Aus deutschen Landen. Limericks (X)

25 09 2010

Es war ein Bestatter in Dresden,
dem nie seine Leichen verwesten.
Er tat, kaum zu glauben!
in Urnen sie schrauben.
„Nich alle“, sagt er, „doch die meesten.“

Ein Bräutigam, welcher in Geyer
die Braut nicht erkannte am Schleier,
der hat, da betrunken,
nach Schnaps auch gestunken.
Das störte empfindlich die Feier.

Ein Jäger auf Anstand in Rathen,
der traf nichts – das Wild roch den Braten.
Er musst wieder gehen.
Was war nur geschehen?
Sein Aftershave hat ihn verraten.

Ein Förster verlief sich in Kuchen,
er hielt nämlich Eichen für Buchen.
Den Holzweg zu finden
misslang an den Rinden.
So musste man ihn schließlich suchen.

Ein Mann, der fuhr eigens nach Meißen,
und kauft Porzellan, vom Blau-Weißen.
Daheim war er platt:
ab jetzt gab’s Rabatt!
Voll Wut tat er alles zerschmeißen.

Ein Mann wurde Vater in Sosa,
doch merkt er nicht, als er den Po sah,
denn den sah er schon bar,
dass dies nicht sein Sohn war.
(Und außerdem war sie in Rosa.)

Ein Kuhhirt, der suchte in Borna
herum um die Kuh, wo wohl vorn war.
Des Suchens verdrießlich
entdeckte er schließlich
die Lösung, und zwar, wo das Horn war.