Linksherum

1 03 2015

für Kurt Tucholsky

Da sitzt man still bei seiner Pfeife
und gönnt dem andern seinen Lohn.
Man setzt auf Ehrlichkeit und Seife
und ächtet Hochmut, Neid und Hohn.
Doch das ist falsch – so sagt’s die Zeitung,
und die Gesellschaft will das nicht.
Sie wünscht sich allenfalls Verbreitung,
wenn man von andern Dingen spricht.
Sie schreibt, dies sei linksradikal.
    Linksradikal?
        Allemal!

Da ist man gegen Hass und Kriege,
stimmt nicht mit ein in das Gehetz,
dass jeder Arme nur betrüge.
Da glaubt man noch ans Grundgesetz,
und dies, so lehrt die hohe Presse,
ist unerwünscht. Das Herrschertum
verbietet andern gern die Fresse.
Man sonnt sich gern im eignen Ruhm.
Die andern sind linksradikal.
    Linksradikal?
        Allemal!

Wie nennt man’s, wenn die braune Masse
sich gröhlend durch die Gassen drückt?
zum Schutz der weißen Herrenrasse
im Schein der Fackeln Messer zückt?
Man hört auf sie, und noch der bängste
der Stiefelknechte kriegt Gehör.
Wer andre totschlägt, hat auch Ängste.
Als Mörder hat man’s schließlich schwer.
Und das ist – was? rechts? radikal?
    Rechtsradikal?
        Auf keinen Fall!





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCXXXI)

28 02 2015

Elinton ging in Ouro Fino
am Sonntag am liebsten ins Kino.
Knapp war seine Heuer,
die Karten auch teuer.
So ging er davor ins Casino.

Als Jeremys Einbruch in Boyd’s
publik wurde, sagt er, ihn freut’s
Sein Haus wurde neuer.
Das war nicht geheuer.
Und fragt man ihn heute, ihn reut’s.

Antônio aus Sapopema
fragt gerne vorher nach dem Thema.
Er ist recht bescheiden,
kann Schule nicht leiden,
gefällt’s ihm, sagt er, ja, dann käm, er.

Elishva, die fischte in Nescher
sich Krebse. Sie hielt ihren Käscher
beherzt in die Fluten
und brachte die guten
Erträge zum Säubern dem Wäscher.

Felipe, der bohrte in Conde
im Sande mit Hilfe der Sonde,
und fand von dem Golde
recht reichlich. Die Holde,
der er es gab, war eine Blonde.

Jean-Pierre ließ sich in Dessalines
meist montags nach festem Termin,
als wär nichts gewesen,
zum Platz für Prothesen
die Zähne, ganz Stück für Stück, ziehn.

Herr Erwin ging oft in Buíque
in Hosen und Hemden, ganz schnieke,
am Tag promenieren.
Die Tochter tat führen
mit ihm eine Herrenboutique.





Gernulf Olzheimer kommentiert (CCLXXVII): Impfgegner

27 02 2015
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Wenn geistig stark zurückgebliebene Knalltüten durch öffentliche Demonstrationen bezweifeln, dass jede assoziative Quasigruppe eine Moufang-Loop ist, wird das nicht zur Kenntnis genommen. Sollte eine Rotte Hohlrabis den verzweifelten Beweis führen, eskimo-aleutische Sprachen besäßen eine possessive Akkusativkonstruktion, der laue Spott der Fachwelt wäre ihnen sicher. Sobald aber das Epizentrum der Behämmerten eine zähe Masse vielseitig ungebildeter Trivialkoholiker auskotzt, die ihren Lebenssinn darin sieht, Masern und Tetanus unter die Leute zu jubeln, dann johlt der klinisch bekloppte Teil der Autotrophen. Weil sie es nicht besser kennen. Schließlich leben sie alle in einer heilen Welt, in der jeder Honk sich aus der Rübe rattern darf, was drin ist. Auch wenn es nicht viel ist und größtenteils braun. Wie bei den Impfgegnern.

Der Umstand, dass Impfgegner bei jeder sich bietenden Gelegenheit als völkischer Dreckrand bezeichnet werden, liegt darin, dass es sich bei ihnen um den völkischen Dreckrand handelt, den der Bettnässer aus Braunau hinterlassen hat. Ein amorpher Klumpen mithumpelnder Unkulturfolger, der dem Gröfaz durch wirren Wahn nachwankt, das sabbernde Konglomerat aus Anthroposophie, Judenhass, Wagner, Homöopathie und grenzdebile Ablehnung jeglicher Wissenschaft. In zarten Ansätzen bemerkt es der interessierte Depp, dass die totale Reichsschnauze beständig von der ‚jüdischen Schulmedizin‘ goebbelte – ab einem gewissen Zeitpunkt ließ man aus bisher nicht geklärten Gründen das schmückende Beiwort fallen – und so die universitäre Heilkunde diffamierte gegen das germanische Gesundheitswesen, das Krankheit als Schuld und Sühne als Gesundung begriff und natürlich den Herrenmenschen zum Besieger von Schnupfen und Schusswunde erklärte, denn nur die Widerstandsfähigen würden sich nach der Ideologie der Arischgeigen durchsetzen. Und selbstverständlich ließen die noch ein Schlupfloch für die verschwiemelte Logik offen: bekam das Kind die Masern, so war’s halt Schicksal und sorgte für Reinkarnation in höherer Besoldungsstufe.

À propos Masern, natürlich schwiemelt sich der gemeine Esoterrorist den Schwurbel von der Kinderkrankheit zurecht, als könnten Knirpse nicht ebenso an Grippe, Pest und Lassa abkratzen. Nur ist ihr Immunsystem meist nicht widerstandsfähig genug gegen Mumps und Windpocken, und haben sie das Glück, den frühen Infekt ohne Schaden zu überstehen, so ist ihnen eine lebenslange Immunität nicht unbedingt sicher. Aber was weiß schon so ein Facharzt mit dreißig Jahren Berufserfahrung, wenn eine Latte-macchiato-Schnepfe Severin-Adriano und Kaylee-Fredigundis im Schalensitz aus original kambodschanischer Kinderarbeit in die Infektparty schleppt, um an der genetischen Resteverwertung eine Runde fahrlässige Tötung zu vollziehen.

Die Putzigkeit, mit der dies geistige Geröll zu Tale rutscht, zeigt sich vorwiegend in dem albernen Argumentationssurrogat, das ihnen aus dem Zäpfchen sickert. Sie fordern wissenschaftliche Untersuchungen, mit denen die Wirksamkeit von Seren nachgewiesen werden kann. Legt man ihnen einen Festmeter davon vor, plärren sie sofort von Manipulation, weil zur Durchführung nach wissenschaftlichen Standards wenigstens ein Teil der Kinder mit wirksamem Impfstoff behandelt werden musste – der ja per se wegen diverser Verschwörungstheorien Tod und Verderben über die Hominiden bringt.

Dass jedes nicht geimpfte Kind eine infektiöse Zeitbombe ist, die Keime in die Umgebung jodelt, das ist den Kaspern mit dem Aluhut wumpe. Der signifikante Unterschied zwischen DDR und Kohlära, was die Durchsetzung mit Asthma und Allergien anging, wäre ein deutlicher Beweis, wie der um sich greifende Esowahn parallel zum Rückgang der Schutzimpfungen auf eine ganze Bevölkerung gewirkt hat. Immerhin braucht auch dieser Blubberlutsch etwas, das er gezielt ignorieren kann. Wahrscheinlich dient es der besseren Identifikation mit seiner hochkomplexen Ideologie.

Im Endstadium, dessen Vorliegen meist nur den Psychiater überhaupt interessiert, behauptet der Impfgegner, das gesamte Weltbild aus Krankheit und medizinischen Maßnahmen sei nur ein großer Schwindel der Pharmaindustrie, die aus diesem Grund sogar die Mär von den Viren erfunden habe. In Wirklichkeit, so tönt der Blödföhn durchs Gebälk, sei doch alles in der menschlichen Seele angelegt. Und schon sind wir wieder bei den Kollateralmaden, die Krebs, Autismus und Homosexualität als Folge einer widernatürlichen Injektion bezeichnen und finstere Mächte bei der Ausrottung des Abendlandes ertappt haben wollen.

Wir sollten ihnen den Gefallen tun und sie beim natürlichen Ausleseprozess unterstützen. So, wie das vernunftbegabte Menschen immer tun, wenn sie gerade einen Nazi zur Hand haben und vielleicht noch ein Hämmerchen. Zur Not täte es ja auch eine Spritze.





Allein zu Haus

26 02 2015

„Naja, fassen wir’s mal zusammen. Asozial bis zum Anschlag, ganz tief im Enddarm der Industrie, ein klares Bekenntnis zum Menschenhass und dass sich diese Partei dazu berufen fühlt, dieses verdammte Grundgesetz zu beseitigen. Sigmar Gabriel kostet die SPD ungefähr so viele Mitglieder wie Hartz IV.

Die gute Nachricht: Hartz IV kann man mit etwas Glück überleben. Aber bei der Kohle, die die SPD uns zahlt, kann das auch unter den Tisch fallen. Außerdem wurden wir schon im Vorhinein bezahlt, also müssen wir uns nicht mehr vorsehen. Wir dürfen sogar die Wahrheit sagen, und das ist in der deutschen Parteienlandschaft nicht mehr selbstverständlich. Gut, Unternehmensberatungen sehen das manchmal auch etwas kritisch.

Sie wissen, dass sie bei der nächsten Bundestagswahl richtig eins auf die Mütze kriegen, aber sie wachen einfach nicht auf. Die 25-Prozent-Marke ist in Beton gegossen, höher wollen sie einfach nicht mehr springen. Wir akzeptieren das, es ist ja nicht unsere Aufgabe, diese Partei zu etwas zu motivieren, was sie selbst nicht mehr will. Sich mit der Bevölkerung zu beschäftigen, die Perspektive des Durchschnittsbürgers einzunehmen, der keine Nebenverdienste von 800.000 Euro pro Monat hat, meine Güte – wer nicht will, der hat eben schon. Dann ist halt Gabriel allein zu Haus.

Mietpreisbremse, lieber Gott! Mietpreisbremse, das ist doch der Witz der Legislaturperiode! Nein, für die Reichsautobahnmaut kann die SPD natürlich nichts, sie hat sie nur durch den Koalitionsvertrag gewunken, weil sie die irgendwie durchs geltende Rechtssystem durchschlunzen wollte. Gut fährt ja, wer gut schmiert, oder? Also hat die CDU die Mietpreisbremse frühzeitig okkupiert wie den Mindestlohn, hat alles unter dem Deckmantel der sozialen Gerechtigkeit kaputtgespielt, die mageren Ergebnisse für sich selbst reklamiert, und jetzt schauen sie zu, wie sich der ganze unüberlegte Schrott in seine Bestandteile zerlegt, damit die Kanzlerin 2017 genüsslich sagen kann: die SPD kann auch Gesetze machen, aber was da hinten rauskommt, hat meist die Halbwertszeit einer einzigen Legislatur. Fragen Sie mich, das Merkel – ich sitze hier schon ein bisschen länger und entsorge die Überreste meiner Koalitionspartner.

Wir müssen ja ordentlich arbeiten, das ist unser Job. In Thüringen laufen die Mitglieder in Scharen weg, nachdem sie als Juniorpartner der Linken mit dem Teufel paktieren. Glauben sie. Wir haben die Leute befragt. Es hängt natürlich mit dieser Landesregierung zusammen, aber nicht so, wie die SPD denkt. Den Leuten wird nur schlagartig klar, wenn sie irgendwas haben wollen, was ansatzweise nach Sozialdemokratie riecht, dann müssen sie zu den Linken gehen. Ist für Leute mit Schulabschluss nicht so kompliziert, aber Sie kennen ja die SPD.

Sagen Sie’s nicht weiter, aber wir hätten diese Untersuchung sehr schnell abschließen können. Dann wäre ein Teil der Führungsriege zufrieden, der Parteivorsitzende am allermeisten, und wir würden unsere Ergebnisse wahrscheinlich als zehnteilige Serie in einem großen deutschen Nachrichtenmagazin veröffentlichen. Plus goldene Schweizer Uhren. Und Karibikkreuzfahrt. Und einem Landhaus in der Toskana. Aber unsere Studienleiterin ist nun mal wissenschaftlich unterwegs und weiß gar nicht, wie sie das alles Steinbrück in die Schuhe schieben soll.

Diese Partei tut ja das, was sie am besten kann. Sie kämpft. Man merkt das eigentlich nur im Wahlkampf und auch nur, wenn sie gerade auf die Windmühlen losgehen, aber: sie kämpfen. Respekt. Aber haben Sie eine Ahnung, wie dieser Saftladen in die nächste Bundestagswahl zieht? ‚Wir haben Merkel vier Jahre lang an der Pupe geschmatzt‘, wird es heißen, ‚und einmal hat unser Vorsitzender so getan, als würde er ganzfrech gucken – haben Sie’s gesehen? haben Sie? Haben Sie!?‘ So in etwa. Voll die Opposition. Irre. Ir-re!

Aber wir müssen ja auch der Konkurrenz knallhart ins Auge gucken. Diese Offenheit, die rhetorische Überlegenheit, ein Mehr an Akzeptanz bei der jungen, gebildeten Wählerschicht. Das Spitzenpersonal können Sie nur als nachgerade charismatisch bezeichnen, gebildet, eloquent, immer am Puls der Zeit, und die gehen auf die drängenden Fragen der Wähler ein. Auch im Fernsehen! und in Europa! Und natürlich darf man auch nicht einfach vernachlässigen, dass die manchmal sogar wissen, wovon sie reden. Also den Sonneborn – ich habe der Partei gesagt, den sollte man mal im Auge behalten.

Aber sie haben ja ein Rezept. Sie werden diese ganze Linkslastigkeit der deutschen Gesellschaft bekämpfen, von der die Medien schwadronieren. Weil die von der Kanzlerin ausgeht, und wenn sie die besiegen, dann sind sie auch wieder alleine. Zu Hause oder nicht.

Also Sie lassen uns jetzt unseren Job machen, ja? Gut, wir sind auch bald fertig. Möglicherweise haben wir den Schlüssel zum Erfolg auch schon entdeckt, aber ganz ehrlich: es läuft doch bei ihm. Warum sollte Gabriel ausgerechnet jetzt zurücktreten?“





Katarstimmung

25 02 2015

„… zu erheblichen Schwierigkeiten komme, weshalb sich die FIFA zu einer Verschiebung der Weltmeisterschaft 2022 auf die Wintermonate…“

„… daran gelegen haben könnte, dass Blatter gelegentlich zu viel Schnee…“

„… noch keine genauen Zahlen vorlägen. Der Einzelhandel könne jedoch bereits jetzt klagen, dass das Weihnachtsgeschäft 2022 nur sehr schleppend und…“

„… da die Veranstalter versprochen hätten, die Stadien auch im Hochsommer auf 27 °C zu kühlen. Die FIFA vertraue dem Wüstenstaat vollkommen und wolle daher deren Leistungsfähigkeit nicht mehr auf die Probe…“

„… wegen der Zeitverschiebung für die Dauer der WM in Europa eine kurzfristige Sommerzeit…“

„… das traditionelle Public Viewing nur stattfinden lassen könne, wenn der Bodensee komplett durchgefroren sei. Andernfalls müsse die…“

„… sich de Maizière sehr besorgt geäußert habe, dass die Terrorristen sich saisonbedingt bei den deutschen Partnern in Saudi-Arabien…“

„… ausschließlich in Deutschland produziert werde. Die Schwarz-Rot-Gold-Schals und Strickmützen seien bereits jetzt…“

„… es zu Terminkollisionen komme, wenn die Wintersportereignisse der Saison 2022/2023 stattfänden. Da die GEZ-Einnahmen nicht ausreichten, um einen eigenen Sender zu gründen, müsse man die Fußballmeisterschaft leider auf einem verschlüsselten Kanal…“

„… schlage die FIFA vor, im Gegenzug den Advent bereits im Juni…“

„… bestimmt nur falsch ausgedrückt habe. De Maizière sei der Meinung, bezogen auf das BIP entspreche ein verängstigter Saudi ungefähr einer halben Million Deutscher, da diese seltener durch Rüstungsdeals…“

„… werde es sicher keine Überschneidung mit dem Wintersport geben. Katar habe zugesichert, eine Sprungschanze und Pisten für die alpinen Wettbewerbe zu bauen, die dann bereits im Juli…“

„… sich der Fanbeauftragte des DFB skeptisch geäußert habe. Eine eindeutige Aussage sei nicht zu treffen, ob die Anhänger aus Protest oder wegen der Außentemperaturen keine…“

„… den WM-Adventskalender mit 100 Gramm hochfeiner Alpenmilchschokolade ins Sortiment aufnehme. Noch nicht geklärt sei, ob der WM-Weihnachtsmann im traditionellen Burnus mit einem Salafistenbart…“

„… nur um ein Missverständnis handeln könne. Die in Katar tätigen Islamisten seien nun nicht mehr bereit, deutsche Bürger auf den Weihnachtsmärkten zu bedrohen, weshalb man die anlasslose Überwachung sofort intensivieren müsse, um den Terroristen nicht den Eindruck zu vermitteln, nur sie könnten die FDGO in Deutschland in alle Einzelteile…“

„… bei der Berechnung nicht berücksichtigt habe, dass im Dezember auf der Südhalbkugel Sommer sei. Die FIFA habe mitgeteilt, sie habe für die Verschiebung der Jahreszeiten keine Genehmigung erteilt und wolle daher unverzüglich eine Entschädigung in Höhe von mindestens…“

„… auf Merkel einzuwirken. Sollte die Klimastrategie der Kanzlerin rechtzeitig gestoppt werden, bestünde eine Chance, die Erderwärmung soweit zu forcieren, dass zwischen den europäischen November-Temperaturen und Katar kein objektiv messbarer…“

„… es sich nicht um eine Parallelgesellschaft handle, die ihre eigenen Regeln der westlichen Werteordnung entgegenstemme, um die Demokratie auszuhöhlen. Andererseits könne man die FIFA als ein staatsähnliches Gebilde…“

„… müsse man wegen der zu erwartenden Mindereinnahmen mit einem Arbeitsplatzabbau rechnen. Dass Wurstwaren und Grillzubehör auch im…“

„… freue sich die FIFA, dass Katar vielen ausländischen Fachkräften Jobs in der Bauwirtschaft bieten könne, die sogar bis weit in den Sommer hinein für…“

„… warne der ADAC vor Autokorsos ohne Standheizung, Schneeketten und…“

„… auch die Kühlschrankhersteller mit Enttäuschung reagierten. Es sei zu erwarten, dass viele Kunden ihr Bier einfach auf den Balkon…“

„… dass die Meisterschaft wegen des Ramadan nicht stattfinden könne. Gauland warne vor einer Islamisierung, die mittlerweile sogar das Morgenland…“

„… würden die Pharmakonzerne bereits vor Großveranstaltungen warnen, bei denen sich Fußballfans in geheizten Räumen mit dem Grippevirus…“

„… sei die chinesische Kunststoffindustrie leistungsfähig genug, alle verfügbaren Fanartikel auch mit Plüschoberfläche zu…“

„… auch viele positive Seiten, so Blatter. Die Bevölkerung habe im Sommer wieder mehr Zeit, um ins Freibad zu…“

„… nicht zutreffe, dass die Erdöl exportierenden Nationen Arabiens den europäischen Veranstaltern Sonderkonditionen einräumten, um ein beheiztes Public Viewing…“

„… sich zu einer Klarstellung verpflichtet fühle. Kein Spielplan müsse für die FIFA-WM umgeschrieben werden, so Blatter, denn es gehe schließlich nicht um Fußball, sondern um eine erfolgreiche Investition in die…“





Legalize it!

24 02 2015

„Wir leben schließlich in einem Rechtsstaat. Ja, Sie lachen, aber damit fängt doch für uns das Problem an! Wenn wir nicht Gesetze übertreten dürfen, wo es uns passt, wozu machen wir sie denn dann überhaupt?

Stellen Sie sich das doch mal vor: Sie sind versehentlich in eine Wohnung eingebrochen, nachdem einer Ihrer Mitarbeiter eine Zielperson aus Zufall in der U-Bahn mit einem Narkotikum aus dem Verkehr gezogen hat, und dann sagt der Richter, gefälschte Beweise deponieren ist schon okay, aber die Tür eintreten und eine Nachbarin, die gerade vom Einkaufen gekommen war, verprügeln, das klingt fast wie eine Straftat. Ich kenne jetzt den konkreten Fall nicht, aber wenn diese Schlampe in einem Haus lebt, in dem die Begehung von Straftaten nicht auszuschließen ist, die hat doch selbst Schuld?

Der Einzelfall ist gar nicht so sehr das Problem. Wir haben ja noch Staatsanwälte, die gerne ihre Pflicht tun. Auch wenn die immer teurer werden. Aber Sie müssen sich das in der juristischen Vorbereitung der Geheimdienstarbeit immer so vorstellen, dass wir sehr wenig Personal, sehr wenig Zeit und ganz, ganz wenig Geld haben. Wir können doch nicht bei jedem Einzelfall so tun, als würde es sich um einen Einzelfall handeln! Das muss man doch präventiv legalisieren!

Vorwiegend geht es ums Datensammeln. Dem Verfassungsschutz. Der sammelt ja unsere Daten. Vielleicht könnte man da mal nachsehen, ob wir die ganzen Sachen, die im Nachhinein als illegal verurteilt wurden, nicht schon vorher legal machen können. Man wäscht sich seine Hände in Schuldunfähigkeit, das müsste doch irgendwie klappen. Und wenn es nicht hinhaut, könnte man sich hinterher einen automatischen Freispruch vom Gericht einholen, weil man ja vorher der Meinung gewesen ist, dass das legal wäre. Hier, also gerade bei der Kommunikation heutzutage, und was die Leite alle für Daten verschicken, wenn man sie abhört, meinen Sie nicht, man könnte da so etwas installieren? eine Art Freisprechanlage?

Wir hatten das doch immer so schön beim Verfassungsschutz: die durften Straftaten begehen, das Bundeskriminalamt hat immer einen Täter gefasst, manchmal hätte der auch rein theoretisch etwas mit der Tat zu tun haben können, das Gericht hat ihn verurteilt, und die Polizeistatistik war dufte. Ich meine jetzt nicht, dass wir generell – nein, ich fange noch mal an. Also wenn der Innenminister bei jeder Gelegenheit meint, wir würden bald einen richtig großen Terroranschlag bekommen, und es seien schon zigtausende verhindert worden, obwohl die Ermittlungsbehörden davon so gar nichts mitkriegen, also wenn der Innenminister das nun durchaus so haben will, können wir das nicht auch selbst machen?

Auf der anderen Seite könnte man natürlich alles direkt legalisieren. Das hätte dann den Effekt, dass die Kriminalitätsstatistik direkt sinkt, und das ist im Wahlkampf der Hammer. Gut, wir hätten dann auch nicht mehr das Totschlagargument für die Totalüberwachung, aber ich meine, aus dem Schwachsinn, den de Maizière absondert, sollte sich nach spätestens drei Tagen etwas zusammenbacken lassen.

Vom rechtssoziologischen Standpunkt müssten wir auch bedenken, dass eine Strafverfolgung nicht viel bringt. Früher oder später müssten wir eine Strafverschärfung fordern, und da die so gut wie nie etwas bringt, können wir eigentlich nur auf eine komplette Legalisierung setzen. Man kann doch nicht immer alles kriminalisieren, nur weil es immer so war! So kommt man doch nicht weiter!

Wir überlegen noch, wie wir das als Kanzleramt an der SPD vorbeischmuggeln. Vielleicht den Gesetzesentwurf erstmal an Edathy ausprobieren, der darf dann legal das Gericht belügen, und dann winkt es das Justizministerium durch? Nein, wir vergleichen die SPD keinesfalls mit dem Verfassungsschutz. Die kippen in jede beliebige Richtung, sind inkompetent, kennen Arbeit nur vom Hörensagen und pfeifen auf die Verfassung, wenn die Kohle winkt, aber die sind kein Staat im Staat. Das möchte ich mir strengstens verbitten, das sagen Sie dem Verfassungsschutz nicht nach!

Aber irgendwo muss man ja anfangen, und da wir jetzt beispielsweise noch keine Polizei haben, die sich offen rassistisch zeigt – das ist auch eine Rassenfrage, wir haben halt nicht so viele Neger wie Amerika – brauchen wir eben einen anderen Ansatz. Möglicherweise wäre die Polizei auch viel zu offensichtlich, dass wir damit einen Immer-ganz-rechts-Staat schaffen, in dem es per Definition kein Unrecht mehr gibt. Übrigens eine tolle Sache, wenn Sie mal in eine Diskussion verwickelt werden sollten, wegen der DDR und so, die war ein Unrechtsstaat. Aus Gründen. Und wenn wir jetzt die vielen Nazis, die es ja in Deutschland angeblich gibt, aber die sich außerhalb der Kriminalstatistik nirgends wiederfinden – fragen Sie mal einen Polizisten, alles ganz nette Nachbarn, die meisten von denen haben noch nie eine Synagoge angezündet – wenn wir die jetzt entkriminalisieren, was meinen Sie, wie dann die Bundesrepublik dasteht. Das hat noch kein CDU-Kanzler geschafft.

Ach, wo wir gerade so nett am Plaudern sind: was halten Sie eigentlich von so einem präventiven Gesetz bei Abgeordnetenbestechung?“





Schwerter zu Flugschäden

23 02 2015

„… und dass der neu entwickelte Bundeswehrhubschrauber MH90 Nord- und Ostsee nicht überfliegen dürfe, obwohl er eigens für den Einsatz über der Deutschen Bucht und den…“

„… müsse man mit der Wehrtechnik besonders sorgsam umgehen. Von der Leyen mahnte, dass jeder Helikopter teuer nachbestellt werden müsste, im Gegensatz zu den Freiwilligen, die jedes Jahr in steigender Anzahl…“

„… im Vorfeld bereits angekündigt worden. Da die Luftwaffe jedoch traditionell Expertenberichte zur Fertigung von Papierschwalben einsetze, habe es keinen Handlungsbedarf außerhalb des…“

„… seien wegen Lieferschwierigkeiten nur minderwertige chinesische Teile in der Ortungseinheit verbaut worden. Beim Überfliegen von Wasserflächen bestehe folglich die Gefahr, vom Radar zu…“

„… sei es zwar technisch machbar, sich über das militärische Flugverbot für die niedrige Leistungsklasse des MH90 hinwegzusetzen, aber aus strömungsdynamischen Gründen nicht ratsam. Von der Leyen sei jedoch gewohnt, sich über sämtlichen Empfehlungen von Personen, die etwas im Gegensatz zu ihr professionell betrieben…“

„… einen Obergefreiten im Amphetaminrausch mit dem berüchtigten Besenstiel krankenhausreif geprügelt habe. Der Wehrbeauftragte habe dies als positive Nachricht gewertet, da es offensichtlich noch Waffensysteme gebe, mit denen die Ausschaltung eines Gegners erfolgreich…“

„… das deutsche Drohnenprojekt noch nicht aufgegeben worden sei. Zwar habe sich der Fachleiter verkalkuliert, wenn drei Tonnen Munition mit einem Ultraleichtflieger angehoben werden sollten, die Abteilung sei jedoch über das moderne, zeitlose Design sehr…“

„… den Helikopter mit handelsüblichen Navigationsgeräten nachzurüsten, die schon für 199 Euro im Versandhandel erhältlich seien. Von der Leyen habe den Vorschlag abgelehnt, da er nicht aus dem Verteidigungsministerium, sondern…“

„… die Neuentwicklung der Schutzweste bereits abgeschlossen sei, was auf eine vorausschauende Amtsführung Georg Lebers…“

„… die DE-Drohne nicht bei Luftfeuchtigkeit über fünf Prozent aufsteigen lassen könne. Der Mehrkomponentenkleber, mit dem das Leitwerk am Rumpf befestigt sei, habe sich bereits in der Testphase als Schwachstelle der gesamten Baureihe…“

„… der Einbau eines herkömmlichen Navigationsgeräts befürworte, wenn es beispielsweise bei Auslandseinsätzen eine genauere Anweisung des Flugziels…“

„… versehentlich auf den Einbau von Protektoren verzichtet wurde, um den Preisrahmen der Schutzwesten um nicht mehr als 50.000 Prozent…“

„… das Nachtsichtgerät nicht an die kurdischen Kombattanten ausgeliefert worden sei. Für den internen Dienstgebrauch zu Manöver- und Spielzwecken empfehle der Fachdienst die rasche Entwicklung eines Kombi-Pakets aus Taschenlampe und…“

„… habe de Maizière offenbar nur deshalb eine fluguntaugliche Boden-Luft-Rakete in Auftrag gegeben, um zu sehen, ob die Entwicklung innerhalb der geforderten zwanzig Jahre…“

„… zu einem Zwischenfall gekommen sei, als der Ministerialdirigent sein eigenes Navigationsgerät in den MH90 habe einbauen wollen. Trotz eines reibungslos verlaufenen Testflugs sei der Pilot beim Einparken des Helis nur den Anweisungen der elektronischen Anzeige gefolgt und habe versehentlich den Tragflügler mitten in die Spree…“

„… dass sich die Schutzweste dafür sehr angenehm tragen lasse. Besonders sei aufgefallen, dass sie wegen ihrer fehlenden Verschlüsse eine besonders figurfreundliche…“

„… beim NATO-Manöver mehrere Unfälle produziert habe. So sei das Nachtsichtgerät zwar bereits in der Kaserne ausgefallen, die mitgelieferten Taschenlampen seien jedoch für die Scharfschützen der feindlichen Streitkräfte ein hervorragendes…“

„… zu Beschwerden aus der Rüstungsindustrie komme. Bisherige Verteidigungsminister hätten sich wenigstens zeitnah bei Lieferverzug oder technischen Mängeln beschwert, von der Leyen benötige jedoch bei jedem Anlass eine Schulung von mehr als anderthalb…“

„… einen Teil des Wehretats wieder in die Zonenrandförderung fließen zu lassen, da dies eine bessere Investition in den Schutz grenznaher…“

„… zwar noch nicht zu einer generellen Verkleinerung der Truppe kommen müsse, das angekündigte Weißbuch jedoch mit dem Untertitel Schwerter zu Flügschäden…“

„… das Flugverbot von MH90 mit der Order begründet habe, beim Aufsteigen des Geräts könnten wichtige Komponenten ins Meer fallen, die wegen der schwierigen Ersatzteillieferungen nicht mehr…“

„… erst im Atlantik aufgefallen sei, dass die deutsche U-Boot-Flotte zur Renovierung mit umweltfreundlichen Lacken auf Wasserbasis…“

„… der Friedensnobelpreis in greifbare Nähe gerückt sei. Mit der Ernennung von der Leyens habe die Kanzlerin den entscheidenden Schritt getan, der Welt deutlich zu machen, dass von Deutschland nie wieder eine militärische…“








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