Deutschland schafft sich ab

15 02 2011

„Wenn wir jetzt beispielweise mal annehmen, die Deutschen würden jedes Jahr um fünf Prozent weniger, dann wären wir doch 2031 durch mit der Sache.“ „Bitte was?“ „Von uns wären in zwanzig Jahren eben keine mehr über. Rechnen Sie doch mal nach, zwanzig mal fünf macht was?“ „Wie? Was wollen Sie mir eigentlich die ganze Zeit erzählen? Hat man Ihnen etwas ins Trinkwasser gekippt?“ „Zwanzig mal fünf sind null. Weg. Abgeschafft!“ „Mann Gottes, wo haben denn Sie jetzt Rechnen gelernt?“ „Bei Sarrazin natürlich.“

„Zeigen Sie mal – heiliger Strohsack, was wird denn das?“ „Statistik. Ich berechne demografische Faktoren der deutschen Bevölkerung.“ „Und worauf stützen sich Ihre Statistiken?“ „Auf die allgemein als richtig empfundenen Zahlen.“ „Na, dann zeigen Sie mal her.“ „Hier haben wir etwa eine Aufstellung der Geburten.“ „Schön. Was sehen Sie daraus?“ „Wir haben hier eine Quote von muslimischen Einwanderern, die momentan genau – können Sie mir folgen?“ „Ja, durchaus.“ „Also wie gesagt, in vier Generationen haben wir dann siebzig Prozent Muslime in Deutschland. Und das bedeutet, dass wir Deutschland abschaffen.“ „Sind Sie noch ganz dicht? Wer hat Ihnen denn diesen Blödsinn verkauft?“ „Das ist doch erst der Anfang! Schauen Sie sich mal meine Interpolationen an, da werden Sie Augen machen. Also haben wir, wenn wir die erste Generation als bereits vorhanden voraussetzen dürfen, hier einen Zeitraum von sechzig bis maximal fünfundsechzig Jahren – Sie müssen berücksichtigen, dass diese Völker schon vor der Pubertät mit der Fortpflanzung beginnen – und sehen nach der Hälfte der Zeit, dass wir genau fünfunddreißig Prozent Muslime in Deutschland haben. Das ist fast die Hälfte!“ „Erstens ist das nur ein bisschen mehr als ein Drittel, und zweitens wüsste ich dann gerne, woher Sie diese Werte nehmen.“ „Unterbrechen Sie mich jetzt nicht. Das sind also 28,7 Millionen Muslime, die hier nach der Hälfte der Zeit leben. Wenn wir berücksichtigen, dass der Moslem im Schnitt teilweise bis zu drei Kinder bekommt, dann wären das gut 43 Millionen Nachkommen in einer Generation! Mit den Eltern zusammen wären das…“ „Das ist doch Unsinn im Quadrat, Mensch!“ „… bis zu 71,8 Millionen! Die sind dabei, Deutschland zu übernehmen! Sehen Sie sich das doch an, die Zahlen lügen nicht!“ „Eher wohl Sie, rechnen Sie Ihren Bockmist doch mal zu Ende!“ „Wir werden am Ende dieses Jahrhunderts einen Anteil von…“ „Jetzt gucken Sie sich doch mal diese Kurven an, das ist doch Quatsch! Alle ihre Muslime, die Sie da so säuberlich aufgetragen haben, bleiben in der Summe enthalten?“ „Ja, das mit der Auswanderung wollte ich nicht auch noch einrechnen. Das hätte es unnötig verkompliziert.“ „Aber nach Ihrer Berechnung bleiben sämtliche Menschen hier erhalten und bekommen eine Generation später mindestens drei Kinder?“ „Ja, das muss man doch mal in der Öffentlichkeit auch so aussprechen…“ „Sie Döskopp, Sie tragen hier eine Summenformel ein? Da kommt nichts weg? Sind denn diese Leute unsterblich?“ „Ich wollte diese Berechnung nicht unnötig…“ „Nach Ihrer Formel wären wir am Ende des nächsten Jahrhunderts bei 273 Milliarden Muslimen in Deutschland!“ „Da können Sie mal sehen, was dann in Neukölln los wäre. Das kann man doch so nicht auf sich beruhen lassen!“

„Was haben Sie da eigentlich für eine idiotische Kurve aufgezeichnet? Auf welchen Werten beruht das denn?“ „Die statistischen Jahrbücher der BRD, das sollte doch amtlich genug sein.“ „Aber das reicht doch gar nicht aus, um eine richtige Prognose zu stellen. Woher nehmen Sie Ihre Ausgangswerte? Das stimmt doch hinten und vorne nicht, Sie brauchen dafür mindestens so viel Zeit wie die Periode Ihrer Vorhersage.“ „Das sind doch sechzig, fünfundsechzig Jahre seit der Staatsgründung?“ „Aber da lebten doch noch kaum Gastarbeiter hier. Das ist doch verzerrt.“ „Sehen Sie mal, alles noch viel schlimmer!“ „Und wenn Sie die Geburten berechnen, das ist doch alles gar nicht sattelfest: die, die in siebzig Jahren siebzig sind, die sind doch heute schon geboren und lassen sich gar nicht mehr durch die Berechnung kommender Generationen erklären.“ „Ein Grund mehr, dass wir eingreifen und diese bildungsfernen Schichten…“ „Ich dachte, es ginge um Muslime?“ „Das ist doch dasselbe.“

„Jetzt sehen Sie sich den Kram doch noch mal an: wenn Ihnen 1949 einer gesagt hätte, dass wir in ein paar Jahrzehnten um ein Viertel mehr Menschen haben, das hätten Sie auch nicht geglaubt.“ „Das sind schließlich Deutsche.“ „Aber wenn Sie 1949 Ihre Statistik mit Rückschlüssen von 1871 hätten aufbauen sollen? Oder etwa 1914 mit Material seit 1848?“ „Also einen Krieg konnte man wirklich nicht vorhersehen.“ „Aber die Wiedervereinigung und den Fachkräftemangel und die Finanzkrise?“ „Das ist etwas anderes, das hatte schließlich keine Auswirkungen auf die Bevölkerung.“ „Aber die Leute können sich doch keine Kinder mehr leisten, das schlägt sich schließlich im demografischen Wandel nieder.“ „Weiß ich doch, und deshalb habe ich auch diese Berechnung hier gemacht. Wir nehmen konstant um fünf Prozent ab, die Ausländer wandern wieder ab, die Geburtenzahl sinkt – alles in allem sind wir 2025 damit durch.“ „Aber da schneidet die Kurve die x-Achse?“ „Wir sind dann bei minus sieben Millionen Deutschen.“ „Minus?“ „Genau, das heißt dann im Klartext: nicht nur die Deutschen sind weg, auch die Arbeitslosen. Dann wird alles gut – kein Hartz IV mehr, dann haben wir endlich Geld für eine Steuersenkung!“


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6 responses

15 02 2011
Doktor Peh

Neulich stellte sich ein anderer Blogger die Frage, weshalb wohl Thilo soviel Zeit in sein Buch investieren konnte. Nun, bei dieser Art der Mathematik und dann einen Posten bei einer Institution, die sich hauptsächlich mit Einnahmen Zahlen beschäftigt, kann man jenen Herrn nicht auf Geschäftsrelevantes loslassen.

Vielleicht wechselt er ja bald ins Lager der Wirtschaftswaisen (das sind die, die vorsätzlich in der Kneipe von ihren Eltern vergessen wurden) über und vorhersagt uns die Entwicklungen? Daher kommt dann der Wachstumsstress: „Wie? Zwei Prozent im Jahr? Das sind ja in 10 Jahren nur 20 Prozent, da muss die Regierung aber ein paar Konjunkturprogramme auflegen!“ Mittels meiner simplen Mathematik käme ich allerdings nach 10 Jahren auf 21,9 Prozent, aber dieser mathematische Fehler meinerseits kann ja vernachlässigt werden.

Schlimmer wird für Thilo ja die Frage sein, was mit dem Reichsgebiet passiert, wenn der letzte Deutsche ausgestorben ist und begraben wurde (von wem eigentlich?). Werden die wilden Horden aus dem Südosten über Europa hereinbrechen und den Islam bis in die arisch besetzten Nordgebiete tragen? Wird der Döner den Schweinebraten ersetzen, der Imam den katholischen Messdienerschänder und das Oktoberfest – Allah bewahre uns! – alkoholfrei werden? Fragen, die uns auch der weiseste Gelehrte nicht beantworten kann.

15 02 2011
bee

Man sollte ihm nicht zum Vorwurf machen, die Mittel seines Dienstherrn verschwendet zu haben – erstens hat er im Berliner Senat nichts anderes getan und zweitens ist er hier wie da eine Marionette von Springer, INSM und Bertelsmann, falls es sich überhaupt noch lohnt, innerhalb dieser Lobby zu differenzieren. Man darf sich freilich fragen, was die ehemals sozialen sogenannten Demokraten davon abhält, ihn vor die Tür zu treten. Vielleicht bleiben die lieber in Kontakt mit den Postdemokraten vom anderen Ufer.

Sarrazins Geschichtsbild ist analog zu seinen pubertären Fantasien schön von Ploetz abgekupfert, der immerhin den Krieg als negativen Einfluss auf den deutschen Genpool gewertet hat – wird halt nix mit der Zuchtwahl, wenn die Helden sich für einen sabbernden Versager aufopfern, der zur Ablenkung von seinen neurologischen Auffälligkeiten wirre politische Manifeste unterm Schnurrbart rauskaut – und dafür den Friedensnobelpreis bekommen sollte; das war aber zu der Zeit, als man das noch ohne Angriffskrieg geschafft hat.

Sicherlich wird er so tremor- wie rigoros weiterforschen und irgendwann aus den Untiefen selbst erzeugter Fakten den Halb- und den Viertel-Muslim (mitsamt arischer Urgroßmutter) destillieren, der zu einfachen Arbeiten wie Chirurgie oder Programmierung fähig ist, während sich das blutsdeutsche Wirtsvolk zu Tode jammert, immer dessen eingedenk, dass es das einzige war, was Sarrazin wirklich konnte, der alte Waschlappen.

15 02 2011
simcup

sehr geil

15 02 2011
bee

Merci 🙂

15 02 2011
Business Jabroni

sehr cool. danke:D

15 02 2011
bee

Für die Leser nur das Beste 😉

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