Onkel Adolf

1 08 2010

Die ganze Stadt geht auf dem Kopf.
Man kann es nicht begreifen.
Nur einer packt das Volk beim Schopf,
bereit, es einzuseifen.
Der Plumpssack geht im Kreis reihum,
und fällt er, schweigen alle stumm.
Hat der noch Akten schlau verbrannt,
    der Onkel Adolf
    Adolf
    Adolf
    Onkel Adolf?

Und jede Zahl wird rasch verdreht,
man glaubt, was er uns bietet.
Er weiß, wie weit zu weit er geht
und hockt noch festgenietet
auf seinem Sessel wie ein Klotz,
dem Volk zum Hohn, dem Recht zum Trotz,
und keiner, der sich schlauer wand
    als Onkel Adolf
    Adolf
    Adolf
    Onkel Adolf.

Die ganze Stadt gibt ihr Geleit,
trägt mit, wo selbst zur Neige
die Kraft ihr ging, und sie ging weit.
Nur einer ist zu feige.
Für Beileid ist es schon zu spät,
auch dass man dessen gern enträt,
des Fettflecks auf dem Trauerrand
    von Onkel Adolf
    Adolf
    Adolf
    Onkel Adolf.

Hört, was er sagt. Ihr glaubt es doch?
Hört hin, es spricht der Wicht:
er kröche nicht aus seinem Loch,
er bliebe nur aus Pflicht.
Ach er, der Fuchs, der Fäden zog
und täuschte, tarnte, drohte, log,
hat sich in seinem Bau verrannt,
    der Onkel Adolf
    Adolf
    Adolf
    Onkel Adolf.

Und wenn es stimmt? wem sagt man’s schon,
dieweil er Unschuld predigt.
Zehn Wochen noch bis zur Pension –
der Rest? für ihn erledigt.
Es rennt durch jeden Dreck und flieht,
was seinen eignen Metzger sieht.
Die dümmste Sau der Bauer fand:
     ’s ist Onkel Adolf
    Adolf
    Adolf
    Onkel Adolf
    †††