Was bleibt

29 08 2010

für Kurt Tucholsky

Es tost herum. Es braust und quillt
und dröhnt und saust, es schreit so wild
und klebt in allen Ohren.
Wenn man nur wüsste, was das soll.
Ein ganzes Narrenschiff ist voll
mit Tölpeln und mit Toren.
Man fragt sich: wozu dieser Tanz?
Ein bisschen Glück, ein wenig Glanz,
was hat man denn von diesen Dingen…
Ich sag’s mit
    Götz von Berlichingen.

Dann spielen alle Politik
mit Kriegsgetöse und Gequiek
und sind so furchtbar wichtig.
Und erst die Wirtschaft! Zank und Streit,
wer hat, der hat – wer nicht, hat Neid.
Und keiner weiß es richtig.
Man fragt sich: was soll der Krawall?
Man fliegt um diesen Erdenball
ein Leben lang auf leichten Schwingen
und denkt an
    Götz von Berlichingen.

Und man macht mit, gönnt sich nie Rast
und rafft und schafft voll Gier und Hast.
Man will doch alles haben.
Dann sind sie alle sehr erschrocken.
Dann bimmeln leise einzwei Glocken,
und dann wird man vergraben.
Ein Lebenslauf? das bisschen Mist,
von dem man nicht weiß, was es ist.
Es sollte uns zum Lachen bringen.
Der Rest ist
    Götz von Berlichingen.