Stachelschwein und Igel

10 04 2010

Der Igel und das Stachelschwein,
die hatten einen Zwist:
wer wohl von beiden Tieren ein
Bemerkenswertres ist.

„Ich habe“, sprach der Igel spitz,
„ja Stacheln – Sie bloß Haar.“
„Und damit schieß ich wie der Blitz
bei jeglicher Gefahr“,

entgegnete das Stachelschwein.
Doch statt darob zu schmollen,
warf selbstbewusst der Igel ein:
„Ich aber kann mich rollen.“

„Ich kann mit meiner Stachelzier
ganz ausgezeichnet rasseln!“
So leicht ließ sich das Nagetier
die Tour ja nicht vermasseln.

Das war dem Igel gar nicht lieb.
Er sprach: „Das weiß der Kenner,
ich bin, man sieht’s am Heckantrieb,
ein exzellenter Renner!“

So stänkerten die beiden fort
und sorgten mit dem Streit
im ganzen Tierreich, hier wie dort,
nur für Verdrossenheit.

Es hielt die ganze Welt auf Trab.
Und also kam die Gans
und musterte die beiden ab
der Nase bis zum Schwanz.

„Nun also“, sprach das Federviech,
„Ihr: Igel und Schweinigel,
belästigt Ihr um Stacheln mich –
gut, zeigt zunächst die Flügel!“

Und weil hier niemand nichts gewann,
sie mussten stumm abschieben;
die Antwort sind die beiden dann
der Gans schuldig geblieben.

Wie Eimer passt hier aufs Gesäß
die Lehre: wer gut piekt,
nicht unbedingt naturgemäß
auch ganz vorzüglich fliegt.