Deutsche Interessen

28 06 2011

„Ja Grüß Gott, Frau Dimpflgföllner, ist der werte Herr Gemahl wohl im Hause? Nicht? Ich weiß ja nicht, ob ich Ihnen auch politische Fragen stellen darf, wenn er nicht – Sie sind Demokraten? Das tut mir Leid, aber ich würde natürlich… also lassen Sie mich das mal … Ja, der Herr Bundesinnenminister würde das schon auch gerne gewusst haben, aber wir wollen da natürlich nicht vorgreifen. Es könnte ja rein theoretisch sein, dass Ihr Herr Gemahl mit einer Befragung seiner Frau… Sie sind ledig? Dann müssen meine Unterlagen nicht stimmen.

Also was ich sagen wollte, Frau Dimpflgföllner: als sozusagen doch gleichartiges, also als ein quasi gleichrangiges Mitglied der, ich sage mal: als eine Frau, die die gleichen Rechte genießt, als wenn sie mit einem Mann schon richtig verheiratet wäre, Frau Dimpflgföllner, da werden Sie uns doch ein paar staatstragende Fragen – Legitimation? Ich rufe aus dem Bundesministerium an, ist das denn noch nicht offiziell genug? Müssen wir denn schon wieder für jede Auskunft wieder einen Trupp vom Verfassungsschutz bei Ihnen vorbeischicken? Jetzt seien Sie doch mal ein bissel kooperativ, nachher haben wir auch ein besseres Gewissen, wenn in den ganzen gespeicherten Vorratsdaten gar nichts… Hallo, Frau Dimpflgföllner? Sind Sie noch da? Ich dachte schon! Na, da hätten wir einen Intim… kruzi! Kontaktbereichsbeamter natürlich, Kontakt! Kontakt! Frau Dimpflgföllner, alles nur halb so schlimm, wir hätten dann später noch mal bei Ihnen angerufen, und dann hätten Sie schon aufgemacht, glauben Sie’s mir. Ich kenne uns da.

Weil wir nämlich jetzt gerne mal nachgefragt hätten, ob Sie eventuell zu den undeutschen… also den nicht, den nicht zu dem richtigen, die wo, ich weiß nicht, also nicht ordentlich – also ob Sie eine Fremdländerin sind, im Sinne des bundesdeutschen Geblütsrechts nämlich. Ja, das muss man wissen! Es gibt ja immer wieder so Fälle, da denkt man, es sind anständige Menschen, und dann merkt man: der ist ja nicht einmal getauft! Ich sag’s Ihnen, die Kommunisten, die waren schon schwierig genug damals, hatten ja nicht alle lange Haare, diese Schweine, aber dann die, die wo so anders sind! Das ist doch das Kreuz – der Minister weiß ja selbst nicht, was das für welche sind!

Das kann ja ein jeder sein, wenn Sie das mal so recht bedenken – da hat einer einen ganz normalen deutschen Vornamen, Wrdlicka oder Krczcynski, und drei Töchter, eine sogar verheiratet, Abitur und alles, und dann sind das Protestanten! Das muss man doch wissen! Herrschaftszeiten, ist denn heute niemandem nichts mehr heilig?

Aus Mainfranken eingewandert? Schweinfurt? Und Sie fühlen sich aber auch als eine – sicher, ist mir klar, dass der Regierungsbezirk Unterfranken auch verwaltungstechnisch zum Freistaat Bayern… jetzt lassen Sie mich doch mal… der Freistaat Bayern ist doch aber eine… – Ich will doch nur sagen, dass es keinen Beleg gibt, dass solche Gebiete auch historisch zu Bayern… Ah, das ist freilich ganz etwas anderes! Wenn Ihr Herr Urgroßvater als Justizstaatssekretär geruhten, nach Unterfranken zu gehen, ist das eine Ehre für die –

Es sind ja teilweise ganz nette Leute darunter. Der Chinese an sich ist ja auch nicht direkt schlecht, unter geschichtlichen Aspekten vielleicht schon ein bissel zurückgeblieben, weil er 1848 noch keinen parlamentarischen Polizeistaat hatte, aber dass diese Bande heute sogar eigene Restaurants hier aufbaut – alle Achtung! Na, das sind doch auch teilweise richtig zivilisierte Menschen, wenn sie auch zu dämlich sind, mit Messer und Gabel zu essen. Die waschen sich ja, sagt man, und dann beten sie zum Sankt Buddha, wo sie auf die Tresen stellen, und dann weiß man, die sind halt noch etwas zurückgeblieben, aber dem Herrn Bundesinnenminister wird’s schon jemand erklären.

Ob Sie dann eventuell islamisch sind. Oder mit dem Muslimismus etwas zu tun haben. Also diese Leute, die sich selbst in die Luft sprengen, wenn sie politische Ziele verfolgen, die sie nicht – Sie, jetzt werden Sie aber mal nicht unverschämt! Ich habe Sie ganz normal gefragt, ob Sie eventuell eine Terroristin sind und Anschläge vorhaben, mit denen Sie den Fortbestand der deutschen Ordnung des –

Wir regen uns jetzt aber mal nicht so künstlich auf, Frau Dimpflgföllner, sonst müsste Ihnen die deutsche Polizei mit illegalen Sachen drohen, die –

Wenn Sie jetzt nicht nachgewiesenermaßen keine Konvertitin sind und eventuell keine richtige Deutsche sind, Frau Dimpflgföllner, dann müssten wir schon mal darüber nachdenken, ob wir Sie nicht als potenzielle Schwerverbrecherin… rein präventiv selbstverständlich, das soll ja gar nichts heißen!

Schauen sie mal, es ist doch kompliziert: die vielen Deutschen, die sind schon schwierig genug. Und wir wissen nicht einmal, wie viele es sind – achtzig Millionen, zweiundachtzig Millionen, dazu haben wir ja nun diese neue Volkszählung. Da ist also nun jeder Einwohner eine mutmaßliche Straftat gegen den Fortbestand der – also rein prinzipiell betrachtet, das muss man doch so sehen, wenn man sich in der Position diesen Innenministers befindet – Sie sollten das also nicht auf die leichte Schulter nehmen! Und wenn Sie jetzt noch berücksichtigen, dass ja die deutschblütigen Einwohnerinnen und Einwohner einer diskriminierenden Behandlung ausgesetzt worden sind, als dass man sie nicht hinreichend als die terroristische Gefahr in unserer Mitte… ja, da schauen Sie? Das hätte Ihnen viel früher klar sein müssen. Der Fremdländer, der nimmt uns ja alles weg: die Arbeitsplätze, die Frauen, Frau Dimpflgföllner, die Sozialhilfe, dann die Renten, und die Wohnungen, die Mercedesse, und dann auch noch bei den Terroristen… Frau Dimpflgföllner, da muss man doch mal – aber –

Wir haben Sie jetzt aber gewarnt! Wenn jetzt einer demnächst in Ihrem Vorgarten ein Minarett baut, dann werden Sie mir nicht komisch! Ich habe Sie gewarnt, und wenn wir Sie nicht als Teil der Lösung gewinnen können, sind Sie halt Teil unseres Problems! Pfüat Eahna!“