Pflichtberatung

19 08 2018

Die freie Entfaltung der Persönlichkeit umfasst einiges, unter anderem jede Menge Möglichkeiten, sich als geistig sehr ungesegnet zu outen. Manche brüllen rechtsextreme Parolen, manche werden extra Präsident übel beleumundeter Staaten. Auf dem Anfängerlevel reicht meist eine mehr oder minder geschmacksbefreite Hautstechung, die bis zum Eintrocknen des Bindegewebes den Lemming der Mainstreamkultur erkennen lässt. Alles legal, zumindest letztere Option. Aber wir leben in einem Land, in dem der linksversiffte Liberalismus den Bürgern zu viel Freiheit bietet, und die CDU-MdB Gitta Connemann fordert eine Beratung vor dem Anbringen solcher Tätowierungen, damit keine spontane Entscheidung das ganze Leben ruiniert. Abgesehen davon, dass jeder anständige Tätowierer Termine vergibt, statt sofort die Nadel in den Wanst zu dreschen, was könnte man denn da noch so alles durch eine vorherige Pflichtberatung in ordentliche Bahnen lenken? Vorstellungsgespräche für die falsche Berufsausbildung? Fortpflanzungsversuche vor der Ehe? Es gibt Schlimmeres. Zum Beispiel, CDU zu wählen. Alle weiteren Anzeichen, dass die Politik ein Problem mit dem intellektuellen Niveau ihrer Protagonisten hat, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • käse väter: Wird besonders am Fetatag geschätzt.
  • mythos umvolkung: Man muss nur tausend Jahre warten.
  • maut csu: Hätte Merkel das nicht auf Drängen der Blauweiß-Nazis eingeführt, könnte man sie heute nicht dafür verantwortilch machen.
  • homolobby: Nett, wie Sie AfD sagen.
  • kindergeld: Wird sicher von den vielen rechten Wählern nur widerwillig für die Geburt arischer Säuglinge genommen.
  • meinung diktatur: Das erste Problem ist, jeder hält eine Meinung für nötig.
Advertisements




In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDVI)

18 08 2018

Es ärgerte Vlasta in Moorkopf:
„Wenn ich bei der Ankunft ans Tor klopf,
will ich keinen stören,
doch niemand wird’s hören,
wenn ich vorher nicht zehnmal vorklopf.“

Tauana schraubt in Tuanai
am Fahrrad herum. Alle drei
der Kränze sind feste,
die Schaltung die beste –
die Kette jedoch, die dreht frei.

Spricht Otakar manchmal in Nußlau
der Holden: „Wenn ich eine Nuss kau,
die ich nach dem Knacken
mir schieb in die Backen,
kann’s sein, dass ich mir einen Kuss klau.“

Hat Ramesh mal Freizeit in Feni,
bleibt er auch zu Hause. „Ich geh nie
zu anderen Leuten
und schau nicht nach Bräuten.
Denn die, die ich such, seh ich eh nie.“

Es stöhnt Jitka müde in Nettolitz.
„Was ich bei der Buchhaltung netto sitz,
ist nicht zu ertragen.
Es hilft auch kein Klagen,
hätt ich nicht stattdessen in petto Witz.“

Chum trug Fackeln durch Anlong Veng.
„Die Gassen sind vielfach so eng,
dass ich mit den Flammen,
mit allen zusammen,
mir ständig die Nase verseng.“

Dass František sich in Neuhütte
mit Altmetall eindeckt und bitte,
ihm solches zu bringen,
will nicht in ihn dringen,
bis er’s vor die Nachbarstür schütte.





Gernulf Olzheimer kommentiert (CDXXVII): Die europäische Abschottung

17 08 2018
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Die erste Grenze bestand aus einem Haufen unbehauener Steine, die Uga mit den Seinen in die Steppe schleppte. Es sah imposant aus, wenigstens dann, wenn man unmittelbar davor stand. Mit etwas Distanz schwand der Eindruck, denn die Schwäche des Projekts wurde rasch offenbar. Man konnte die Maue mühelos umgehen. Was mit einem kleinen Stück Grasland zwischen einem Tümpel und einer Felswand mühelos funktionierte, nämlich den Beweis zu erbringen, dass die Abschottung nur in den grottoiden Gedanken tiefstbegabter Choleriker sinnvoll ist, lässt sich ebenso einfach auf ganze Kontinente übertragen, vornehmlich auf Europa, den angeblich von Werten zusammengehaltenen Flickenteppich kriegsdurstiger Völker, die vom letzten Durchgang genug Hass in der Schublade haben, um dem Nachbarn eins über die Rübe zu ziehen. Die Zäune hoch, die Reihen fest geschlossen – billiger ist das nicht zu haben.

Man stelle sich vor, eine internationale Behörde, den Resten des weströmischen Reichs entsprungen, hätte während der Völkerwanderung Pässe und Nationalitäten kontrolliert. Wo man heute oft weder an der Kenntnis der jeweiligen Hochsprache noch der dazu gehörigen Kultur den Dänen, Deutschen oder Polen erkennt, war dem Cherusker seinerzeit reißpiepenegal, ob der Chatte oder Chauker in der Grenzregion Dialekt sprach. Er verstand ihn eh nicht. Bis in die Gegenwart fräst sich der Mythos in den Stammhirnen fest, die Vandalen seien mit Sack und Pack in einem langen Feldzug plündernd und brandschatzend über Land gewalzt, die Blaupause für das, was der geneigte Nationalsozialist heute als Umvolkung bezeichnet. Krieg haben alle geführt, alle gegen alle, aber wie den anderen schlossen sich auf Geschäftsreise manche durchziehenden Horden an, kamen ein bisschen später dazu, stiegen etwas früher wieder aus, und dieser bunt verschwiemelte Haufe, der für außenstehende Historiker amorph und also vollkommen einheitlich aussehen musste, erreichte tatsächlich die afrikanische Nordküste. Es fällt leicht, sich auszumalen, dass die heutige Migration die einen oder anderen DNA-Bestände osteuropider Herkunft über das Mittelmeer wieder an seinen Ursprungsort zurückführen, aber das wollen genetikbekiffte Blut-und-Boden-Deppen ja lieber nicht hören. Sie glauben an ein historisches Konstrukt, das war schon immer einfacher.

Was folgt, ist die konsequente Demontage der Souveränität. Die regierenden Heißdüsen in den bisher noch demokratisch angestrichenen Staaten schleifen sich ungezwungen selbst, sägen ihr Recht in handliche Stücke, die sich leichter verklappen lassen als die noch existierenden Verfassungen. Um Grenzen durch Europa zu ziehen, setzen die politischen Konglomerate enorme Geldmengen ein, die ihnen angeblich durch die Aufnahme fremder Menschen verlustig ginge. Um eine europäische Wertegemeinschaft vor dem Einfall minderwertiger Migranten zu schützen, schaffen die herrschenden Schädelvollprothesen jeden Anflug von Werten, die mit den Waffen der Aufklärung gegen Mittelalter und Feudalismus erkämpft worden waren, einfach ab, um sich in der vorsintflutlichen Gesellschaft wiederzufinden, deren infektiöse Wirkung man den Migrierenden in die Schuhe schieben wollte. Sie hängen mit dem Hals im Eisenzaun fest, die Säge in der Hand, und entfernen zur Sicherheit den Kopf.

Der Staat lässt blindlings geschehen, dass sich die Zivilgesellschaft in seine ureigensten Aufgaben einmischt, um beknüppelt und in paramilitärischer Formation durch die Landschaft zu ziehen, echte und ausgedachte Marken zu verteidigen als vom Gesetz nicht vorgesehene Bürgerwehren. Dass auch waffenrechtlich kritische Auftritte gern gesehen werden, hat seinen Grund, drischt die Mischpoke doch in einem eh als rechtsfrei deklarierten Raum sich lustig den Volkswillen aus der Birne. Nur da, wo wirklich Werte betroffen sind, wo Menschen im Meer ertrinken oder auch nach dem verquasten Rest an Asylrecht noch bleiben dürften, schreiten die Realitätsallergiker ein – sie meinen damit das letzte Stück Rechtsstaat wiederherstellen zu können, das ihnen der braune Mob längst unter dem Hintern hat wegziehen können, um sich in Parlamenten und Staat gemütlich einzurichten auf die nächste Runde Gulagsuppe für die ganze Belegschaft.

Der geistig längst wieder im Militarismus der Nationalstaatsepoche angekommene Hominide preist seinen Bunker für die Blümchentapete auf Staatskosten. Mehr bleibt ihm nicht, denn der Rest geht für seine innere Sicherheit drauf. Solange er nicht vor die Tür muss, ist draußen alles Feind, und es scheint ihn nicht mehr zu kümmern, dass die Grenze in zwei Richtungen wirkt. Wer einmal hier ist, seine Freiheit aber massiv eingeschränkt sieht, wird nicht gehen, um wiederzukommen. Er passt sich an, ohne sich zu integrieren, denn ein eigenes Gefängnis findet sich schnell. Der Kriegszug der marodierenden Völker bleibt aus, wie er auch in der Antike an der Schwelle zum frühen Mittelalter ausblieb. Kommende Generationen werden den täglichen Ausnahmezustand als Schmierenkomödie erkennen. Fraglich ist, ob ein ordentlicher Krieg die bisherigen Maßnahmen rechtfertigen könnte. Aber wer wissen will, wie sich Geschichte wiederholt, sollte nicht die Geschichtsschreiber fragen. Sie sind zu dicht dran.





Enkeltrick

16 08 2018

„Nee, gucken Sie mal: wenn da einer kommt und sammelt für ein neues Atomkraftwerk, drücken Sie dem eine Euro in die Hand? Merken Sie selbst. Ich meine, wie kann man so naiv sein?

Ja doch. Man soll seine Rechnungen immer bezahlen, sonst wird das am Ende nur noch viel teurer. Wie wir hier neulich die Handwerker im Haus hatten, die mussten auch nur einmal mahnen. Zweimal? dann zweimal. Aber gezahlt haben wir, der Anwalt von denen war ja dann auch sehr nett und hat gemeint, wir würden hoffentlich nichts mehr voneinander hören, und die Wasserhähne haben sie uns auch da gelassen. Also alles gut. Und jetzt stellen Sie sich mal vor, die hätten eine Autobahn über unser Grundstück gebaut.

Darum geht es doch. Die von diesem Troll Collect, oder wie dieser Sammelbüchsendienst heißt, die wollen tatsächlich Geld haben, und die Regierung, lustig sind sie ja, das muss man denen lassen, die zahlen einfach nicht. Richtig finde ich das, sehr richtig. Sie kennen doch den Spruch: mit dem Bezahlen verplempert man das meiste Geld? Eben, und wenn Sie merken, dass das das Geld von uns unschuldigen Steuerzahlern ist, dann hat das Ganze eventuell auch noch einen Funken von Wahrheit! Die können da doch nicht einfach so eine Rechnung stellen, steht da drin: fünf Milliarden so, irgendwie, zahlen Sie mal bis zum, wenn nicht, wir haben auch Anwälte. Was würden Sie denn machen, wenn da plötzlich so eine Rechnung kommt, fünf Milliarden, und Sie haben das gar nicht bestellt?

Ja, die Geschichte von den Telefonrechnungen, die kenne ich auch noch. Das waren damals, warten Sie mal, das waren zehn Millionen Mark damals, die sollte mein Schwager an die Bundespost zahlen. Ich dachte schon, Mensch, die kommt noch aus der Inflation, der Rest sind Zinsen, aber nix da, die Rechnung war natürlich echt. Nun hat der zwar eine Tochter gehabt damals, siebzehn, die hatte einen ausländischen Studenten kennengelernt, mit dem hat sie dann öfters mal telefoniert. Sie meinte, sie kann damit ihre Sprachkenntnisse ein bisschen auffrischen, er hat ihr das auch geglaubt, aber dass da zehn Millionen Mark rauskommen? Na, immer noch besser als Nachwuchs.

À popo, was würden Sie denn machen, und zwar als Staatssekretär, wenn da so eine Rechnung kommt? Da stehen dann demnächst kleine Mädchen vor der Tür, die sammeln kleine Spenden für den Hauptstadtflughafen, der in weniger als zwanzig Jahren eröffnet werden soll. Das sollen Ihre Enkel noch miterleben können. Also plumper geht’s doch nicht mehr, oder? Nee, nicht erpressen lassen. Wenn die ihre Finanzierung nicht in den Griff kriegen, was hat denn der deutsche Steuerzahler damit zu tun? Deshalb haben wir doch alles privatisiert, damit wir eben nicht mehr dafür bezahlen!

Jetzt werden Sie sagen, wir haben doch auch die Banken gerettet. Stimmt ja auch, gebe ich Ihnen sofort recht. Schweinerei, wenn Sie mich fragen, aber da hatten wir ja keine andere Wahl. Denn bei dem Geld handelte es sich doch schließlich um unseres, nicht wahr, und wenn wir unser eigenes Geld mit unserem eigenen Geld retten können, das ist doch logisch? Die Politiker erzählen uns doch auch immer von Eigenverantwortung, da macht das doch endlich mal Sinn!

Aber hier, dieses Troll Collect, da haben wir ja auch noch zehn Milliarden Miese. Nee, nicht die CSU, so viele Mitglieder haben die gar nicht. Wahlstimmen auch nicht, obwohl Söder ja schon am Ergebnis bastelt. Aber die Verkehrsminister der letzten Jahre haben das alles nicht gewollt, davon gehe ich mal aus. Die wollten einfach nur eine ganz normale Behörde für irgendeinen sinnlosen Scheiß, mit dem man den Bürgern die Kohle aus der Tasche ziehen kann, um sie dann als Steuermehreinnahme an die Leistungsträger zu verteilen, weil die ja als Autofahrer so viel bezahlen müssen. Hätten sie mal lieber gleich in die Grenzsicherung investiert, dann hätten wir nicht immer diese vielen Ausländer auf den Autobahnen und müssten das nicht von der Steuer wiederbekommen. Oder irgendwie so, ich hab’s ja auch nicht kapiert. Also ich hatte es schon kapiert, aber dann kamen der Glos, der Ramsauer und der Dobrindt und jetzt der Scheuer, und jetzt kapiert keiner mehr was. Ist ja auch logisch, die haben ja auch nichts kapiert, von Anfang an haben die nichts kapiert. Aber die hatten vielleicht auch nur Gutes im Sinn. Die wollten einfach nur eine ganz normale Behörde für irgendeinen sinnlosen Scheiß, mit dem man den Bürgern die Kohle aus der Tasche ziehen kann, und dann braucht man jemanden, der das verwaltet, im Bekanntenkreis hat man da als Politiker bestimmt den einen oder anderen Politiker, der schon aus rechtlichen Gründen, ich meine, ich weiß es ja auch nicht, aber da gehen dann viele halt in die Wirtschaft. Oder in Teilzeit, wenn ihnen das Staatsamt noch so viel Zeit lässt, das weiß man ja auch alles nicht. Man weiß ja so wenig, wissen Sie?

Also wenn da demnächst einer bei Ihnen auf dem Grundstück steht, und der will da einen Bahnhof verbuddeln, so einen richtigen Bahnhof mit Tunnel und kaputter Brandmeldeanlage und Immobiliengesellschaft und Drogenviertel in Ihrem Hinterhof – nix. Lassen Sie sich immer erst den Kostenvoranschlag zeigen.“





Faust auf Faust

15 08 2018

„… nicht zu Deutschland gehöre. Die AfD lehne jede öffentliche Werbung für Linkshändigkeit ab, um die …“

„… das Wirtschafts- und Arbeitsleben im Zuge der allgemeinen Gleichstellung glücklicherweise keinen Unterscheid mehr zwischen Personen von unterschiedlicher Händigkeit mache. Dennoch wolle die Sozialdemokratie die Sorgen der nicht betroffenen Bürger, die Nachteile für sich selbst und die…“

„… bereits im Kindergarten für Linkshändigkeit geworben werde. Die Alternative werde nach ihrer Wahl zur Regierungspartei die Zwangsverlinksung der deutschen Jugend mit allen Mitteln…“

„… die Unfallgefahr für Rechtshänder nicht geringer sei. Meuthen wisse nicht, ob dies eine von muslimischer Seite gesteuerte Verfälschung der Statistik sei oder ein Wahlgeschenk der Homolobby an die Umvolkungskanzlerin, die lange darauf hingearbeitet habe, die rassischen…“

„… es sich bei den Rechtshändern um die klare Mehrheit des deutschen Volkes handle. Die Partei habe betont, dass man diese Aussage als klaren Beweis für die Mehrheitsfähigkeit der deutschen…“

„… in der Schule Rücksicht auf Linkshänder genommen werde, obwohl noch nicht geklärt sei, ob es sich um eine Schädigung handeln könnte, die den Fortbestand der Rasse als erbgesundes…“

„… könne ein deutscher Junge die arische Physik niemals verstehen, wenn er nicht die Rechte-Hand-Regel verinnerlicht habe. Gleiches gelte für Politik, Geschichte und die…“

„… nochmals darauf hingewiesen habe, dass der Nationalsozialismus eine sozialistische und damit linke Ideologie gewesen sei. Steinbach habe Beweise, dass Hitler das deutsche Volk durch eine von jüdischem Kapital gesteuerte Umerziehung zu Linkshändern aus der Weltgeschichte zu…“

„… verstünden die Grünen das Verbot der rechten Hand als nationale Aufgabe, zu der ihr die feministische Volksfront der haschrauchenden…“

„… könnten in brutalen Kampfsportarten wie Golf oder Tennis die Gegner viel schneller einschätzen. Diese erworbene Fähigkeit habe Höcke als typisch jüdische Tücke bezeichnet, die sich das parasitäre Volk im Kampf um die finanziellen Vorteile gegenüber der…“

„… Linkshänder einen schnelleren und genaueren Zugang zur Organisation des Gehirns besäßen. Gauland habe sich dahingehend geäußert, dass er die Frage nicht verstehe und daher die…“

„… er heute mehr Linkshänderprodukte wie Scheren oder Messer gebe. Die AfD lehne diese Gegenstände selbstverständlich ab, da durch sie linkshändige Islamisten ermutigt werden, ohne Stress oder muskuläre Verspannungen Attentate auf die deutsche Bevölkerung zu…“

„… eine besondere analytische Begabung im Bereich von Mathematik und Naturwissenschaften attestiere. Dies mache sie zu einer großen Gefahr, da sie jederzeit terroristische Anschläge auf den…“

„… sich besonders mit der Gruppe beschäftigen wolle. Maaßen habe angekündigt, er wolle im Großraum Hamburg ein Dutzend Linkshänderinnen rekrutieren, die in einem genetischen Experiment mit demokratischen Gefährdern der nationalen Republik in einem Zeitraum von…“

„… Artikel wie Lineale und Gemüseschäler nur hergestellt würden, um Asylanten mit gegenderten und von Gutmenschen erfundenen Arbeitsplätzen zu versorgen, in denen kein echter Deutscher eine echte berufliche…“

„… es auch in islamischen Ländern Linkshänder gebe. Weidel schließe daraus, dass es sich um en importiertes Phänomen handle, das zur langfristigen Umpolung der ganzen…“

„… in seinem neuen Bestseller bestätigt habe. Sarrazin habe nachgerechnet, dass bei einer nicht ganz ausgeschlossenen Interpolation geschätzter Statistiken Deutschland innerhalb von nur neunzig Milliarden Jahren zu fast dreißig Prozent aus…“

„… mit dem Sendungstitel Terroristen, Linkshänder, drogensüchtige Irre mit illegalen Schnellfeuergewehren, die in Hundertschaften durch Deutschland ziehen, um die gesamte Rasse auszuradieren – Was haben wir dem Hass der Mohammedaner noch entgegenzusetzen? eine ungebührliche Weiterung vorgenommen zu haben. Gauland habe Plasberg darin unterstützt, dass man nicht auf jeden Rücksicht nehmen müsse, nur weil er durch Geburt mit der falschen…“

„… Linkshänder mit der Bedienung normaler Schusswaffen enorme Schwierigkeiten hätten und zu einem erfolgreichen Suizid nicht geeignet seien. Poggenburg halte daher eine Parteikarriere, die über den AfD-Ortsverein hinausgehe, für nicht zu…“





In Bausch und Boden

14 08 2018

„Drei Minuten!“ Schwatzke fuchtelte erregt mit den Händen vor seinem Gesicht herum. „Haben Sie eine Vorstellung davon, was das bedeutet?“ Der Mann war offensichtlich in seinem Element. Und ich war einfach nur zu früh gekommen.

„Unsere Redaktion sorgt für die richtige Wirkung“, erklärte Schwatzke. „Sie meinen, Sie bauschen alles auf.“ Er schüttelte den Kopf. „Nein, das sehen Sie falsch. Ich würde eher sagen, wir machen die Nachrichtenlage interessanter für eine Zielgruppe, die uns als Endverbraucher besonders am Herzen liegt.“ „Also die, die nicht nachdenken, sondern nach Lautstärke sortieren?“ Befriedigt lehnte er sich in seinen Drehsessel zurück. „Das ist vollkommen übertrieben, mein Lieber. Vollkommen übertrieben. Also absolut richtig.“

Schwatzke kramte eine Liste aus dem Stapel auf seinem Schreibtisch. „Da haben wir’s ja. Sehen Sie mal, 34 Prozent Diebstahl von Rumänen – das lässt sich doch brillant verwerten.“ Er zeichnete mit der offenen Hand bereits die Schlagzeile in die Luft. „Was halten Sie davon? ‚Klauen uns die Zigeuner bald die Ferienhäuser?‘“ „Gar nichts.“ Meine Antwort irritierte ihn. „Worauf beziehen Sie das jetzt?“ „Sie hatten mich gefragt, was ich davon halte, ich habe Ihnen wahrheitsgemäß geantwortet.“ Er sah mich angestrengt an; wahrscheinlich wusste er längst nicht mehr, was Wahrheit ist. „Zunächst mal geht es in dieser Statistik um Kriminalität in Rumänien.“ Schwatzke nickte. „Schlimm. Die Quote der Straftaten liegt konstant bei 100 Prozent, das ist doch nicht hinnehmbar.“ „Es handelt sich um Diebstähle, die alle Personen, möglicherweise nur Rumänen, an anderen begehen, die sich in Rumänien aufhalten.“ „Interessante Formulierung“, grübelte er. „Sie wollen damit andeuten, es könnte sich um Ausländerkriminalität handeln, weil andere Leute dazu gezielt nach Rumänien einreisen, um kriminelle Handlungen auszuführen? Interessant!“ Ich überhörte es. „Sie lesen hier eine Statistik, die sich ausschließlich um Rumänien dreht. Von den Straftaten, die in diesem Land begangen werden, sind etwa ein Drittel…“ „34 Prozent“, protestierte Schwatze, „das sind sehr viel mehr als ein Drittel! Bleiben Sie gefälligst bei der Wahrheit, wir wollen doch keine Falschmeldungen in die Welt setzen!“

Ein Assistent hatte Papiere reingereicht, war schnell wieder verschwunden und hatte uns mit der Meldung alleine gelassen. „Wie gesagt“, sagte Schwatze, wie er es ja schon gesagt hatte. „Diese 34 Prozent sind…“ „Egal“, fiel ich ihm ins Wort, „ob es hundert, tausend oder hunderttausend Verbrechen sind, 34 Prozent bleiben 34 Prozent.“ „Sie sind mir zu spitzfindig“, moserte Schwatzke. „Wenn man Ihnen das Fahrrad hundert oder tausendmal klauen würde, das würden Sie merken, mein Lieber!“ Er warf fast seine Kaffeetasse um, machte einen Fleck auf die Statistik, aber das schien ihn überhaupt nicht zu stören. „34 Prozent sind Diebstähle, der Rest teilt sich auf die…“ „Das ist mir völlig egal“, schrie Schwatzke plötzlich, „Tatsache ist doch: es handelt sich bei diesen Ausländern um…“ Schwatzke hätte sich fast verschluckt, so hickste er nur und sprach normal weiter. „Also alle diese Rumänen sind ja auch Ausländer, zumindest vom Inland aus gesehen, wobei wir als Inland natürlich nicht unbedingt diese Ausländer, die aus dem Ausland – egal, es sind böse, gefährliche Ausländer, die Sachen tun, die in unserem Inland gar keine Relevanz haben! Was im Ausland stattfindet, das ist…“ „Wenn zwei von drei Rumänen Bratkartoffeln essen“, gab ich ungerührt zurück, „dann ist das für Deutschland bereits eine Gefahr?“ Schwatzke wedelte hektisch Linien in die deutsche Luft. „Wie finden Sie denn ‚Vorsicht!‘“, kreischte er, „‚Der balkanische Kindergeldkassierer will an Dein politisch korrektes Sintischnitzel!‘ Na, wie finden wir denn das, Herr Gutmensch!?“

Ein Paket Papiertaschentücher später hatte er sich beruhigt. Schwatzke blättere seine Papiere durch, als sei nichts geschehen. „Natürlich muss man hier und da ein bisschen leserorientiert mit den Fakten umgehen, auch dann, wenn es keine sind. Fakten, nicht Leser.“ „Sie setzen damit die Moral der gesamten Presse aufs Spiel“, warf ich ein. Er lächelte tatsächlich. „Ach. Moral.“

„Ihre Redaktion ist nur damit beschäftigt“, befand ich, „Zusammenhänge zu verfälschen und einen Eindruck zu erwecken, der mit der Wirklichkeit nicht mehr viel zu schaffen hat.“ Schwatzke nickte, mehr nicht. „So ähnlich steht das in meinem Vertrag. Ich kann mich nicht mehr so genau erinnern, weil ich immer nur das lese, was ich lesen will. Aber genau deshalb wurde ich ja auch engagiert.“

Ich hatte es nicht übers Herz gebracht, einen so idealistischen Redakteur vom Fleck weg zu kündigen. Vor der Tür herrschte geschwätziges Treiben, keiner nahm niemanden zur Kenntnis. Der Chefredakteur stürmte auf mich zu, einen Stapel Papiere in der Faust schwenkend. „Passen Sie auf“, brüllte er mich an. „Passen Sie auf, es hat wieder einen Skandal gegeben mit Asylbetrügern. Alle rechtmäßig in Deutschland!“ Er schlug mir die Papiere in den Bauch. „Sie wissen, was Sie zu tun haben, Schwatzke?“





Innere Verwahrlosung

13 08 2018

„… sich gegen die Darstellung gerichtlich wehren wolle. Die AfD sei eine in den Bundestag gewählte Partei und könne daher gar nicht…“

„… faschistische Umtriebe in der Partei nur in wenigen tausend Einzelfällen vorgekommen seien, was angesichts der Größe der BRD GmbH eine sehr geringe und bei Hinzuziehung der internationalen Kapitalgeber, die dieses Gebilde für ihre…“

„… heftig widerspreche. Steinbach habe die AfD zwar tatsächlich finanziell unterstützt, ihr sei jedoch im Wahlkampf nicht bewusst gewesen, dass die Partei ebenso wie sie eine rechtsradikale…“

„… fordere Meuthen den Verfassungsschutz auf, die Linken zu beobachten. Dass diese Stalinisten unter der Führung einer Halbausländerin, die ihr Vermögen in einen Feindstaat geschafft habe, noch im Parlament sitze, müsse so schnell wie…“

„… aber entschieden bestritten habe, dass er gemeinsam mit Höcke Material aus Goebbels-Reden für den Wahlkampf zusammengestellt habe. Laut Kubitschek seien die Adressaten nur auf Grund ihres Analphabetismus ausgewählt und in der Hierarchie der Ortsvereine nach oben befördert worden, so dass eine von NS-Propagada getragene Hilfe technisch nicht zu…“

„… schnell geantwortet habe. Maaßen habe sofort gewusst, dass er an die Treffen mit diversen Personen aus der Parteiführung keine Erinnerung mehr habe, da er diese in seien Taschenkalender eingetragen habe. Da es noch weitere Treffen gegeben haben müsse, wie ihm anhand dieses Kalenders habe nachgewiesen werden können, sei er gerne bereit, die Erinnerungslücken mit einer Presseerklärung vorab zu…“

„… eine Verfassungswidrigkeit gar nicht zur Debatte stehe. Die Alternative für Deutschland wehre sich nur insofern gegen das Grundgesetz, als es dem Reich in seiner von den Juden finanzierten Niederlage durch die Jaltagangster aufgezwungen worden sei, um es in immerwährender Schmach und Schande ausbluten zu lassen. Höcke aber werde mit dem unbeugsamsten und fanatischsten Willen zum Sieg die Ehre des…“

„… in der Jugendorganisation der AfD noch andere Ideale gölten, die von den erwachsenen Repräsentanten nur noch im Programm der…“

„… möglicherweise eine innere Verwahrlosung der Partei stattgefunden habe. Diese sei jedoch erst mit dem Einzug in den Bundestag gekommen, da sich Berlin als von Kommunisten regierter, so gut wie rechtsfreier Raum, nachhaltig negativ auf jede moralische…“

„… die demokratischen Strukturen der AfD genutzt habe, um eine verbrecherische Meinungs- und Mediendiktatur durchzusetzen. Meuthen könne diesen Verrat an Deutschland nur mit einem brutalen Ausbruch des Volkswillens bis zur…“

„… erneut betont habe, der Nationalsozialismus sei eine sozialistisch, folglich eine linke Ideologie gewesen. Für Steinbach sei daher ausgeschlossen, dass man der AfD eine rechte…“

„… die Grünen aus dem Bundestag befördern müsse. Jedes Mitglied dieser Verbotspartei, so Weidel, solle nicht durch langwierige Ermittlungen, sondern sofort durch ein dem Volke verpflichtetes Sondergericht…“

„… es in der AfD einen russischen Spion gegeben haben solle. Maaßen könne sich nicht erinnern, ob der KGB ihm Personalakten habe zur Verfügung stellen wollen, sei jedoch wegen der fehlenden Eintragung in seinem Taschenkalender sicher, dass dieses Gespräch mit Gauland wegen dessen viel zu genauer Erinnerungen so niemals…“

„… der Autorin gewünscht habe, sie möge von Flüchtlingen vergewaltigt werden. Weidel habe die Äußerung bestätigt, dies sei das im Parteiprogramm festgelegte Menschenbild der AfD. Als Aussteigerin habe sie genau gewusst, dass sie diese…“

„… dass ein Treffen von Maaßen mit Petry nie stattgefunden habe. Da beide Erinnerungslücken an unterschiedlichen Tagen in ihren jeweiligen…“

„… habe der Verfassungsschutz der Partei zu keiner Zeit finanzielle Vorteile gewährt oder in Aussicht gestellt. Ob allerdings der umgekehrte Fall stattgefunden habe, könne Steinbach erst nach einer genauen Durchsicht ihrer…“

„… die AfD laut Meuthen das Buch nur zur Rechtfertigung für linksterroristische Gruppen, die völkisch gesonnene Widerstandskämpfer zum Ausstieg aus der nationalen…“

„… Maaßen als Kritiker der Bundeskanzlerin schon immer behauptet habe, sie habe rechtswidrig die Grenzen für den Austausch des Volkes gegen eine minderwertige…“

„… nicht zutreffe, dass die Bundespartei der Autorin einen Posten angeboten habe, wenn sie ihre Publikation so schnell wie möglich vom…“

„… nicht zur Verantwortung gezogen werden könne, da er im Auftrag der BRD GmbH gehandelt habe, die aber völkerrechtlich nur von Staaten des jüdisch-transatlantischen Feindbundes anerkannt würden. Maaßen wisse jedoch nicht mehr, ob es…“

„… Poggenburg nur deshalb degradiert worden sei, weil er zu engen Kontakt zur Mitte der Partei aufgenommen habe, in der demokratische Traditionen und eine gewisse Verfassungstreue noch gepflegt würden. Einzelgänge werde man in der Alternative für Deutschland nicht mehr dulden, da sie immer die Gefahr der Unterwanderung durch volksfeindliche Elemente und…“