In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (XCV)

9 06 2012

Zu Willem, dem Schuster in Breda,
kam wegen der Preise bald jeder.
Er flickt und besohlte
recht preiswert. Wo holte
er nur, fragt sich mancher, das Leder?

Nadim kochte sich in Dscharasch
auf Hammel ein Süppchen, und rasch
kam hungrig die Schwester
als Fleischsuppentester.
Die Brühe war ihr viel zu lasch.

Man nagelte Pepe in Das,
da er darin schlief, in ein Fass.
Er konnt es nicht glauben
und trat an die Dauben –
man rettete ihn, leichenblass.

Kaljuste verzehrte in Jõe
Kartoffeln, und zwar meistens rohe.
Man hat ihm geraten,
die Knollen zu braten,
doch fürchtet er die Feuerlohe.

Ricardo ging Jagen in Bot,
er schoss einen Hasen mit Schrot.
Obgleich er lang zielte,
er traf nichts. Er schielte.
Der Hase schrak auf – und war tot.

Pelloni in Forni di Sotto
spielt mehrmals die Woche beim Lotto.
Ihm passt Arbeit wenig,
er lebt wie ein König
und wartet aufs Glück – so sein Motto.

Cipriano, den setzt man in Xerta
in Haft. Wenig schlau war sein Wärter,
der ihm seine Feile
gern lieh. Eine Weile,
dann sah er, dies Gitter war härter.