Dreifaltig

2 12 2012

Es soll ein kleines Tännchen sein,
das strahlt im Festtagsglanz.
Da fallen schon drei Männchen ein,
der Karl, der Hans, der Franz.
Mit Säge, Axt und Gottvertraun
gehn sie in diesen Wald,
ein stattlich Bäumchen umzuhaun.
Was dann kommt, sieht man bald.
So rackern sie für Stunden –
der eine stemmt die volle Last,
der andre ist unsichtbar fast,
der dritte gar verschwunden.

Man kannte sich. Es waren drei,
schon zu Examenstagen.
Sie gründeten dann die Kanzlei
und wollten fröhlich klagen.
Bartholdy sah man bei Gericht,
ein übler Aktenschinder.
Den Sengespeck, den sah man nicht,
den Feldmann auch nicht minder.
Sie haben sich gefunden.
Der eine stemmt die volle Last,
der andre ist unsichtbar fast,
der dritte gar verschwunden.

Berlin. Es türmt sich Schutt und Schund.
Was aus den Trümmern kroch,
geht heimlich, still und leis zugrund.
Drei Köpfe sieht man noch.
Wie Kasper, Seppl, Krokodil
als Juxdreifaltigkeit
die Karre in den Dreck reinziehn,
das langweilt mit der Zeit.
Wer hat sich da geschunden?
Der eine stemmt die volle Last,
der andre ist unsichtbar fast,
der dritte gar verschwunden.


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