In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (XXVII)

5 02 2011

Giuseppe erzürnt in Cantù,
die Braut will vergoldete Schuh.
Er tobt. Doch dann harrt er.
„Das zahlt ja der Vater!
Der hat’s – also frag ihn. Nur zu!“

Als Einar, ein Angler aus Hole,
zum Fischen ging, stand an der Mole
ein eiserner Kübel.
Das fand er nicht übel.
Der wärmt nun – dank Feuer und Kohle.

Lucinda, die Schöne in Cene,
sie trennte sich jüngst von der Mähne.
Der Trend ließ hier Spuren
mit Kurzhaarfrisuren.
Doch heimlich weint sie eine Träne.

Verstört schreckte István in Szarvas
vom Schlaf hoch: er hörte, da war was.
Doch Wahnideen litt er,
da war nur Gewitter.
Er war dann vom Fuß bis zum Haar nass.

Den Peterszon wollten in Dalen
die Kundinnen nicht mehr bezahlen.
Drum ließ er den Damen
wie die Fensterrahmen
die ganze Fassade bemalen.

Herr Hörnli, der zeigte in Brügg
mit Kniff und mit Falz und mit Knick
beim Origamieren
mit feinen Papieren
sich ganz zu entfalten Geschick.

In einem Hotel dort in Grabern
hört man Esoteriker labern:
von Blumenorakeln
und Zahlenspektakeln
ließ sich diese Runde umwabern.