Aus deutschen Landen. Limericks (XIII)

16 10 2010

Ein Opernfreund, sesshaft in Lünen,
wollt alles zu sehn sich erkühnen.
Drum fuhr von Bayreuth er
nach Salzburg schnell weiter
und sah jeden Tag andre Bühnen.

Ein Z-Eisenbahner aus Dorsten,
der wollt seinen Bahnhof aufforsten.
Ganz ohn’ Federlesen
zerschnitt er ’nen Besen
und pflanzte mit Leim tausend Borsten.

Den Witzeerzähler aus Gangelt,
um den kein Theater sich rangelt,
sieht man, nebst des Schirmes,
auf fast jeder Kirmes,
da er nun bald tingelt, bald tangelt.

Ein Gatte, der legte in Mauer
der Frau wegen sich auf die Lauer.
Zu Hause verblieb sie,
nur SMS schrieb sie.
Er war, was verständlich ist, sauer.

Ein Freier, der hatte in Brück
bei Damen nur mäßiges Glück.
„Nicht Blumen betören,
ab jetzt pflück ich Möhren!“ –
ein durchaus misslungener Trick.

Ein Bausparer hatte in Rauen
gespart. Und jetzt wollte er bauen.
Der anderen Seite,
der drohte die Pleite –
man soll solchen Banken misstrauen.

Beim Bürgervorsteher von Horben,
da haben sich zweie beworben.
Doch zwischen den beiden
konnt er nicht entscheiden –
inzwischen sind beide verstorben.