In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (LXXV)

21 01 2012

Moudassirou lief in Pobé
auf Händen. Er sprach: „Wenn ich geh
wie andere Leute,
stoß ich mir noch heute
zum dritten Mal den kleinen Zeh.“

Es kaufte sich Knudsen in Nuuk
ein Fernglas. Der nächtliche Spuk,
der über die Dächer
zog in die Gemächer,
entpuppte sich dann als Betrug.

Als Iskandar in Palembang
zum Fischen ins Ruderboot sprang,
fiel er gleich ins Wasser.
Nicht müde, nur nasser
als sonst kam er heim. Ohne Fang

Giuseppe lag schnarchend in Ponte
auf seinem Balkon. Leider konnte
er sich nicht mal eben
vom Diwan erheben,
da er sich seit Tagen dort sonnte.

Vor Hitze schwitzt Ahmad in Aden
schmilzt schier dahin dort im Laden.
Er räumt Tisch und Stühle
und Kasse ins Kühle
und handelt mit Büchern beim Baden.

Batata fährt schnell in Brufut
zur Arbeit. Er kleidet sich gut.
Mit Sicherheitsnadeln
befestigt beim Radeln
er gegen den Fahrtwind den Hut.

Herr Kutschner dressierte in Reutte
ein Pferdchen, was ihn selten freute.
Es machte das Tierchen
ihm selten Pläsierchen,
zumal es tagein, tagaus scheute.