Bla Bla Land

23 03 2017

„Super, das ist ja richtig supidupi, hundert Prozent sind ja voll total oberkrass! Dufte! Ich bin so was von absolut total begeistert, Martin! Damit werden wir übers Wasser gehen!

Er macht gerade Siegerpose? Dann ist ja gut. Sie haben Ihren Stift im Anschlag? Notieren Sie mal: soziale Gerechtigkeit. Wie man’s spricht. Bei der SPD wird das schwierig, die sprechen nur über Gerechtigkeit, wobei da meist Selbstgerechtigkeit gemeint ist. Soziales eher selten. Prägen Sie sich den Begriff gut ein, Sie werden größere Probleme haben, bis Schulz kapiert, was gemeint ist. Er ist halt in der SPD, da findet dieser Diskurs nur noch statt, wenn man einem die Karriere versauen will.

Wenn die SPD soziale Gerechtigkeit fordert, ist das ungefähr so, als würde der Papst dazu aufrufen, allen Kardinälen aufs Maul zu geben, die sich gegen die Gleichbehandlung von Atheismus im Religionsunterricht an katholischen Internaten aussprechen. Theoretisch finden sie die Idee nicht schlecht und würden auch nicht die Inquisition von der Leine lassen, aber praktisch freuen sie sich, wenn Ihnen jemand dafür Brandsätze durch die Schlafzimmerfenster schmeißt. Das geht sehr tief in den Markenkern hinein.

Martin, Du bist der Größte – wissen wir doch! Aber jetzt entspann Dich mal. Du musst doch jetzt die Bundestagswahl gewinnen, da brauchen wir jedes einzelne Etappenziel mit hundert Prozent, und zwar Minimum. Das schaffst Du!

Sie wissen ja, die SPD ist eine alte Partei. Die verlässt sich auf ihre alzheimernde Wählerschaft. Und aus lauter Identifikation mit denen alzheimert sie ihre sozialen Wurzeln weg. Ganz abgesehen davon hat sie natürlich bis heute nicht gemerkt, dass sie von den letzten neunzehn Jahren fünfzehn an der Regierung war. Sie wollen noch mehr Bundesverantwortung, merken aber nicht, dass sie damit die Verfassung aushebeln müssten. Was man als Regierung halt tut, wenn man seinen Job nicht kapiert hat. Wobei, notieren Sie sich das: Schulz genießt Welpenschutz. Etatmäßigen Schwachsinn zum Grundgesetz hat bis jetzt Gabriel abgesondert, von Schulz kam nur die Erkenntnis, dass eine Tüte Streusalz mehr von Europarecht versteht als er.

Ja, richtig so! Wir müssen unbedingt die hart arbeitenden Menschen, also die müssen wir in den Mittelpunkt unserer Überlegungen stellen!

Klar dürfen Sie ihn als bemerkenswert dummes Arschloch bezeichnen. Jeder von uns macht das, seitdem er aus Brüssel gekommen ist. Die meisten empfinden die Wortwahl inzwischen aber als nicht mehr angemessen. Ihre Meinung hat sich erheblich verschlechtert. Sie können Hartz IV korrigieren, das ist eine gute Idee. Sie sollten nur den Arbeitslosen nicht unbedingt sagen, dass die verfassungswidrige Streichung des Existenzminimums bis zur staatlich verordneten Obdachlosigkeit medial aufgebauscht wird, um von den hart arbeitenden Menschen in Deutschland abzulenken. Sie können das sagen, aber dann sind Sie halt ein asoziales Stück Dreck. Schulz sagt das. Seine Entscheidung.

Nein Martin, jetzt komm mal wieder runter. Wir können nicht immer über Wachstum durch mehr soziale Gerechtigkeit reden oder über die soziale Gerechtigkeit, die aus mehr Wachstum entsteht. Die beiden Sachen haben nichts miteinander zu tun, und diesen Wachstumsfetisch kannst Du Dir gepflegt in die… – Wie auch immer. Wir haben da ein paar Skripte gemacht, die solltest Du bis zur Wahl mal ganz genau lesen. Es hat was mit Politik zu tun. Wenn Du keine Ahnung hast, frag einfach. Wir erklären es Dir schon.

Tanzen Sie ihm gegebenenfalls die föderale Struktur der Bundesrepublik vor und erklären Sie ihm, dass die SPD auch auf Landesebene existiert. Er kapiert es sonst nicht. Ja, das hatten wir uns auch gedacht, aber damit ist es nicht getan. Man braucht halt eine gewisse Zuverlässigkeit, dass er nicht aus der Rolle fällt. Wir haben eher die Gewissheit, dass er es tut. Mehr Bildung mit dem Wunderkanzler, das ist das Happy End im Bla Bla Land. Hauen Sie ihn ein paar Mal mit den Gesichtsresten gegen die Tischkante, dann kriegt er schon mit, dass Bildung immer noch Ländersache ist. Aber beschädigen Sie ihn nicht zu sehr. Er sollte irgendwann schon noch zur Kenntnis nehmen, dass die SPD in dreizehn Landesparlamenten am Ruder ist und Jahrzehnte Zeit hatte, Deutschland zur Bildungsrepublik zu machen. Aber wer weiß, vielleicht hängt ja auch demnächst ein Bild von ihm in jedem deutschen Klassenzimmer, und jede Lehrkraft sagt: wenn Ihr weiterhin faul und aufsässig seid und in Eurem Leben nichts gebacken kriegt, dann endet Ihr wie dieser Klassenclown.

Haben Sie das alles? Sehr gut. Hauptsache, Sie machen ihm keine Hoffnungen. Wir sollten alle nicht so tun, als hätte dieser Mann, der ohnehin als Kanzler so gut geeignet ist wie eine Planierraupe für eine Ballettaufführung, auch nur den Hauch einer Chance auf den Einzug ins Kanzleramt. Damit wir uns nicht falsch verstehen: wir wollen schon gestalten. Und wir wollen auch deutliche Akzente setzen mit einer richtigen Politik. Dazu würden wir natürlich noch erheblich mehr fordern. Aber damit warten wir am besten, bis wir wieder in der Opposition sind.“





Staatsbürger

22 03 2017

„… der Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik nach Artikel 23 des Grundgesetzes nicht das Ende des Arbeiter- und Bauernstaates gewesen sei, da in einem föderalen System der sozialistische Landesteil weiterhin als…“

„… in den neuen Bundesländern beheimatete Staatsbürgerszene die Souveränität der BRD nach 1990 ablehne und den Einigungsvertrag als nichtig im Sinne des…“

„… der Staatsratsvorsitzende Maik Foderlandt die Ausrufung der Sozialistischen Volksrepublik Deutschland in Schwürmsleben vorgenommen habe. Der gelernte Maschinist sei von den drei Mitgliedern seines Kollektivs einstimmig zum…“

„… von der Schriftleitung der regionalen Tageszeitungen verlangt habe, die Planerfüllung der Pflanzenproduktion stärker in den…“

„… wohl aus Restbeständen der Roten Armee organisiert habe. Die mit dem Signet der Neuen Volksarmee lackierten Wagen seien nicht mehr fahrbereit gewesen, als sie von der Bundespolizei bei…“

„… eine völkerrechtliche Vertretung für sich beanspruche. Bisher habe Foderlandt nur ein Fax der angolanischen Botschaft sowie eine Einladung zum gemeinsamen Hören einer Radiobotschaft des Obersten Führers der Demokratischen…“

„… als Vorsitzender der Volkskammer von allen Anwesenden bestätigt worden sei. Das in Rotzkau amtierende Parlament lehne allerdings den Staatsratsvorsitzenden ab, da dieser zum Teil aus Kadern außerhalb des Demokratischen Blocks in zu freien und geheimen Wahlen zum…“

„… das Signal des Digitalfernsehens nicht mit dem mobilen Sendegerät verdecken könne. Die Truppe habe versucht, im Umkreis von fünf Kilometern eine selbst produzierte Aktuelle Kamera anstatt der…“

„… einen Ministerrat der DDR proklamiert habe. Das in Plümzow gegründete Organ stehe aber im Ruf, sich nicht als Regierung des sozialistischen Staates, sondern nur zur Durchführung der von Foderlandt vorgeschlagenen und im…“

„… gebe jeweils eigene Münzen heraus. Auch die nach dem Vorbild der Mark der DDR gestalteten Scheine seien von unterschiedlicher Größe, so dass ein Zwangsumtausch an der Neuen Deutschen Notenbank in Knulpin zur Sicherung des…“

„… wenn die DDR eine gleichwertige Rolle gespielt habe, der Einigungsvertrag ebenso das Fortbestehen Ostdeutschlands und den Beitritt der alten BRD in die…“

„… insgesamt neun einzelne SED-Gründungen gegeben habe, die sich gegenseitig in der Besetzung des Zentralkomitees bei der Planung des Parteitags in der Hauptstadt der…“

„… vermehrt DDR-Führerscheine und Pässe in Umlauf seien. Sächsische Ämter seien mit der Beglaubigung derartiger Dokumente oft überfordert und stempelten in Unkenntnis der Dienstvorschrift die vorgelegten…“

„… inzwischen dreißig SED-Organisationen. Ein Zwangsparteitag sei jedoch nicht in Sicht, da jeder der Generalsekretäre den Vorsitz des…“

„… eigene Grenzsperren errichten wolle. Foderlandt sei der Ansicht, dass das Kapitalistische Beitrittsgebiet West sich widerrechtlich Zutritt zum Territorium der…“

„… als Provisorische Zonenregierung den Abriss des Schlossbaus sowie die Wiedererrichtung des Palastes der Republik verlange, um in der Hauptstadt der DDR für künftige Parteitage der…“

„… bei der nächsten Fußballweltmeisterschaft mit einer eigenen Elf antreten wolle. Die Teilnahme sei vorerst durch eine gerichtliche Untersuchung des Klassenfeindes, der der Auswahl der BSG Motor Zwickau systematisches Doping in der…“

„… dass Rotzkau zur Hauptstadt der Freien Sozialistischen Republik Deutschland bestimmt werden müsse. Rico Gunke, Fachkraft für Schutz und Sicherheit aus Groß Zschümpen, habe das Amt des Staatsratsvorsitzenden freiwillig aus der…“

„… die Bundestagswahl boykottieren werde, da keine der anderen Parteien die real existierenden staatsrechtlichen Gegebenheiten anerkenne. Man habe sich als Staatsoberhaupt auf die Aktivistin Brigitte Klörre (93) geeinigt, die schon in ihrer Kampfzeit gegen den…“

„… habe vor dem Obersten Gericht in Schwürmsleben Anklage gegen Gunke wegen staatsfeindlicher Hetze erhoben. Foderlandt sei durch den Richter, der gleichzeitig Sekretär der SED in…“

„… die Einfuhr von Südfrüchten in die SBZ beschränkt habe. Diese Produkte sollten nach Weisung des Politbüros ausschließlich verdienten Genossen des ZK und der…“

„… Proteste auf größere Städte überschwappten. Jugendliche hätten in Schmöllroda gegen die Versorgungsschwierigkeiten mit Kaffee und…“

„… nicht den gewünschten Erfolg habe. Zwar lägen bereits tausende von Bewerbungen für eine Kosmonautenausbildung in der Sozialistischen Volksrepublik vor, doch sei die Finanzierung des Luft- und Raumfahrtprogramms noch nicht…“

„… den Wiederaufbau des Sozialismus nur durch eine Normenerhöhung realisieren könne. Es sei bereits in den frühen Mittagsstunden zu ersten Barrikaden, Steinwürfen und Straßenschlachten mit der Freiwilligen Volkspolizei gekommen, die sofort mit dem Einmarsch der Bundeswehr…“





Anlasslos

21 03 2017

„Guten Tag.“ „Äh…“ „Sie wissen, warum ich Sie anhalte?“ „Nein.“ „Schade.“ „Aber…“ „Ich hatte gehofft, Sie könnten mir einen Grund nennen.“

„Sie winken hier einfach so Fahrer raus, ohne einen Grund zu haben!?“ „Natürlich nicht.“ „Na also, ich dachte schon, Sie würden sich über mich lustig machen.“ „Aber keinesfalls!“ „Dann bin ich ja beruhigt.“ „Sehen Sie?“ „Und welchen Grund haben Sie?“ „Der Bundesinnenminister.“ „Was?“ „Das ist jedenfalls das, was ich Ihnen sagen kann.“ „Der Bundesinnenminister ist der Grund, warum Sie mich hier rauswinken? Wie soll ich das denn bitte verstehen?“ „Sie müssen gar nichts verstehen, das hat keiner von Ihnen verlangt.“ „Wie bitte!?“ „Jedenfalls ist mir bisher noch nie zu Ohren gekommen, dass der Bundesminister erwartet hätte, dass irgendjemand das versteht, was er da von sich gibt.“ „Aber…“ „Das ist aber insofern auch gut, weil sowieso keiner versteht, was der Mann will.“ „Und darum halten Sie mich an?“ „Unter anderem.“ „Was heißt das: unter anderem?“ „Ich kann Ihnen das auch nicht so genau sagen.“ „Lassen Sie mich raten: ein Teil Ihrer Antworten könnte mich verunsichern?“ „Nein, der Bundesinnenminister muss wohl der Ansicht gewesen sein, dass ich von einem Teil seiner Gründe verunsichert werden könnte, deshalb hat er sie mir vorsichtshalber gar nicht erst genannt.“

„Sie winken mich heraus, weil Sie nicht wissen, was das soll?“ „Nein, nur anlasslos.“ „Das ist doch wieder Wortklauberei.“ „Ja, aber rechtsstaatlich ist das durchaus möglich.“ „Dass Sie mich hier rauswinken?“ „Zumindest die Wortklauberei.“ „Und Sie winken mich einfach so raus, labern mir einen Blumenkohl ans Ohr und lassen mich dann weiterfahren?“ „Nein, ich brauche schon gewisse Anhaltspunkte, um eine anlasslose Kontrolle an Ihrem Fahrzeug durchzuführen.“ „Zum Beispiel welche?“ „Dass kein Anlass besteht.“ „Wozu?“ „Na zu einer Kontrolle. Ist doch logisch, wenn nämlich ein Anlass bestehen würde, dann wäre es ja schlecht eine anlasslose Kontrolle.“ „Hä?“ „Sehen Sie, jetzt sind Sie auch mit der Situation überfordert.“ „Wie Sie?“ „Das habe ich damit nicht sagen wollen.“ „Aber Sie haben es gesagt.“ „Aber nicht gewollt!“ „Egal.“ „Sie machen mich verantwortlich dafür, dass ich hier nur meinen Job erledige?“ „Jetzt fängt die Leier an!“ „Ich kann doch nichts dafür – Sie haben dieser Regierung gewählt!“ „Habe ich nicht.“ „Dann müssen Sie sich in einer Demokratie nun mal damit abfinden, dass sie rechtmäßig im Amt ist und die Sicherheit in Deutschland anlasslos sicherstellt.“ „Was ist das denn für eine bescheuerte Formulierung?“ „Von mir kommt die nicht. Sie wählen wahrscheinlich die falschen Leute.“

„Also jetzt noch mal Klartext.“ „Gerne! Ich bin immer für Sie da, solange Sie die Hände auf dem Lenkrad haben und keine leichtfertigen Bewegungen machen.“ „Und Sie haben natürlich keinerlei Anlass, um mich hier festzuhalten.“ „Nein, sonst hätte ich Sie nicht festhalten dürfen.“ „Das heißt, Sie halten mich fest, weil sie genau wissen, dass ich nichts gemacht habe?“ „So einfach dürfen Sie das nun auch wieder nicht sehen. Man muss schon bedenken, dass man mit einer anlasslosen Inhaftierung sehr gute Ergebnisse erzielen kann.“ „Aha, ich bin also schon verhaftet?“ „Natürlich nicht! Ich kann Sie doch nicht anlasslos verhaften, schließlich leben wir in einem Rechtsstaat.“ „Von dem in der Vorstellung des Bundesinnenministers nicht besonders viel übriggeblieben ist.“ „Sie sind aber empfindlich!“ „Sie werden lachen, es besteht auch jeder Anlass dazu.“

„Sie werden doch sicher Verständnis haben, dass wir auf die Sicherheit achten müssen.“ „Sehe ich etwa aus wie ein Bankräuber?“ „Sie sehen nicht aus wie ein Terrorist.“ „Bitte, was?“ „Sie sehen für mich nicht wie ein Terrorist aus, deshalb habe ich Sie herausgewunken.“ „Sind Sie noch ganz dicht!?“ „Im Zuge der Schleierfahndung müssen wir vor allem Schlepper und Terroristen ins Visier nehmen. Die bedrohen uns, sagt der Bundesinnenminister.“ „Und ich sehe aus wie ein Schlepper, wie?“ „Ach wo, in Ihren Kleinwagen passt ja nur ein Beifahrer, und der Kofferraum ist auch zu klein.“ „Also kein Schlepper.“ „Definitiv nicht. Deshalb habe ich Sie auch…“ „Und Terrorist bin ich zufällig auch keiner, oder wie ist das jetzt?“ „Selbstverständlich nicht, ich sage Ihnen doch: Sie sind absolut unverdächtig. Ich habe Sie kontrolliert, weil ich absolut keinen Anlass dazu sehe.“ „Wollen Sie mich verarschen?“ „Das müssen Sie den Bundesinnenminister fragen, ich mache die Regel nicht. Ich mache nur meinen Job.“ „Sie halten mich an, weil Sie nicht wissen, ob ich…“ „Nein, eben nicht: weil ich weiß, dass Sie kein Terrorist sind, deshalb halte ich Sie an.“ „Und das ist Ihr Job?“ „Sagen wir so, damit sichere ich meinen Job, vielmehr: ich sichere den Job des Bundesinnenministers.“ „Indem Sie mich anhalten und anlasslos kontrollieren?“ „Klar. Wenn wir alle kontrollieren, bei denen wir mit einiger Sicherheit annehmen können, dass sie ungefährlich sind, haben wir genug zu tun, das sichert unseren Job, die Öffentlichkeit fühlt sich auch sicher, weil jeder weiß, wir machen hier nur unseren Job, und wenn jemand tatsächlich…“ „Ach, rutschen Sie mir doch den Buckel runter!“ „Moment mal, Sie können doch jetzt nicht einfach… – Guten Tag! Sie wissen, warum ich Sie anhalte?“





Brandschutzkontrolle

20 03 2017

„… vorerst nur in der Spätphase des Wahlkampfs untersagen wolle. Es sei aber auch denkbar, die Auftritte bayerischer Politiker im Bundesgebiet vollständig zu…“

„… mit dem typischen Faschismus der linksgrünen Stalinistenschweine vorgehe, die die geistig normalen Menschen in einem veganen KZ zu Pädophilie und dem Niederreißen von Kirchen für mehr Windkraftanlagen umerziehen wolle. Scheuer werde jeden dieser undemokratischen Vergewaltigungsversuche der…“

„… einfach mal die Fresse halten solle. Solange die CSU außerhalb des Freistaates nicht antrete, werde Altmaier ihr keinerlei…“

„… bis zur letzten Patrone verteidigen werde. Seehofer plane eine Propagandatour entlang der bayerischen Nordgrenze, die Lautsprecherwagen und weitere wahlkampftechnisch erprobte…“

„… nicht nur wegen der permanenten Attacken auf Merkel ablehne. Das Bundeskanzleramt sei auch davon überzeugt, dass die …“

„… viele Exilbayern in der BRD lebten, die wegen des sozialistischen FDJ-Maulwurfs IM Erika gezwungen seien, eine Chaotentruppe aus der kubanischen Irrenanstalt zu…“

„… dass immer noch das Überflugsrecht über andere Bundesländer bestehe. Dobrindt habe eine Handzettelaktion ins Gespräch gebracht, die mit Hilfe mehrerer Tonnen von Papier pro Tag gegen die Zerstörung des deutschen…“

„… sich Petry gegen eine garantiert auf allen Plakaten und in sämtlichen TV-Spots präsente Zweitstimmenkampagne für die AfD bereiterklärt habe, ihre Termine in den Maritim-Hotels kostenfrei auf die bayerische Schwester zu…“

„… seien verhältnismäßig schnell vom Verfassungsschutz enttarnt worden. Söder habe vor laufender Kamera bereitwillig Autogramme gegeben, während seine Begleiter sich als libanesische Touristen in einer Kölner…“

„… die Polizei Aigner an der deutsch-bayerischen Grenze zurückgeschickt habe. Die Ministerin sei mit der Absicht, einen Zehn-Punkte-Plan zu entwerfen, wieder nach…“

„… einen eigenen Botschafter oder eine ständige Vertretung in Deutschland zu etablieren, da der Freistaat ihn dann nach Belieben zurückrufen oder sogar…“

„… im Straßenwahlkampf agitierten. Den V-Leuten des Inlandsgeheimdienstes sei aufgefallen, dass am Wahlstand in Bad Bramstedt CSU-Fähnchen für einen…“

„… sich in zwischen 69% der Deutschen für ein Einreiseverbot bayerischer Politiker ausgesprochen hätten, bei CDU-Wählern seien dies sogar…“

„… zumindest nicht in diesem Wahlkampf, da die Regierung keinen Unterschied zu machen gedenke. Seehofer habe harte Sanktionen für die Zerstörung der internationalen Reputation Bayerns angekündigt, er werde die Niederlande nie mehr…“

„… von den blutschänderischen Verrätern der Deutschheit, die die Zernichtung der arischen Volksseele durch die Weisen von Zion vor tausend Jahren bereits beschlossen habe, der qualvolle Niedergang des bajuwarischen Gaus und seines männlichsten Willens zur Härte nur durch die brutalste Entscheidungsschlacht zurückgeschlagen werden könne. Höcke werde sofort nach dem…“

„… bereits ersichtlich sei, dass die Prognose auch in Zukunft sehr unsicher ausfallen werde. Eine Integration der bayerischen Minderheit in den anderen Bundesländern sei so gut wie gar nicht…“

„… keine offiziellen Auftrittsverbote gebe. Die Bundesregierung wolle angesichts der Zündeleien nur zu einer verstärkten Brandschutzkontrolle…“

„… alle Nazi-Überbleibsel aus Deutschland zu beseitigen wünsche. Seehofer habe dabei nicht bedacht, dass auch er selbst mit dem…“

„… die Regierung eine Abspaltung in Aussicht stelle, wenn bereits vorher ein Doppelpass für Bayern und die Bundesrepublik…“

„… die Bundesregierung von Bayern eine Obergrenze für Entgleisungen der CSU fordere, da auch Kinder und Jugendliche im…“

„… die Austrittsverhandlungen aus der EU noch beschleunigen könne. Eine weitere Konfrontation der deutschen Bevölkerung mit dem bayerischen Kabinett sei nicht mehr zumutbar und könne zu schweren diplomatischen…“

„… bräuchte die Bundeskanzlerin Bayern gar nicht, um die Anzahl der Flüchtlinge zu reduzieren, was jedoch Seehofer bisher nicht…“

„… vor der UNO aufgefordert worden sei, die Unterdrückung der fränkischen Volksgruppe sofort zu…“

„… einen als Folkloreabend getarnten Auftritt von Christine Haderthauer und Beate Merk mit einem Polizeieinsatz aufgelöst habe. Das LKA Niedersachsen habe den Verkaufsstand mit Modellautos zugunsten der Christsozialen als Devisenvergehen…“

„… als Hirnverlauster Alpensepp / Jodelbazi, Bierschissdepp tituliert worden sei. Seehofer habe die Klage gegen Böhmermann sofort vor dem Hamburger…“





Aufsmaulwurf

19 03 2017

Drei Milliarden. Wie lange könnte man Bedürftige damit beheizen, wenn man die Scheine gleich in den Ofen schaufelte. Stattdessen schmeißt die EU Gelder zum Fenster heraus, um Sicherheitsprojekte zu finanzieren, die schon im Vorfeld gescheitert sind. Das Projekt MicroMole ernährte das Fraunhofer Institut fürstlich, dafür fanden die Forscher mit Sensoren für Abwasserrohre heraus, dass sich die einschlägige Belastung eines Drogenlabors nicht signifikant bemerkbar machen würde, auch dann nicht, wenn man eine ganze Kleinstadt mit Messgeräten verkabelte. Nicht einmal mit einer Sonde in jedem Abfluss hätte man extrem überhöhte Werte bei der Produktion von Amphetaminen messen können. Was angesichts des technischen Aufbaus jedem Chemie-Erstsemester hätte klar sein können. Was bei Nacktscannern geklappt hat, scheint nicht mehr ganz so zu laufen. Alle weiteren Überlegungen, ob die Amphetamine tatsächlich immer beim Besteller landen, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • fiesko haarschnitt: Vermutlich Schillerlocken
  • schnarchschabe: Macht nur unterm Bett Probleme, wenn die Monster nicht einschlafen können.
  • kueche pussycat deluxe: Mit integriertem Dosenöffner.




In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCCXXXIV)

18 03 2017

Es pinselte Josef in Laun
recht missmutig den Gartenzaun.
Nach langen Debatten,
da wurden die Latten
auch diesmal nicht bunt, sondern braun.

Wenn Cyril beim Schnüren in Chester
das Mieder einzwängte der Schwester,
da sie das ja bräuchte,
hört er, wie sie keuchte
und stöhnte: „Nur noch etwas fester!“

Ach, Drahomír stöhnte in Meeden:
„Im Supermarkt fragen sie jeden,
woher er sein Geld nimmt.
Wenn hier mein Verdacht stimmt,
will man mich zum Raub überreden.“

Es fragte sich Harry in Dettah:
wer sorgte im Winter für Retter?
Ihn packte ein leises
Verwirrn ob des Eises:
wer dort geht, wird zusehends fetter.

Wenn’s schneite, streut Zdeněk in Litten
jetzt gar nicht. Die Skifahrer glitten
wohl auch durch Alleen,
man sah sie dort stehen,
wo anderntags Kinder fuhrn Schlitten.

Albert fragt man, ob in Sept-Îles
gerudert wird. Dies war sein Ziel,
doch statt selbst zu rudern,
mit Sorgfalt statt Schludern
feilt er sein Boot ständig am Kiel.

Dass Vojtěch sich heimlich in Pratzen
zwei Bären hielt, die mit den Tatzen
trotz sorgsamer Führung
bei kleinster Berührung
ihm drohten, sah man am Zerkratzen.





Gernulf Olzheimer kommentiert (CCCLXV): Pseudointernationalität

17 03 2017
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Es muss im späten Mittelalter gewesen sein. In Bad Gnirbtzschen gab es höchst selten auswärtige Besucher, und wenn, dann kamen sie nicht in friedlicher Absicht. Ein durchreisender Irrer auf der Suche nach einer Ware des täglichen Bedarfs hatte seinen Wortsalat einem der ortsansässigen Händler in die Gehörgänge gepfropft – man schrieb, wie man sprach, nur konnte kaum jemand schreiben – und meinte nun, das gewünschte Butterbrot würde in fremder Zunge mit akzentuiertem Geschnalze tituliert, das zur Steigerung der Produktakzeptanz als neuer Produktname herhalten könne. So brachte der Bäcker seine Bemme fortan als bröselnden Steinbruch enthemmter Konsonanten auf den Markt und freute sich am Volk, das sich täglich beim Kauf das Zungenbein prellte. Geboren ward die heute zur vollen Blüte geschwollene Pseudointernationalität.

Der Beknackte sieht es, sobald er auf der Suche nach einem Coffee to go das City Center shoppend durchquert, wobei er sich zunächst auf einer ganz normalen Anglizismendeponie wähnt. Doch der blecherne Überzug der Angelegenheit täuscht. Es reicht den Buinessleuten nicht mehr, dass der CEO sich asap committet, sie müssen sich eine neue Lebenswirklichkeit schnitzen – nicht einfach, wenn nur noch Magerquark im Kühlschrank dümpelt.

Wie ein aus durchgekautem Geschenkpapier geschwiemelter Goldgrundersatz orgelt sich der ins Dummdeutsche eingeschriebene Service Point in die Ohren wehrloser Reisender: was weniger als nichts bedeutet – darin übrigens dem Service-Versprechen des Transportunternehmens mit den vielen Zügen durchaus vergleichbar – und in der englischen Hochsprache nicht einmal entfernt vorhanden ist, führt ein deutsches Eigenleben aus fadenscheinigen Gründen. Der Teutone quakt so perfekt auswärts, dass er sogar die Einheimischen anderer Herren Länder in die Tasche zu stecken versucht. Es bleibt beim Versuch, aber der sieht schon peinlich genug aus, um das weltmännisch gemeinte Verbalgehampel in einen Schuss vors Knie zu verwandeln.

Inzwischen haben die Parallelgesellschaften sich wie Mehltau über die einstmals reibungslos funktionierende Kommunikation gelegt. Während die durchschnittliche Schnitzelbude erst einmal nur auf Verlangen ihre Speisekarte auf Englisch vorlegt, ist das Bodenpersonal schon weiter und begrüßt in den höheren Etagen der Hauptstadt fremdsprachig, auch wenn es sich nachweislich um einheimische Kunden handelt. Die Strategie ist nicht so ganz ungeschickt, kann man doch durch beharrliches Ausgrenzen den lokalen Sott elegant vor die Tür ekeln, wenn er seine Austern dialektfrei hinters Zäpfchen kippen will.

Jenes auf höherem Level geistig gestörte Personal, das mit seinem grotesken Sprechmatsch die Liste der intellektuellen Unterkellerung knapp anführt, wird dicht gefolgt von einer Beschilderung auf Flughäfen, deren Verbrauch selbst bei einer Inlandsreise nicht ohne ein Cambridge-Zertifikat möglich scheint. Müde fischt ein Senior Junk and Trash Management Assistant die ausgelutschten Dosen aus der Reststoffbowle, damit man merkt: ja, wir sind immer noch in good old Europe. Denn so professionell wie selbstvergessen spiegelt nur der Deutsche eine Weltläufigkeit vor, die er nicht einlösen kann, da der gemeine Mann außer Rad nichts zu brechen vermag. Lustigerweise sind es genau die Spezialisten, die den dentalen Frikativ gründlich versabbern, mit denen sich unschuldige Personen herumärgern müssen, die anderer Sprachen sogar mächtig wären, aber dem Geseier der Großmannssüchtigen einfach nie Herr werden. Je miserabler man eine Fremdsprache beherrscht, desto eher wird sie rücksichtslos als Distanzwaffe eingesetzt.

Vermutlich wird demnächst in einem beliebigen Kurzwarengeschäft dem Kunden mit aushäusigen Brocken die Tür aufgesperrt, weil sich die Leute dazu durchgerungen haben, nur noch von Touristen zu leben, die zum Nähgarnkauf nach Deutschland kommen. Als Instrument im Standortmarketing ist die Idee selten beknackt, aber manche tun es ja auch für die nachhaltige Blamage. Wenn man schon eine Liste anführen kann, ist es auch schon egal, welche es ist.

Werden sämtliche Integrationsleistungen bald eingestellt? oder verlangt man von neuen Bürgern dieses Landes auch schon, dass sie in fließendem Englisch ihr Butterbrot einkaufen? Wenn ja, dann wäre wenigstens die Spaltung dieser Gesellschaft schneller überwunden, da die meisten Einwanderer des Englischen mächtig sind, meist mächtiger als das deutsche Empfangskomitee. Und damit beginnt die schleichende Zerstörung unserer Muttersprache. Man wird sich keine Bratwurst auf Hessisch mehr kaufen können. Kein Taxifahrer versteht dann den Dresdner in Leipzig, nicht mal auf Englisch und erst recht nicht umgekehrt. Eines Tages wird man nichts ahnend in einen Fernzug einsteigen, im Abendlicht verschwindet die Bahnhofshalle mit dem verwaisten Auskunftsschalter, und eine Stimme plörrt durch die dicke Luft: Ssänk ju foa träwwelink uiß Deutsche Bahn.