Auf Pump

27 01 2013

für Kurt Tucholsky

Am allerschönsten Tage,
wo Jüngling heult und Greis,
mit Kranz und Schleppentrage
kommt an die Braut in Weiß.
Es hing in Mutterns Schränkchen,
bis heute hell wie Schnee,
an ihrer Seite Fränkchen
trägt einen Cutaway.
Auch wenn das Ding ihn kleidet,
die Sache ist besorgt;
da man die Kosten meidet,
ist dieses Stück geborgt.
    Ja, lass die Jahre ziehen –
    schau an, das war das Glück.
    Geliehen ist geliehen
    und muss einmal zurück.

Der Paule braucht Moneten.
Kein Rauch im Schornstein drin.
Das Geld geht ihm stets flöten,
die Rennbahn macht Gewinn.
Dabei gab ihm vor Wochen
Herr Eisenbeiß Kredit.
Jetzt kommt Paul angekrochen.
Ob diese Nummer zieht?
Ach was. Der Herr will Zinsen,
bevor er Knochen bricht.
Das ging glatt in die Binsen.
Der kennt das Mitleid nicht.
    Ja, lass die Jahre ziehen –
    schau an, das war das Glück.
    Geliehen ist geliehen
    und muss einmal zurück.

Einst lag er krank zu Tode.
Der Fipsi triumphiert.
Der Laden war marode,
jetzt hat er sich kuriert.
Schon gibt er sich gesetzter.
Es sind fast zehn Prozent,
sonst wäre Muttis Letzter
Ministerpräsident.
Er kalkuliert für morgen.
Sie bleibt wohl nicht verschont.
Er will sich alles borgen,
damit sich Leistung lohnt.
    Ja, lass die Jahre ziehen –
    schau an, das war das Glück.
    Geliehen ist geliehen
    und muss einmal zurück.


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