Frühlings Erwachen

6 03 2010

Das Kätzchen blüht. Es schwärmt der Schwärmer.
Der Fink, der schlägt. So auch mein Herz.
Es sagt der Jahreslauf nun: März.
Jetzt wird der Schnee gleich merklich wärmer,
nicht länger friert mir das Gebein.
Das wird, ich denk’s, der Frühling sein.

Ein weißer Tupfer – sieh, die Glöckchen,
sie heilten, sagt man, die Demenz;
man muss nur sorgsam kauen, wenn’s
schon blüht zwischen den Restschneeflöckchen.
Und hilft es nicht, so wird man spei’n –
ach ja, das wird der Frühling sein.

Nun will die Meise fröhlich singen,
sie ist zur Mittagszeit schon blau –
tät ich es so, ich faule Sau,
müsst ich von Loch zu Schlagloch springen.
Da freut sich selbst der Gallenstein!
Gewiss wird das der Frühling sein.

Am Bordstein stehen die Gestalten,
die bauchfrei, bunt und nylonprall
als optisch größter Unglücksfall
mit Turnschuh, Arsch- und Nabelfalten
beleidigen mein Äugelein.
Das muss – erraten! Frühling sein.


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2 responses

7 03 2010
lamiacucina

Ein schönes Gedicht ! seit bauchfrei Mode ist, heisst das wohl spring awakening.

7 03 2010
bee

Oder, bei unseren transatlantischen Freunden, spring break – was auch stimmt, so viel Frühling reizt zum Brechen…

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