Uneingeschränkt positiv

29 11 2021

„Man muss ja auch mal das Positive sehen.“ „Da werden ein paar Millionen anderer Ansicht sein.“ „Wenn nicht jede arbeitsscheue Schlampe, die sich ein paar Bälger hat andrehen lassen…“ „Er meint allein Erziehende mit Vermittlungshemmnissen.“ „Seeheimer halt.“ „Wenn Sozialleistungen auch im Verhältnis zur Inflation zurückbleiben, dann haben wir die reale Gefahr einer Schieflage.“ „Bei den Erwerbsarbeit vermeidenden Müttern?“ „In der Wirtschaft, der bei steigender Inflation Unsatz aus den unteren Dezilen fehlt.“ „Ach so.“

„Jetzt seien Sie nicht immer so kritisch, wir sind doch als Koalition angetreten, um alles irgendwie anders zu machen.“ „Also besser?“ „Davon ist im Koalitionsvertrag nichts zu lesen.“ „So kurz nach der Wahl kann man die Bürger nicht schon wieder anlügen.“ „Deshalb auch die dreihundert Seiten zur detaillierten Behandlung des Klimaschutzes in den anderen Politikbereichen?“ „Hatten Sie eine andere Fassung als ich?“ „Wer sagt’s ihm?“ „Ach so.“ „Ich bin ja gespannt, wann das mit dem Kohleausstieg wieder zurückgenommen wird.“ „Das tritt nach meiner Kenntnis…“ „Man kann doch den nächsten Regierungen nicht alles wegnehmen.“ „Das finde ich jetzt zum Beispiel ausgesprochen positiv.“ „Sie müssen dafür auch nicht den Kopf hinhalten.“ „Das macht dann die CDU nach den Neuwahlen, oder?“

„Es ist doch schon klasse, dass kein Tempolimit vorgesehen ist.“ „Da kann keiner der Koalitionäre als Verbotspartei bezeichnet werden.“ „Das sorgt für Koalitionsfrieden, weil auch keiner mehr damit rechnet, dass ihn einer der anderen dafür hinhängt.“ „Das ist ja haarscharf vorm Weltfrieden!“ „Und Sie meinen, das war Absicht?“ „Die meisten Deutschen sind dafür.“ „Darunter sind allerdings auch manche, die diese Koalition gar nicht gewählt haben, für die sollte man keine Politik machen.“ „Ach so.“ „Und es erhöht den Spritverbrauch.“ „Was die Wirtschaft nachhaltig stärkt.“ „Das ist doch nun wirklich eine uneingeschränkt positive Nachricht!“ „Und die Hasch-Freigabe?“ „Sagen wir’s so, ohne Drogen wäre das Theater noch unerträglicher.“

„Überhaupt werden jetzt ja gesellschaftliche Randgruppen mehr geachtet.“ „Für Merz nicht.“ „Er meinte damit Frauen.“ „Ach so.“

„Was haben wir denn wirtschaftlich für die Zukunft vereinbart?“ „Kommt auf die Partei an.“ „Wir kennen doch jetzt keine Parteien mehr, wir kennen nur noch Regierung!“ „Man muss auch mal Kontinuitäten wagen.“ „Vielleicht ist ‚Weiter so‘ für den Anfang auch gar nicht so verkehrt.“ „Die Energie wird jetzt bald billiger.“ „Naja, bei der Erderwärmung bräuchten wir jetzt nur noch eine funktionierende Solarindustrie, und schon wäre das geritzt.“ „Verstehe, und die war nicht vorgesehen?“ „Hätte man uns vorher mal sagen können.“ „Waren wir etwa die Regierung?“ „Sie sind in der SPD.“ „Ich verbitte mir diese politischen Anfeindungen!“ „Jetzt seien Sie doch mal positiv!“ „Ich finde es prima, dass man jetzt schon so offen miteinander streiten kann.“ „Das werden wunderbare Jahre.“

„Warum haben wir eigentlich ausgerechnet diesem Lackaffen…“ „Keine Vorverurteilungen, er ist Jurist und nur aus Inklusionsgründen drin.“ „Sie wussten schon, dass es um ihn geht?“ „Dabei ist Verkehr doch das Transformationsministerium schlechthin!“ „Transformation macht schon der Wirtschaftsminister.“ „Digitalisierung hat aus dem Grund auch kein eigenes Ministerium gekriegt.“ „Wir müssen eben ganzheitlich denken.“ „Dann gehen wir halt ganzheitlich vor die Hunde.“ „Aber nachhaltig.“ „Man kann seine Ideale auch in der B-Note durchsetzen.“ „Ach so?“ „Natürlich wird es immer Kompromisse geben.“ „Das heißt, eine Seite zahlt dafür, dass die andere gewinnt.“ „Dann ist nur zu fragen, wer zahlt.“ „Vermutlich die Bürger.“

„Wir bekommen bewaffnete Drohnen.“ „Das ist ein gutes Zeichen.“ „Also ein positives?“ „Kommt darauf an.“ „Kommt worauf an?“ „Auf welcher Seite Sie stehen.“ „Im Grunde ist es ganz einfach: wer nicht Deutschland ist, der kriegt es mit der Bundeswehr zu tun.“ „Und wenn die defekte Drohnen hat…“ „Das mit dem Weltfrieden war gar nicht so verkehrt.“ „Außerdem werden wir diese Rüstungsaufträge bestimmt im Inland vergeben.“ „Dann hätten wir noch ein positives Signal für eine verringerte Zusammenarbeit mit ausländischen Rüstungsherstellern.“ „Und der Digitalpakt?“ „Man kann jetzt bestimmt Drohnen per Fax bestellen.“ „Oder per SMS starten.“ „Mir fehlen schon ein bisschen die Flugtaxis.“ „Gerade das finde ich ja so positiv!“ „Mobilität hatte in den letzten Kabinetten eh nicht so viel mit der Wirklichkeit zu tun.“

„Aber wir müssen auch die wirklich wichtigen Themen in Deutschland fokussieren.“ „Sehe ich auch so.“ „Damit meinen Sie aber nicht Corona.“ „Eher die Pflege.“ „Generell sollte man sich in den systemrelevanten Berufen mal nachhaltig…“ „Sie meinen ganzheitlich?“ „Im Grunde einfach nur eine ganz neue Art der Schmerzgrenze.“ „Ausweitung der Arbeitszeit?“ „Dann verdienen die Leute ja auch mehr.“ „Ihre Witze waren mal witzig.“ „Aber…“ „Ach so.“ „Wir können das Pflegepersonal nicht in der Mitte durchsägen, aber wenn man in Sachsen die Krematorien am Sonntag laufen lässt, braucht man schließlich jemanden, der denen die Leichen zur Verfügung stellt.“ „Auch wieder wahr.“ „Und die Autoindustrie?“ „Wir fragen bei der Windkraft nach.“ „Also klimatechnisch alles okay?“ „Bis auf die Erderwärmung.“ „Das wird aber im Verlauf der Legislatur bestimmt noch mal evaluiert?“ „Ganz bestimmt.“ „Na also!“ „Ich würde sagen, wir gehen einer sehr positiven Zukunft entgegen.“





Alkoholfreies Christfest

28 11 2021

Schon weihnachtet es, im Vereinigten Königreich wie auf dem Kontinent. Was aber werden sie auf der Insel der national Befreiten zum Fest der Liebe essen? Britischen Parmaschinken, hatte der blonde Wirrkopf getönt, und bayerisches Bier aus England. Wie immer, wenn man Boris Johnson beim Lügen erwischt, entschuldigt er das mit einer Lüge – er habe ja nicht gewusst, dass nach dem Brexit alle 3.000 geografischen Herkunftsbezeichnungen der EU erhalten blieben, mit denen er nun nicht wie vorgesehen werben darf. Thüringer Rostbratwurst und Feta, Tiroler Speck und Lübecker Marzipan kommen weiterhin aus der Europäischen Union. Die wenigen englischen und teilweise schottischen Produkte allerdings, mit denen die Briten bisher für sich warben, werden in Kontinentaleuropa nicht mehr als geschützt angesehen, wie es die Brexit-Verträge vorsahen. Sie würden es mit Wein, Whisky und dem Zeug herunterspülen, das man dort für Bier hält, wenn es das gäbe. Dummerweise steht ein alkoholfreies Christfest ins Haus. Was man sich zum Fest der Feste sonst immer gönnt, Importware nämlich, steht bis auf Weiteres auf dem Festland. Nicht die schlechteste Option. Wenn man sich nicht ständig im Vollrausch befindet, bemerkt man früher oder später, dass man eine Herde Hampelmänner als Regierung hat, die einem das größte Desaster seit dem Braunauer Bettnässer eingebrockt hat. Auch wenn die EU hier nicht auf ein Urheberrecht bestehen dürfte. Alle weiteren Anzeichen dafür, dass Nüchternheit bisweilen ein guter Ratgeber ist, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • spahn terrorismus: Er hat sich Biowaffen zum Erreichen seiner finanziellen Ziele sicher komplizierter vorgestellt.
  • weihnachten lockdown: Wir kaufen schnell noch mal ein, sonst hätten wir beides nicht.
  • ampel koalitionsvertrag: Grimms Märchen waren realistischer.
  • corona ziele: Gemach, die ersten 100.000 haben wir ja schon.
  • impfpflicht querdenker: Wenn man der Polizei erklärt, diese Deppen seien alle linksradikal, wären wir nach ein paar Millionen Kugeln, die sich zufällig aus der Dienstwaffe lösen, mit dem Thema durch.
  • drogen fdp: Sobald das legal wird, was diese Partei konsumiert, können wir den Laden hier dichtmachen.
  • merz kandidatur: Um 05:59 war noch alles in Ordnung.
  • karneval infektion: Der Name sagt’s, es ist Abschied von allem irdischen Fleisch.
  • höcke corona: Wir hoffen, das Virus muss nicht lange leiden.




In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DLXXI)

27 11 2021

Man hat Vojtěch wahrhaft in Hohlen
beinah seine Pferde gestohlen.
Nun lauert er ständig
als Detektiv wendig
mit Hufeisen unter den Sohlen.

Josiah, der wollt sich in Braden
mit allen Familien befehden,
die über quer standen.
Schon bilden sich Banden.
Am Ende schoss jeder auf jeden.

Bei Jiří hört man in Großblatzen
des Nachts ein gefährliches Kratzen.
Man fürchtet schon Geister,
doch hier spricht der Meister:
„Wenn’s Tote nicht sind, sind es Katzen.“

Elijah, der Sheriff in Gadsden,
der sprach, wenn die Zeugen sich setzten:
„Lügner überführen
und zu demaskieren
ist leicht, wenn sie sich nur verpetzten.“

Wenn Vasik sich in Hinterstift
mit seinen Vereinsfreuden trifft,
gilt’s nicht Grand mit Vieren
und zahlreichen Bieren.
Man ist dort modern, wenn man kifft.

Bei Floyd und den Freunden in Kenton,
die gern bis zum Mittag durchpennten,
war gar nichts zu holen.
Sie gehen zum Bowlen
und leben sehr gut von den Renten.

Von Pavla hört man in Hurschippen
den ganzen Tag nichts als nur Tippen.
Das Stenotypieren
Wird letztlich nur führen
zu Kaffee und zu vielen Kippen.





Gernulf Olzheimer kommentiert (DXCII): Der Mythos der Überbevölkerung

26 11 2021
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

In Ugas Höhle wurde es langsam eng. Seit vor zehn Generationen die Leute vom anderen Ufer des Flusses hinter der westlichen Felswand eingezogen waren, hatte sich der Verbrauch an Süßgras leicht vermehrt, die Ernte aber so gut wie verdoppelt, da mit Hilfe der Einwanderer erstmals systematisch das Grobborstige Knäuelkraut angebaut wurde. Der Sippenälteste jedoch bestand auf strikten Stopp der Besiedlung aller Höhlen neben dem Fischteich. Zu viele Hominiden, so Uga, würden irgendwann die wirtschaftlichen Grundlagen zukünftiger Stämme gefährden. Ob er bereits mutmaßte, dass sich die Erfindung des Rades dadurch um Monate verzögern würde, ist nicht geklärt; möglicherweise hatten sie in der Siedlung an der westlichen Felswand keinen Wahlkampf. Aber es entstand der Mythos der Überbevölkerung, wie wir ihn auch heute noch gern nutzen, wenn uns die Argumente ausgehen.

Der mediale Brüllmüll der letzten Jahre ist noch angefüllt mit Klischees vom vermehrungsfreudigen Afrikaner, dicht gefolgt von anderen Rassen, die europäische Nasskämmer aus dem Finanzsektor gerne kastrieren wollen, weil sie so elitäre Dinge wie Nahrung oder Energie für sich beanspruchen – man denke nur mal an Südamerikaner, die den Mais für ihre Kalorienzufuhr verplempern, während die neoliberale Arschgeige damit als Biosprit noch ihr Ökogewissen grünwaschen könnte. Da macht’s freilich Sinn, wenn man Indios mit ihren Feldern simultan wegklappt. Serviceorientierte Diktatoren übernehmen den Job für wenig Geld. Sollte man die Ressourcen für unser globales Klima – da kann man es endlich mal als schützenswertes Gut raushängen lassen! – nicht viel umsichtiger nutzen, auch und gerade im Interesse der Völker, für die wir Jobs und Mülldeponien schaffen?

Fakt ist, dass ein erschreckend großer Teil der Menschheit nach wie vor in Hunger und Elend lebt, unzureichende medizinische Versorgung hat und oft keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Dass es sich bei diesen Menschen um Nachfahren der vom Kolonialismus betroffenen Arbeiter handelt, wird so nachhaltig wie überhebend unterschlagen. Erst mit den politischen Umwälzungen der aktuellen Epoche haben diese Staaten einen Weg bestritten, den die Ausbeuter des angeblich freien Westens nicht mehr tolerieren können: sie sind als willfährige Objekte der Entwicklungshilfe nicht dankbar genug, das Normalmaß an Elend einzuhalten, produzieren stets unschöne Bilder von hungernden Kindern und lauern an unseren Grenzen, wenn der Klimawandel sie zum auswandern nötigt. Sie sind zu viel, anders lässt sich unsere mathematische Überzeugung nicht mit schmerzlosen Mitteln zurechtschwiemeln.

Leider benötigen wir sie immer noch. Ohne die Überbevölkerung, wie wir sie nennen, gäbe es nicht ausreichend Fabrikarbeiter, die in maroden Hallen unsere Klamotten weben, färben und schneidern, unsere Spielwaren zusammendengeln oder unsere Smartphones aus unseren Bodenschätzen braten –es sind nicht unsere Bodenschätze, aber das hat sich bis in die Industrieländer nicht herumgesprochen. Es ist ja auch nicht unser Mais. Oder unser Hunger. Vor dem Hintergrund dieser Produktivität ist nicht die Anzahl der Menschen in den armen Nationen das Problem, sondern die gelassene Bereitschaft der Reichen, diesen Zivilisationsbruch auszublenden, damit wir uns am Überfluss nicht tot kotzen.

Der Kapitalismus ist nie schuld, er definiert die Probleme gewohnheitsmäßig so, dass sie unlösbar bleiben, damit sich die Kapitalisten nicht mit einer moralischen Begründung herumschlagen müssen. Mit dem billigen Schlüssel, für eine enorme Masse an Menschen in den unterentwickelten Regionen gar nicht genug tun zu können, um deren Leben und Wohlstand zu schützen, weil es eben viel zu viele seien, sind wir fein raus. Wir haben den bequemen Weg gewählt. Uns geht es gut. Noch.

Lustigerweise ist auch hier schon das Boot voll. Wir haben nicht genug Wohnungen für alle, nicht genug Jobs, zu viele Menschen für den Markt, und nicht genug Pflegepersonal für die vielen Kranken, nichtgenug Einzahler für die Renten, nicht genug Fachkräfte. Aber Logik stört hier nur, im Grunde ist auch unser Kontinent überbevölkert, wenigstens aus der Perspektive der Eliten, die sich beim Anblick der vielen Nichtmillionäre ekeln, was da alles ohne Porsche auf der Autobahn herumeiern darf. In ihren Augen backt sich Brot von alleine, Müll holt sich selbst ab, wie sich auch ihr Konto automatisch füllt. Da braucht’s dann die anderen Schichten auch nur, um den Klassenkampf unterhaltsamer zu machen, und das in der Bundesrepublik, die dichter besiedelt ist als Nigeria, die bevölkerungsreichste Nation in Afrika. Warum hat noch keiner gefordert, Monaco mit Napalm auf die korrekte Populationsdichte zu stutzen? Geht irgendwer in diesem Loch einer volkswirtschaftlich relevanten Arbeit nach?

Wir wachsen uns kaputt, und was die obszöne Überbevölkerung angeht, hält uns China längst den Spiegel vor: ein Aufschüttung von Megacities und Industriekonglomeraten, in denen der ganze Dreck für die Europäer zusammengehauen wird. Ein hässliches Bild an Überbevölkerung, das die vor Hochmut und moralischer Überlegenheit triefende Besserwisserei der Altweltkapitalisten anwidert. Bald werden wir es ihnen sagen, dass wir sie für ein verkommenes Völkchen halten, auf das wir mit Abscheu und Selbstgefälligkeit herabblicken. Bald. Ganz bestimmt. Wir müssen nur noch eben kurz verdrängen, dass wir dazu viel zu feige wären.





Sonntags nie

25 11 2021

„Entweder Sie gehen damit zum Allgemeinarzt oder gleich in die Notaufnahme, dann kommen Sie auf die Intensivstation, dann werden Sie an die Beatmung angeschlossen, dann holt der Bestatter Sie ab, und dann werden Sie bei uns abgeliefert. Wenn man Sie nicht zwischendurch noch obduziert.

Im Prinzip ist das eine angenehme Sache, die Kunden reden einem nicht rein, früher oder später sehen wir uns alle – das ist ein ehrenwerter Beruf, man macht etwas mit Menschen, muss sich aber nicht ständig mit ihnen unterhalten, und wenn man nach Dienstschluss seinen Kittel auszieht, hat man einen ruhigen Abend. Die Leute laufen einem nicht weg, die sind ja auch einen Tag später noch tot. Und jetzt dürfen wir hier in Sachsen ja auch sonntags arbeiten, da ist man dann nicht mehr einen Tag in der Woche unzufrieden, weil man nichts geleistet hat für die Allgemeinheit.

Das ist doch eine geschmeidige Lösung, die sich der Ministerpräsident ausgedacht hat: wenn die Intensivstationen schneller als gedacht volllaufen, bringt man die Leichen eben schneller als bisher ins Krematorium. Wie gesagt, immer ohne die lästigen Zwischenstationen wie Kühlung und Pathologie und Bestattungsinstitut, die braucht man ja hier in der sächsischen Politik immer nur theoretisch, wie zum Beispiel auch den Arzt, der für Verstorbene gar keine Todesbescheinigungen ausstellen muss, weil er in der Modellrechnung gar nicht vorkommt. Die sind gar nicht da, die machen keine Probleme, und wenn es Probleme gibt, dann lassen wir sie einfach in Flammen aufgehen.

Mir ist nur noch nicht ganz klar geworden, wer hier am Sonntag eigentlich am Ofen stehen soll – wir haben jetzt schon Personalmangel, vielleicht hat der Ministerpräsident in einem seiner wenigen lichten Momente ja eine praktikable Idee, wie wir die Mehrarbeit vergüten. Dazu müssten wir die Mehrarbeit – es handelt sich nicht um Überstunden, die sind nämlich individuell – nicht nur nach sechs Monaten wieder ausgleichen, sondern auch noch bezahlen. In Wirklichkeit hat die Landesregierung einen Plan in der Schublade, dass in einem halben Jahr hier gar nicht mehr gestorben wird, und das Geld für die Plusstunden vermehrt sich von selbst. Hoffentlich verraten sie uns rechtzeitig, wie das funktioniert. Dass sie uns verraten, das hat ja bisher auch immer funktioniert.

Alternativ könnten wir jetzt alle Mitarbeiter als Teilzeitkräfte anstellen und in Vollzeit beschäftigen. Dann arbeitet hier niemand auch nur eine Stunde mehr als vorher, aber auf dem Papier leisten wir alle doppelt so viel wie vorher. Das wäre vollkommen unsinnig, kostet mehr, bringt nichts ein und kippt uns hinterher richtig auf die Füße. Passt also sehr gut in die übrige Politik dieser Landesregierung.

Natürlich können wir hier die Aschenkapseln bis unter die Decke stapeln, irgendwo müssen die ja am Ende hin – die Bilder mit Särgen kennen wir, die mit den Urnen sehen auch nicht so anders aus. Es werden nur ein paar Dinge dabei übersehen, weil der Ministerpräsident vermutlich zu wenig Zeit hat, auf seine Berater zu hören. Und wurde bisher zum Beispiel noch nicht mitgeteilt, woher wir denn diese ganzen Särge für immer mehr Einäscherungen kriegen sollen – der Holzmangel findet offenbar außerhalb Sachsens, der Bestattungsbranche und des Kopfes von diesem Ministerpräsidenten statt. Ich persönlich habe ja nichts gegen Pappsärge, §20 Absatz 1 Satz 4 Sächsisches Bestattungsgesetz sieht das nur nicht vor. Und wo wir schon mal dabei sind, wenn wir die Urnen hier sechs Monate lang stapeln, weil wir wegen akuten Personalmangels oder der Mehrarbeit keine fristgerechten Bestattungen mehr durchführen können, dann droht uns gemäß §23 Absatz 1 Ziffer 16 wegen Verstoß gegen §19 Absatz 2 ein Bußgeld in Höhe von bis zu 5.000 Euro. §23 Absatz 3. Wir können dann ja die ganzen Pfleger, die wegen der Impfpflicht ihren Beruf an den Nagel hängen und aus lauter Freiheitsdrang nach drei Monaten Sperre Hartz IV beantragen, als Hilfskräfte anstellen, und die Bundeswehr buddelt die Löcher. Ich frage mich nur, was kommt als Nächstes: Sterben ist ein Grundrecht?

Wahrscheinlich steigt in den tschechischen Krematorien gerade weißer Rauch auf, weil wir die Verstorbenen alle ins Ausland karren. Da könnte der Ministerpräsident sich mal erkundigen, ob wir nicht gleich die Kühlzellen in Tschechien nutzen könnten oder die Sarglager. Oder die Intensivstationen. Das wäre ja fürs Weihnachtsgeschäft sowieso das Beste, wenn wir den ganzen Zauber einfach irgendwo hin abschieben können, hinter irgendeine Grenze, die wir sonst eigentlich auch nur brauchen, damit die ganze Scheiße nicht zu uns rüberschwappt. Dann kann man hier auch wieder die Weihnachtsmärkte wieder aufmachen, es gibt noch mehr Leichen, weil das medizinische Personal wegen der politisch angeordneten Mehrarbeit die zusätzlichen Kranken auf den Intensivstationen nicht mehr versorgen kann, und dann haben wir wieder Weihnachtsfeier und Silvesterparty und Shopping und den ganzen Rest und noch mehr Leichen. Die Landesregierung hat die Apokalypse absolut im Griff.

Wissen Sie, was ich liebend gerne zu diesem Ministerpräsidenten sagen würde? Dass ich mich so sehr freue, ihm als Kunden meinen Service zugute kommen zu lassen. Am besten gestern.“





Glühwein mit Schuss

24 11 2021

„… werde es auch bei einer zunehmend sich verschärfenden Corona-Lage Weihnachtsmärkte in Bayern geben. Ministerpräsident Söder habe sich allerdings entschieden, dass es in diesem Jahr nur ohne den Ausschank alkoholischer Getränke im…“

„… zu Protesten in der Bevölkerung kommen werde. Zahlreiche CSU-Ortsverbände seien wütend und entsetzt, dass es keine Freiheit mehr für das Brauchtum gebe, sich in der Öffentlichkeit zu…“

„… habe Söder betont, dass man auf einer Veranstaltung mit Maskenpflicht ohnehin keinen Punsch zu sich nehmen könne. Die Frage, warum der Verkauf von Fruchtsaft und Limonaden weiter erlaubt bleibe, sei wegen eines technischen Fehlers und des plötzlichen Endes der Gespräche dann nicht mehr im…“

„… dass sich dazu die Drogenbeauftragte der geschäftsführenden Bundesregierung nicht äußern werde. Die Gefahr sei für Ludwig zu groß, dass die Bürger durch ein Verbot des kulturell akzeptierten Alkohols zum Konsum tödlicher Rauschgifte wie Marihuana ermuntert würden, was Risiken für die Volksgesundheit und den kriminellen…“

„… im öffentlichen Raum stattfinde. So dürfe eine Kontrolle auf vorherigen Alkoholkonsum, den sogenannten Vorglühwein, nur mit Einverständnis der Gäste durchgeführt werden und sei auch nur zu beanstanden, wenn die Blutalkoholkonzentration ein für die öffentliche Sicherheit relevantes Maß überschritten habe, so dass die Wirkung des…“

„… die Umfragen der Christsozialen von Söders Entscheidung beeinflusst würden. Im zweiten Jahr, in dem es kein Oktoberfest gebe, könne dieses Eintreten gegen den kollektiven Alkoholkonsum für einen Stimmverlust in Höhe von mindestens…“

„… auf den Freistaat Sachsen ausgeweitet werde. Wie Ministerpräsident Kretschmer in einer Pressekonferenz betont habe, werde auch in seinem Bundesland zu nichtalkoholischen Events kommen, was zur Vermeidung riskanter Gruppenbildung in den Innenstädten und damit zur Senkung des…“

„… oder einen Vermittlungsausschuss einsetzen wolle, der die Interessen der Bürger gegenüber der Bayrischen Landesregierung vertrete. Allerdings sei der Vorschlag, spezielle Masken mit einer Öffnung für einen Trinkhalm an die Marktbesucher zu verkaufen oder selbst gelochten Mundschutz zu erlauben, aus hygienischen Gründen nicht bis in…“

„… der sächsische Bürgerprotest Saufen ist Freiheit nicht gerichtlich verboten werde, solange es nicht zu Rauschtaten komme. Im Falle von Gewaltdelikten unter dem Einfluss von Alkohol sei nochmals zu bedenken, dass die strafmindernde Wirkung des…“

„… in Franken mehrere Märkte bereits von den Schaustellern abgesagt worden seien. Ohne den Ausschank von Glühwein, Glögg und Punsch falle deren Hauptumsatzquelle weg, was letztlich zu keiner rentablen Teilnahme mehr an den…“

„… spare alleine die Stadtverwaltung Leipzig im Entsorgungsbereich mehrere zehntausend Euro ein. Im Schnitt müsse bei einem Weihnachtsmarkt mit Verzehr alkoholischer Getränke pro Tag eine Menge von gut einem Kubikmeter Erbrochenem von den Straßen der sächsischen…“

„… Umsatzeinbußen in erheblicher Höhe zu befürchten seien. Aldi Süd werde auf etwa zwanzig Millionen Tetrapaks zu einem Liter Glühwein sitzen bleiben, was sich auch auf das Weihnachtsgeld der Mitarbeiter und die Boni der…“

„… dass das Kulturprogramm auf den Märkten in diesem Jahr gestrichen werde. Die Stadt Leipzig führe dafür allerdings nicht den Infektionsschutz als Grund an, sondern habe die Vermutung, dass die Musik von nüchternen Besuchern kaum…“

„… auf den bayerischen Märkten gleichzeitig Zelte für eine mobile Corona-Schutzimpfung aufgebaut werden sollten. Die Landesregierung sei unter dem Motto Glühwein mit Schuss angetreten, die Impfquote nochmals um…“

„… würden Chemnitz und Dresden mitgehen und einen alkoholfreien Weihnachtsmarkt für die Bürger ausrichten. Weidel habe das Einknicken der CDU vor der offenbar muslimisch gesteuerten Anti-Alkohol-Hasspropaganda des Volksverräters Kretschmer als unleugbaren Beweis für die weitere Islamisierung Deutschlands bezeichnet und fordere von den Sachsen, sich notfalls mit Waffengewalt gegen den Unrechtsstaat zu…“

„… warne ein Sprecher der Corona-Leugner vor dem Betreten der bayerischen Weihnachtsmärkte. Man wolle die Bürger in einen total ungewohnten Zustand der Nüchternheit versetzen, um sie dann auf Befehl der Pharmaindustrie totzuspritzen. Dies könne nur durch orale Einnahme von Brennspiritus mit Schmierseife und Lindenblütenhonig bei gleichzeitiger Injektion von…“

„… hätten erste Tests mit am Körper befestigten Kunststoffblasen stattgefunden, um mit Hilfe eines Saugschlauchs mitgeführten Glühwein zu trinken. Ein 23-jähriger Leipziger habe durch einen in der Leistengegend geplatzten Katheterbeutel schwere Verbrühungen erlitten und sei ins Klinikum St. Georg eingeliefert worden, wo er sich einer…“

„… sei die Polizei auf Eskalationen vorbereitet. Man habe in Bayern mehrere Hundertschaften trainiert, Menschentrauben um Süßwarenstände mit unmittelbarem Zwang zu eliminieren. Darüber hinaus könne ein Hubschraubereinsatz die…“

„… es organisatorisch zu kompliziert sei, bei den Besuchern Impfnachweise oder Schnelltests auf Echtheit zu kontrollieren. Man setze vielmehr auf die Eigenverantwortung der Menschen, die nur eine friedliche Weihnachtszeit und ein gesundes…“





Bonusmeilen

23 11 2021

„Das ist ein Überfall!“ „Setzen Sie gefälligst Ihre verdammte Maske auf!“ „Schnauze, sonst…“ „Sonst was?“ „Wollen wir sonst schießen?“ „Sie befinden sich in einer Flughöhe von knapp zwölf Kilometern in einer Kabine und riskieren einen Druckabfall, wenn Sie um sich ballern.“ „Ich…“ „Und jetzt setzen Sie Ihre verschissene Maske auf, sonst fliegen hier gleich die Frontzähne!“

„Ich jage die ganze Maschine in die Luft!“ „Ah, die Nummer.“ „Wir sind schon in der Luft.“ „Ich warne Sie!“ „Nur aus Interesse, haben Sie ein gültiges Impfzertifikat?“ „Oder einen negativen Schnelltest?“ „Das geht Sie gar nichts an!“ „Ah, wir sind also nicht geimpft?“ „Er hat ja nicht gesagt, dass er nicht geimpft ist.“ „Wenn man nicht sagt, ob man geimpft ist, dann ist man normalerweise nicht geimpft.“ „Stimmt auch wieder.“ „Ich will jetzt sofort mit dem…“ „Sie wollen jetzt erst mal einen Bogen ausfüllen, damit wir hier Ihre Personalien aufnehmen können.“ „Alternativ können Sie uns selbstverständlich auch Ihr Ticket reichen.“ „Ich möchte hier nur anmerken, dass das für uns nicht ausreichend sein wird.“ „Die Airline hat sich wohl ein Impfzertifikat zeigen lassen, das korrekt war.“ „Allerdings werden Fälschungen in der Regel nicht als solche erkannt.“ „Auch besonders plumpe nicht, wie Sie sich denken können.“ „Aber…“ „Und am Flughafen war es dem Personal ziemlich egal, was Sie da gezeigt haben.“ „Das ist bescheuert, aber durchaus verständlich.“ „Als Wirtschaftsbetrieb muss man nun mal Prioritäten setzen.“ „Aber…“ „Das hätten Sie sich vielleicht früher überlegen sollen.“ „Und jetzt setzen Sie sich gefälligst auf Ihren Platz, sonst haben wir gleich keine Lust mehr auf Ihre Spielchen.“ „Tomatensaft?“

„Ich will jetzt sofort den Piloten sprechen!“ „Das wollen sie alle.“ „Welchen denn?“ „Ich denke, er meint den Kapitän.“ „Meinen Sie, der wird sich mit einem Typen mit unsicherem Impfstatus abgeben?“ „Der hat sicher Besseres zu tun.“ „Ich will jetzt auf der Stelle…“ „Ich will ein Einhorn!“ „Und ich will, dass jemand die FDP mit Napalm aus dem Verkehr zieht.“ „Hatten Sie bisher Erfolg?“ „Eher nicht, und Sie?“ „Sieht man ja.“ „Verdammte Scheiße, wenn Sie mich jetzt nicht sofort zu den Piloten bringen, dann werde ich hier alle abknallen, die sich mir in den Weg stellen!“ „Das klingt nach einem Plan, oder?“ „Würde ich nicht leugnen.“ „Sie wissen schon, dass so ein Verkehrsflugzeug nur mit soliden Kenntnissen zu bedienen ist?“ „Falls Sie sich mit dem Gedanken tragen, nach dem Flug auch eine Landung zu machen, sollten Sie das nicht ganz außer acht lassen.“ „Es sei denn, Sie sind eher ein Selbstmordattentäter.“ „Wobei die Bezeichnung ‚Amok‘ die Sache präziser…“ „Schnauze!“ „Jetzt machen Sie mal keine Welle, Mann!“ „Falls Sie es nicht gemerkt haben sollten, es steht hier ungefähr zweihundert zu eins.“ „Falls Sie sich als asoziales Arschloch outen wollen, wäre jetzt ein sehr guter Zeitpunkt.“ „Bringt sicher Zückerchen bei der Strafzumessung.“ „Ich…“ „Ja, Sie sind ein ganz normaler Mensch, der sein Impfzertifikat nicht zeigen wollte.“ „Interessanterweise haben Sie auch keine Gelegenheit ausgelassen, sich mit falschen Papieren bis hier durchzuschlagen.“ „Ohne Maske.“ „Und das Bordpersonal hat Sie natürlich nicht gefragt.“ „Und den Test haben Sie gar nicht erst gemacht.“ „Sicher ist sicher.“ „Ich werde…“ „Jetzt auch noch komisch werden, wie!?“ „Ich knall hier den nächsten ab, der sich…“ „Sie ziehen jetzt diese verdammte Maske auf!“ „Oder wollen Sie Ihre Gebissreste mit zwei gebrochenen Armen vom Teppich popeln?“ „Schnauze jetzt!“ „Da ist aber einer ungehalten!“ „Keine Bonusmeilen gekriegt?“ „Vielleicht hat er nur einfach keinen Bock, mit den ganzen anderen Pappnasen nach Malle zu fliegen.“ „Wieso Malle?“ „Dachten Sie, das ist die Maschine nach Afghanistan?“ „Augen auf im Luftverkehr!“ „Ich wollte doch raus!“ „Naja, könnte klappen.“ „Hängst auch davon ab, wie man das definiert.“ „Sonst könnten wir ihm schon mal einen Fallschirm geben, dann kann er sich die Flugzeit verkürzen.“ „Exzellente Idee.“ „Wo sind wir denn hier?“ „Also momentan irgendwo zwischen Koblenz und Wiesbaden, wenn Sie aussteigen wollen, haben Sie gute Chancen, den Rhein zu erwischen.“ „Sie wollen mich verarschen!?“ „Sehen wir etwa so aus?“ „Das müssen wir entschieden zurückweisen!“ „Ganz entschieden!“ „Ich will jetzt auf der Stelle den Kapitän sprechen!“

„Jetzt kommen Sie mal runter, wir können doch über alles reden.“ „Ich will aber nicht!“ „Haben Sie ein generelles Maskenproblem oder ist das nur hier im Flieger so?“ „Die haben mich schon aus der Bank rausgeworfen!“ „Ah, verstehe.“ „Lassen Sie mich raten: Strumpfmaske?“ „Wenn die dann noch nach dem Impfpass fragen, dann ist das natürlich datenschutzrechtlich kompliziert.“ „Da kann man ja am Eingang gleich seine Kundenkarte zeigen.“ „Also ich fände das okay.“ „Und es erleichtert die Strafverfolgung.“ „Das stimmt, hatte ich noch gar nicht…“ „Ich habe jetzt die Schnauze voll, ich will sofort den Kapitän und den Piloten!“ „Also wen denn jetzt?“ „Ich gehe da jetzt rein, und Sie werden mich nicht hindern!“ „Moment, Sie müssen doch erst den Test machen!“ „Gehen Sie nicht durch die Tür, die ist gesichert und…“ „Ich will jetzt sofort den…“ „Halt!“

„Fallschirm hatte er keinen?“ „Nicht, dass ich wüsste.“ „Gut, dann ist gleich Getränkeservice.“ „Haben wir noch Kekse?“ „Reicht aus.“ „Gut.“ „Fertig?“ „Sehr geehrte Fluggäste, wir befinden uns auf einer Flughöhe von zwölf Kilometern über dem Oberrhein. Es besteht keinerlei Anlass zum…“





Bewegungsspielraum

22 11 2021

„… die Änderungen am Infektionsschutzgesetz beschlossen worden seien, um einen rechtssicheren Rahmen für die Bekämpfung der Pandemie zu schaffen. Der Schutz für die Bevölkerung müsse im Mittelpunkt des…“

„… scharfe Kritik aus den Reihen der Union komme. Brinkhaus werfe Grünen und Liberalen vor, nicht regierungsfähig zu sein, da sie in der Vergangenheit die sich als unwirksam erwiesenen Maßnahmen kritiklos mitgetragen hätten, was ein deutlicher Beweis für ihre verheerende…“

„… dass ähnliche Lockerungen bereits jetzt in Österreich nicht funktioniert hätten. Für die Grünen sei dies nicht plausibel, da hier lediglich Werte wie die Inzidenz verwendet worden seien, was jedoch in Deutschland durch eine viel genauere Auswertung der Anzahl der Intensivbetten in den…“

„… werde es mit der FDP nur dann einen bundesweiten Lockdown geben, wenn sich im Gegenzug die Koalitionspartner zur Senkung der Einkommensteuer und des…“

„… die Schließung der Impfzentren von der Vorgängerregierung beschleunigt worden sei, da Spahn davon habe ausgehen können, dass einer SPD-geführten Regierung die Bekämpfung der Pandemie weniger wichtig erscheine als die Freigabe von Drogen und…“

„… seien die Veränderungen nicht unbedingt wirksam, aber rechtssicher. Scholz vertraue darauf, dass Karlsruhe etwaige Klagen aus der Union und anderen Querdenkerverbänden sofort als…“

„… das Verbot, öffentlich Sport zu betreiben, hinfällig sei. Spiele der Fußball-Bundesliga dürften dann allerdings weiterhin nur unter Einhaltung der Abstandsregeln sowie mit…“

„… und körpernahe Dienstleistungen wie einen Frisörbesuch nur mit tagesaktuellem Test gestattet würden. Da Testzentren erst nach langer Wartezeit die Ergebnisse aushändigten, müsse man nun die Ausweitung der Öffnungszeiten für Frisörbetriebe in einer gesonderten Regelung des gewerblichen…“

„… die 3G-Regelung am Arbeitsplatz nicht für systemrelevante Berufe gelten solle. Da sich die Arbeitnehmer in Pflege- und Medizinberufen nun impfen lassen müssten, sei dies ein guter Ausweg, um flexible Ausnahmen auf freiwilliger Basis zu…“

„… die Sozialdemokraten auf den Respekt der Bürger vor dem Virus setzen würden. Gleichzeitig habe Scholz ein sehr gutes Gefühl, dass das Virus auch die Bürger respektieren werde, wenn diese sich zu solidarischem…“

„… habe sich die FDP gegen die Möglichkeit eines allgemeinen Lockdowns entschieden, da dieser kontrolliert werden müsse, um keine vorsätzliche Ungleichbehandlung zu erzeugen, die noch mehr Ungeimpfte davon abhalten würde, eine Impfung zu erwägen. Außerdem sei die persönliche Freiheit der Bürger, sich mit Corona zu infizieren, nicht auf die eigene Wohnung zu beschränken, da dies einen erheblichen Eingriff in die…“

„… kreative Lösungen erfordere. So sei es nach den neuen Bestimmungen möglich, große Areale im öffentlichen Raum durch Bodenmarkierungen zu teilen, so dass beispielsweise die Aerosolbelastung auf Weihnachtsmärkten nur noch anteilig gemessen werden müsse, die mehr Bewegungsspielraum für die Besucher eines…“

„… wolle die SPD den österreichischen Weg der Impfpflicht nicht einschlagen, da der Import von diktatorischen Programmen historisch vorbelastet und außerdem rechtlich nicht…“

„… kaum für die Wirtschaft geeignet sei. Die nordrhein-westfälische CDU vermisse Maßnahmen für Küchenbauer, die unter normalen Bedingungen wie einem Wahlsieg der Union nicht durch die ideologiegetriebenen Zwangsaktionen der SPD in der ökoterroristisch-liberalen Koalition der…“

„… könne die Regierung auch den Ländern die Anordnung schärferer Restriktionen überlassen. Für Scholz sei es nicht ausgeschlossen, die kostenlosen Bürgertests wieder abzuschaffen, wenn dadurch zu hohe Infektionszahlen entstünden, die sich negativ auf die Weihnachtsstimmung in den…“

„… verspreche Merz, als nächster CDU-Vorsitzender die Probleme zu bekämpfen, die die SPD hier vorsätzlich ausblende. Keiner müsse unter seiner Kanzlerschaft gendern, Lastenrad fahren oder ein Schnitzel vor dem Volksgerichtshof den…“

„… die 3G-Regeln in Fernzügen nur bis zur nächsten Landesgrenze gelten würden. Die Ministerpräsidentenkonferenz sei nun gefordert, eine wechselseitige Anerkennung der jeweiligen…“

„… habe sich die CDU immer schon gegen Gesetze gewehrt, die in die Selbstbestimmung der Bürger eingreifen würden. Darum sei die Union ein erklärter Gegner von Vorratsdatenspeicherung, den neuen Polizeigesetzen, des §291a sowie einer…“

„… wolle Göring-Eckardt die Maßnahmen wie den Verbraucherschutz organisieren. Wie dieser den Verbraucher schütze, so sei der Infektionsschutz eine staatliche…“

„… die AfD gegen die menschenverachtende Politik der Stalinisten protestiere. Wenn Impfgegner weder Geschäfte noch Freizeiteinrichtungen betreten dürften, seien sie gezwungen, sich auf den Straßen aufzuhalten, wo sie bei nicht untersagten Demonstrationen einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt seien. Dies diene letztlich nur dem Plan des Volkstodes, der Scholz erlaube, die Besiedelung Deutschlands mit minderwertigen Rassen zu…“

„… verbinde Lindner das Gesetz mit vielen Innovationen, die im Laufe der kommenden Jahre nur noch erfunden werden müssten. Dies verschaffe Raum für Steuersenkungen und eine große…“





Biedermeier

21 11 2021

für Heinrich Heine

Wie ist der Himmel deutsch und bunt
von allen Freiheitsschäumen!
Das reicht dem braven Manne, und
er will nichts andres träumen.

Er hockt, samt Weib und Töchterlein,
den ganzen Tag so friedlich
in seiner Kammer, klein und fein,
und findet sich gemütlich.

Die Holde schmückt er mit Geschmack
mit Hauben und Preziosen,
sich selber stopft er in den Frack
und viel zu enge Hosen.

Das macht, man schreitet steif und stumpf
und unterhält sich kläglich.
Der Herr beugt höchstens seinen Rumpf
und denkt auch unbeweglich.

Das schadet dem Theater nicht,
dort schmunzelt auch der Preuße.
Wer sich auch davon nichts verspricht,
bleibt hockten im Gehäuse.

Das will zu jeder Jahreszeit
ganz ausgesucht ihm schmecken,
mit Ansichtsglas und Hausmannskost
die Pflichtgefühle wecken.

Vor allem ist das Weihnachtsfest
ihm bürgerlich behaglich,
so schlicht und schön – der ganze Rest
bleibt ihm dagegen fraglich.

Noch heute sind wir biederlich
vom Scheitel auf die Schuhe.
Die ganze Welt ist liederlich.
Wir wollen unsre Ruhe.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DLXX)

20 11 2021

Roger fragt beim Bäcker in Trannes,
ob er wohl ein Brot haben kann.
Er rief schon so lange
vom Ende der Schlange,
er war ja noch lange nicht dran.

Negrito stand in El Factor
am Samstag stets hinter dem Tor
und jubelte schallend,
weshalb er missfallend
auch krächzte dann im Kirchenchor.

Der Wein von François war in Soucht
bei allen begehrt. Eine Wucht,
fand man schon beim Naschen
und feilscht um die Flaschen.
Man schlug ihn beinah in die Flucht.

Sieht Kjeld man, der in Overlade
aufs Rad steigt, fährt er ans Gestade,
ganz quer über Felder
und Straßen und Wälder.
Er nimmt immer nur die Gerade.

Fabienne geht mit Hut oft durch Vicq.
Genügt ihr im Spiegel ein Blick,
so fasst sie in Eile
herauf auf die Beule
und gibt ihm gekonnt einen Knick.

Wer Wellington sieht in Imbert,
wie er seine Hauseinfahrt kehrt,
der sieht einen Reiter
und stutzt und geht weiter.
Er fegt selbstverständlich zu Pferd.

Thierry holt zur Weihnacht in Schwoben
vom Boden, der ziemlich hoch oben,
ein Bäumchen nebst Ketten.
Man kann darauf wetten,
dafür wird man ihn kräftig loben.