Dreikönigstreffen

6 01 2010

„Griaß Eahna, Herr Sekretär! Wenn Sie die Frau Kanzlerin vielleicht erreichen täten heute noch – nicht mehr? Ja Herrschaftszeiten, des Geschlamp werden wir uns nicht mehr länger mit antun, hörn’s? Die Frau Kanzlerin hat halt da zu sein und eine ordentliche Regierung zu machen, wenn wir da anfragen tun! Waaas? Die regiert schon? Des, wenn sie des tät’, nachher hätt’s gar niemand gemerkt!

Also, Herr Sekretär, jetzt richten’s der Frau Kanzlerin einmal einen recht schönen Gruß aus, und dass dies ein Scheißglump ist, a zwidres, und werden wir uns das nicht mehr länger nicht gefallen lassen von der Frau Kanzlerin, bittschön! Ja! Das geht so nicht, und wenn das Westerwelle-Gigerl da noch länger der Duitaff spuit, dann servieren wir ihn nämlich ab! Wir lassen uns doch von dem Herrn Außenminister nicht unsere staatliche, will sagen: unsere staatspolitische Verantwortlichkeit fei nicht nehmen, hö? Des Bürscherl, des wenn’s no gekrochen kimmt, werden wir in seine Schranken weisen, hören’s? in die Schranken weisen, jawohl!

Weil ja die Landesgruppe das in demokratischer Abstimmung entschieden hat. Demokratisch! Freilich, nur mit uns selbst. Die CSU hat ja nur eine Landesgruppe, da mussten wir doch vorher auch keinen nicht fragen, was der Vorstand will?

Jetzt hören Sie zu, Herr Sekretär! Das ist uns eine Herzensangelegenheit, für die wir uns elf lange Jahre eingesetzt haben, um sie jetzt mit heißem Herzen verwirklicht zu sehen in unserem geliebten Deutschland – die Führungsschwäche unserer Frau Kanzlerin in einer christlich-liberalen Koalition. Und ob! Ja Kruzitürken, das ist mit dem Menschenbild in der Christlich-Sozialen Union nicht zu machen ist das nicht – hier gibt es eine Führung mit einem klaren Anspruch, also mit einem klaren Führungsanspruch! Also mit einem Anspruch auf klare Führung, verstehen Sie?

Deshalb wollen wir jetzt einen Vizekanzler! Ja freilich, warum denn nicht? wenn doch die FDP auch schon einen hat? Das lassen wir nicht auf uns sitzen! Sie kann uns doch nicht einfach so – das geht fei net, und außerdem ist der Herr Baron ka Vergoider net! Ja Sakradi, habt’s Ihr da überhaupt noch einen Anstand dadroben in Berlin? Wenn Sie in Berlin… in… in Berlin, in… München wählen, wer die Bundeskanzlerin wird, dann wählen Sie Kanzlerin, also dem Deutschen Bundestag in den Reichstag nach München. Glauben Sie ja nicht, dass wir uns das gefallen lassen werden als CSU!

Und vor allem werden wir das nicht weiter hinnehmen, dass uns dieser Lindner diskriminieren tut – das können wir aber viel besser! Dass Sie das nur wissen!

Wir haben ein klares Gesellschaftsbild! Jawohl! Dieses Depperl, des damische, wird noch begreifen, dass wir in einer Demokratie leben, in dem wir die Menschenrechte zu achten haben! Und wenn sich das dieser Bazi nicht hinter die Ohren schreibt, dann werden wir’s ihm schon noch einprügeln!

Und wenn unser Innenexperte… ja freilich, das ist ein Experte, jawohl! Was weiß denn ich, was der weiß – das ist halt ein Experte, net so a Blunzn, so a einagschmeggda, wie der Herr Bosbach – ja Kruzi, ich weiß sehr wohl, dass des zwoa depperte Bazis san, aber kritisieren tun mir, dass des amol geklärt wäre, Herr Sekretär! Und ich werde mich hier auf keine weitere Diskussion einlassen!

Sie wissen doch noch gar nicht, ob der Herr Baron überhaupt zurücktreten werden tun. Dann werden Sie Herrn Baron auch nicht fragen müssen, warum dass wir wollen, dass er der andere Vize wird. Und dann braucht er ja auch nicht mehr zurückzutreten, weil er sich dann der Aufgabe des Vizekanzlerdaseins wird widmen können zu dürfen.

So a Scheißglump, des kennat’s Eich… wooos, Du Kniebiesla, host mi? Das werden wir ja sehen – das werden wir ja doch wohl noch sehen werden wird das ja wohl! Dann wählen wir praktisch hier in der Staatskanzlei in München. Das bedeutet natürlich, dass der Bundestag im Grunde genommen näher an Deutschland… also an die deutschen Bundesländer heranwächst, weil das klar ist, weil vom Reichstag Deutschland gewählt wird.

Und wenn der Herr Westerwelle und wenn die Frau Kanzlerin das eben nicht wollen, dann müssen sie eben zusehen, dass sie das alleine hinkriegen mit der Bundesregierungskoalition! Ja freilich, das ist so. Freilich! Die CSU ist ein ganz eigenständiger Teil der Koalition, wir sind einen autonome Partei, die… wer hat das? Der? Was hat er? Dass die SPD doch die stärkste Fraktion, weil die CSU eine eigene Bundestagsfraktion… Ja leckat’s mi am Oasch! Des Gschmarr von dera Ratschn, des lass i mir fei net anhängen, Herr Sekretär – die CSU und die CDU sind immer noch zwei innige Schwesterparteien, die sowohl in ihrer politischen Stoßrichtung als auch in ihrer Haltung gegenüber der Geschlossenheit gemeinsame Verantwortung in der Koalition tragen wollen, weil wir als Union personell und qualitativ bestens aufgestellt sind und deshalb gar keinen… waaas? Mit diesem Gschleaf auf einer Regierungsbank?

Und wenn Sie sich hier auf den Kopf stellen werden, Herr Sekretär, und das wird die Frau Kanzlerin auch noch merken, wir werden die Steuern für Apotheker, Lebensversicherungen und die Weingüter von Ihrem sauberen Herrn Brüderle nicht mitmachen, dass Sie das nur wissen! Und schon gar nicht durch höhere Sozialbeiträge – damit werden entweder Milchkühe im Freistaat Bayern bezahlt oder gar nix! Merken Sie sich das! Pfüat Eahna, Herr Sekretär!“