich sehr schlimm,
was durchaus viel Krach war.
So hielt ihm der Nachbar
ein Tütchen mit Bonbons hin: „Nimm!“

Joël, der rasiert in Langatte
sein Kinn jeden Morgen recht glatt.
Schon sehr viele Jahre
hat er keine Haare,
doch trägt er dies glänzend, nicht matt.

João ist oft in Taíde
am Mittag schon rechtschaffen müde.
Wenn Töne ihn stören,
hört er auf zu hören.
So herrscht dort im Haus schöner Friede.

Arlette, die probiert in Altrippe
ein Schnäpschen. „Wenn ich das Zeug kipp,
so habe ich Dusel.
Dann schmeck ich den Fusel
nicht so, als wenn ich daran nipp.“

Es baute sich Duarte in Sortes
ein Zelt auf inmitten des Ortes
von stattlichem Maße.
Er lebt auf der Straße –
und zwar ganz im Sinne des Wortes.

Agnès, die oft in Ortoncourt
zum Fußball mit dem Mofa fuhr,
vergaß nun zu tanken.
Bringt sie das zum Schwanken?
Sie schob das Krad. Da blieb sie stur.





47!!!!elf!!!

25 11 2022

Freitagstexter

Lang ist’s her, lang im Sinne von: lang. Jahre. Der Freitagstexter, einst das wochenendliche Vergnügen für alle mit scharfem Auge und spitzem Stift, er sank in einen Dornröschenschlaf, wurde zum Mythos und geriet in Vergessenheit. Bis ihm formschub, oft am heiteren Betexten beteiligt, ein Erweckungserlebnis bescherte. Dort stehen auch noch mal die Nicht-Regeln.

Und da sind wir auch schon beim aktuellen Thema angekommen: Nachhaltigkeit. Den ersten Pokal, der seit der Pause das samtbeschlagene Podest in der Arbeitsecke schmückt, stammt von drikkes, dem wir die Erkenntnis verdanken: gute Ratt’ ist teuer, auch als Mitgift. Das Blogstöckchen ist wieder aktiv, und pünktlich zur Weihnachtszeit machen wir uns ein hübsches Geschenk von bleibendem Wert. Aus Spaß an der Freud steuert nun jeder eine oder mehrere Bildunterschriften bei, worauf es ihm obliegt, bei einem Sieg seinerseits den Spaß bei sich fortzuführen. Von Vorteil ist dazu ein eigenes Medium (Website, Blog, notfalls ein Microblogging-Account), wobei auch schon erfolgreiche Runden auf Gast-Blogs stattgefunden haben, getreu der Devise, dass Spaß auch in der kleinsten Hütte ist. Und es immer einen Weg gibt, wenn man ihn finden will.

Die ersten Zimtsterne kommen aus dem Ofen, dem Duft nach braucht es noch ein bisschen Feinjustierung der Backzeit, aber dafür ist das Bild fertig. Bis Dienstag, den 29. November 2022 um 23:59 Uhr mögen die Ideen sprühen, die der allseits geschätzte James Vaughan (CC BY-NC-SA 2.0) mit seiner Sammlung stets weckt. Wie schon seit Jahren: Klick macht groß.