Aus deutschen Landen. Limericks (XXII)

18 12 2010

Kowalski, der Bauer aus Borken,
der schonte schon immer die Forken:
man sieht auf den Spitzen
ganz akkurat sitzen
vier sorglich gerichtete Korken.

Ein Sirren, hört Blutzmann aus Gohr,
das kam ihm schon merkwürdig vor.
Es war eine Mücke.
Das Tier flog voll Tücke
nur weiter und stach ihm ins Ohr.

Es kam einst zum Pfarrer in Senden
ein Jüngling: die Frucht seiner Lenden.
Jetzt litt der Mann Qualen
beim Unterhalt-Zahlen;
er buchte es als Samen-Spenden.

Man nannte den Dorfschmied von Vreden
’nen Kauz, denn er wollte nie reden.
Er war darin eigen,
der Grund für sein Schweigen:
er hört einfach nicht mehr auf jeden.

Dem Dorflehrer Wümpel aus Aich,
dem spielte man schon manchen Streich.
Man ließ ihm jetzt gerade
die Luft aus dem Rade.
Er strauchelt. Zum Glück fiel er weich.

Bei Bredelsen, jenem in Hohn,
da klingelt nachts das Telefon.
Er will es nicht hören
und lässt sich nicht stören.
Wer wach liegt, sind Tochter und Sohn.

Piet Kockelmann, wohnhaft in Velen,
versuchte, bis zwanzig zu zählen
mit Fingern und Zehen.
Es sollte nicht gehen,
weil ihm nun mal drei Finger fehlen.