Aus deutschen Landen. Limericks (VI)

28 08 2010

Ein Spengler, der baute in Calbe
die Traufe herum um das halbe
Geschoss unterm Dache,
dass Sommer es mache –
doch nistete dort keine Schwalbe.

Ein Marktweib, das wollte in Menden
zugleich stehn an zweierlei Ständen.
Die wartenden Kunden
haben’s nicht gut gefunden.
So ließ sie’s bei einem bewenden.

Ein Nachtwächter, welcher in Münster
gewohnheitsgemäß, wenn es finster,
am Bahndamm spazierte
und Schnaps mit sich führte,
der schnarcht – aus Gewohnheit – im Ginster.

Ein Bürgersmann, welcher in Rhede
verwickelt war in eine Fehde,
der ließ alle munkeln
und blieb selbst im Dunkeln.
Er mochte kein großes Gerede.

Ein Gärtner, der züchtet in Halle
sein Obst rund, denn er liebt das Dralle.
Die Rundung ersichtlich
nahm sein Weib nicht wichtig.
Ihn tröstet die Frucht nun, die pralle.

Es war einst ein Händler in Mainz,
der war auch ein Freund guten Weins.
Der Durstigen Haufen
tat gern bei ihm kaufen.
Nur Bier, davon gab’s bei ihm keins.

Ein rüstiger Sportsmann in Kiel
versuchte sich am Boccia-Spiel.
Jedoch, wie er’s wollte,
die Kugel nicht rollte.
Er traf alles. Nur nicht das Ziel.


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12 responses

28 08 2010
Dr. Borstel

Der folgende Kommentar sei gewidmet meiner Geburtsstadt:

Einem Chefkoch, ansässig in Detmold,
war nichts so sehr wie sein Bankett hold,
weshalb für die Kunden
er kochte für Stunden,
wonach er dann nur noch ins Bett wollt‘.

28 08 2010
bee

Da bleibe ich doch gleich im Lande:

„Ich hab“, sprach die Köchin aus Moers,
„den Kochfisch gebraten, ich schwör’s,
und dann die Karotten
statt braten: gesotten!“
Das war wohl die Schuld des Gehörs.

28 08 2010
Dr. Borstel

’ne Dame sieht in Bielefeld
ein Kaufhaus, dessen Stil gefällt.
So frönt sie dem Laster
und lässt reichlich Zaster;
ihr Mann weint indes um das viele Geld.

28 08 2010
bee

Es torkelt ein Trinker in Soest
durch die ganze Stadt – unbehost.
Schockiert waren Fremde,
er trug auch kein Hemde,
doch ihn stört das nicht. Na denn, Prost!

28 08 2010
Dr. Borstel

Es kam ein Athlet einst nach Herford,
der wollte betreiben dort Speersport.
Sein erstes Geschoss
traf gleich seinen Boss.
War’s Totschlag oder doch eher Mord?

28 08 2010
bee

Ein Motorradfahrer aus Selm,
der war ein gar tollkühner Schelm.
Nur, um anzugeben,
riskiert er sein Leben
und fuhr generell ohne Helm.

28 08 2010
Dr. Borstel

Ein Ladenbesitzer aus Minden
tat sein‘ Praktikanten oft schinden:
Er schlug mit der Rute,
doch sollte der Gute
im Kaffee bald Rattengift finden.

28 08 2010
bee

Ein Lottogewinner aus Rösrasth
um seinen anteil’gen Erlös bat.
Er hatte Moneten,
die Frau ging ihm flöten;
sie fand dieses Leben doch bös fad.

29 08 2010
Dr. Borstel

’ne Motoradbande aus Halle
veranstaltet gerne Krawalle.
Sie fahren, die Schelme,
dazu ohne Helme,
so kommt es wohl bald zu ’nem Knalle.

29 08 2010
bee

Den Theaterbesucher in Medebach,
den machte sein Weib, dieses blöde, schwach.
Er konnt dort nicht sitzen,
die Ohren zu spitzen,
er wurde von ihrem Gerede wach.

29 08 2010
Doktor Peh

Ein Autobesitzer aus Aurach
hat viele Atlanten im Staufach.
Doch war es nach Minden
ganz einfach zu finden
ohne dass er sich noch gross schlau mach.

29 08 2010
bee

Ein Tischler, der in Fessenmühle
ertrank schier im Arbeitsgewühle,
verwechselt in Eile
schon Hobel und Feile,
worauf er sich fragt: „Wessen Stühle?“

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