Gernulf Olzheimer kommentiert (CLXXVIII): Waldorfschulen

4 01 2013
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Von einigen Ausnahmen abgesehen kommt der Hominide geistig einigermaßen gebrauchsfertig auf diese Welt, lernt die Ein- und Austrittsöffnungen des Verdauungstrakts zu kontrollieren, überwindet seinen Ödipus und kommt manuell klar mit den Objekten des täglichen Gebrauchs. Latent lauert die Gefahr im Dickicht der Dumpfdüsen; kahlrasierte Blödbirnen, Suffköppe und Schweinepriester sind ihm auf den Fersen, doch mit etwas Schneid und der richtigen Bildung kriegt er das Zeug aus dem Pelz, eignet sich die Gebrauchsanweisung der Hirnrinde an und verbringt eine sinnvolle Existenz im Sinne des Erfinders. Das Risiko zu minimieren ist nicht zuletzt Sache der vernünftigen Erziehung. Dumm nur, sollte eine Waldorfschule sie ersetzen.

Kündete ein bekiffter Guru, kurz vor dem Urknall hätte das große Lalulā die Schwerkraft in Borneo und Hessen abgeschafft, um weibliche Personen vor dem Verschimmeln zu bewahren, man schickte ihn luftdicht verpackt an den Absender. Käme eine sozialpädagogisch vorgewaschene Trulla auf den Gedanken, nur durch Mitklatschen ließe sich genug Bewusstsein für Bruchrechnung erzeugen, sie wäre schnell wieder auf der Flucht. Kommt jedoch ein mehrmals mit der Birne gegen den Okkultismus gekloppter Heckenpenner auf die Idee, zwei parallel gelebt habende Jesusse hätten ihm die Offenbarung fürs hernach abgesoffene Atlantis ins Bügelfaltengesicht gefaselt, dann wird der Sperrmüll vermittelst Kultusbehörde in den Rang einer offiziell geduldeten Lehrmeinung befördert, der man unversehrten Nachwuchs in den Rachen schwiemeln darf. Hat man sich bei staatlich approbiertem Unfug, vulgo Religion, schon daran gewöhnt, den Wahnideen eines Frühverkalkten mit hysterischer Realitätsverweigerung folgt man nur mit Mühe und sieht nicht ein, warum sie mit der Brechstange in den Kanon der Regelverdeppung gedrückt werden soll. Trauriger ist, dass noch weniger Bekloppte einsehen, was an dem Schmu so falsch sein soll. Es geht den Kurzen ja gut.

Denn Waldorfschüler werden repressionsfrei herangezüchtet. Sie lernen nichts, dürfen sich beim nach Geschlechtern getrennten Namentanzen (Rudolf Maria mit zweimal Ärmchen hoch, hühüpf ruff-dadda-duff) ihre Angstneurose aufpusten und brauchen ansonsten keine Sorge zu haben vor dem da draußen, das aus Zensuren und Vernunft besteht.

Das Niveau der als Geschichtsunterricht getarnten Frontallappenkirmes ist im unteren Bereich dehnbar. Bis Anno 3573 noch wird der germanische Kulturkreis die aktuelle Evolution fortführen – ethnische Stereotypen olé, so ähnlich muss Kreationismus für Braunbrunzer aussehen – und da bleiben ja noch gut anderthalb Jahrtausende, um sich gegen die störenden Einflüsse von Slawen und Juden durchzusetzen, degenerierten Abarten, die noch nicht von der zentralen Bedeutung des Deutschtums für diese Spiralgalaxie überzeugt sind. Wenn es denn die Kinder glauben, ist ja alles gut.

Bis zum vollendeten siebten Lebensjahr gilt das Balg als physische Verfügungsmasse, es reicht ihm statt zu reflektieren sieben Jahre lang Nachahmung. Kaum wächst dem Kinde ein Ätherleib, darf es Nachfolge und Autorität verinnerlichen, denn was wäre der Teutone ohne diese als erste Bürgerpflicht. Entsprechend ist das für Waldorfpimpfe und Steinerjugend vorgesehene Programm, das die Stammesgeschichte des Menschen gemäß wirrer Orakelschriften deutet: erst sind die Affen, dann die Indianer, dann die Arier aus dem Stamm der Atlantier gekommen, nur der Neger darf als genetisch verhunzte Spielart der Lemuren noch ein bisschen Universalhistorie mitspielen, bis er nach Osten geht, sich zu viel dem Weltenall angliedert und schließlich ausstirbt. Wer diesen Wurzelrassenwahn in unbeschmutzte Kinderschädel pfropft, tut es nicht absichtslos. Wahnsinn und Methode entsprechen einander, sie dienen einem Ziel: der Nachzucht stramm sabbernder Nachfasler. Der Waldorfschüler ist die Avantgarde der Hominisation. Er ist vom Schicksal auserwählt. Wer die schizoide Psychose findet, darf sie behalten.

Einen Webfehler hat diese Masche. Gab es durchaus signifikante Schnittmengen zwischen den Waldorftrotteln und den Schranzen des braunauer Bettnässers, der NS-Staat wollte sie damals wie heute nicht, und heute wie damals aus demselben Grund. Schon damals erkannte man das mystische Maulheldentum der Magieflaschen als komplett unverträglich mit dem Wehrsportgruppenzwang der Kanonenfuttermittelproduzenten. Und so kamen die Anhänger zweier arbeitsscheuer Soziopathen nie auf einen rechten Nenner. Geschenkt, dass die Anthroposophen ihr vergebliches Werben um die Gunst der Völkermörder zum antifaschistischen Widerstand umschminken.

Und so kann man in diesem Lande mit Singen und Klatschen, Farbenlehre und Antisemitismus eine täuschend echte Kopie von Allgemeinbildung erhalten. Man sollte dafür Sorge tragen, dass sich bis zur amerikanischen Epoche (ab 5733) die intellektuellen Rückwärtsjodler ihr Astralleibchen nur gegenseitig zur Verfügung stellen. Was durch Inzucht entartet, wird aus dem Genpool entfernt. Der Nazi glaubt daran, der Anthroposoph auch. Endlich mal ein Untergang, der allen Spaß macht. Wie Atlantis.