Aus deutschen Landen. Limericks (III)

31 07 2010

Es war eine Löwin in Bremen,
die ließ sich erstaunlich leicht zähmen.
Dem Zirkusdirektor
kam dieses suspekt vor,
doch setzten sie sich ins Vernehmen.

Es war einst ein Kellner in Trier,
der war dem Beruf keine Zier.
Kein Gast, der nicht klagte,
worauf er bloß sagte:
„Bedaure, ’s ist nicht mein Revier!“

Es war einst ein Dackel in Celle,
der war seinem Herrn stets zur Stelle.
Der musste nur eben
ins Bett sich begeben,
schon kam er mit lautem Gebelle.

Es wollte ein Jüngling in Füssen
partout seine Braut noch nicht küssen.
Er wär gern spontaner,
doch blieb Puritaner,
und heimlich, da biss er ins Kissen.

Es war’n zwei Barbiere in Haren,
die auch füreinander dies waren.
So lebt man hienieden
in Freundschaft und Frieden
und lag sich dabei in den Haaren.

Es war ein Chauffeur, der in Lebus
gern rätselte, Silben und Rebus.
Und als der Gewitzte
’nen Fahrgast verschwitzte,
da sagte er: „Ach, der fährt eh Bus!“

Es traute ein Schreiner in Mettmann
sich erstmals an ein Doppelbett ran.
Er hobelte mächtig,
das Bett wurde prächtig.
Da sieht man, was ein gutes Brett kann.