Aus deutschen Landen. Limericks (XX)

4 12 2010

Ein Lottogewinner in Schleiz
fand manchen verlockenden Reiz.
Doch dies war sein Leiden:
er konnt nichts entscheiden.
Auch plagte ihn furchtbarer Geiz.

Aufs Boot sollte Meier aus Aichtal.
„Dann schippern wir raus vor den Deich mal“,
sprach Hein von der Küste –
doch Meiers Gelüste
war’n andre. Da wurde er gleich fahl.

Gymnastisch trieb’s Gustav aus Eyb,
er stählte damit seinen Leib,
was, wie er betonte,
den Muskeln kaum lohnte:
„Ich mach das nur zum Zeitvertreib.“

Es bügelte Hilda in Bretten –
sie konnte nicht aufhörn zu plätten,
die Leibchen, die Hemden,
die eignen, von Fremden:
die Gute war nicht mehr zu retten.

Zum Hochzeitstag schenkte in Glatten
Ulrike ein Schmuckstück dem Gatten.
Im Medaillon-Döschen,
von außen voll Röschen,
stand innen: „Herz, Du hast ’nen Schatten…“

Ein Jäger aus Rot an der Rot
schoss um sich, vornehmlich mit Schrot.
Doch dann in dem Glauben,
er zielte auf Tauben,
schoss er auf den Forstadjunkt. Tot.

Zu Diele ließ Schräufle aus Stegen
ein Astloch ans andere legen;
dies sah nicht gewählt aus,
es sah nur gequält aus.
Er tat dies des Holzpreises wegen.