In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CXI)

29 09 2012

Es fiel bei Nebojša in Irig
schon wieder ein Teil. Es war schwierig,
denn unter der Haube
fand man keine Schraube
je wieder. Der Motor war schmierig.

Des Nachts sucht sich Bogdan in Bled
Kartoffeln. Das Nachtsichtgerät
ersetzt ihm die Brille –
so geht er ganz stille
aufs Feld, wo er erntet und späht.

Da Slavko allein wohnt in Šid,
hofft er, dass ihn gar niemand sieht.
Er ist durchaus reizend,
dabei jedoch geizend,
weshalb er Gesellschaft meist mied.

Frau Kelxx, die am Imbiss in Jette
die Tasche mit einer Serviette
sorgfältig auskleidet,
an Hunger sie leidet,
und hebt auf die letzte Krokette.

Ivana entbot man in Brus
bei Lebensgefahr keinen Gruß,
was für sie zwar schlecht war,
obwohl sie im Recht war.
Wozu studiert sie wohl sonst Jus?

Es lief Mafory in Kankan,
als wäre sie im Fieberwahn.
Doch nie in Gewahrsam
kam sie; sie war sparsam,
es spart ihr das Geld für die Bahn.

Dass Kosta sich quer durch Lebane
beim Volksfest den freien Weg bahne,
trug er durch die Menge
und all das Gedränge
die sechs Meter zehn lange Fahne.