Aus deutschen Landen. Limericks (XIV)

23 10 2010

Den Gatten, den störte in Goch,
dass alles nach Kohlsuppe roch.
Die Gattin hingegen,
des Kohlpreises wegen,
kocht Kohlsuppe doch. Noch und noch.

Ein Metzger, der sagte in Dauchingen,
als Würste und Speck dort im Rauch hingen:
„Man sollte, ich meine,
dem Dauchinger Schweine
ein Loblied nach uraltem Brauch singen!“

Zwei Kellner, die wollten in Lienen
zwei Damen partout nicht bedienen.
Der Chef schob sie sacht fort
und sprach dann ein Machtwort.
Jetzt kellnern sie – mit sauren Mienen.

Ein Dachdecker deckte in Melz
das Dach. Fragt der Bauherr ihn: „Hält’s?“
Voll Zuversicht spricht er,
der Meister: „Je dichter
das Dach, desto besser gefällt’s!“

Ein Schneider bekam in Salzkotten
im Sinne des Wortes die Motten.
Die saßen und nagten
sein Tuch und sie plagten
den Schneider. Und taten noch spotten.

Zwei Einbrechern wurde in Xanten
der Boden zu heiß, und sie rannten.
Das kam, weil dort unter
der Decke ganz munter
die Flammen schon lichterloh brannten.

Ein Mahner, der sagte in Stuttgart:
„Dass Ihr Eure Stadt so zu Schutt fahrt,
ist nicht zu verzeihen.
Ihr schließt nur die Reihen
und gaunert, dass Geld sich mit Gut paart!“


Aktionen

Information

6 responses

23 10 2010
Dr. Borstel

Ein Straßenbauamtsmann aus Bücken,
dem will im Job einfach nichts glücken:
Er endet bei jedem
Auftrag in Gräben,
da denkt er sich: „Bau‘ ich doch Brücken!“

23 10 2010
bee

Ein Nachbarschaftskrieger in Clenze
zog Stacheldraht als Grundstücksgrenze
und kann’s nicht verwehren,
wenn die überqueren
die Meisen und Gartenrotschwänze.

23 10 2010
Dr. Borstel

Ein Mafiapate in Bergen,
der schickte des Nachts seine Schergen
auf Raubzug. Doch Schrecken!
Es wussten die Gecken
vor den Bullen sich nicht zu verbergen!

23 10 2010
bee

Ein Bänker, der rechnet in Binz
mit Zinsen und dem Zinseszins,
war strebsam und rege –
doch kleine Beträge
sind weiter klein trotz des Gewinns.

23 10 2010
Dr. Borstel

Ein Möchtegerngangster aus Meppen,
der meinte, er wolle jetzt rappen,
der sprang ungestühme
alsbald auf die Bühne
und machte sich dort dann zum Deppen.

23 10 2010
bee

Ein Möchtegernpate aus Schmelz
trug Gold und Geschmeid, doch nie Pelz.
Als Mafia-Erfahrner
trug er, der Veganer,
stets Jute. Was soll’s. Ihm gefällt’s.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..




%d Bloggern gefällt das: