Profilneurose

25 05 2015

„Wir können ja nicht ‚ausländerfeindlich‘ sagen, wenn Sie das schon belegt haben.“ „Dann sagen Sie es halt, ich bin damit einverstanden.“ „Aber die Möglichkeit zu einer differenzierten Diskussion muss doch immer gegeben sein.“ „Da gebe ich Ihnen Recht, nicht nur als Demokrat.“ „Weil man das diesen Demokraten nicht überlassen darf.“ „Dann nennen wir’s doch ‚ausländerkritisch‘ oder so.“ „Ja, das ist eine Möglichkeit.“

„Wobei man immer differenzieren muss zwischen guten und schlechten Ausländern.“ „Wir sollten uns da bei der Zuwanderung auch eindeutig positionieren.“ „Eben. Und da müssen wir eine klare Linie gegenüber der deutschen Vorherrschaft in der abendländischen Kultur…“ „Wieso Kultur?“ „Also Wirtschaft, aber die dient ja auch der Kultur. Wenigstens in unserer Gesellschaftsschicht.“ „Hm, gut.“ „Wir können ja nicht gleichzeitig sagen, dass diese Fremdländer für unseren Niedriglohnsektor leider eine notwendige Bereicherung…“ „Verstehe, und wenn sie keine schmarotzenden Störer im Volkskörper sind, dann sind sie ja auch nur dem deutschen Leistungsstreben wesensfremd, da einer minderwertigen Rasse angehörig.“ „Das würde ich mir aber noch mal überlegen. Das geht so gar nicht.“ „Weil das irgendwie rassistisch…“ „Sie können doch die Einwanderer nicht als unfähig bezeichnen, der deutschen Leistungsgesellschaft zu dienen! Die deutsche Wirtschaft ist doch glatt imstande und erzählt Ihnen, dass das mit dem Fachkräftemangel nur ein Rechenfehler war!“

„Aber generell muss man ja sehen, dass man nicht dem Zeitgeist hinterherrennt.“ „Stimmt, deshalb sollten wir auch immer ganz aktuell sein.“ „Also islamkritisch?“ „Das ist eher so rechtsaußen die Wortwahl. Sagen wir mal, wir sind nicht gegen den Islam, er gehört nur nicht nach Deutschland.“ „Wie mit den Ausländern.“ „Man muss ja auch immer berücksichtigen, dass es im Islam viele antisemitische Stimmen gibt.“ „Mehr als im Christentum.“ „Die können wir als christlich-jüdische…“ „Jüdisch-christliche.“ „… Gesellschaft aber integrieren, und daher sind sie vielleicht ein bisschen randständig, aber im Grundgesetz sind nun mal Meinungsfreiheit und Religionsfreiheit verankert, von daher muss man sich um solche Auswüchse nicht groß kümmern.“ „Die antisemitischen Ausschreitungen der PEGIDA-Demonstranten sind also durch deren generell israelfreundlichen Judenhass gedeckt?“ „Das unterscheidet sie eben von diesen Muslimen, die sind ja nicht in der Lage, zwischen Vorurteilen und gesellschaftlicher Realität zu unterscheiden.“ „Stimmt, das schreibt der Sarrazin ja auch in fast jedem Buch wieder.“

„Den Euro behalten wir aber.“ „Nicht alle.“ „Das müssten wir aber noch…“ „Diskutieren wir jetzt differenziert oder nicht?“ „Jedenfalls realpolitisch.“ „Dann können wir’s ja auch gleich lassen.“ „Wir müssen aber Deutschland als Exportnation erhalten.“ „Und gleichzeitig verhindern, dass die anderen unserem Beispiel folgen, weil wir sonst nicht mehr die größte Exportnation sind.“ „Selbstredend. Dann sollten wir auf jeden Fall für Europa sein und für TTIP und für…“ „Oder für Europa und gegen TTIP.“ „Oder für etwas mehr Europa, dafür aber weniger EU.“ „Wo war da jetzt der Unterschied?“ „Bei TTIP.“ „Das ist doch Europa minus EU.“ „Ich dachte immer, das sei EU minus Europa.“ „Also müssen wir uns da erst im Wahlkampf entscheiden?“ „Das reicht.“

„Und die äääh…“ „Sie meinen, wie jetzt in… hier, Dings…“ „Drei Kinder sollten, ich meine…“ „Und die Familie auch im Grundgesetz als…“ „Jedenfalls halte ich es für unsere abendländische Pflicht, dass wir unser abendländisches Familienbild, wie es hier im Abendland seit…“ „Und im Grunde hat sich auch gar nichts…“ „Dann können wir die…“ „Wir kriegen da schon Bescheid, wenn die EU…“ „Dann ist es ja gut, dass wir mal darüber geredet haben.“ „Ganz meinerseits!“

„Und die Frage der Lohnzurückhaltung?“ „Wir sehen das eher aus Sicht der Arbeitgeber, aber gut: mit Lohnzurückhaltung könnten wir leben.“ „Also würden Sie sich bereiterklären, die Löhne moderat zu senken, um den Wirtschaftsstandort Deutschland nicht zu gefährden?“ „Natürlich, man muss ja auch zu Zugeständnissen bereit sein, und so können wir mit gutem Beispiel vorangehen und auch die Arbeitnehmer davon überzeugen, dass sich ein noch sehr viel größeres Opfer von ihrer Seite lohnen wird. Zwar nicht für sie, aber es wird sich garantiert lohnen, und zwar nicht nur für Deutschland.“ „Das haben Sie schön gesagt!“ „Sehen Sie, bei aller Differenzierung muss man ab und zu auch immer sehen, welcher politischen Idee man sich verpflichtet fühlt. Dann geht’s auch gleich wieder.“ „Das finde ich aber auch! Und ich denke, wir sind jetzt auf einem so guten Weg, dass…“ „Wir sollten gleich Nägel mit Köpfen machen. Hallo? Frau Merkel? Wir sind so weit – ja, die Vorschläge liegen auf dem Tisch. Wir können endlich das konservative Profil der CDU schärfen, Frau Merkel.“





Geschenkt

24 05 2015

für Kurt Tucholsky

Es steht dort auf der Straße
ein Kistchen, klein und fein.
Mit Sorgfalt und mit Maße
legt einer dieses rein:
Sechs goldbemalte Teller,
ein reizendes Besteck –
da war nun einer schneller,
die Löffel sind schon weg.
Es ist nicht mehr von Nutzen.,
man müsste es nur putzen,
drum steht ein Schild dabei, ach denkt:
    Dies ist
        geschenkt.

Herr Schmidt kriegt keine Weine.
Er bangt um’s Tanzlokal,
das kommt nicht auf die Beine.
Und dies wär nun fatal.
Man macht ihm die Offerte:
zehn Kistchen, süßlich, rot.
Wenn er dies Zeug dann leerte,
sein Laden wäre tot.
Das will kein Mensch mehr trinken,
da wird die Hoffnung sinken,
eh Schmidt sich seinen Kopf verrenkt:
    geschenkt!
        Geschenkt!

Die böse Schrumpeltante,
die alte SPD,
die man stets geizig nannte –
jetzt gibt sie aus. Oh je.
Sie gibt’s mit Vorratsdaten,
mit Streik und Mindestlohn,
und alles missgeraten.
Sie spricht sich selber Hohn.
Für uns ist es am besten,
man nimmt von diesen Resten,
weil’s uns beleidigt, schmäht und kränkt
    nichts mehr
        geschenkt.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCXLIII)

23 05 2015

Dass Branko, der oft in Deutsch-Zerne
das Frischobst aß, allzuviel lerne,
war fast ausgeschlossen.
Man nahm’s schon für Possen,
er aß Pflaum und Birn samt der Kerne.

Herr Aeschbach, der schälte in Schwanden
sich Teller um Teller die Randen,
die meist bunt geringelt.
Schon ist er umzingelt
von Schalen, die sich drum befanden.

Es kochte sich Vuk in Klein Keer
im Ofen ein Kesselchen Teer,
die Straße zu glätten.
Die Löcher, sie hätten
gewollt. Doch der Kessel war schwer.

Ljudmyla, die sprach in Piwdenne:
„Wenn ich an der Liebe verbrenne,
bin ich hier im Städtchen
das einzige Mädchen –
hier ist niemand sonst, den ich kenne.“

Es spielt Nenad stur in Neu-Betsche
im Tanzlokal laut seine Quetsche.
Akkordeon hassend
und sich doch umfassend,
sieht er Tanz beim Zähnegefletsche.

Wenn Pearl sich beim Lotto in Lynn
ausrechnet: was ist danach drin,
wird sie zu spendabel.
Danach wird’s blamabel,
Zweifünfzig: das ist ihr Gewinn.

Man fand Darko abends in Katsch
gemütlich einst sitzend im Matsch.
Es hatte geregnet.
Man war ihm begegnet,
gestört von dem lauten Geplatsch.





Gernulf Olzheimer kommentiert (CCLXXXVIII): Drogen und Gesellschaft

22 05 2015
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Natürlich roch das Zeug nicht gut, aber Uga und seine Jagdgesellschaft waren in Minuten high. Mit den gelben Beeren in der Birne gingen sie locker auf jedes Mammut los – Ugas Schwager nur einmal, seine Witwe nahm die Dinger dann gegen den seelischen Schmerz, bis sie als Drittfrau des Zweitbruders aufrückte – und fühlten sich auch sonst erfreulich potent. Keiner klagte über das lästige Wetter, niemand hatte eigentlich ausschlafen wollen. Sie waren gut drauf, vor allem: drauf, und das zahlte sich letztlich aus. Die gelben Dinger waren der Hammer, so viel stand schon seit der vorletzten Eiszeit fest.

Eine Erosionswelle später soff sich die gesellschaftliche Basis unmittelbar vor Wochenenden, Sonn- und Feiertagen die Synapsen weich, während die Nachfahren der kleinen, gelben Frucht eher in elitären Kreisen für Heiterkeit sorgten. Chemisches Grundlagenwissen half einerseits, Schnaps und seine diversen Derivate zu produzieren, andererseits bekam man mit anorganischer Kompetenz allerhand putziger Pillen hin, die für ein paar bunte Scheinchen zu haben waren. Genau da begann sich die Kluft zu öffnen. Sie nannten die synthetisch hergestellten Drogen Drogen, und die Herren sahen, dass es gut war, und es war gut so. Weil es nicht sein durfte.

Fortan bekam jeder der unbefugten Konsumenten eins auf die Kalotte, denn wer es sich leistete, den Arbeitsprozess gefährdende Substanzen einzuwerfen, handelte gegen den zur Wahrung der Gesellschaft verordneten Konsens. Sich Tiefenentspanner ins Hirn zu schwiemeln galt fürderhin als moralisch verwerflich, weil es der gesellschaftlichen Leitung nicht gefiel. Der offensichtlichen Zerrüttung durch Alkoholika und Tabakerzeugnisse indes gebot keiner Einhalt, denn diese zementierte das Menschenbild derer, die das untere Drittel der Gesellschaft selten für Menschen hielten.

Wie man der mitunter breiten Masse jeden Cent an versehentlich kassierter Unterstützung gegen die staatsmonopolkapitalistische Massenvernichtung durch Niedriglohnarbeit mit strafrechtlichen Mitteln wieder aus der Nase zu popeln bereit war, weil man alle, die für ihren Lebensunterhalt noch zu arbeiten hatten, für Schmarotzer hielt, so beruhte auch das Bild vom unterprivilegierten Drogenkonsumenten auf der Ansicht, man müsse als regierende und regulierende Minderheit seine Unterschicht nur systematisch drangsalieren, um sie schließlich in allen volkswirtschaftlich und sicherheitspolitisch relevanten Bereichen stromlinienförmig zu kriegen. Mit hinreichend plumper Desinformation, dass schon einmaliges Lutschen an den gelben Beeren die Nerven der Prekarier heillos zerrütten würden, während der Herrenmensch im Hopfenrausch ein paar Parasiten totfahren könne, um hinterher noch Ministriale zu werden, ist ein guter Prozentsatz der ab Werk Verdübelten ruhig und verschüchtert genug, um jeden Müll zu glauben. Der gemeine Bürger ist im Auge des gesellschaftlichen Überbaus offenbar fit genug, bei Altersvorsorge und auf dem Arbeitsmarkt ständig Eigenleistung zu erbringen, aber zu bräsig, ohne Wärter zu kiffen; laut Propaganda des Miniwahr landet er sicher in der Opiumhölle, wird obdachlos, verliert Aktienpakete, Zähne und seine bürgerliche Existenz. Durch den Suff hätte er das nie geschafft, denn wo immer man im Fundus der Agitation danach sucht, derlei Fälle sind den Propheten unbekannt. Der Unterschichtler kann mit der Verantwortung einfach nicht umgehen, deshalb muss man sie ihm nehmen.

So deutlich wird es nicht gesagt, dass Parlamentarier sich ihr Crystal Meth zum höheren Ruhme der teutschen Nation reinpfeifen, aber diese Intelligenz traut man dem Proletariat schon zu.

Folglich pumpt die Regierung eine kriminelle Schattenwirtschaft auf, wohl wissend, dass ein Großteil der Bürger regelmäßig schluckt, raucht oder sich die Schleimhäute mit diversem Gepopel imprägniert. Sie alle haben nach offizieller Doktrin etwas zu verbergen, denn die Mehrheit verstößt gegen die als gesellschaftlichen Konsens propagierte Psychose, dass die Droge an sich schlecht und volkszersetzend sei – eine auch in konservativen Kreisen gern mit Panzerschokolade untermauerte Wahrheit, sieht man davon ab, dass der komplette Führerbunker ganzheitlich verstrahlt war und seinen Untergang nur durch Zuckerwatte mitkriegte. Ein generelles Drogenverbot macht gefügig, und darauf kommt es den liebevollen Diktatoren ja an. Wer weiß schon, was passieren würde, wenn zu viele plötzlich wieder die gelben Beeren kauten. Es gibt kein Mammut mehr, und eine Rotte zugedröhnter Maniaken, die mit Fackeln und Panzerfäusten das Bundeskanzleramt in eine naturgetreue Nachbildung von Hiroshima verwandelt, fände nicht jeder angenehm. Wahrscheinlich lecken sie in der Bundesregierung gerade Kröten. Oder umgekehrt. Wollen wir das wirklich wissen?





Zufallstreffer

21 05 2015

„Haben Sie eigentlich noch alle Tassen im Schrank!?“ „Wir wollten doch nur…“ „Ihnen ist ja wohl nicht klar, dass Sie damit die Arbeit der letzten Jahre, ja? der letzten Jahre dieser Regierung und der letzten und wahrscheinlich auch der hinter…“ „Sie meinen sicher der vorletzten…“ „Schnauze, verdammt noch mal! Wir sind hier in einer Demokratie, also halten Sie gefälligst die Füße still, klar?“ „Jawohl, Herr Minister.“

„Kann das angehen? Geht das in Ihre verdammten Schädel rein, dass sich Polizeiarbeit in diesem Land an klare Regeln zu halten hat?“ „Aber wir haben uns strikt an die…“ „Einen Bankraub nach nur zwei Stunden aufzuklären? Sind wir hier bei den Hottentotten?“ „Herr Minister, wir…“ „Sie gehen da einfach so rein, sichern einfach so Spuren, DNA-Test natürlich immer dabei, Sie werten Ihre Videoaufnahmen aus – haben Sie eigentlich den Verstand verloren!?“ „Aber Herr Minister, wir haben in der Öffentlichkeit für unsere Arbeit sofort die höchste Anerkennung bekommen. Die Presse schreibt in der Schlagzeile vom Mittwoch, wir hätten durch umsichtige, schnelle und konsequente Arbeit den durchschlagenden Fahndungserfolg…“ „Sie merken ja wohl auch gar nichts mehr, oder? Fahndungserfolg! Sie haben die Arbeit der Bundesregierung zerstört, auf Jahre hinaus in den Schmutz gezogen! Sie sind schuld, wenn die Polizei bald nur noch ein Gespött der Leute sein wird.“ „Aber Herr Minister! Wir haben die Geiseln aus der Bankfiliale…“ „Eben, haben die etwa alle überlebt? Sie sind doch einfach nur zu blöd für Ihren Job. Gehen Sie doch in den Kindergarten, wenn Ihre Ausbildung zu nichts mehr reicht! Oder zur Bahn? Oder gleich zum Bundesverfassungsgericht!“

„Herr Minister, wir haben die Geiseln aus der Bankfiliale mit aller Umsicht gerettet. Sogar der Herr Landgerichtsdirektor war sehr des Lobes voll, als er…“ „Die alte Pappnase, will nicht wissen ob der überhaupt weiß, was hier gespielt wird. Wir müssen den Straftätern gegenüber Härte zeigen, kapieren Sie das? Härte! Unbeugsame und unbarmherzige Härte!“ „Und damit lösen Sie irgendwelche Konflikte?“ „Natürlich nicht, ist ja auch nicht mein Job. Aber: Härte!“ „Damit werden Sie auch keine Geiseln retten.“ „Was interessieren mich die Geiseln, da werden auch ein paar staatsfeindliche Elemente druntergewesen gewesen sein.“ „Das waren normale Angestellte, zwei Rentner, ein Azubi, dann ein Polizist und…“ „Den Polizisten müssen Sie natürlich wieder als Aushängeschild Ihrer linken Anarchistenrepublik anführen – aber Sie werden mich nicht damit einlullen, kapieren Sie? mich nicht!“

„Jedenfalls haben wir die beiden verbliebenen Täter nach wenigen Stunden aufspüren können.“ „Und warum? Weil Sie wieder Räuber und Gendarm gespielt haben. Oder meinetwegen Indianer – Sie mussten sich ja wieder anschleichen und Spuren lesen.“ „Herr Minister, wir haben die beiden Verdächtigen schon im Vorfeld wegen eines Kraftfahrzeugdiebstahls…“ „Und dann haben Sie einfach mal so jemanden festgenommen, wie? Haben Sie einen blassen Schimmer, wie die Öffentlichkeit reagiert, wenn Sie dabei aus Versehen unbescholtene Bürger festsetzen?“ „Davon kann überhaupt keine Rede sein. Die beiden Täter sind in einem gestohlenen Fahrzeug mit überhöhter Geschwindigkeit über die Autobahn geflohen, bei ihrer Ergreifung haben wir die vollständige Beute…“ „Zufallstreffer. Die kann ihnen auch ein Dritter untergeschoben haben.“ „Herr Minister, die Täter haben bei der Festnahme auf uns geschossen.“ „Da sehen Sie es! Sie begeben sich auch noch in Lebensgefahr, nur weil sie unbedingt irgendwelche Bürger verfolgen, denen Sie zur Tatzeit noch keine Straftaten nachweisen können.“ „Aber…“ „Und die Drecksarbeit müssen dann wieder die Justizbehörden für Sie erledigen, oder? Darauf läuft doch Ihr unprofessionelles Verhalten wieder hinaus!“ „Herr Minister, wir…“ „Und dann wird bei so einer stümperhaften Aktion doch mal ein Polizeiangehöriger verletzt, und wer darf dann für den Schaden aufkommen? Der Steuerzahler natürlich! Wir haben’s ja!“ „Herr Minister, das…“ „Erzählen Sie mir nicht, dass das normale Polizeiarbeit ist. Ich weiß das besser.“

„Wir müssen uns als Polizei ganz entschieden verwahren, Herr Minister. So kann man keine vernünftige Verbrechensbekämpfung leisten.“ „Verbrechensbekämpfung? Sie sollen doch das Verbrechen gar nicht bekämpfen – wollen Sie sich etwa arbeitslos machen?“ „Herr Minister, wir…“ „Papperlapapp, wie stehe ich denn da? Die Polizei entzieht sich selbst ihre Geschäftsgrundlage, indem sie Verbrecher aus dem Verkehr zieht, die dann keine Verbrechen mehr begehen, so dass ich mich fragen lassen muss, wozu wir eigentlich so eine überteuerte Uniformtruppe mit Pensionsanspruch herumlaufen lassen. Merken Sie eigentlich noch was!?“ „Herr Minister, wir lassen uns diesen Fahndungserfolg nicht…“ „Jetzt hören Sie mir gefälligst zu: wir brauchen keine Fahndungserfolge. Solche schon gar nicht. So ein Verbrechen kann gar nicht aufgeklärt werden.“ „Aber Herr…“ „Nichts aber, so ein Verbrechen kann gar nicht aufgeklärt werden. Das ist technisch vollkommen ausgeschlossen. Jedenfalls ohne Vorratsdatenspeicherung.“





German Armut

20 05 2015

„… über eine freiwillige Spende der Kreisverbände zu finanzieren, da der FDP auf Bundesebene sonst der finanzielle Kollaps…“

„… die EZB um einen Milliardenkredit gebeten habe, um das laufende Defizit zu decken. Das Bankhaus habe geantwortet, man werfe zwar das Geld inzwischen in die nächstbeste Pfütze, sei dem Steuerzahler aber immerhin so weit verpflichtet, dass man die Liberalen nicht mit überflüssigem…“

„… eine solidarische Spende aus Griechenland einfordere. Sie hätten jahrlang ohne jede Rücksicht auf die realen Verhältnisse luxuriöse Wünsche auf Pump finanziert, den Staat mit erheblicher krimineller Energie um seine Steuern betrogen und mit windigen Versprechungen die Öffentlichkeit hingehalten, getäuscht und verhöhnt. Daher fühlten sie sich dem südeuropäischen Volk zutiefst…“

„… dass eine Lotterie nur mit staatlicher Genehmigung einzurichten sei, was aber für eine marktliberale Partei aus naheliegenden Gründen absolut undenkbar sei. Der FDP-Bundesvorstand habe dem heftig…“

„… seien die Steuerrekordeinnahmen ein deutliches Zeichen, dass die Deutschen die FDP immer noch unterstützen würden. Solms habe für eine Steuererhöhung plädiert, die direkt in die Förderung einer neuen liberalen Kraft im Bundestag…“

„… sei es kein Zeichen einer gesellschaftlichen Schere, wenn die Armen diesmal den Reichen helfen müssten. Lindner habe betont, die gesamte Politik der Liberalen baue doch darauf auf, dass die Armen den…“

„… noch nicht geklärt sei, ob Möllemann tatsächlich jüdische Vermächtnisse in Höhe von genau 8,5 Millionen…“

„… man sich auf Ärzte, Anwälte und Apotheker besinnen müsse, da diese schon immer zu den freigiebigsten Bürgern in der…“

„… sich nochmals korrigiert habe. Die Armen müssten selbstverständlich den Reichen helfen, was zu keinerlei sozialen Verwerfungen führen müsse, da die Reichen ja auch viel mehr wert seien als…“

„… die Wirtschaftskompetenz der Partei schon daran ersichtlich sei, da es der FDP so lange gelungen sei, ihre Zahlungsunfähigkeit vor den Medien zu…“

„… oder dass sich die Fundraising-Abteilungen der FDP ausgerechnet vor den JobCentern der größeren Städte postiert hätten. Unangenehm aufgefallen seien die Spendensammler vor allem, weil sie die Erwerbslosen bedroht hätten, sie würden als spätrömisch-dekadente Parasiten mit Absicht dafür sorgen, dass Lindner bald dem Hungertod…“

„… empfehle die Deutsche Bank ihrem politischen Arm einen betrügerischen Konkurs, da sonst keine genügend hohen Schulden für einen Rettungsschirm…“

„… es nicht möglich sei, die FDP durch Sponsorengelder zu finanzieren. Angesichts der Vielzahl der Geldgeber sei es ausgeschlossen, dass die Parteispitze gleichzeitig im Hintern von…“

„… von einer Fusion mit des künftigen rechtsrechten Rechtsauslegers der AfD abrate, da Hans-Werner Sinn bereits mehreren inzwischen bankrotten Konzernen gewaltige Kursgewinne…“

„…als Konkurrenzprodukt zum Lucke-Klub den Markt mit goldenen Euro-Münzen zu…“

„… müsse man sparen, sparen und nochmals sparen, viel mehr unternehmerisches Denken auch bei betriebswirtschaftlichen Kleinigkeiten an den Tag legen, leistungsorientiert handeln, sich fortwährend für die Aufgaben der Zukunft qualifizieren und sich von seinem lieb gewonnenen Vermögen trennen, sich auf die eigentlichen Kernkompetenzen besinnen, um wettbewerbsfähig zu werden, wesentliche Ressourcen beim Personal einsparen, auch und gerade in den sozialen Bereichen, in denen man jedem Arbeitnehmer zeigen Arbeitnehmer zeigen kann, was für ein vernachlässigbarer Dreck er ist, kurz: die Volksgemeinschaft müsse erheblich mehr Eigenverantwortung zeigen, um ihrer Rettung vor der Umverteilung nach unten zu entgehen, was nur durch eine marktliberale Partei…“

„… es Westerwelle abgelehnt habe, sein Privatvermögen für eine Gruppierung einzusetzen, deren Mitglieder teilweise durch ekelerregende Lebensumstände wie Erwerbsarbeit…“

„… der Schufa-Eintrag der Freien Demokraten in die neue Kategorie Ramsch Minus…“

„… als letzten Ausweg die Vorräte an Glühlampen im Online-Handel zur Finanzierung der…“

„… man auf das Hotelfrühstück künftig eine Abgabe in Höhe von zehn Euro für die…“

„… sich Brüderle mit seinem Hut in der Kölner Innenstadt nicht gut gemacht habe, da die Passanten ihm statt der erhofften Banknoten Literflaschen mit billigem Riesling…“

„… internationale Rating-Agenturen die Bewertung German Armut als einen…“

„… nicht klar, ob der Vorschlag aus Griechenland komme. Eine geordnete Insolvenz der FDP sei jedoch der einzige ehrliche…“





Rückgrat

19 05 2015

„Auf gar keinen Fall! Absolut negativ: nein! Da werde ich als Vorsitzender der Sozialdemokraten wohl noch ein Wörtchen mitzureden haben. Wenn uns diese Dame dumm kommt, dann werde ich ihr aber mal zeigen, wer hier der Vizekanzler ist! Ohne uns kann sie sich ihre Koalition nämlich in die Haare schmieren, klar!?

Wir werden der Kanzlerin schon zeigen, wo hier der Hammer hängt. Die wird sich nicht mit ihren billigen Erklärungen aus der Affäre stehlen, diesmal nicht! Wenn sie die Selektorenliste nicht herausgibt, dann werden wir dagegen protestieren, bis sie es tut! und sogar noch viel länger!

Jetzt wird der Union nämlich dieser riesengroße Stimmenzugewinn bei der letzten Bundestagswahl auf die Füße fallen, verstehen Sie? So, wie die CDU jetzt unterwegs ist, so wird sie scheitern. Scheitern, jawohl! Das ist mein voller Ernst, und als Regierung hat sie dieser riesengroßen… also gut, es gibt noch eine Opposition, aber das ist auch eine sehr große! Die geht bis weit über die Grenzen des Bundestages hinweg, und wenn ich mich nicht täusche, ist da auch die Bevölkerung vertreten. Und die werden alle zusammen dafür sorgen, dass diese Kanzlerin sich entweder an Recht und Gesetz hält, oder die Opposition wird sie einfach aus dem Amt entfernen! Das ist doch wohl klar!?

Wir werden jetzt dieser Bundeskanzlerin nämlich mal Rückgrat zeigen! Gut, muss ja nicht gleich meins sein. Wir sind weder unmündig noch Befehlsempfänger. Also eher so eine Art subalterne Stempelbeamten, die genau dann tätig werden, wenn sie gelassen werden dürfen sind. Und das müssen wir nämlich unseren amerikanischen Freunden, zu denen wir weiterhin in einer historisch überdauernden Freundschaft stehen, auch mal ganz unmissverständlich zeigen. Aber die Kanzlerin wird das nicht tun, davon sind wir fest überzeugt. Ganz fest! Wenn ich sie wäre, ich hätte mir da jedenfalls schon mal das vollste Vertrauen –

Das werden wir so nicht lösen können, und es gibt ein kleines Problem. Wir könnten die Koalition jetzt auflösen, und das wäre ganz gut. Die SPD befindet sich auf einem Punkt deutlich oberhalb von fünf Prozent, und das heißt, ich muss nie mehr arbeiten. Pardon, ich pflege nicht für den Bodensatz zu sprechen, ich meinte: ich muss nie mehr arbeiten. Das Problem ist doch eher, dass die Partei danach einen Kandidaten finden muss, der nicht ich ist. Wer will schon so massiv aufs Maul kriegen und danach Oppositionsführer werden?

Das ist ja das Problem, verstehen Sie? Die Kanzlerin muss das, was sie da versprochen hat, auch durchziehen. Dass sie das nicht tut, ist doch außerhalb jeglicher Diskussion. Und Sie wissen so gut wie ich, dass dieses Ausgesitze keine Lösung bringt. Wir müssen uns da schon ein bisschen anstrengen, wenn wir unsere Ziele erreichen wollen.

Natürlich spielen wir mit antiamerikanischen Ressentiments. Dieses antirussische Gefasel von der Kanzlerin hält doch auf die Dauer auch keiner im Kopf aus. Natürlich kennen wir die derzeitige terroristische Bedrohungslage, klar. Aber dass die von den Amerikanern ausgeht, war uns bisher auch neu. Oder wissen Sie da Genaueres?

Wir sind ja nun nicht besonders glücklich, dass das Bundesverfassungsgericht diese Liste einfordern könnte, aber was sollen wir machen? Die SPD ist eine sturmerprobte Partei, die wird zur Not auch das Grundgesetz anerkennen.

Die können jetzt gerne die Ermittlungen behindern, ich habe da überhaupt kein Problem. Dann müssen wir das nämlich nicht mehr tun.

Man könnte sich ja so einigen: die Kanzlerin gibt die Liste nach ihrer Amtszeit heraus – nach welcher, das muss man dann im Einzelfall abklären – und bis dahin sind wir auch für das Freihandelsabkommen, weil wir uns keine antiamerikanischen Ressentiments mehr nachsagen lassen wollen. Okay? Wir würden das natürlich ohne diese Liste machen, aber verstehen Sie mich nicht falsch, der Wähler muss es doch für auch für glaubwürdig halten. Der Bürger verlangt doch in erster Linie Geschlossenheit von so einer Koalition, oder? Ständig diskutieren, was man machen sollte, um diese ganzen schwierigen Probleme zu lösen, das können die Leute doch selbst. Die wollen, dass alle sich Gedanken gemacht haben. Dass einer mal nachdenkt, das geht doch nun wirklich nicht!

Vor allem keine Neuwahlen jetzt, das sollte in einem geordneten Prozess vonstatten gehen. Die fünf Prozent in allen Ehren, aber Sie wissen ja: man soll nichts beschreien. Wenn plötzlich alle Fakten auf dem Tisch liegen, also die, von denen wir gehofft hatten, dass sie nie auf dem Tisch liegen, und die, von denen wir meinten, es seien sowieso keine Fakten, dann müssten wir wirklich mal sehen, ob wir uns da nicht intern einigen könnten. Die Kanzlerin kommt weg, das kriegen wir schon hin, und dann sollten wir uns über eine längerfristige strategische Partnerschaft unterhalten. Sobald Sie Kanzlerin sind, Frau von der Leyen. Sie vergessen uns doch nicht?“








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