Haus ohne Hüter

18 07 2010

für Heinrich Böll

Noch war es Nacht. Noch saß in engen Zimmern,
die in den wundgebombten, voller Narben
und bleichen Städten lagen, wo verdarben
die Früchte eines Volks in Rauch und Trümmern.

Was sich erhob, das wollte sich nicht kümmern
um jene, die noch hungerten und starben –
in Schutt und Mörtel, weiß und grauen Farben
verschwamm, wo Blut noch war und Angst und Wimmern.

Kein höheres Gesetz, nur das Verstehen
und Mitleid waren Gründe, hinzusehen
und aufzuschreiben ohne Furcht noch Groll.

Ein unbewachtes Land begann zu hoffen,
und einer kam, der fand den Himmel offen.
Ihr seht, was aus dem Jungen werden soll.