Gernulf Olzheimer kommentiert (CDX): Die Helden der Arbeit

20 04 2018
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Früher war es der Typ, der das Klo repariert hat. Kurz danach wurde das Klo erfunden und der Typ hier Klempner. Dann der Sanitärinstallateur. In der Spätphase des Kapitalismus etablierte sich dann der Anlagenmechaniker Gas Wasser Biomasse. Eine Rohrzange können sie alle nicht halten. Manche wissen nicht, wie ein Klo aussieht. Aber sie sind als Klimafachingenieure längst die dickste Hose von Doktor Haus und seinen Kellerasseln. Es folgt in Kürze der Senior Rohranflansching Master of Metal Science, wenn es nicht schon ein Executive Leader Ausguss Management ist. Mit nur einer Promotion wird’s langsam eng, da kann man höchstens noch Neurochirurg werden. Oder Astrophysiker. Aber den Leuten die Brühe aus der Schüssel pümpeln? Nix da. Die Helden der Arbeit wissen, wie das geht.

Vor allem, wie sich der Schmodder halbwegs professionell anhört. War man früher noch geneigt, die Qualifikationen eines Hand- oder Kopfwerkers ins Kalkül zu ziehen, zählen heute dank der rapide absinkenden Wertschätzung für so manche Berufe allein die Schildchen an der Tür, die Aufsteller auf dem Tresen, die kryptische Stickerei auf Blaumann und Kittel, um dem Kartoffelschäler ein halbwegs ehrenvolles Dasein zurechtzuschwiemeln, wie es ohne preziösen Verbalschaum kaum ginge. Sie sind Glücklichmacher, Pizzaspeedy oder Quasselbacken, auch wenn sie Reklamationen bearbeiten, seifigen Teig in minderwertiger Pappe schichtbedingt über die rote Ampel jubeln oder dementen Rentnern im Callcenter Lebensversicherungen andrehen. Nur zu Superhelden aufgebrezelt scheinen sie ihr eigenes Elend zu ertragen, das sich in der kompletten Sinnlosigkeit ihres täglichen Tuns ergießt – fiele ihr Beruf durchs Raster, man würde sie vermissen wie Nagelpilz oder Investmentbanker.

Obwohl, nein – es hat ja nichts mit ihrem Tun zu tun. In den Arbeitsverträgen steht immer noch, dass sie subalterne Mitglieder einer Drückerkolonne sind, die wöchentlich die halbe Nation der komplett verdeppten Dämlacks mit Ziervogelhaftpflicht und ähnlichen Perlen der Versicherungsproduktion zu beglücken haben. In der Stellenanzeige hatte es noch Kommunikationskings und Rhetorikrambos gebraucht, Vertriebstennos und Supermänner der angewandten Beschisstechnik. Und Helden, vor allem: Helden. Weil ein derart beknackter Dreckjob nur dann zu überleben ist, wenn man sich nach dem psychisch bedingten Rauswurf in die nächste Runde stürzt und die Spirale einmal weiterdreht. Es geht nur noch um Superduper und Professionals, Genies und Götter, wo in Wahrheit Monster, Mumien und Mutationen sich die Klinke in die Pfote drücken.

Neben der grassierenden Verachtung für die Zielgruppe, die von einer insolventen Pissbude – neudeutsch: Start-up – zur nächsten tippelt, wird alles ab dem gesetzteren Alter aus der Schusslinie getreten. Wer würde sich als Silversmurf schon mit einer degenerierten Horde von TV-Glotzern messen im Superkräfte ablabern, als Media Information System Accountant der Cultural Approach Group? Ob letztere die Abreißkärtchen zum Museum locht oder soziologische Literatur abstaubt, will letztlich keiner mehr wissen. Solange das Branding stimmt, die von den Junior Pillpalle & Killefit Supervision Heroes in die Frontallappen tätowierten Muster des öffentlichen Drucks, jeden Scheißjob anzunehmen, um sich nicht mit dem gelangweilten Sadisten auf der anderen Seite des Arbeitsamtsschimmels zu belasten, solange wird der Wahnsinn als Methode gefeiert und die intellektuelle Nahtoderfahrung des Stellenmarktes als Normalzustand in einer Welt, die schon deshalb Roboter nicht als Arbeitnehmer für einfache Tätigkeiten nehmen könnte, weil sie dann niemanden mehr hätte, auf den sie angewidert herabschauen könnte.

Während es die Putzfrau über die Raumpflegerin bis zur Gebäudeunterhaltsreinigerin gebracht hat, dreht der Luftdruck ins Negative: die Schmutzfachkraft wird als wischendes Gewerbe an den Rand des öffentlichen Interesses gedrängt, als Junk & Trash Removal Assistant Manager gemoppt und gefeudelt, aber keiner wundert sich, warum er fürderhin seinen Mist selbst aufharken kann. Sie sind alle längst Social Media Consultants, die zu drölfzig Mann Bilder posten, wie ein Klempner das Rohr verdengelt, einer haut’s in WhatsApp, einer schmiert bei Facebook, einer twittert und einer weint, weil es allen anderen gewaltig an der Sitzfläche vorbeigeht. Sie verdienen alle nicht ansatzweise so viel wie der Anlagenmechaniker, werden nicht nach drei Tagen durch ein krähendes Jüngelchen ersetzt, das noch keine Kündigung für möglich hält, und sind trotzdem froh, trotz ihres makellosen Studienergebnisses in BWL und des Motorsägenscheins ab sofort im Kundencenter zu hocken. Tag für Tag. Um Langzeitarbeitslosen unter Abschlussdruck goldene Uhren zu verticken. Als Lieferhelden. Jippie.

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Nazi!

19 04 2018

„… noch ‚Nazi‘ sagen dürfe. Die Sendung wolle klären, ob eine politisch korrekte Bezeichnung auch für Minderheiten im Bereich des…“

„… von den Hörern begrüßt worden sei. Dies könne laut Intendantin Wille jedoch kein Grund sein, eine einmal angesetzte Sendung auch ins Programm zu…“

„… auch ein Recht hätten, als national gesinnte und besorgte Bürger wahrgenommen zu werden. Zum Ausgleich schlage Petry vor, den Begriff ‚völkisch‘ nicht mehr negativ zu…“

„… wenigstens einen freundlichen Umgangston angemahnt habe. Dass ein gewisser Personenkreis die Verbrechen der Zeit des Nationalsozialismus leugne, verharmlose oder wiederholen wolle, sei noch kein Grund, sie als…“

„… die politische Korrektheit laut Weidel auf den Müllhaufen der Geschichte gehöre. Das heiße jedoch nicht, dass plötzlich jede zugewanderte Muselsau das deutsche Volk mit aggressiver…“

„… zunächst ein Gegengutachten einholen wolle, ob die Aussprache des Wortes ‚Nazi‘ im Rundfunk auch phonetisch korrekt sei. Eine fehlerhafte Vokalqualität sei durchaus geeignet, sich nachhaltig auf das Verhältnis der Deutschen zu ihren eigenen Landsleuten am rechten Rand zu…“

„… die Diskurshoheit nicht dem führenden linksversifften Mainstream überlassen, der zu 87 Prozent Deutschland an den Islam verkaufen wolle. Nur die wirklich mit der Materie politisch und historisch vertrauten Experten seien in der Lage, eine Diskussion auf Augenhöhe zu…“

„… es andererseits nicht nur eine negative Bedeutung des Wortes gebe. Wer beispielsweise an den Holocaust denke, so Höcke, könne auch ein…“

„… man in einer Radiosendung nicht gerne mit Betroffenen diskutieren wolle. Als Insassen von in Brand gesteckten Asylbewerberheimen oder linke Landtagsabgeordnete könne man sicher nicht objektiv beurteilen, ob die deutsche…“

„… dass es keinen ‚Nazikuss‘ gebe. Damit sei das deutsche Volk noch weniger vor rassistischen Anfeindungen geschützt als ausgerechnet die afrikanischen…“

„… überhaupt ein linker Begriff sei, wie Steinbach nochmals betont habe. Der sozialistische Anteil an der Nazi-Ideologie habe erst zu den menschenverachtenden Entartungen geführt, wie sie Stalin, Mao, Willy Brandt und die…“

„… posttraumatische Belastungsstörungen zu erdulden habe. Viele nationalkonservative Teil der deutschen Bevölkerung hätten nach einer sehr schwierig verlaufenden Bildungskarriere und zahlreichen Kontakten mit Drogen, Justiz und Gewalt eine geistig eher nicht so…“

„… nachgewiesen habe, dass das Wort nachträglich von der Antifa mit dem Einverständnis der Weisen von Zion in die historischen Dokumente eingefügt worden sei. Steinbach habe selbst alle…“

„… nur innerhalb der historisch relevanten Periode zutreffe. Danach habe man sie nur noch als Neonazis, allenfalls als Neofaschisten zu bezeichnen, da jeder andere Tatbestand nicht korrekt im Sinne der…“

„… dass die Bezeichnung als ‚Deutsche mit nationalistischem Hintergrund‘ nicht mit den Zielen der Bewegung zu vereinbaren sei. Höcke sei der Ansicht, dass jeder echte Deutsche einen…“

„… nicht darum gehe, politische Korrektheit als Kampfbegriff gegen die Vaterlandszersetzer zu etablieren, die schon längst eine Zerstörung des jüdisch-christlichen…“

„… als Volksverhetzung bezeichnet habe. Die AfD wolle einen Gesetzentwurf in den Deutschen Bundestag einbringen, der die Begriffe ‚Nazi‘ und ‚rechts‘ für in vierter Generation deutschblütig arische, weißhäutige und in den Grenzen des Reiches von…“

„… das Konzept der Sendung keine Nazis berücksichtigt habe, um der öffentlichen Meinung keine Möglichkeit zur Kritik zu geben. Meuthen habe angekündigt, den verantwortlichen Redakteuren der demokratieversifften Hetzpresse nach der Machtergreifung ihre Judendreckfressen mit der ganzen Härte des…“

„… eine ausgewogene Diskussionsrunde angekündigt habe, die aus zwei bekennenden Holocaustleugnern bestehe und zwei Kämpfern für die Reinheit des rassischen…“

„… dass viele gewaltbereite Deutsche mit geistiger Behinderung, Störung der Impulskontrolle und Alkoholproblemen keine Schwierigkeiten damit hätten, als Nazis bezeichnet zu werden. Man könne eine Maßnahme aus politischer Korrektheit aber nicht außer Acht lassen, da diese Personen aus eigenen Mitteln nicht in der Lage seien, ihre…“

„… nur als rhetorisch überspitzte Einstiegsfrage gemeint sei. Keiner wolle anständige Deutsche als Nazis bezeichnen, man wolle nur darüber kritisch diskutieren, ob der linksvegane Mainstream, der seinen Stolz, Deutscher zu sein, noch nicht an den Islam…“

„… müsse auch auf diskriminierende Prägungen wie ‚Halbnazi‘ angewendet werden dürfen. Die sächsische Justiz wolle auf jeden Fall die…“

„… Ausnahmen geben solle. Die Bezeichnung ‚Linksfaschist‘ etwa beruhe immer auf Tatsachen und dürfe daher nicht als strafrechtlich…“





Erbsünde

18 04 2018

„Reichen denn Fingerabdrücke überhaupt?“ „Ich würde Blutproben nehmen.“ „DNA-Proben reichen auf jeden Fall.“ „Und das geht?“ „Wenn man in Deutschland geboren wurde oder hier dauerhaft seinen Lebensmittelpunkt hat, schon.“ „Und wie genau kann man die DNA-Probe in den Ausweis integrieren?“ „Kann man diese genetischen Sequenzen nicht irgendwie klein schneiden?“ „Sie meinen, damit die auf den Ausweis raufpassen?“ „Zum Beispiel, aber so genau kenne ich mich damit auch nicht aus.“

„Wir hatten damals Geruchsproben.“ „Und wo bewahrt man das auf?“ „Das wird ja ’ne Menge.“ „Jetzt, wo die langsam kapieren, dass man den Atommüll doch nicht so einfach endlagern kann, wird da unten einiges an Platz frei.“ „Aber man muss doch auch wieder ran an die Dinger.“ „Nö.“ „Wie, nö?“ „Naja, ob man die Verdächtigen jetzt zwei Tage oder ein Jahr in Untersuchungshaft lässt, bis man die richtige Probe gezogen hat, das ist doch verhältnismäßig egal.“ „Egal ja, aber eben nicht verhältnismäßig.“ „Siehste, gleich fängt er wieder an mit dem Rechtsstaat.“ „Nein, aber…“ „Siehste?“

„Wir sollten vielleicht eher die technischen Lösungen bevorzugen.“ „Weil Deutschland dank unserer geliebten Bundesregierung ein derart unglaublich hoch technisierter Staat geworden ist?“ „Um die Funklöcher herum soll’s inzwischen ja regelrecht Internet geben.“ „Woah!“ „Jedenfalls wäre es möglich, die Personen, auch wenn sie eben nicht schon durch Geburt straffällig geworden sind, dann später durch eine vorbeugende Maßnahme mit technischen Geräten auszustatten, mit deren Hilfe wir sie eines Verbrechens überführen können.“ „Auch im präventiven Fall?“ „Also vor dem Verbrechen?“ „Zum Beispiel.“ „Eher nicht.“ „Warum macht man es dann?“ „Weil’s geht.“

„Wir implantieren allen Deutschen einen…“ „Das geht nicht.“ „Da macht dann Seehofer nicht mehr mit?“ „Klar, man kann doch Bayern nicht wie normale Bundesbürger behandelt.“ „Weil das keine Bundesbürger sind?“ „Schon, aber wer mehrheitlich etwas wie Seehofer wählt, legt vermutlich größten Wert darauf, als nicht ganz normal bezeichnet zu werden.“ „Jedenfalls ist das eine Diskriminierung von Ausländern.“ „Die werden doch von dieser Maßnahme gar nicht betroffen.“ „Eben.“ „Wieso denn…“ „Weil es auch positive Diskriminierung gibt.“ „Die fühlen sich diskriminiert, weil man ihnen keine Peilsender einpflanzt?“ „Nein, aber es ist dann halt umgekehrt. Oder in der Wirkung eben das Gegenteil.“ „Aber Seehofer macht nicht mit?“ „Ja.“ „Dann ist das ja gar nicht so anders.“ „Aber es ist ein rechtliches Problem. Deutsche Gesetze gelten für alle, die sich in Deutschland aufhalten.“ „Und man darf Ausländern keine Chips in die Haut hauen?“ „Das wäre dann freiwillig.“ „Klar, man kommt ja auch freiwillig.“ „Es sei denn, man ist Flüchtling.“ „Und woanders hin kann man nicht fliehen?“

„Es käme hier auf den Aspekt der Freiwilligkeit an.“ „Bisher können Deutsche die Fingerabdrücke ja auch freiwillig abgeben.“ „Weil ihnen bis auf die Staatsangehörigkeit keine weiteren Straftaten nachgewiesen werden können.“ „Gut, aber es müsste dann eine Erklärung im Sinne der Abwehr von konkreten Gefahren geben.“ „Erbsünde.“ „Wie, Erbsünde?“ „In einem christlichen Land, das von christlichen Parteien regiert wird, ist doch dieser Begriff hoffentlich nicht fremd?“ „Nein, aber wie kommen Sie denn jetzt darauf?“ „Wenn wir das als allgemeine Verfehlung deklarieren, die alle Bürger auf sich geladen haben, können wir auch eine Zwangsmaßnahme als freiwillig verkaufen.“ „Sie meinen, es gibt noch einen freien Willen?“ „Das würde ich jetzt so nicht sagen, aber…“ „Da müssen dann die Personen, die sich für längere Zeit in Deutschland aufhalten oder sich hier niederlassen wollen, eine Entscheidung treffen: sind sie freiwillig hier?“ „Und wenn ja?“ „Dann müssen sie auch mit den Konsequenzen leben.“ „Und wenn sie nicht freiwillig hier sind?“ „Dann handelt es sich möglicherweise um ein Verbrechen, und da sind alle Mittel recht, um das aufzuklären.“

„Man kann doch nicht von allen Touristen DNA-Proben nehmen.“ „Sie werden das schon freiwillig tun müssen, und das ist dann eben äääh… freiwillig.“ „Könnten wir nicht erst mal gucken, ob das mit den Fingerabdrücken überhaupt irgendwas bringt?“ „Was soll das denn bringen?“ „Dann bräuchten wir auch keine Speichelproben und keine DNA und sonst auch nichts.“ „Brauchen wir auch nicht, bringt ja auch nichts.“ „Aber warum macht man das dann?“ „Der Bürger gibt uns halt freiwillig eine Speichelprobe, damit er in seinem eigenen Land mit seinem eigenen Fahrrad in einen Supermarkt fahren und von seinem eigenen Geld Kartoffeln kaufen kann.“ „Klingt ein bisschen wie Schutzgelderpressung.“ „Ist aber freiwillig.“

„Das wahre Problem sind doch nicht die Fingerabdrücke.“ „Sondern?“ „Vermutlich, dass wir nicht alle freiwillig unsere Geruchsproben aus dem Stasi-Archiv mitgenommen haben.“ „Sie etwa?“ „Ach was. Biometrische Fotos.“ „Gibt’s die nicht schon?“ „Eben.“ „Ach so.“ „Na, ist ja interessant.“ „Eben, finde ich auch.“ „Obwohl…“ „Was denn?“ „Wenn biometrische Fotos viel gefährlicher sind, dann können die Leute doch eigentlich auch noch ihre Fingerabdrücke abgeben.“





Verstörungsstelle

17 04 2018

„… ein Hilfegesetz einführen wolle, nach dem alle Patienten psychiatrischer Einrichtungen erfasst werden sollten, um keine weiteren…“

„… nur für Bayern gelte. Da im Freistaat eine andere Definition von geistiger Gesundheit gelte, müsse man keine schlimmeren Folgen als den…“

„… als niederschwelliges Serviceangebot angesehen werde. Bereits eine Erstberatung bei der psychosozialen Hilfe könne mit einem Eintrag in die Liste unterstützt werden, die ihrerseits dann an die anderen Überwachungsbehörden Im…“

„… klar sein müsse, dass die Eintragung in der Liste der Verstörungsstelle nicht kostenlos sei. Ein offizieller Gebührenbescheid werde daher umgehend an die Verdächtigen geschickt, es sei aber nicht geplant, damit auch Ansprüche auf therapeutische Leistungen gemäß des…“

„… von einer schweren psychischen Störung befallen würden, wenn sie bereits vorher eine ausgeprägt antisoziale Persönlichkeit besäßen. Die CSU-Spitze sei geradezu mustergültig für diese Kombination, die im Zusammenspiel mit Drogen eine weitere…“

„… bekannt sei, dass zahlreiche Gewalttäter zuvor vergeblich in therapeutischer Behandlung gewesen seien. Eine Katalogisierung der geistig und seelisch auffälligen Personen diene daher ausschließlich der öffentlichen…“

„… in einer weiteren Stufe des Gesetzes auch Verdachtsfälle aufgenommen werden könnten. Diese seien jedoch zunächst nur von autorisierten Personen aus den Behörden sowie den zuständigen Abschnittsbevollmächtigten zu erstatten, die Nachbarschaft der betroffenen Personen könne erst nach einer Übergangsfrist im nächsten…“

„… dass es bei der Sicherheitsfrage vorwiegend darum gehe, die Patienten vor sich selbst zu schützen. So wolle man Suizid damit zwar nicht verhindern, könne aber im Nachgang eine leichtere Einordnung des…“

„… nur fünf Jahre lang gespeichert werden sollten. Danach habe sich das Problem in den meisten Fällen…“

„… die gesetzlichen Krankenversicherungen nicht freiwillig herausgeben würden. Da sie aber durch das Gesetz gezwungen würden, die Daten an den Freistaat Bayern zu überlassen, würden sie dies auch mit einem gewissen Betrag für die…“

„… sofort den Führerschein zu entziehen habe. So dies den Verlust des Arbeitsplatzes zur Folge habe, müsse man direkt mit einer Schutzhaft des…“

„… nicht jeder, der gewalttätig sei, auch unter einer psychischen Störung leide, was man daran sehen könne, dass die meisten Gewalttäter vorher nicht in einer psychiatrischen…“

„… die Liste der Diagnosekriterien dringend überdacht werden müsse. So seien endogene Depressionen und Burnout-Syndrom enthalten, nicht aber vorsätzlich linke Gesinnung, absichtliches Fernbleiben von der Heiligen Messe und eine…“

„… zu einem spürbaren Rückgang gekommen sei. Allein in München hätten drei Fachärzte für klinische Psychiatrie ihr Praxen verloren, da es keine diagnostizierten…“

„… das Gesetz rechtfertigen könne. Der fehlende Vorrat an Patienten in den kommunalen und Landeskrankenhäusern sei jedoch durch die Vereinfachung von Zwangseinweisungen mehr als ausreichend und könne sich wirtschaftlich sehr positiv auf die…“

„… den Straftatbestand der vorsätzlichen oder fahrlässigen Selbstgefährdung schaffen wolle, der aber nur auf Landesebene gelte. Damit sei es möglich, volksschädliche Elemente auch ohne geheimdienstliche…“

„… vereinzelt nachgewiesen habe, dass sich bayerische Patienten wegen einer depressiven Störung in Baden-Württemberg hätten therapieren lassen. Dies widerspreche natürlich der sicherheitstechnischen Grundausrichtung des…“

„… psychisch auffällige Kinder bereits vor der Strafmündigkeit in den Jugendmaßregelvollzug überführen könne. Da dies nicht als Haftstrafe gelte, sondern der Erhaltung der psychischen Gesundheit diene, sei ein unbegrenzter Aufenthalt bereits im Alter von…“

„… noch zu klären sein solle, ob eine freiwillige Einweisung sich positiv oder strafverschärfend auf die…“

„… nur für Alkoholabhängige gelte. Anderer Substanzmissbrauch, der verboten sei, da es sich um illegale Substanzen handele, müsse auch in der Neuregelung als…“

„… diene die Aufzeichnung auch der Erstellung von belastbarem Forschungsmaterial über die Auswirkungen psychischer Erkrankungen. So sei ein Zusammenhang zwischen Autismus und Bankraub noch vollkommen unerforscht, auch etwaige Korrelationen von Multipler Sklerose, Atheismus und…“

„… ein Abgleich der Listen mit Facebook und Amazon nicht vorgesehen sei. Lediglich die Bundesagentur für Arbeit könne sich eine regelmäßige…“





Nicht pflegeleicht

16 04 2018

„So, dann kommen wir mal zur Prüfungsfrage. Der Patient hat sich in den Finger geschnitten, Sie haben drei Dinge zur Auswahl. Ein Pflaster, ein Glas Essiggurken, eine Zahnbürste. Was tun Sie?

Jetzt machen Sie hier mal nicht auf dicke Hose, das ist doch eine klare Sache. Sie haben mit voller Absicht auf die Zahnbürste gezeigt, da darf man doch von einer gesellschaftsschädlichen Absicht ausgehen, oder? Also im Sinne eines bedingten Vorsatzes, wenn Sie es genau wissen wollen. Sie müssen sich immer klar machen, als Erwerblose sind Sie in Deutschland nicht so gerne gesehen, wenn Sie zu viel wissen. Wenn Sie zu wenig wissen oder so tun, fallen Sie nicht weiter auf, aber diese Tour, das System absichtlich zu torpedieren, das kommt gar nicht gut an.

Wir hatten ja schon diverse Bewerber hier, und wir hatten auch schon diverse Durchgänge. Bei der jetzigen Verteidigungsministerin, die war ja eher auf Kanonenfutter eingestellt, aber das kann auch sein, weil sie vorher Soziales und Familie gemacht hat, als Konservative kriegt man da gerne mal einen Hau, also im Klartext: da kriegten Arbeitsscheue vorher noch einen Kurs, wie man sich den Kittel anzieht. Den Scheiß können wir uns angesichts der aktuellen Personalunterbesetzung natürlich nicht mehr erlauben. Sie sollten sich also ein bisschen sensibilisieren für unsere finanziellen Ziele.

Natürlich ist das ein gesamtgesellschaftliches Problem, da haben Sie durchaus Recht. Als Bürgerin, die eine Transferleistung für Abgehängte kassiert – nehmen Sie mir das nicht übel, wir wissen schließlich beide, wovon wir sprechen, der Kostenträger hält Sie für ein asoziales Stück Scheiße, der Arbeitsmarkt hält Sie für ein asoziales Stück Scheiße, die Sozialversicherungen halten Sie für ein asoziales Stück Scheiße, und ich halte Sie auch für ein asoziales Stück Scheiße, so ein Arbeitsunfall ist nie selbst verschuldet, schließlich haben Sie mit Ihrer langjährigen Beschäftigung mehr als einem Dutzend Erwerblosen den Job weggenommen, da sollten Sie einfach mal demütig sein und die Fresse halten – also wie gesagt, wir sind ein Rechtsstaat, und das heißt im Klartext: wir haben einen Ermessensspielraum, Sie haben ein Problem. Soweit klar?

Das gesellschaftliche Problem besteht darin, dass wir Ihnen rein theoretisch sogar die Pflege Ihrer Angehörigen bezahlen müssten, wenn Sie die denn auf Grund eines gesetzlich garantierten Anspruchs durchsetzen wollten. Also noch mal im Klartext: Sie liegen zu Hause auf der faulen Haut, und nur weil Ihre demente Alte plötzlich gaga wird, wollen Sie auch noch Kohle dafür, was Sie für den Rest der anständigen Menschen in diesem Land, die Ihnen Ihre Miete zahlen, umsonst leisten könnten. Ich meine, das ist natürlich nicht durchzusetzen, wir haben mittlerweile eine Kuschelrepublik, wo jeder mit seiner Qualifikation sagen darf, was er gerne machen will, Streichelzoo, Ponyhof, Supermodel, und dann kommen auch noch diese Arschlöcher vom Bundesverfassungsgericht und geben denen Recht – wir sind ja wirklich bald in der DDR, wo jeder machen konnte, was er wollte, solange es der Führer nicht mitkriegte. Nerven Sie mich nicht mit historischen Details, Fräuleinchen, das zieht bei mir nicht. Ich bin auch Biodeutscher, und das hängt mir langsam zum Hals raus. Die Leute in diesem Land werden zusehends wie Menschen behandelt, das kann nicht mehr lange gut gehen.

Dass Sie im Transferbezug Pflegegeld kriegen, ist zwar skandalös, aber das lässt sich leichter in den Griff kriegen. Wir stellen einfach die Zahlung ein, obwohl wir wissen, dass Sie ein schweres Problem haben. Es ist auch nur eine Teilzahlung, die auf Ihre Bezüge angerechnet wird, und wir wissen, dass Sie in einem gesundheitlichen Zustand sind, in dem jede willkürliche Sanktion Ihre Existenz gefährden kann. Das ist wie Lotterie, nur viel aufregender.

Wie gesagt, Sie hatten sich auf Anraten der Bundesagentur freiwillig gemeldet, um einen Platz in der Pflegedienstleistung der Bundesagentur… – Das wussten Sie nicht? Schauen Sie mal, Leiharbeit ist out, wir machen das direkt, der Kostenträger ist beteiligt an den öffentlichen Pflegeeinrichtungen, und dadurch sparen wir eine Menge Geld. Sie arbeiten zwölf Stunden pro Monat und kriegen dafür genau die hundert Euro, die wir Ihnen wegen dieser linken Meinungsdiktatur in der Regierung und in Karlsruhe leider nicht mehr wegnehmen dürfen, im Klartext: Sie arbeiten, nehmen anderen qualifizierten Erwerbstätigen, die leider nur noch nicht ihren Arbeitsplatz verloren haben und auf diese Art der Volkswirtschaft einen erheblichen Schaden zufügen, denen nimmt ein asoziales Stück Scheiße – Sie haben es inzwischen wohl gemerkt, wir formulieren das geschlechtsneutral, damit wir einem asozialen Stück Scheiße wie Ihnen nicht auch noch einen Grund zur Klage bieten – denen nimmt ein asoziales Stück Scheiße natürlich immer einen Job weg. Gewöhnen Sie sich an die Denke. Das sind nur zwölf Stunden, da werden wir keine Vermittlungserfolge riskieren, auch nicht bei Ihnen, weil Sie nach dem Unfall und den…

Kauffrau im Gesundheitswesen? wollen Sie die Volkswirtschaft absichtlich zerstören, oder was!?“





Rechtsfreidrehend

15 04 2018

Jetzt haben wir es endlich begriffen: konservativ ist, wenn man nicht nur keine Ahnung hat, immer diese ganzen Zusammenhänge nicht kapiert und deshalb sowieso mal Recht hat. Markus Söder, die Antwort der CSU auf das Thema künstliche Intelligenz, löst das Problem mit den vielen rassefremden Kindern in Bayerns Bildungsanstalten – vermutlich eher auf den Pausenhöfen, im Klassenzimmer wird er sich seltener herumgetrieben haben – auf geniale Art. Er will nur bestimmten Zuwandererkindern regulären Unterricht erlauben. Etwa dann, wenn sie bereits die Deutschkenntnisse besitzen, die später sie erst erwerben sollen. Oder in der Flüchtlingsunterkunft schon das Werteverständnis erworben haben, das im Freistaat höchstes Bildungsziel ist. Dummerweise vergisst der Ministerpräsident, der seinen Kumpels Scheuer und Dobrindt gern den Lack wegsäuft, dass in der Bundesrepublik immer noch die allgemeine Schulpflicht gilt. Schade. Jetzt kann er gar nicht mehr gegen die bösen Flüchtlinge hetzen, die sich einfach nicht integrieren wollen und damit den Bildungsmangel, wie er sich in der CSU-Spitze geradezu exemplarisch auftürmt, aus reiner Bosheit verschärfen. Wenn Rechte freidrehen, drehen sie es halt so hin, dass es, was sie allen anderen stets vorwerfen, rechtsfreie Räume gibt. Alle weiteren Anzeichen, dass ein Rechtsstaat für Rechte einfach viel zu komplex ist, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • erlebnisorientierte jugendliche: In der Notaufnahme soll’s ja auch voll spannend sein.
  • atom müll in den marianengraben: Wenigstens haben wir dann alle etwas davon, wenn die Fässer leck schlagen.
  • besserverdiener: Jedes Mal, wenn ich einen vor mir habe, sage ich mir: ich verdienen auch etwas Besseres.
  • spahn bild: Toten Fisch wickelt man auch nicht in jeden Dreck, aber…
  • spahn minister: Auch von einem kleinen Podest kann man gewaltig auf die Fresse fallen.
  • spahn integrationsunfähig: Haben die Nazis sich beschwert, dass er sich zu sehr anpasst?




In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCCLXXXVIII)

14 04 2018

Wenn Gyula den Weizen in Mesch
sich vornimmt, sagt er: „Was ich dresch,
ist gar nicht erheblich,
doch ist es schon löblich,
Hauptsache, ich wirk dabei fesch!“

Abdallah, der stöhnt in Remeil:
„Die Nägel, die ich täglich zähl
als Lehrling, verwirren
mich mehr als die Irren,
so dass ich die Zahl stets verfehl!“

Dass Rezső sich in Großmorast
beständig an die Nase fasst,
ist einerseits peinlich
und wirkt auch nicht reinlich.
Der Gattin wird er so zur Last.

Hat Minni genäht in Karkaudsch,
spricht er: „Wenn ich dies Leder knautsch,
wird’s weich und geschmeidig.
Für Hosen, das meid ich,
es taugt dann gut auf eine Couch.“

Dass Béla den Traktor in Saad
ganz schnurgerade fuhr bei der Mahd,
lag nicht an Gewandtheit –
es war auch das Land breit –
er folgt nur dem gespannten Draht.

Es nieste der Pepi in Schöder
im Hühnerstall bei einer Feder.
Das Leiden, das kindlich
erwarb er, empfindlich
brach’s aus bei den Federn. Bei jeder.

Da Sándor sich oft in Neuriß
des Nähens mit Zwirnen befliss,
passierte es ständig,
dass er sich einhändig
zerstach und den Faden zerbiss.