Polterabend

8 08 2022

„Weg mit dem Scheiß! Immer ordentlich die Treppe runter, oben steht noch mehr! Nein, die Nachbarn beschweren sich nicht, tut mir leid. Wir wollten erst irgendwo Nachbarn auftreiben, damit die sich über Sie beschweren, und dann sagen Sie, dass Sie der Friedrich Merz sind, der alles weiß und alles kann, weil er der Friedrich Merz ist, aber dann hatte die so überhaupt keinen Bock mehr auf… –

Egal, er hört sowieso nie zu. Manche Leute haben unentdeckte Talente, er kann weghören, weil er eh alles besser weiß, solange er keine Ahnung hat, worum es geht. Das macht ihn auch so sicher, dass er der perfekte Bundeskanzler wäre. Er kommt irgendwo hin, sagt, dass er der Friedrich Merz ist, den Rest kennen Sie jetzt, und der Rest ist egal. Das ist universelle Inkompetenz.

Das Geschirr da muss heute auf jeden Fall noch weg, das schmeißen Sie am besten gleich vom Balkon! Das ist Ausschuss, nicht verkäuflich, das will keiner mehr! Die Gläser auch! Das dauert ein bisschen, aber das ist es wert. Solange er hier das Zeug weghaut, macht er wenigstens nichts anderes kaputt, deutsch-ukrainische Beziehungen, den DAX oder sinkende CDU-Prognosen. Es gibt durchaus vernünftige Leute in der Union, die würden die Zukunft auch ohne eine Knalltüte wie ihn ins Auge fassen – Nachhaltigkeit interessiert in dem Laden ja sonst eher nicht so – und die haben uns den Tipp mit dem Restmüll gegeben, und dann hatten wir die Idee, dass er sich körperlich betätigt. Das ist bei ihm ja nicht üblich, er hält alle für Arbeiter, die im Jahr ein Nettoeinkommen von weniger als zehn Millionen Euro haben. Wer weniger verdient, ist automatisch linksradikal. Er kann hier ungestört alles kaputt machen, was er in die Finger kriegt, das muss man dem Friedrich Merz ja nicht beibringen, das kann er, weil er ja alles kann, und dann braucht er abends nur ein bisschen Bestätigung, dass das keiner so gut gemacht hätte wie er, und dann ist auch gut.

Neulich kamen die von der CSU vorbei und wollten wissen, ob das auch bei ihnen funktionieren würde. Die sind auch gerade schwer im Dilemma, weil der Markus Söder, der ja auch immer alles weiß und kann, zwar öfter das Gegenteil von dem, was er macht oder mal gemacht hat, aber das war dann auch das Gegenteil von dem, was er konnte, oder andersrum, so genau weiß man das nie bei ihm, jedenfalls hat der noch mehr Kohlekraftwerke befohlen, aber er kriegt die Kohle halt nicht mehr per Schiff, weil die Wasserstände so niedrig sind, und wenn er jetzt die Atomkraftwerke laufen lassen will, wie das der Friedrich Merz schon immer gewusst hat, weil der ja auch alles weiß, dann hat er nicht genug Kühlwasser, und da haben die beiden sich dann in die Haare gekriegt. Der Friedrich Merz wusste jedenfalls genau, dass man Kernkraftwerke vor allem im Winter laufen lassen kann, weil es da sowieso kälter ist, dann muss man das nicht kühlen und das Wasser, das man nicht braucht, ist trotzdem da, und der Markus Söder hat Windräder abgelehnt, weil man von denen auch nicht mehr Kühlwasser kriegt. Der Markus Söder, der das für eine geniale Idee hielt – also das, was er, der Markus Söder, da gesagt hatte – hat dann aber den ganzen Tag immer nur ein Kloschüssel umarmt, statt sie auf den Boden zu schmeißen. Ihn wollte keiner fotografieren, und wenn ihn dabei keiner fotografiert, dann kann der Markus Söder nicht. Das weiß der Markus Söder, weil der ja auch alles weiß, aber das macht’s auch nicht einfacher.

Haben Sie noch alle Tassen im Schrank? Die müssen auch weg, immer aus dem Fenster! Der Friedrich Merz, der alles weiß, ist hier besser aufgehoben, vor allem im Hinblick auf die restliche politische Karriere. Stellen Sie sich mal vor, er kriegt das mit dem Markus Söder, der ja von allem immer auch das Gegenteil weiß und es dann auch noch macht, stellen Sie sich mal vor, der kriegt das hin und lässt die Kernkraftwerke weiter laufen, und dann stellen die fest: das sind zwei bis drei Prozent der Stromerzeugung, die auch noch wackeln, und die Energiekonzerne, bei denen ja nur ungebildete Idioten wie Ingenieure oder Atomphysiker arbeiten – Arbeiten, so etwas Niveauloses würde Friedrich Merz nicht mal nüchtern einfallen – die haben das gewusst, obwohl sie sich im Gegensatz zu Friedrich Merz nicht mit den drei wichtigsten Dingen im Universum beschäftigt haben: Friedrich Merz, Friedrich Merz und was Friedrich Merz alles kann. Dann lassen wir’s doch lieber so, wie es jetzt ist.

Die anderen Faschisten haben ja früher immer ‚Ausländer raus!‘ gebrüllt, aber nicht, weil sie das für realistisch hielten, und irgendwer musste ja auch für sie den Müll wegräumen. Die wussten genau, das ist eine derart unerfüllbare Forderung, das kann man bis in alle Ewigkeit brüllen, ohne dass es je in Erfüllung geht. Der Friedrich Merz, der ja alles kann, weiß genau, wenn man dasselbe brüllt wie die geistig minderbemittelten Arschlöcher, die einen wählen, dann hält man ihn nicht für einen der Ihren, dann denken die Leute, sie seien wie ihr Idol. Auch wenn ich nicht kapiere, warum man ausgerechnet ein Soziopath mit Haarausfall sein will.

Das kann man nicht demontieren, das ist auch kein Sicherungskasten! Fassen Sie den nicht an, der steht unter Starkstrom, ich würde an Ihrer Stelle lieber die Finger davon lassen! Ich weiß auch nicht, ob das Ökostrom ist, und wann, dann hat das nicht der Bundeswirtschaftsminister mit einem Verbot für deutschen Atomstrom befohlen. Auch ein Friedrich Merz, der alles weiß, kann das nicht einfach so aus der Wand reißen. Obwohl…“





Spanisch

7 08 2022

Natürlich funktioniert das alles nur in Spanien. Da werden Wirtschaft und Haushalte per Gesetz zum Sparen von Energie verpflichtet, und ab September sind Zufahrten unter 300 km kostenfrei, finanziert durch eine Übergewinnsteuer, wie sie inzwischen auch andere EU-Staaten erheben. Wir setzen auf die gute alte Eigenverantwortung. Keiner kann uns zwingen, etwas zu tun, das am Ende auch anderen helfen würde. Und alles andere funktioniert nur in Spanien, weil wir sonst sofort Millionen Arbeitslose hätten – wie beim Mindestlohn. Wie gut, dass man eine Pandemie und die Klimakatastrophe einfach verschieben kann. Daran sollten sich andere mal ein Beispiel nehmen und nicht immer Politik für die Bevölkerung machen. Am Ende wandert uns noch die Wirtschaft ab. Vermutlich nach Spanien. Alle weiteren Anzeichen, dass der böse Ausländer nur sparen darf, wenn die Deutschen es anordnen, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • lindner porsche: Wer nie die Wahrheit sagt, braucht erst recht ein schnelles Pferd.
  • söder brennstäbe: Hat er Merz schon im Abklingbecken entsorgt?
  • corona gesetz: Wird dann jetzt rückwirkend geregelt, ab wann wir alle an der Impfung gestorben sind?
  • scholz politik: Das macht er jetzt auch noch?
  • fdp konkurs: Eher Insolvenzverschleppung.
  • berlin brand: Im Grunewald war Holzauktion.
  • scholz gasturbine: Er kam zufällig aus Potsdam.
  • hitze rekord: Die Hetzpresse kann dem Weltuntergang sogar etwas Positives abgewinnen.
  • staubsauger kaufen: Wenn man ihn nicht mehr wiederfindet: vorher gründlich aufräumen.
  • bahn verspätung: Für Wissing ist der Zug eh abgefahren.
  • strom sparen: Drehen Sie kaputte Glühlampen ein, das spart am meisten.




In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DCV)

6 08 2022

Elektriker Štěpán in Gabel,
der zieht durch den Rohbau die Kabel.
Noch ein Kilometer,
es wird immer später –
er ist, wenn’s nichts kostet, spendabel.

Für Keshubhai, der sich in Dhar
ein Häuschen baut, droht nun Gefahr
von schräg gegenüber.
Ihm wäre ja lieber,
dort wohnte kein Bollywoodstar.

Bei František, welcher in Dürre
im Pferdestall pflegt die Geschirre,
die Trensen, die Sättel,
tönt stets Heavy Metal.
Das macht nun die Tiere schier irre.

Lewani hat in Marmaschen
zwölf Ziegen auf der Wiese stehn.
Er mag sie nicht melken,
die Blumen verwelken.
Er muss immerhin nie mehr mähn.

Es baute sich Luděk in Glasern
ein Fahrrad aus Holzkohlefasern.
Es fährt ganz ersprießlich,
so zählt er sich schließlich
zu den biologischen Rasern.

Savitribai hat in Sehore
kaum Werkzeug. „Wenn ich damit bohre,
so ist auch ein Messer
statt gar nichts wohl besser,
schwitz ich dann auch aus jeder Pore.“

Es spiegelt sich Jan in Hubene.
„Seh ich mich am Morgen, ich sehne
für alle begreiflich,
erwogen auch reiflich
als Glatzkopf mich nach einer Mähne.“





Gernulf Olzheimer kommentiert (DCXXVI): Muße und Müßiggang

5 08 2022
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Welch eine skandalöse Wirkung muss es gehabt haben, als sich der erste junge Jäger aus Ugas Sippe entschloss, die anderen für sich arbeiten zu lassen. Die Alten, am Ende des dritten Lebensjahrzehnts, genossen dies Privileg mit gewisser Nonchalance, da ihnen körperlich nicht viel anders übrig blieb, auch wenn sie an Erfahrung den Jünglingen überlegen waren. Die aber, zumal vor der Einführung der Klassengesellschaft, hatten noch kein Recht auf ihre Jeunesse dorée erworben, schon gar nicht durch Werke (was so bleiben sollte) oder gar Abstammung (was blieb und bleibt). Der kühne Kerl wollte hauptsächlich künstlerisch tätig werden, träumte von einer Einzelausstellung in Lascaux und bekam die erste Kritik aus der Familie: Müßiggang. Wer nicht für das Kollektiv arbeitete, sollte auch nicht im Kollektiv essen. So begann die Geschichte der schöpferischen Untätigkeit, der Muße.

Die ursprüngliche Bedeutung von Muße ist: Möglichkeit, die Gelegenheit, aus dem täglichen Trubel, dem otium, in die ungleich freiere Weltsicht auszusteigen und zumindest gedanklich die Fesseln eines vegetierenden Daseins hinter sich zu lassen, sich im Sinne der σχολή zu bilden und Potenziale zu entfalten. Als Wert an sich begreift das der protestantisch verbogene Mensch nicht, erst recht nicht die neoliberale Überzüchtung; allenfalls als herbeifantasierte Supertechnologie, die noch ein paar Generationen lang zum finalen Versauen des Klimas herbeischwiemelt, lässt der Turbomaterialist durchgehen. Freiheit, die diese mehr oder weniger zivilisierte Gesellschaft auf die Schultern von Giganten gestellt hat, erkennt er nicht, was er für Freiheit hält, gesteht er nur sich selbst zu, koste es die anderen, was es wolle. Wer sich die Freiheiten nimmt, auch die legitimen, wird von ihm des Müßiggangs geziehen, der endgültigen Todsünde in einer überzogenen Leistungsdruckgesellschaft.

Der Dünkel der intellektuell bessergestellten Schicht verwehrt es der Plebs, sich ohne erkennbare körperliche Anstrengung durch eine Existenz zu manövrieren, die auch dem äußeren Anschein nach an Bürgerlichkeit grenzt. Das kennt nicht das antike Ideal des mittellosen Philosophen, der auch durch Spenden der Aristokratie geistige Überlegenheit kultivieren konnte. Heute aber sieht das aus wie ein bedingungsloses Grundeinkommen, das nur den Leistungsträgern zugute kommen sollte, weil sie es im Gegensatz zum Prekariat gut anlegen würden. Mit allerhand Bedürfnispyramiden versucht man physiologische Nöte, Hunger und Obdachlosigkeit für wichtiger zu erklären, und kann man die in der nach oben umverteilenden Gesellschaft nicht aus dem Weg räumen, wird’s halt nichts mit Kunst und Kultur. Dass Reiche für ihre Selbstverwirklichung im Himalaya auf annehmbare Außentemperaturen, komfortablen Sauerstoffgehalt und Sterneküche verzichten: geschenkt.

Überhaupt gilt ein nicht durchgetaktetes Leben bereits für die Mittelschicht als unproduktiv, nicht aufstiegsorientiert, hoffärtig. Erfolgreiche Typen sind stets in Bewegung, bis sie den sozialen Status erreichen, an dem sie das Leben der anderen nur noch einen feuchten Fisch interessiert. Auch gucken sie sich Kunst an, wenn sie mit prestigeträchtigen Namen verbunden, gerade eben noch mit einem Pkw verlastbar und mit Aussicht auf Preisanstieg käuflich ist. Wer im Schweiße seines Angesichts sein Brot nagt, der darf wohl auch einmal feiern. Aber doch lieber im Mäßiggang.

Arbeit muss die köstliche Angelegenheit sein, als die sie missverstanden wird, und man überlässt sie aus lauter Freundlichkeit den Armen, damit sie nicht zu sehr ins Nachdenken kommen. Anders ist es ja nicht zu erklären, warum man die Unterschicht zwanghaft in Bewegung halten will. Allein Muße ist Quelle des Guten und der Inspiration – wer da nicht aufpasst, hat ganz schnell die Revolution am Hals oder wenigstens Sklaven, die erkennen, dass sie Sklaven sind. Her mit der Moralkeule, um dem sündigen Faulpelz eins überzubraten, man wird mit der Todsünde im Katholizismus so gut bedient wie bei den Lutheranern mit der hintenrum für gottlos erklärten Faulheit. Wie weit das in die Oberschicht abstrahlt, merkt man an den ausgedehnten Urlauben und Landpartien, heute: Wellness, die man nur der Gesundheit zuliebe auf sich nimmt, weil sich keiner ertappen lassen will, wie er gegen das Gebot der Lustfeindlichkeit verstößt. Bewusst ihre Seelenruhe herzustellen käme auch ihnen nicht in den Sinn, metaphysisch entwurzelt, wie sie nun einmal sind. Immerhin kann die Elite noch darauf vertrauen, dass aus mangelnder Bildung kaum ein Arbeiter auf den Gedanken käme, ein Œuvre von proustschen Dimensionen in seiner Freizeit herzustellen. In einer kapitalistischen Welt, in der Freizeitgestaltung einen kommerziellen Nutzen haben muss, gilt einer, der genussvoll Löcher in die Luft starrt, bereits als subversives Element. Hüten wir uns.

Und so bleibt das Begriffspaar gemäß führender Mode streng geteilt, und der obere Mittelstand ruft einander zu: tuet Muße, aber weltlich. Seid nur kein Vorbild, denn sonst wollen alle so sein wie Ihr, und aus der Nummer kommt Ihr nie wieder raus. Es gibt kein Recht auf Faulheit. Also nicht für alle.





Das muss mal zur Sprache kommen

4 08 2022

„Montag geht nicht. Montag ist ganz schlecht, da sind wir schon bei Drei gegen alle, Donnerstag wäre Ich habe recht!, und dann ist auch schon so ein Sommerinterview mit irgendeinem Grünen, dem müssen wir ideologisch motivierte Lügen vorhalten. Mittwoch wäre okay. Da kommt ein Spielfilm? Das ist mal wieder typisch für Ihren Staatssender, nichts darf man mehr sagen!

Herr Merz hat als wichtigster und führendster Politiker Deutschlands nun wirklich Besseres zu tun, als sich Ihre Programmvorschau durchzulesen, das ist Ihnen hoffentlich klar? Schließlich sind Sie bloß für die politische Propaganda zuständig, Volksaufklärung, wollte ich sagen, und worüber das Land aufgeklärt werden will, das lassen Sie mal unsere Sorge sein. Sie sollten sich mal lieber Gedanken machen, warum man in diesem Land so gegängelt wird und das Image von Politikern so mies ist. Das hat Herr Merz schon letzte Woche bei Jetzt rede ich gesagt, wenn Sie sich erinnern. Ich weiß, dass das nicht Ihr Sender ist, aber zu einer gesunden Medienvielfalt gehört nun mal, dass die Sender sich einig sind und nicht irgendwelche obskuren Sonderinteressen bedienen. Nehmen Sie sich gefälligst mal ein Beispiel an den anderen Sendern, die sind nämlich noch nicht so gleichgeschaltet wie Ihrer.

Ich möchte Sie nur an die letzte Sendung Das muss mal zur Sprache kommen erinnern, wo Sie ernsthaft behauptet haben, wenn die Mehrheit der deutschen Bevölkerung für ein Tempolimit ist, dann kann das Herr Merz nicht als Einschränkung der Freiheit bezeichnen. Sie sind hier nur der Redakteur, Sie haben die Sendung nicht moderiert, schon klar – um Ausflüchte sind Sie hier in dem kommunistischen Hetzkollektiv ja selten verlegen. Ist ja auch egal, jedenfalls steht es Ihnen einfach nicht an, die Meinung eines so großen deutschen Politikers der CDU, der nämlich fast Bundeskanzler geworden wäre, wenn nicht ein anderer Politiker die Wahl für die Union verloren hätte, als seine persönliche Ansicht zu kritisieren. Haben Sie eventuell mal nachgeschaut, welche Mehrheit sich da für das Tempolimit ausgesprochen hat? waren das möglicherweise Bevölkerungsteile ohne eigenes Auto? Haben da diese linksgrünen Lastenradfetischisten eventuell ein paar Scheinchen liegen lassen, dass Sie sich so rührend um die Abschaffung des Autoverkehrs kümmern? Die Mehrheit der Deutschen kann sogar für ein totales Tempolimit sein, deshalb hat Herr Merz trotzdem recht, weil er immer recht hat, und wer immer recht hat, der hat auch recht, wenn er darin eine Abschaffung der verfassungsmäßig garantierten Freiheiten sieht. Mit Logik haben Sie’s eher nicht so, oder!?

Doch, es ist eine Einschränkung der Meinungsfreiheit, wenn Herr Merz seine Ansichten nicht frei äußern darf! Neulich bei Wirtschaft im Blickpunkt, da war plötzlich das Thema nicht relevant, weil es da nur um Wirtschaft ging. Natürlich geht’s da um Wirtschaft, und zwar um die deutschen Autobauer, oder meinen Sie, die haben keine Absatzprobleme, wenn man hier nur noch mit Tempo 30 über die Autobahnen schleichen darf? Das ist strukturelle Diskriminierung, wenn Sie das mit Ihrem limitierten Intellekt kapieren sollten – man wird nicht gleich ausgeladen, weil man dem linksradikalen Publikum mit der Wahrheit nicht mehr zuzumuten ist, man wird für irrelevant erklärt, und das heißt doch, man wird gleich ganz aus dem Diskurs entfernt. Letztlich bedeutet das doch, dass Herr Merz recht hat, sonst würde man ihn eben nicht rausschmeißen!

Möchten Sie uns an dieser Stelle vielleicht noch ein paar Gedanken zum Thema Gendern mit auf den Weg geben? Kultur heute hatte ja angefragt, ob wir uns dazu äußern würden, aber das war eine Diskussion mit einer Wissenschaftlerin, und die reden ja sowieso Sachen, die man mit normaler deutscher Erziehung und gesundem Menschenverstand gar nicht versteht und auch gar nicht verstehen soll. Jedenfalls lassen wir uns da nicht von so einer woken Extremistin vorführen, die außer schwammigen Begrifflichkeiten aus der Soziologie nichts in der Hand hat und vom Sender bezahlt wird, um die Deutschen umzuerziehen. Da werden Sie halt dann auf die Stimme der Vernunft verzichten müssen, die fällt eben der Zensurkultur zum Opfer, oder kann man bei Ihrem Sender schon sagen: Zensurkult?

Sie hätten mal lieber die Sendung von Thema: Deutschland im Programm lassen sollen, statt die Debatte über Denken und Gesellschaft einfach abzusetzen. Dann wüssten jetzt nämlich Sie und die interessierte Bevölkerung, dass es nur zwei Geschlechter gibt! Das ist wissenschaftlicher Fakt, das wollen Sie nur unterdrücken!

Ich sehe das gerade, nächste Woche kommt Franz Hassberg schon aus der Sommerpause zurück? Vielen Dank, aber Herr Sarrazin hatte angefragt, ob er das übernehmen darf, und da wollen wir nicht dazwischengrätschen. So ein bisschen Meinungsvielfalt tut ja manchmal auch ganz gut.“





Technisches Personal

3 08 2022

„… neben den Brennelementen auch ein Großteil des notwendigen Personals fehle. Führende Politiker aus Union und FDP hätten daher vorgeschlagen, durch Umschulungen und andere arbeitsmarktnahe Maßnahmen, mit denen die Qualifikationen der zukünftigen Mitarbeiter im…“

„… sich Stark-Watzinger für die Anerkennung von Berufsabschlüssen in der Elektrobranche ausgesprochen habe. Es sei jetzt ohnehin zu spät, die erfolgreich abgewickelte Fotovoltaik-Branche wiederzubeleben, weshalb eine Beschäftigung von Elektronikern in der Kerntechnik den Energiebedarf in der Autoindustrie sowie die Aktienkurse der dazu gehörigen…“

„… die Zahl der ukrainischen Geflüchteten immer noch ansteige. Für Merz seien diese Menschen, die quasi Atome im Blut hätten, ein Sicherheitsfaktor für die deutsche Energiezukunft, die er nicht leichtfertig durch zu streng gehandhabte Sanktionen gegen Putin und seinen…“

„… Schülerpraktika für die Bildungsministerin ein geeigneter Weg seien, die durch die Pandemie ohnehin nur erheblich eingeschränkt für den Arbeitsmarkt tauglichen Schülerinnen und Schüler ins Berufsleben zu integrieren. Um die Bezahlung dieser Hilfskräfte sicherzustellen, müsse der Verzicht auf ein Tempolimit allerdings auch durch eine gesetzliche…“

„… die intellektuellen Anforderungen im Baugewerbe seiner Erfahrung nach auch geistig unterhalb des Durchschnitts angesiedelte Suffspacken erreichen könnten. Wer nicht gerade ein Studium der Rechtswissenschaft plane, um seine Veranlagung auszuleben, könne laut Kubicki auch zur Ausbesserung von Außenhüllen und…“

„… habe Lindner vor allem Erwerbslose mit psychischen Problemen in den Fokus seiner strategischen Überlegungen miteinbezogen. Wer ohnehin suizidgefährdet sei, könne auch gut im Hochsicherheitsbereich eines Kernreaktors arbeiten, vor allem in Anlagen, die bereits mehrfach wegen dauerhafter Sicherheitsmängel in die…“

„… inzwischen eine Zahl erreicht hätten, die die Bundesregierung nicht mehr im Griff habe. Merz fordere von der Ampelkoalition, sämtliche Pfleger, die freiwillig einen gut bezahlten Job auf einer der komplett leerstehenden Intensivstationen gekündigt hätten, zwangsweise als technisches Personal in eins des Kernkraftwerke zu…“

„… auch für Strafgefangene geeignet sei. Buschmann halte die aktuellen technischen Sicherheitseinrichtungen in den Reaktoren für so gut, dass es zur Beschäftigung von Häftlingen keinerlei baulicher Veränderungen bedürfe. Er werde die Planung selbstverständlich durch ein handwerklich sehr, sehr gut gemachtes Gesetz und eine Grußadresse an die Querdenker…“

„… bedürften ehemalige Pflegekräfte nach Merz’ Ansicht überhaupt keine Einarbeitung. Da ihre Tätigkeit ja ohnehin nur darin bestehe, Schutzkleidung anzulegen und auf Anweisung zu handeln, müsse man sich auch keinerlei…“

„… könne man auch ältere ostdeutsche Langzeitarbeitslose in die Atomkraftwerke schicken. Kubicki wisse genau, dass diese fließend Russisch sprächen, was ihnen beim Entziffern der Bedienungsanleitung der Reaktoren sowie bei den Packungsaufschriften für die Brennstäbe aus der UdSSR und ihren heutigen…“

„… von einer Akademisierung der Pflege gesprochen habe. Für Spahn sei dies eine erfreuliche Entwicklung, wenn sich die ehemaligen Krankenhausmitarbeiter endlich einmal ein Bild von der Arbeit in einem richtigen Beruf machen könnten, statt ihr Gehalt nur für Kotbeseitigung, Kaffeetrinken und…“

„… auch Mitarbeiter in der Gasverstromung gegen ihren Willen rekrutiert werden könnten. Lindner werde dem Vizekanzler und Wirtschaftsminister ein Ultimatum stellen, bis wann dieser aus eigenem Entschluss ein Gesetz vorlegen könne, ohne dass die FDP umgehend die Koalition mit den…“

„… sei die Beschäftigung in einem Atomkraftwerk nur schlecht bezahlt, gefährlich, stressbehaftet und sozial nicht gut angesehen. Merz halte das Profil für den Quereinstieg ehemaliger Pflegekräfte daher für optimal, da sich so gut wie kein Unterschied zu deren bisherigen…“

„… einzelne Ärzte mit Führungsaufgaben betrauen könne. Spahn sei als Experte der Union für Gesundheit und Energie vor allem mit dem Tätigkeitsfeld der Radiologie eng vertraut, er wisse genau, dass nicht alle Mediziner eine Chance hätten, sich eine Anschlussverwendung im Rundfunk oder in den…“

„… müssten Piloten Abstriche an ihre Gehaltsvorstellungen machen. Wissing rate jedoch vorerst keinen streikwilligen Arbeitnehmern, den Beruf sofort zu wechseln, da die Airlines zur Durchführung vieler Leerflüge noch ausreichend Personal bräuchten, um nicht die Start- und Landerechte der deutschen und internationalen…“

„… nicht für Erzieher oder Sozialpädagogen geeignet sei. Merz könne sich zwar theoretisch auch Frauen in eher verantwortungsvollen Tätigkeiten vorstellen, wolle dies aber nicht in einem wissenschaftlich derart komplexem Umfeld wie Energieerzeugung, Politik oder…“





Herzlichen Glückwunsch

2 08 2022

„Fünfzig Prozent, mindestens – alles andere würde die Gesellschaft als ungerecht empfinden. Wer hat, dem muss man eben auch nehmen können, damit die Allgemeinheit finanziert werden, und wem kann man sonst so viel nehmen wie diesem arbeitslosen Schmarotzerpack?

Für Sie klingt das natürlich wie der Fiebertraum eines neoliberalen Arschlochs, und ja, da haben Sie sogar recht. Der Finanzminister hat weder Kosten noch Mühen gescheut, beides natürlich zu Lasten des Staates, damit wir wieder in einer Gesellschaft leben, in der sich Arbeit lohnt. Also nicht seine, da können Sie auch lange warten. Aber grundsätzlich ist es ja so, dass man das Problem mit Arbeitslosen immer durch Druck beheben kann. Manchmal ist dann das Problem weg, noch viel öfter sind es die Arbeitslosen, aber stört Sie das?

Im Grunde ist es doch eine alte Weisheit, man muss Reichtum immer relativ sehen, und deshalb muss man das mit Armut auch. Wer den ganzen Tag ausschlafen kann, weil er arm ist, dem geht es ja in der Regel viel besser, als müsste er mehrmals im Jahr nachgucken, ob seine Dividenden rechtzeitig auf dem Nummernkonto eingegangen sind. Man muss sich um die Inspektionstermine des Dritt- bis Fünfwagens kümmern, manchmal kommt zu der Jacht noch der eine oder andere Mittelstandsjet dazu, das muss alles verwaltet werden. Wenn man nicht ganz doof ist, machen das natürlich andere für einen, aber als Schmarotzer kann man selbst im Bett bleiben, und das nennen Sie gerecht? Die, die Sie arm nennen, das sind doch im Grunde die, die das Ideal dieser Gesellschaft leben, obwohl sie dazu gar keinen Grund haben!

So eine Armutsbesteuerung hat schon ihre Berechtigung, und das meine ich nicht einmal im moralischen Sinne – da können Sie lange warten, bis der Finanzminister solche Anwandlungen hat. Nein, ich meine die Lenkungswirkung. Wenn Sie als notleidender Milliardär, der von dieser mafiösen Steuergesetzgebung gezwungen wird, sich an Recht und Gesetz zu halten, wenn Sie da vom Staat in die Mangel genommen werden, da können Sie ja gar nicht anders, als aus lauter freiheitlicher Gesinnung Ihre Steuern zu hinterziehen, die Produktion in ein Armutsland zu verlagern, wo man das Personal noch rausschmeißen darf, wenn die Leute es wagen, einen an die Tariflöhne zu erinnern, und den Rest in Steueroasen zu verschieben, wo andere für einen in den Knast wandern, wenn das aufkippt. Das muss man beachten, die schlimmen Konsequenzen haben eben auch Arme zu befürchten, wenn sie es wagen, Transferleistungen in Anspruch zu nehmen. Da ist dann eben die Hälfte weg, und wenn sie dagegen einschreiten wollen, dann müssen sie arbeiten. So viel Mut hat ja von denen kaum einer.

Sie sehen den Staat immer noch als Gesamtheit der Individuen, und da haben Sie auch recht, aber dann dürfen wir die Kollektivhaftung auch für uns übernehmen. Für in der Gesellschaft auflaufende Ungerechtigkeiten müssen dann eben die büßen, die sich gerade nicht dem Zugriff des Staates entziehen können. Theoretisch steht es Arbeitslosen ja frei, sich durch die Wahl ihres Standortes der deutschen Justiz zu entziehen. Wenn die mit dem Neun-Euro-Ticket bis auf die Caymans kommen: herzlichen Glückwunsch! Ansonsten können diese Parasiten ja mal zeigen, dass sie damit dem Solidaritätsprinzip nicht nur von irgendeiner linksgrünen Pappnase nachplappern, sondern es auch verinnerlicht haben.

Die Erwerblosen empören sich inzwischen, dass sie die höchste Steuerlast tragen, aber ich frage Sie: ist das gerecht, und wenn ja, wen interessiert das? Die Frage ist doch nicht, wer die ganzen Ampeln für Fußgänger oder Radfahrer baut und finanziert, die Frage ist doch, wer die nutzt. Haben Sie schon mal einen Leistungsträger gesehen, der im Porsche bei Rot über eine Fahrradampel fährt? Sie können Ihre Spitzfindigkeiten gleich vergesse, ich habe das mit Absicht so formuliert, deshalb: nein. Auf der Autobahn gibt es keine Fahrradampeln, erst recht keine für Fußgänger, und jetzt fragen Sie sich mal, wer die ganzen Dinger bezahlen soll. Finden Sie das okay in einem Rechtsstaat?

Wir haben diese Sparerquote, die explizit für Hartz-Empfänger angedacht war, nicht ohne Grund so hoch angesetzt. Das sollte heißen, wer diese sehr weit auslegbare Summe, die im Grunde das ganze Existenzminimum ausmacht, eigenverantwortlich einspart, kann im Ermessensfall von Kürzungen in Höhe der gesamten Einsparungen ausgenommen werden. Das hilft uns, gesamtgesellschaftlich die Kosten zu reduzieren, im Normalfall die der Armen, die sich nicht fragen müssen, ob sie es schaffen, im Privatjet nach Sylt zu fliegen, bevor der Schampus wieder teurer wird. Wer die Kosten nicht soweit in den Griff kriegt, dem wird selbstverständlich nur das abgezogen, was er eingespart hat – das ist der mitfühlende Liberalismus. Den Rest macht unsere PR-Abteilung.

Jetzt werden Sie natürlich sagen: hallo, wie passt das denn zum Aufstiegsversprechen? Kann in diesem Land nicht jeder alles schaffen, wenn man ihm die Möglichkeiten dazu gibt? Richtig, aber wer würde denn die Möglichkeiten nutzen? Haben Sie schon mal jemanden kennen gelernt, der sich ohne freundschaftliche Unterstützung aus den richtigen Kreisen und eine rechtliche Beratung nach einem betrügerischen Konkurs ganz nach oben gearbeitet, nein: hat arbeiten lassen? Sehen Sie, ich auch nicht. Man muss eben gönnen können. Fünfzig Prozent: so hoch sind wir nie gekommen!“





Schwachstromland

1 08 2022

„… da sich die Testphase als voller Erfolg gezeigt habe, in denen vor allem das gesellschaftliche Klima erheblich besser geworden sei. Lindner lehne die Verlängerung der Versorgung Deutschlands mit elektrischem Strom entschieden ab, da sich seiner Ansicht keine…“

„… aber nur in anderen Ländern wie Dänemark möglich sei. Scholz verweise auf die geografischen Umstände, da in Skandinavien eine dünnere und naturnähere Besiedlung die Notwendigkeit der elektrischen Versorgung der Privathaushalte im…“

„… führende FDP-Politiker eine Diskussion über Stromleitungen in Deutschland für verfrüht hielten. Zuerst müsse die Wirtschaft ausreichend Zeit bekommen, eine Sättigung des Marktes mit den entsprechenden Geräten zu erreichen, damit sich die Investition für den Staat in einer…“

„… auch Vorteile habe. Buschmann verweise jedoch auf die Möglichkeit, durch verbrecherische Absicht in technischen Anlagen elektrischen Strom zu entziehen. Der Justizminister sehe es als seine Aufgabe, den Aufbau krimineller Strukturen, die sich an diesem Diebstahl bereichern könnten, mit allen sinnvollen Mitteln zu…“

„… ein nicht ausreichend ausgebautes Netz durch den Betrieb zu vieler Geräte schnell an die Grenzen der Belastbarkeit gelangen könne. Lindner habe klargestellt, dass der notwendige Netzausbau erst dann finanziert werden könne, wenn das Netz bereits so weit ausgebaut sei, dass sich ein Ausbau der Netze für den…“

„… die deutsche Infrastruktur durch historisch gewachsene Gebietsgrenzen die Elektrifizierung der meisten Regionen unmöglich mache. Anders als Südkorea, das seit Jahrzehnten durch Großstädte, Industrie von internationalem Rang und sehr stark ausgebauten Verkehr …“

„… da elektrischer Strom im rechtlichen Sinne gar keine Sache sei, die ein Unternehmen seinen Kunden in Rechnung stellen dürfe. Buschmann sei strikt gegen eine solche Einstufung und wolle durch ein handwerklich sehr gut gemachtes Gesetz die Bereitstellung von elektrischer Energie an den…“

„… keinen Sinn sehe. Wissing habe außerdem darauf hingewiesen, dass für eine Elektrifizierung des Verkehrs nicht ausreichend Steckdosen in Deutschland vorhanden seien, die von der Industrie allerdings erst durch elektrische Maschinen und…“

„… es sich bei der Möglichkeit, für drei Monate elektrischen Strom in Privathaushalten zu nutzen, um eine zeitlich befristete Maßnahme gehandelt habe, die nicht verlängert werden könne. Anders als der Tankrabatt, der weiterlaufen müsse, bis das Bundesministerium der Finanzen ausrechnen könne, wie viel Geld auf die Konten der betroffenen Mineralölkonzerne passe, sei eine einmalige Aktion nicht einfach ohne eine gesetzliche…“

„… werde die Elektrifizierung Millionen von Jobs kosten. Scholz sehe daher keine Möglichkeit, die Modernisierung der Wirtschaft mit einem…“

„… viele ausländische Regierungen unter ganz anderen Bedingungen planen müssten. So sei in Japan die Quote der Staatsschulden nicht mit der deutschen vergleichbar, weshalb die Versorgung mit Rostoffen auch nicht mit den Staatsschulden oder der deutschen Regierung verglichen werden kann, was für die AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag eine Gefahr durch ausländisches…“

„… technisch nur durch die Vergabe weiterer Milliardenkredite an die Energieerzeuger machbar sei. Lindner sehe angesichts der Subventionen für Luftfahrt, fossile Energieträger und Autokonzerne keine Spielräume, mit denen er eine…“

„… die Erforschung des Einsatzes und der ökonomischen Verwertbarkeit elektrischer Anlagen weiter voranschreiten müsse, bevor die Regierung ihre Entscheidung treffen könne. Stark-Watzinger habe bereits sämtliche Gelder gestrichen, so dass die Evaluation wie immer in ihrem Ressort auf Mutmaßungen, finanzielle Zuwendungen und…“

„… viele Geringverdiener die Phase genutzt haben dürften, um geliehene Geräte auszuprobieren. Diese Mitnahmeeffekte seien so nicht vorhersehbar gewesen, weshalb Lindner gegen eine Verlängerung der Stromeinspeisung in die dazu gelegte Leitungen der…“

„… sei elektrischer Strom im öffentlichen Raum auch geeignet, die Kriminalität zu verstärken. Zwar könne man nie ganz ausschließen, dass mit Gas betriebene Laternen die Straßen für potenzielle Opfer sicherer machen würden, doch sei eine mit elektrischer Beleuchtung ausgestattete Straße viel einfacher dazu geeignet, einem mutmaßlichen Täter die Flucht so zu erleichtern, dass die Aufklärung sich viel schwieriger und…“

„… die Wirtschaft keine Möglichkeit sehe, die Rentabilität und den Aufbau neuer Arbeitsplätze durch elektrisch betriebene Produktionsmittel zu steigern, solange das Bundesjustizministerium sich weiterhin weigere, rechtliche Rahmenbedingungen für die Aufnahme dieser Innovationsprozesse zu…“

„… Buschmann rechtliche Rahmenbedingungen erst dann schaffen könne, wenn der Aufbau der Produktionsmittel erfolgt sei. Da es gegenüber der Wasserkraftbranche Zusagen gebe, bis 2055 jährlich 30.000 Euro zu investieren, müsse man das gegebene Versprechen jetzt auch halten, wenn der Markt sich nicht durch eine plötzliche…“

„… als erster Haushalt über zwanzig Steckdosen verfüge, unter anderem auch zur Aufladung eines elektrisch betriebenen Sportwagens. Als wichtigster Leistungsträger des Staates, der sämtliche Vorzüge aller Zukunftstechnologien verstehe, beanspruche Lindner selbstverständlich eine kostenfreie…“





Mein Apfelbäumchen

31 07 2022

Alles wankt. Das Ende naht.
Nichts ist mehr gewiss.
Was Ihr in der Ferne saht,
als der Himmel riss,
alles düster, schwarz und grau –
jede Aussicht trüb.
Keiner weiß mehr so genau,
was davon uns blieb.
    Was wird aber davon bleiben,
    nicht im Wind, im Wasser treiben?
    Wer will’s mit dem Teufel tanzen,
    statt sein Apfelbäumchen pflanzen?

Herzlos ist die Ungeduld,
bis das Gute reift.
Wird es schlecht, wer trägt die Schuld,
die sich nicht begreift?
Was verleiht dem Leben Sinn,
macht uns froh und reich?
Lebt man nur für den Gewinn?
Ist bald alles gleich?
    Wer Besitz und Macht erstrebt,
    gegen Mensch und Menschheit lebt,
    trägt der Eitelkeit Monstranzen,
    will kein Apfelbäumchen pflanzen.

Heiter bleibt, wer stets vertraut,
wenn der Tag sich neigt,
dass er leise oder laut
sich als Freund bezeigt.
Mancher, der den Geist verhöhnt,
blickt auf seine Uhr,
geht verletzt und unversöhnt
und lässt Schatten nur.
    Wer sich seine Ziele setzt,
    weiß: die Hoffnung stirbt zuletzt,
    soll man doch im Großen, Ganzen
    nur sein Apfelbäumchen pflanzen.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DCIV)

30 07 2022

Emilio, der schwimmt in Sassetta
im Freibad auch bei schlechtem Wetter.
Wenn er eh schon nass wird,
sieht er, wer schnell blass wird,
und ist schon zur Stelle als Retter.

Bas will seine Ruhe in Tzum.
So stellt er sich dauernd dumm.
Sagt man, dass bald jede
ihn hielten für blöde,
so nickt er und spricht: „Eben drum.“

Zum Fußball geht Gian in Borore
nicht wegen des Spiels und der Tore.
Als Ehrenspielführer
schätzt er die Verlierer
und stiftet stets eine Amphore.

Von Kühen hat Pieter in Bornwird
null Ahnung. Er guckt, was zum Horn wird,
so kann er vermuten
zum endlichen Guten,
wo bei der Kuh hinten und vorn wird.

Alberto, der kocht in Bessude,
doch keiner besucht seine Bude.
Zu Himbeeren, Fischen
Grünkohl aufzutischen,
das fanden die Gäste schon krude.

Marinus und Jan, die in Drachten
schon planten, den Chef zu entmachten,
an dem sie so litten,
sind deshalb zerstritten,
bis sie sich zum Schluss dann verkrachten.

Es kauft Carlo in San Sperate
ein Haus und zahlt Rate für Rate.
Er fährt nicht mehr Mofa,
schläft auf einem Sofa
und isst wenig. Bis auf Salate.