In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CXXX)

23 02 2013

Herr Bláha, der suchte in Znaim
zum Dichten verzweifelt den Reim,
der Verse vollendet
und Wohlklang drin spendet,
nun also: was reimt sich auf „Keim“?

Es saß Ramzi weinend in Kufa
und schaute hinaus auf das Ufer.
Des Baumeisters Werke
fraß Ozeans Stärke.
Das Haus, das dort gestern stand, schuf er.

Frau Bydžovská nähte in Eger
aus zwei Schafen den Bettvorleger,
den ihr Gatte wollte.
Da sein Wanst stark rollte,
näht sie aus dem Rest Hosenträger.

Ignacio, der sucht in Corral
die Harke. Die liegt dort im Stall.
Mit diesen Geräten
ist Vorsicht erbeten,
sonst naht sich der Kopf-Stiel-Aufprall.

Es steht Onkel Zdeněk in Grätz
vorm Richter: so ist das Gesetz.
„Jetzt komm ich“, so sagt er,
„zu spät. Nun, dann fragt er –
wär’s gut, wenn ich ihn gleich versetz.“

Giampiero zahlt in Antegnate
die Schulden – bis auf eine Rate.
Man ließ ihn rasch wissen,
man will die nicht missen,
so sagt es zumindest der Pate.

Frau Majerová sah in Kosten
im Laden recht nutzlose Posten.
Sie goss jene fleißig,
und siehe: nach dreißig
Werktagen sind sie am Verrosten.