Die Falken von Carcassonne

19 11 2017

Sie kamen aus den östlichen Gefilden,
sich an der schönen Stätte aufzuhalten,
gebracht von edlen Herrn in Hundertfalten,
sich als Gespiel und Beiwerk auszubilden.

Die Herren sanken hinter ihren Schilden.
Man ließ sie ruhmlos sterben und erkalten.
Doch in der Burg entsprang aus allen Spalten
ein Schrei, ganz gleich von Zahmen und von Wilden.

Des Menschen Macht verrinnt, fort ist die Stärke,
und fort sind ihr Gewicht und ihre Werke,
nichts wird bestehen in Äonenstürmen.

Fort sind die Krieger, fort sind ihre Rösser.
Die Landschaft ruht und strömt wie die Gewässer.
Die Zeugen bleiben in verlassnen Türmen.

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In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCCLXIX)

18 11 2017

Ivanka, die meißelt in Krutz
von sämtlichen Wänden den Putz.
Erst wusch sie nur stündlich
die Mauer recht gründlich,
doch sieht sie noch immer viel Schmutz.

Arsène, der breitbeinig durch Kettnis
flanierte, wirkt so, als er hätte Driss,
doch liegt seine Haltung
an seiner Entfaltung,
dass er mehrmals täglich in Fette biss.

Josipa zieht sich an in Coseglach
und denkt dabei über die Hose nach.
„Ob Gürtel, ob Träger,
es wird täglich reger,
dass ich dabei über die lose lach.“

Alberto bekam in Falcone
als Züchter die goldene Krone.
Der Preis war nicht kleinlich,
ihm ist er nur peinlich
als Träger der Goldnen Zitrone.

Dass Ana beim Angeln in Schwing
seit Tagen nichts Gutes mehr fing,
lang nicht an der Angel.
Es herrschte nur Mangel,
weil daran kein Köder mehr hing.

João sah oft in Nioaque
im Meer nach der tiefgrünen Krake.
Sie schwamm nur an Tagen
mit halb vollem Magen
einmal in der Bucht um die Bake.

Dass Stojan der Gattin in Grau
nie Blumen mitbringt, ist genau
der Sache geschuldet,
dass sie alles duldet,
nur niemals nicht Blumen in Blau.





Gernulf Olzheimer kommentiert (CCCXCIII): Die öffentliche Verwahrlosung

17 11 2017
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Ja, es gab andere Zeiten. Sie haben Paläste gebaut im Zuckerbäckerstil, Dome, Brücken, hier und da Flughäfen, die innerhalb weniger Jahrzehnte vollendet war, schrecklich schöne Autobahnen als Dual-use-Produkte – das Wirtschaftswunder wollte ja verteidigt sein, und wenn nicht in der Praxis, so konnte man wenigstens in der Theorie damit Kohle scheffeln – und alles, was das ökonomische Herz halbwegs befriedigte, denn es war damals noch auf Nachhaltigkeit aus, wie es seit Menschengedenken der Fall war. Kein Renaissancefürst hätte sich eine Kirche to go in die Stadt schwiemeln lassen, kein Potentat bröselnde Monumente, deren Lebensdauer der Architekt überstanden hätte. Sittlichkeit zeigte sich auch im Wert des Gepränges, das nebst einiger repräsentativer Ziele vor allem der allgemeinen Nutzung ausgesetzt war. Wer aber würde sich schon in einem von Grund auf versaubeutelten Areal wie Ninive oder Castrop-Rauxel über Risse im Beton aufregen. Von hier aus spreitet sich die öffentliche Verwahrlosung ins Land hinein.

Mehrfach haben sich Sozio- und andere Paten der publiken Wissenschaft über die zerbrochenen Fensterscheiben verbreitert; ist erstmal eine kaputt, dauert es nicht lange, bis der Reste der Fassade, des Straßenzugs, des Quartiers, des Landkreises und schließlich die komplette Nordhalbkugel aussieht wie frisch von den Vandalen geplättet. Je mehr aber geschieht, desto eher gewöhnt sich der gemeine Mob an die Verhältnisse, findet das ubiquitäre Gebröckel schon fast normal, ja malerisch, und ist geneigt, den Verhältnissen die Schuld zu geben am Niedergang – je mehr um ihn herum in Schutt und Asche sinkt, desto weniger stört es offenbar den Wut- und Spießbürger, der spontan wie die Kontinentaldrift auf schütteren Schotter schaut, der das Gleisbett mählich verlässt und sich in den fußläufigen Zonen des Infrastrukturrandgebietes niederlässt, als wäre es nichts. Man impft dem Volk ein, es müsse sparen, was nur heißt: wir brauchen die Kohle für allerhand Firlefanz, zum Entschulden der Zocker, neue Wummen und viel Sicherheitsbla, aber nicht für die Schulen, die man im maroden Zustand ja auch viel schneller erkennt. Distinktion, impft man uns ein, geht postmoderne Wege. Wohin die Wege führen, verschweigt man aus Peinlichkeit.

Sorgfältig umnachtet quackelt ein Staat aus reiner Schlafmützensubstanz von moralischem Zwang, wo doch letztlich nur der Fetisch einer auf Gedeih und Verderb festgenagelten schwarzen Null konstituierend ist. Die Achterbahn folgt gerne der Schwerkraft, denn hier verspricht es dem sicher im Sattel Sitzenden den besonderen Kitzel, und die Fahrt ist teuer. Warum auch sollte man sich das als Normalbürger leisten können.

Genau hier setzt an, was die Haltung ebendieses Bürgers ausmacht: nichts. Er hat einfach keine. Indem er die Fußgängerzone behandelt wie sein eigenes Wohnzimmer – es handelt sich tatsächlich um dasselbe Benehmen, nur kann der Bescheuerte nicht in der Halbzeit aufstehen und barfuß zum Kühlschrank schlurfen – trägt er wesentlich dazu bei, wie sich das Ensemble zu rational befreite Zone wandelt und nach kurzer Zeit schon äußerlich so wirkt, wie man sich innerlich den sozial Exkludierten vorzustellen hat. Er fühlt sich wohl im Fluidum des Kaputtbaren, ja er feiert den Verfall, den er anders kaum kennt. Dass er sich in diesem Dreiklang aus materiellem, sozialem und allgemein kulturellem Tiefstand regelmäßig um ein fahrlässig herbeigeführtes Szenario handelt, dessen hässliche Fratze die zur Flucht aktiviert, die verantwortlich sind für das Verhängnis, ist kein Geheimnis und wird gewöhnlich auch nicht verschwiegen; es ist aber als Sachzwang kostümiert allezeit präsent und dient der Monstranz, mit der die Politik uns weismachen will, wie schlecht es der Welt gerade geht – wer würde angesichts dieses Trauerspiels nicht freiwillig auf eine schönere Stadt verzichten, auf klappende Brücken und fahrende Züge?

Der Staat versagt nicht als Idee, sondern in der Erscheinung seines Personals. Es lässt sich einlullen in der Vorstellung, demolierte Straßen seien die unabdingbare Folge eines im Durchschnitt großartigen Landes: wenn so die untere Kante ist, wie viel Gold mag dann in der oberen Schicht auf den Scheiteln der hochweisen Eliten lasten? Keiner bezweifelt das, der zurückkehrt aus der kruden Gleichung, die unten mit Unterrichtsausfall und miserablen Bedingungen für Heerscharen von Müll- und anderen Pflegekräften beginnt und schnell unterm Strich in den öffentlichen Sektor selbst einsickert, als gäbe es noch etwas wie Solidarität im Menschenbild der Mächtigen. Ach was, es gärt lustig vor sich hin, denn erst jetzt ist unter dem dünnen Firnis der Zivilisation sichtbar: es ist, als würde man die Verrohung der Eliten hier dialektisch gespiegelt sehen, demontiert bis zur Abrissreife, ekelhaft und todgeweiht. Welch eine Ironie, dass man sich in den Ruinen der neuen Welt den besseren Menschen so nahe fühlt. Vielleicht ahnt man, Geschöpf das man doch ist, gerade hier, ob es nicht doch Nachhaltigkeit gibt, aber anders, als man es für möglich hielt. Ganz, ganz anders.





Psychologische Kriegsführung

16 11 2017

Das Ding gab keinen Mucks von sich, und das war auch sehr gut so. Herr Breschke hatte die Alarmanlage, jenen unablässig heulenden Apparat, auf gutes Zureden seiner Frau, dann auf den leicht gereizten Bescheid der Nachbarschaft wieder abgebaut. „Aber irgendwie muss man sich doch schützen“, verkündete er, „es wird doch letztens so viel eingebrochen.“

Die Fenstergriffe waren frisch poliert, der Sperrriegel hinter der Eingangstür ebenso geölt und daher leichtgängig. Der Hausherr wollte es den Dieben nicht eben einfach machen. „Schräg gegenüber bei Schneidereits haben sie einen Stein in die Fensterscheibe geschmissen“, berichtete er, „und als die Familie nach vorne lief, müssen die Einbrecher das Fahrrad aus dem Garten entwendet haben.“ „Aber wenn sie nur im Garten waren“, überlegte ich, „hat es sich ja nicht um Einbrecher gehandelt.“ Das leuchtete ihm nicht ein, der alte Herr beharrte auf seine Theorie. „Sie haben dafür das Grundstück betreten müssen, das ist ja quasi wie eine Art Einbruch. Das hat mir der Doktor Schneidereit selbst so gesagt.“ Woraus ich schloss, dass die Angelegenheit mindestens zwanzig Jahre zurückliegen musste; der alte Zahnarzt der Familie hatte kurz danach das Zeitliche gesegnet. „Das Rad fand sich zwar wieder an, aber die Scheibe war hinüber – stellen Sie sich das mal vor!“

Das kleine Gitterchen hinter dem Kellerfenster war ebenfalls frisch gestrichen. „Man muss auch auf die kleinen Dinge achten“, meinte Breschke. „Der Einsteigedieb, der sieht, dass hier Sorgfalt angewendet wurde und erstklassige Technik, wird bestimmt unverrichteter Dinge umkehren.“ Das schien logisch; jenes Gitterwerk war durchaus stabil und ließ sich nicht einfach mit der Kneifzange entfernen. Sollte der Einbrecher eine dressierte Katze durch dies Fenster in den Keller schleusen wollen, denn mehr gab die zwanzig mal zwanzig Zentimeter große Öffnung nicht her, sie würde bereits an den Metallstreben scheitern. „Vielleicht wäre es auch ratsam, die Tür abzuschließen.“ Der pensionierte Finanzbeamte schaute mich verwirrt an. „Aber warum das?“ „Wer auch immer durch dies Fenster in den Keller gelangt, ist über die Kellertreppe sofort im Erdgeschoss.“ Er rieb sich das Kinn. „Und wenn ich abschließe“, überlegte Breschke, „wird der Einbrecher im Keller nach einem geeigneten Werkzeug suchen und die Tür aushebeln – nein, das wäre ja ein zusätzlicher Schaden, ich weiß nicht, ob das die Versicherung so einfach zahlt?“

Ein eher provisorisch gemeintes Schild hatte der Alte bereits am Vortag am Zaun befestigt. Warnung von dem Hunde stand darauf, und mit einem Restchen Bindfaden war es an den Latten vertäut. „Das macht sicher Eindruck“, gab ich zu. Er nickte. „Die meisten werden bereits durch diesen einfachen Hinweis abgeschreckt“, meinte Breschke. „Das klärt die Situation bereits im Vorfeld.“ Bismarck, der also angesprochene Haus- und Wachhund, spazierte ungerührt die Auffahrt entlang in Richtung Rosenbeet. Er würde keinen Bösewicht hereinlassen, so viel stand fest.

„Ich würde übrigens auch diesen Schlüssel entfernen.“ In der Pflanzschale vor dem Eingang, unterhalb der herbstlichen Hortensienreste, glänzte ein Sicherheitsschlüssel in der Vormittagssonne. Das Ding war regelrecht einladend drapiert, man hätte es wenigstens in die Erde stecken oder unter einem flachen Stein verbergen können. „Das ist doch der Trick“, erläuterte Horst Breschke. „Der Schlüssel ist vielleicht ein wenig auffällig, aber wissen Sie, was passiert, wenn man ihn ins Schloss steckt?“ Da die Warnanlage nicht mehr existierte, fiel mir nichts ein. „Gar nichts“, feixte er. „Der Schlüssel passt nämlich in kein Schloss, nicht mal in die Garage und erst recht nicht zum Auto. Das wird den Einbrecher so ärgern, dass er wieder abzieht.“ In Sachen psychologische Kriegsführung konnte ich vermutlich eine Menge von ihm lernen.

Unterdessen hatte ein junger Mann die Pforte geöffnet und kam stracks auf die Tür zugelaufen. Die Tatsache, dass er eine blau und gelbe Jacke mit entsprechendem Emblem trug und unschwer als Briefträger zu erkennen war, ließ Breschke jedoch sofort aufatmen. „Einschreiben für den Herrn“, rief er und hielt ihm einen Umschlag hin, „und dann habe ich noch eine Büchersendung.“ Während Herr Breschke seine Unterschrift leistete, kam Bismarck, der dümmste Dackel im weiten Umkreis, gemächlichen Schrittes aus dem Garten zurück in Richtung Haustüre. Der Bote schaute erschüttert nach dem Hund. Er bekam weiche Knie, ein leises Zittern in seinen Händen zeigte an, dass er eine starke Abneigung gegenüber Hunden haben musste. Geradezu fluchtartig verließ er das Anwesen. „Er ist ja ein braver Hund“, sagte Breschke und streichelte dem Dackel übers Köpfchen, „aber Sie sehen, er macht Eindruck. So leicht kommt uns hier keiner ins Haus hinein.“

Er brachte mich noch bis ans Gartentor. „Morgen werde ich dann eine neue Birne in die Lampe schrauben“, erklärte Breschke, „dann wird in dieser Jahreszeit jeder, der nach Einbruch der Dunkelheit…“ Da fiel es auch ihm auf. Das Schild war verschwunden. „Wie ist das nur möglich? Mir ist gar nichts aufgefallen!“ Ich sammelte ein Ende Schnur vom Gehweg auf. „Sie sollten Ihr Haus viel besser sichern“, befand ich. „Vielleicht lassen Sie Bismarck öfter mal in den Garten.“





Auf den Hund gekommen

15 11 2017

„Nehmen Sie Hunde“, hatte Herr Breschke gesagt. „Hunde gehen immer!“ So kam der Freitagstexter also auf den Hund. Und damit wäre auch dies abschließend geklärt.

Man ist ja mit dem besten Freund des Menschen hierzulande etwas pusselig. Noch Loriot bekam das zu spüren, als er seinen Cartoon-Klassiker nicht mehr weiterführen durfte. Der nationale Spießer, knapp der Entnazifizierung entwachsen, wollte den aufmüpfigen Zeichner lynchen. Beim Hund versteht der Deutsche bekanntlich keinen Spaß.

Hier also Tess, unterwegs in dienstlicher Mission und daher besonders schützenswert. Macht man sich über ein solches Tier etwa lustig? Darf das Satire? und wenn ja, bei wem kann man sich beschweren? Harmlos, nicht zu sagen hundgerecht ist doch die Herangehensweise, dem Tier aufs, sagen wir mal, Maul zu schauen. Macht Lakritze. Dafür eine Hundemarke in Bronze.

„Grrrrrrrrrrr. Wählscheibe.“

Aber dann. Das Wort. Das, welches man zum Beispiel im deutschen Fernsehen, und es gab ja damals kaum, wir hatten ja nichts, das kann man sich heute gar nicht mehr, meine Damen und Herren, angesichts der Lage, in der wir uns befinden. Ein Leben, als solches betrachtet, wäre auch in diesen Tagen möglich, aber sinnlos. Die silberne Hundepfeife für den Wortmischer.

„$(#€!$$-Warteschleifenmusik! … Ich werd noch zum Mops.“

Wann haben Sie das letzte Mal einen guten Beitrag über den Mops im Allgemeinen gesehen? Ich wüsste jetzt nicht, wer das in den vergangenen Jahren noch zu leisten bereit gewesen wäre. Aus meiner Feder jedenfalls kam da nichts. Nicht mal über den deutschen Schäferhund, und selbst über den Dackel an sich nur selten. Und ich schreibe eh nichts mehr fürs Fernsehen.

Und damit sind wir schon auf der Zielgeraden. Der Gebrauchshund, nicht nur dem Menschen ein Gefährte, sondern auch sein dienstbarer Geist (und für manche das einzige, das überhaupt Geist hat), die älteren unter den Lesern werden sich erinnern, ist ein kongenialer Partner des Inspektors, mitunter überholt er ihn gar in der Rangordnung. Nicht nur in der üblichen Taxonomie. Das wäre es dann auch, folglich geht das goldene Halsband an den kulturflaneur für die hier sicherlich artgerecht erlassene Vorschrift zur Benutzung von Fernsprechgeräten.

– Kommissar Rex?
– Ja, am Apparat.
– Bitte, holen Sie mich raus hier!

Herzlichen Glückwunsch! Am Freitag, den 17. November wird der Freitagstexter dann wieder einmal beim kulturflaneur gastieren. Bringen Sie Hundekuchen mit. Oder wenigstens ein Gummihuhn.





Kriechtiere

15 11 2017

„Also ich kann diese Angst schon verstehen.“ „Wer hat denn Angst?“ „Die Politiker natürlich.“ „Klar, die sollten auch Angst haben – jahrelang holen sie uns diese Leute in die…“ „Ich meine aber nicht die Regierung.“ „Wie, die!? Die haben doch aber alles getan, um das deutsche Volk vor dem…“ „Ich meine diese Sondierungstrupps. Die Liberalen und diese Dummköpfe aus Bayern.“

„Wieso sollten die denn Angst haben?“ „Weil sie in einem jähem Moment der Nüchternheit gemerkt haben, dass der Wahlkampf schon seit Stunden vorbei ist.“ „Stunden?“ „Sie müssen doch aber die Aufmerksamkeitsspanne eines Insekts berücksichtigen.“ „Kein Kriechtier?“ „Die, die seinen Abgang in Nordrhein-Westfalen schon hatten kommen sehen, weil sie seinen Abgang bei der Partei in Erinnerung hatten.“ „Eine handelsübliche Lobotomie würde da reichen.“ „Die geschieht meist aus Einsicht.“ „Tja, damit ist bei der FDP nicht zu rechnen.“ „Schon aus Kostengründen.“

„Aber das ist doch nicht Lindner alleine?“ „Sie vergessen Kubicki.“ „Dem sollte mal einer sein Maul stopfen!“ „Inhaltlich schaffen Sie das mit einer Stecknadel.“ „Aber warum machen die das?“ „Was erwartet man von einer neoliberalen Partei?“ „Dass sie auf Befehl in jede Pfütze fällt, wenn die Summe stimmt.“ „Was machen die Kriecher vom Rechtsrand gerade?“ „Die verteidigen Deutschland gegen die… nee, doch nicht.“ „Sehen Sie?“ „Mir war jetzt nicht klar, dass das so einfach ist. Also dass sie für Kohle arbeiten, das war mir schon klar, aber…“ „Aber?“ „… dass der Lindner das so wörtlich nimmt, das ist doch schon überraschend.“

„Haben Sie es jetzt begriffen?“ „Sie meinen, die FDP arbeitet bewusst auf Neuwahlen hin?“ „Was sagt Ihnen das?“ „Erstmal muss ich wissen, ob das wirklich so ist. Die wären doch gekniffen, wenn sie plötzlich wieder knapp oberhalb der Fünf-Prozent-Hürde herumkrebsen müssten.“ „Schon richtig.“ „Oder vielleicht sogar unterhalb?“ „Auch nicht verkehrt.“ „Dann frage ich mich ernsthaft, was das soll – sind die komplett bescheuert?“ „Was wäre denn die Alternative?“ „Weidel und Gauland und…“ „Ich meinte: realistisch.“ „Ach so. Neuwahlen und wieder raus aus dem Bundestag.“ „Das heißt?“ „Keine Mandate mehr für den…“ „Realistisch im Sinne der FDP.“ „Ah, verstehe. Keine Verantwortung mehr.“ „Sehr gut, und noch?“ „Weiterhin von der Partei bezahlt und…“ „Aha, bezahlt?“ „Meinetwegen: ausgehalten, aber dann trotzdem als Fundamentalopposition unterwegs und stets bemüht, sich von der AfD abzugrenzen, wenn es möglicherweise passen können würden täte.“ „Wir kommen der Sache langsam näher.“

„Meinen Sie, es könnte so eine Art Wutbürger von oben geben?“ „Damit Nazis mit Schulabschluss nicht mehr die Rechten wählen müssen? Lässt sich schwer sagen, das Problem hat sich in den letzten neunzig Jahren immer nur in Österreich gestellt.“ „Bleiben Sie doch mal ernst!“ „Die AfD ist auch in erster Linie eine neoliberale Clique, die den Sozialstaat einstampfen will, damit die Wirtschaft sie dafür durchfüttert.“ „Das geht aber nicht mit den Grünen.“ „Das ist ein Problem, aber noch nicht das entscheidende.“ „Und das wäre?“ „Es gibt für sie nicht mehr genug Wutbürger.“

„Das klingt jetzt logisch: sie hauen lieber in den Sack, als sich vor den Grünen zu blamieren und von Merkel endgültig verheizen zu lassen.“ „So ist es.“ „Aber warum haben die sich dann überhaupt in den Bundestag wählen lassen?“ „Denken Sie noch mal scharf nach.“ „Ach so, ja.“

„Und deshalb halte ich es auch für durchaus denkbar, dass die FDP als turbokapitalistisches Auslaufmodell in der AfD auf- und untergeht, weil sie weniger Stimmen- als Stimmungsfang betrieben hat.“ „Sie meinen, die sind diesmal endgültig weg vom Fenster?“ „Haben Sie diesmal irgendeine neue Forderung gehört, die nicht schon in den letzten FDP-Wahlkämpfen herumgekräht wurde?“ „Dass Merkel Griechenland aus dem Euro rausschmeißen soll.“ „Weil sie das nicht kann. Rechtspopulisten stellen immer nur Forderungen wie ‚Alle Ausländer raus‘ oder ‚Wir wollen die D-Mark wieder‘, weil man damit garantiert an der undemokratischen Mehrheit scheitert und allen anderen die Schuld für sein Versagen geben kann.“ „Deshalb auch die Sache mit den Steuersenkungen.“ „Richtig. Und die Partei kann eine ganze Regierungszeit durch weiter im Oppositionsmodus verharren und kommt mit ihrem infantilen Geplärr in jede Talkshow.“ „Sie beschreiben gerade die AfD.“

„Jedenfalls dürfte damit klar sein, wer in der künftigen Koalition Juniorpartner ist.“ „Moment, erst müssen sie verhandeln, ob es überhaupt zur Koalition kommt.“ „Das ist ja das Paradoxe. Sie müssen einer Regierung angehören, um nicht die letzten Wählerstimmen zu verlieren, und verlieren sie auch, wenn sie es überhaupt so weit kommen lassen.“ „Schreckliche Vorstellung.“ „In jeder Hinsicht, ja.“ „Eine inhaltlich komplett entkernte Gurkentruppe, die einfach nur regieren will, obwohl sie oft genug gezeigt hat, dass sie dazu einfach nicht in der Lage ist, weder programmatisch noch personell. Wo wir gerade davon reden, warum meinten Sie, dass die CSU Angst hat?“ „Haben Sie in den letzten Wochen mal Seehofer gesehen?“





Demokratischer Widerstand

14 11 2017

„… zum wiederholten Male den deutschen Militärattaché einbestellt habe, um sich über die Verteidigungsministerin zu beklagen. Diese habe Polen als Teil der EU bezeichnet, was für eine enorme Entrüstung in der…“

„… die Unabhängigkeitsbewegung die Oder-Neiße-Grenze in Frage stelle. Es sei angesichts der deutschen Weigerung, Reparationen zu zahlen, immer noch die Frage, ob man nicht durch eine Annexion von…“

„… den Deutschen vorwerfe, illegale jüdische Einwanderer einzuschleusen, die den Islam in Polen verbreiteten und die…“

„… als schlechten Einfluss betrachte. Solange die Bundesregierung ein Verfassungsgericht toleriere, das nicht auf Befehl der Kanzlerin urteile, sei sie nicht befugt, Minister nach Polen zu…“

„… dass von der Leyen als Generalsekretärin die NATO in eine linksextremistische, von Arabern und homosexuellen Negern geführte Organisation zur Zerstörung des christlichen…“

„… ein Einreiseverbot für deutschstämmige Bürger erlassen wolle. Dies sei notwendig, da man eine offene Unterstützung oppositioneller Kräfte im Inland…“

„… die jüngsten Ausschreitungen gegen die Polizei sehr bedauert habe. Die Ministerpräsidentin habe jedoch betont, es habe auf beiden Seiten…“

„… den demokratischen Widerstand in Polen stärken wolle. Dies sei eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Republik, die schwere Spannungen zwischen der polnischen Demokratie und dem faschistischen…“

„… Waszczykowski als dümmstes Arschloch seit Ribbentrop bezeichnet habe. Andere Mitglieder der Regierung wollten ihn jedoch vorerst im Amt belassen, bis sich ein…“

„… die Regierung Beweise habe, dass die ersten Polen bereits im Mittelalter im Weltall…“

„… sie Deutschland offen mit der Entfernung aus der NATO drohten. Das Verteidigungsbündnis würde dann unter osteuropäischer Führung und…“

„… drohe das Außenministerium der deutschen Versicherungswirtschaft, keine Kraftfahrzeuge mehr aus der BRD zu besorgen. Man werde auch keine Einbrecherbanden mehr schicken, so dass das Sicherheitsgewerbe mit schweren Einbußen und…“

„… gelassen sehe. Von der Leyen werde auf dem Ministertreffen in Brüssel keine Gespräche mit dem polnischen Kollegen führen, da dieser erst noch von der Regierung informiert werden müsse, was er innenpolitisch zu…“

„… die Entdeckung und Christianisierung Amerikas durch polnische Seefahrer bereits vor über dreitausend…“

„… Rückständigkeit vorgeworfen habe. Die ethnische Säuberung der Nation von unpolnischem Blut sei ein dem europäischen Rassenseparatismus vorauseilendes…“

„… ob die Regierung rückwirkend Klage gegen mehrere deutsche Fernsehunterhalter anstrenge. Die Beschädigung der polnischen Nationalehre sei nicht mit dem Tod der betroffenen Personen…“

„… nicht begriffen habe, dass alles, was nicht von der Regierung veranlasst werde, automatisch staatsfeindlich sei und mit entsprechender Härte…“

„… alle in Deutschland lebenden Polen aufgefordert habe, eine Teilnahme an den Wahlen zum Sejm von der Bundesrepublik aus zu fordern. Der Präsident werde dazu zehn bis fünfzehn Termine in…“

„… dass die Bundesregierung mit jüdischem Kapital den von den Illuminaten und Schalke 04 im Auftrag des IS inszenierten Flugzeugabsturz in Smolensk finanziert und technisch vorbereitet habe. Von der Leyen selbst habe eine unsichtbare Atombombe in der Maschine gezündet und sei dann mit Hilfe eines Fallschirms…“

„… androhe, Konzentrationslager für die ruthenische Minderheit zu errichten. Warschau werfe ihnen die Unterdrückung des polnischen…“

„… Berlin sein Volk nicht mehr im Griff habe. Solange es in Deutschland andere als staatlich organisierte Demonstrationen gebe, müsse man über den Ausschluss aus der EU und alle damit verbundenen…“

„… sämtliche Dinosaurier Polen gewesen seien. Dies ergebe sich aus molekulargenetischen…“

„… warne die polnische Regierung davor, ihre Landleute in Deutschland so zu behandeln, wie die polnische Regierung dies in ihrem Land mit den…“

„… über eindeutige Belege verfüge, dass Polen nicht freiwillig der EU beigetreten sei. Der Staat müsse sich jetzt durch nationalen Widerstand aus dem Würgegriff des…“

„… die Bundesrepublik vor dem Europäischen Gerichtshof auf mehrere hundert Trilliarden Euro Schadenersatz verklagen werde. Die AfD nehme der polnischen Regierungspartei die ihr zustehende Opferrolle mit unlauterem…“

„… die Zahlungen an Polen mit sofortiger Wirkung eingestellt würden. Anders als im Falle der Türkei werde die Bundeskanzlerin einen sofortigen Ausschluss aus sämtlichen…“

„… zu schwersten Ausschreitungen gekommen sei, obwohl die Kundgebung auf Anordnung des Außenministers und seiner…“

„… zur Ritterin des Weißen Adlerordens geschlagen werde. Als künftige Amtsinhaberin wolle sich von der Leyen auch mit polnischen…“