Abgehoben

30 09 2013

„Und dann haben sie immer alle gelächelt, aber so ganz komisch, und alles war in so einem gelben Licht, und dann wurde ich plötzlich sehr müde, und dann war ich bewusstlos, und auf einmal war dann alles weg.“ „Interessant. Erzählen Sie weiter.“

„Ich wusste am Anfang gar nicht, wo ich war, da haben die mich einfach so mit reingezogen, und dann war da alles gelb, und dann blau, und laut war das da auch, fürchterlich laut, und ich war wie gelähmt, ich wollte da gar nicht rein, ich hatte ja immer die Angst, was passiert eigentlich, wenn mich die Nachbarn hier so sehen oder meine Mutter, das hätte die doch bestimmt nicht gewollt, und dann ist das ganze Ding in die Luft gegangen, nein: abgehoben, irgendwie aber sehr schnell, also doch wie so eine Explosion, und ich war da drin und kam auch nicht mehr raus.“ „Schön. Erzählen Sie ruhig weiter.“ „Dann waren da so komische Typen, die haben nicht mehr gelächelt, und dann hat alles durcheinandergeschrien, ‚Leistung muss sich wieder lohnen‘ und ‚Steuersenkungen‘ und ‚Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein‘, und noch mehr so Sachen, und dann schrie irgendeiner was von geistigem Sozialismus, aber das konnte man schon gar nicht mehr verstehen, weil das Echo von dem anderen Geplärr schon so laut war, und dann tat es plötzlich einen Knall, das war nicht der einzige Knall, den die hatten, aber das war der erste Knall von denen, an die ich mich erinnere, und dann war es auf einmal auch ganz leise.“ „Aha. Gut, gut. Erzählen Sie weiter.“

„Dann war da wieder dieser Lichtstrahl, aber ich weiß nicht mehr, wozu der eigentlich noch da war, das Ding war ja schon viel zu voll, und dann hörte man immer so ein merkwürdiges Gemurmel, ‚Markt, Markt, Markt‘, und ich konnte nicht sagen, woher das kam, aber letztlich hat sich so richtig auch keiner dafür interessiert, das war eigentlich eher so eine Art Geräuschkulisse.“ „Interessant. Weiter, bitte.“ „Und dann knallte es ja später auch mehrmals, und dann weiß ich gar nicht, was da alles passiert war, und dann sagten sie alle, das sei aber letztlich normal.“ „Aha.“ „Das war dann irgendwie so wie eine Gehirnwäsche, und ich weiß auch nicht, wie lange das gedauert hat, aber dann war diese eine Stimme weg, die ständig etwas von Sozialismus und Steuersenkungen gebrüllt hat, und dann haben sie den Boden in der Mitte angehoben, und dann haben sie einen Stuhl hingestellt, und dann ist da dieser Giftzwerg draufgeklettert, der ging mir bis zu den Knien, und der hat dann was von Fröschen erzählt und noch irgendwas, ich weiß nichts mehr, mir ist dann so übel geworden.“ „Ja, verstehe. Erzählen Sie ruhig weiter.“

„Dann haben sie plötzlich angefangen, uns Sachen in den Kopf einzupflanzen, das fühlte sich ganz komisch an, Hotelfrühstück und Steuervergünstigungen für energieaufwendige Schwerindustriebetriebe wie Golfklubs und Schönheitskliniken, Flugbereitschaft für geschmuggelte Teppiche, und dann haben sie uns gesagt, dass alles gut wird und dass wir jetzt gleich noch weiter abheben werden, und dabei ging das Ding dann vom Sinkflug über in den ungebremsten Sturz ins Bodenlose.“ „Soso. Erzählen Sie mal weiter.“

„Wir musste aber alle ständig lächeln, alles war gut und wir wurden gefragt, ob wir nicht noch jemanden wüssten, falls plötzlich wieder mehr Platz sei oder einer aus dem Ding da rausflöge, und dann kam der Doktor, wobei, ein richtiger Doktor war der da ja schon gar nicht mehr, und dann kam hier der Ausstieg und da der Umstieg, und dann wusste keiner mehr weiter und es wurde der Abstieg, und dann war da ein Bundestrojaner und dann kam eine Lohnuntergrenze, und dann kann ich mich an nichts mehr erinnern.“ „Erzählen Sie weiter.“ „Wie gesagt, ich weiß gar nichts mehr, und dann kam da ein dicker alter Mann, der wusste auch nichts mehr, und der meinte, er habe aus Versehen die Wahrheit gesagt, und das sei jetzt alles gar nicht so gemeint gewesen, und dann hat es wieder geknallt, und dann waren auf einmal ein paar von den Leuten einfach weg, und dann weiß ich auch nicht mehr weiter, aber das wusste in dem Moment wohl keiner.“ „Aha. Erzählen Sie weiter.“

„Dann kam der Moment, da wurde es plötzlich unangenehm eng, da kriegte ich keine Luft mehr, es schrumpfte wieder, wie so eine Art Urknall, aber umgekehrt, und die um mich herum meinten dann, das würde ich mir nur einbilden, das sei alles noch wie vorher, ich müsste nur daran glauben.“ „Aha. Weiter.“ „Aber dann musste ich mich so weit erniedrigen, ich musste betteln, und dann kam da plötzlich dieses große, dunkle Loch, und alle meinten, wir würden das schaffen, und dann fielen wir in dieses dunkle Loch rein, und dann war plötzlich alles weg, und dann bin ich aufgewacht, und dann konnte ich mich an nichts mehr erinnern.“ „Aha. Und wie fühlen Sie sich dabei?“ „Schlecht. Sehr schlecht. Ständig diese Angst, dass das alles noch mal passieren könnte.“ „Nein, glauben Sie mir: das passiert garantiert nicht noch mal. Die sind weg.“





Mens sana in corpore sano

29 09 2013

Unter Sklavenbedingungen gehaltene Bauarbeiter, von denen schon mal einer vom Gerüst getreten wird, damit die anderen sehen, was Ungehorsam bringt. Katar verschleißt Menschenleben, damit die FIFA-Pfeifen so tun können, als seien sie nicht amüsiert. Es gehe doch ausschließlich um den Sport. Dummerweise wird Juvenal immer nur passend zurechtzitiert, es heißt in den Satiren 10, 356: „Orandum est, ut sit mens sana in corpore sano“, deutsch: es wäre wohl zu viel verlangt, wenn diese Sportskanonen auch noch einen Funken Hirn in der Schüssel hätten. Man muss eben Abstriche machen. Gut, wenn man sich dafür ein paar arme Schweine kaufen kann. Alles weitere über ein paar Idioten im Abseits wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • röhrender hirsch zoo gender: Sie meinen, Ausstellungsstücke würden absichtlich falsch beschriftet?
  • schweinebilder: Deine Mudder.
  • unterschied schrippe und knüppel: Wurden Sie schon mal niedergeschrippt?
  • reiserücktrittskostenversicherung zahnprothesen defekt: Ihr Reiseveranstalter hat garantiert ein Hotel mit Suppenküche.
  • problemfrau der fdp deutschland: Weg vom Fenster.
  • welcher bloedmann hat kochbeutelreis erfunden?: Welcher Vollidiot ist damit intellektuell überfordert?
  • politikmessie: Dabei hält sich Seehofer eher für den Messias.
  • sprechpuppen: Dank CDU-Präsidium wieder ausreichend in der deutschen Politik vertreten.
  • eckenaufbau mehrschichtig frontzähne: Drei Ecken, ein Elfer.
  • kristina köhler arschgeweih: Ob Mutti das erlaubt?
  • neger hakenkreuz t shirt: Schnauze jetzt, Lucke.
  • waschbetonmauer verschönern: Einreißen und durch Fachwerk ersetzen.
  • aktfotos von kunibert: Er knipst übrigens gerne ältere Damen.




In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CLXI)

28 09 2013

Ronczewski, der sucht in Gestüt
ein Ehweib mit heitrem Gemüt.
Er fand sie; doch wollte
sie nicht, und sie zollte
Missachtung. Sie war von Geblüt.

Herr Rahman, der suchte in Dhaka
zum Umzug sich zwölf Möbelpacker.
Er zahlt schon am Morgen.
Jetzt bleibt zu besorgen:
wo sind sie? Wohl über den Acker.

Agnieszka, die grollt in Dumröse,
dass sie ihr Verlöbnis fast löse,
denn ihr Beihnah-Gatte,
er leugnet’s, er hatte
was mit ihrer Schwester. Wie böse!

Herr Gou sieht die Kirschen in Tai O
erblühen und sagt sich: „Ach sei froh,
dann muss man mit Niesen
sich nichts mehr vermiesen,
denn das geht bei mir jeden Mai so.“

Jastrzębski, wollte in Lüben
am Flüsschen nur einmal nach drüben.
Dort gab’s keine Brücken.
Wollt ihm der Sprung glücken,
so musste er schon kräftig üben.

Camilla entwarf in Vione
fürs Gasthaus ein Schild mit ’ner Krone.
Man speist majestätisch,
doch rein theoretisch
gefragt: ob’s der Krone auch lohne?

Als Marta die Spuren in Fier
im Boden besah, dacht sie: „Vier,
das wäre im Grunde
wie Katzen und Hunde
dann höchst und wahrscheinlich: ein Tier.“





Vierzehn Mann…

27 09 2013

Freitagstexter

… auf des to-hoten Ma-hannes Kiste. Naja, fast. Jedenfalls geht es in diesem Freitagstexter diesmal kein bisschen um merkwürdige Fahrzeuge. Oder Höhenakrobatik. Das war alles in der letzten Runde beim Kulturflaneur dran. Hier bitte eintreten und zu etwas komplett anderem kommen.

Die Regeln für diesen frei-assoziativen Bildverarbeitungs-Wettbewerb sind sehr wichtig und ganz genau nicht einzuhalten; ich erlaube mir aus reiner Bequemlichkeit auch diesmal, auf die Satzung des Wortmischers zu verlinken. Dauer- und Mehrfachteilnehmer sind im Vorteil, sie wissen, dass außer Spaß an der Freude hier nichts zählt.

Der diesmalige Schlussstrich wird gezogen am Dienstag, den 1. Oktober 2013 um 23:59. Es wird aber sein ein Gekicher unter den Ältesten, und es wird sich erheben Lachen und Frohlocken unter ihnen, und sie werden Tee kochen, und mehr Tee, und es wird zu einer Entscheidung kommen, wer den Freitagstexter fortführt. Wahrlich!

Aber jetzt erstmal das Bild, und dafür bräuchte es sonst vierzehn Mann (Quelle und Fotograf). Klicken vergrößert.





Bayer con dios

26 09 2013

„Nein, das geht nicht. Warum? weil’s eben nicht geht, klar? Nein! Sie können hier keine Maut für Ausländer einführen, weil das dem EU-Recht widerspricht. Sagen Sie Ihrem Oberhorst, dass er sich das – hallo? Hallo!?

Hören Sie, man kann doch nicht ständig die Telefonkonferenz unterbrechen, weil der Herr Ministerpräsident zwischendurch den etatmäßigen Tobsuchtsanfall bekommt. Könnten Sie ihn nicht einfach mit einer Weißwurst – nicht nach zwölf? Ja, verstehe. Die Weißwurst ist offenbar wichtiger als das Betreuungsgeld. Wobei, wenn das Betreuungsgeld so unwichtig geworden ist, warum muss man dann überhaupt noch daran festhalten?

Bedaure, aber der Herr Ministerpräsident hat das nicht zu bestimmen, dass in Deutschland noch zehn neue Kernkraftwerke gebaut werden. Wir haben das gesetzlich festgeschrieben, wir steigen aus, und dann – zur Arbeitsplatzsicherung? Aber wenn er Arbeitsplätze sichern will, dann kann er doch einfach in der Solarindustrie anfangen oder in der Windkraftbranche oder – natürlich in der Windkraftbranche, mir ist das doch egal, ob der Herr Ministerpräsident sich so ein Ding in den Vorgarten stellt. Hauptsache, es kommt Strom raus. Wie meinen Sie das jetzt? Es sind nur die Arbeitsplätze im Vorstand der Energieversorger gemeint? Dann verstehe ich auch, warum Sie sich so vehement für die Energiewende einsetzen.

Wir können den Reichstag jetzt nicht so einfach in Horst-Seehofer-Arena umbenennen. Eine Arena ist das außerdem gar nicht. Und wir sollten auch langsam mal – Bierwerbung im Bundestag? Ist der Mann noch ganz bei Trost!? Nein, auch nicht, wenn es in der Bundestagskantine ab sofort Freibier gibt. Das können Sie in die Tonne treten. Ausgeschlossen. Wir haben bei Brüderles Weinköniginnen auch nie eine Ausnahme gemacht. Sponsoring? Ist der denn von allen guten Geistern verloren? Ja, ich weiß. In Bayern ist das legal, wenn die Cousine vom Hausmeister mal mit der Tochter auf dem Gymnasium war mit dem Nachbarn der Tante des stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden. Aber deshalb muss sich der Herr Ministerpräsident trotzdem an die üblichen Gepflogenheiten halten.

Quoten für Schulabbrecher? Das klingt wie in der Sozialgesetzgebung, wo schon vorher festgelegt ist, wie viele der Leistungsempfänger sanktioniert werden. Mich würde es ja auch nicht mehr wundern, wenn Sie in Bayern eine Arbeitsvorlage für den Ausgang von Landtagswahlen – haben Sie? Dann wundert mich allerdings gar nichts mehr.

Und etwaige Koalitionsgespräche mit den Grünen sollen kategorisch verboten werden? Aha. Weil die Grünen ja alles kategorisch verbieten. Dann leuchtet das ja wieder ein. Dieser Leberkäs-Tag, der ist dann auch für das gesamte Bundesgebiet bindend? für jüdische Einrichtungen auch? Ah, verstehe. Die CSU arbeitet an einer Neudefinition von nationaler Leitkultur. Wer keinen Leberkäs in der Kantine isst, darf fristlos gekündigt werden.

Jetzt reden wir doch mal Klartext, Meister: Ihr Herr Ministerpräsident ist dann wohl derjenige, der hier einmarschieren will? Und Sie haben das immer noch nicht gemerkt? Dann ist ja alles gut. So war das auch vorgesehen. Und ich meine jetzt nicht Bayerisch als Pflichtfach bis zum Abitur, sondern auch diese Einbürgerungsvorschriften. Erkennen von Brückenheiligen an der plastischen Darstellung, Aufzählen sämtlicher Herrscher des Kurfürstentums Bayern, Tabakschnupfen und Hersagen von mindestens drei Dutzend Flüchen gegen Bundesbürger mit Maximalpigmentierung. Sie scheinen ein reges Interesse an der weltoffenen bajuwarischen Lebensart zu haben, dass Sie Ihren Herrn Ministerpräsidenten hier so von der Leine lassen?

Vermutlich leidet Ihr Herr Ministerpräsident an mittelschweren Nostalgieschüben. Sollte er allerdings seine FDP als Funktionspartei vermissen, die SPD macht das nicht mehr so billig. Die tun wenigstens am Anfang noch so, als hätten sie ein Wahlprogramm zum Umsetzen, eine konsistente Parteilinie zu verteidigen und rudimentäre Ansätze von Gewissen. Die knackt man nicht mit der Aussicht auf Freibier, die wollen Brauereiaktien. Ich würde das an Ihrer Stelle nicht auf die leichte Schulter nehmen. Sie hatten die Verschmelzung der Parteien vor? eine Union aus Union und SPD? damit der Sozialismus nicht aus Versehen siegt? Und was viel wichtiger ist, bei welchem Preis behauptet Ihr Herr Ministerpräsident plötzlich das Gegenteil von dem, was er im Koalitionsvertrag gefordert hat?

Wie, das ist nicht ernst gemeint? Dann passen Sie mal gut auf. Die CSU ist eine eigenständige Kraft, richtig? Dann muss sich die CDU auch nicht vor ihr fürchten, sie kann sie ganz einfach rausschmeißen und stattdessen mit der SPD koalieren. Das langt. Und dann, Freunde, Bayer con dios. Kein Leberkäs-Tag, keine Zwangswiesn, kein Bayerisch-Staatsexamen für angehende Beamten. Und sagen Sie Ihrem Herrn Ministerpräsidenten, wenn er frech wird, dann führt die Regierung sofort die Autobahnmaut ein. In ganz Deutschland. Für die Bayern.“





Arbeitslos

25 09 2013

„… wir Herrn Rösler leider keine Zusage geben können. Wir ziehen seine Einsatzbereitschaft damit keinesfalls in Zweifel, glauben aber, dass wir auf einen Mitarbeiter wie ihn in unserem Betrieb lieber…“

„… Herrn Niebel einzustellen. Es gibt in unserem Hause keine Position eines Chefteppichfliegers, und sind wir deshalb leider…“

„… ungewöhnlich, das Wunschgehalt und die Arbeitsgestaltung von Herrn Westerwelle als ‚anstrengungslosen Wohlstand‘ skizziert zu bekommen, weshalb wir ihn sicher nicht für eine gehobene Position…“

„… davon Abstand nehmen wollen, Herrn Rösler mit einem Aufsichtsratsposten zu betrauen, da dieser doch ein Mindestmaß an Führungsqualitäten…“

„… sich um ein Missverständnis gehandelt haben wird. Herr Westerwelle bewirbt sich in unserem Hause nicht als Verkäufer für Phono-Zubehör, sondern als Lautsprecher, was wir für wenig sinnvoll…“

„… für seine weitere Karriere weiterhin viel Glück. Eine Festanstellung als Weinkönigin ist dennoch im Falle von Herrn Brüderle völlig…“

„… unsere Agentur zwar auf Kindermodels spezialisiert ist, doch ist uns Herr Linder noch zu unreif für eine Beschäftigung als…“

„… bereits in seinem Bewerbungsschreiben angekündigt hatte, unsere Unternehmensgruppe zu zerschlagen und abzuwickeln. Wir verzichten daher dankend, Herrn Niebel als Hilfsarbeiter zu…“

„… sich als Landkartenverkäufer zu bewerben und beim Vorstellungsgespräch nur ‚Dies hier ist Deutschland‘ zu wiederholen. Wir haben für Herrn Westerwelle keine Einsatzmöglichkeit, solange…“

„… uns die Gehaltsvorstellungen von Herrn Rösler nicht interessieren. Sollte er sich nicht gewillt zeigen, für 15% des ortsüblichen Tarifs zu arbeiten, sind wir gerne bereit ihm dies als strukturelle Verbesserung seiner Einkommensverhältnisse…“

„… es unserem Unternehmen gut geht. Wir haben keinen Bedarf für einen Konkursverwalter und werden Herrn Lindner deshalb auch nicht…“

„… wir eine Bewerbung von Herrn Westerwelle als Fahrlehrer nicht ernst nehmen können. Seine Aussage, er verstehe alles von Steuern und habe bereits praktische Erfahrung damit gesammelt, ist eine durch nichts belegbare…“

„… entspricht Herr Niebel bereits von den Äußerlichkeiten nicht den Anforderungen, die unser Publikum an ein Rotkäppchen…“

„… fürchten wir, dass Herr Rösler die Stellenbeschreibung nicht hinreichend genau gelesen haben könnte. Da wir Teilkenntnisse in der deutschen Politik und Gesellschaft voraussetzen, ist uns ein Bewerber, der zum großen Teil Unkenntnis besitzt, nicht für die Aufgabe…“

„… grundlegendes Missverständnis, dass Herr Niebel sich bei unserem Vorstellungsgespräch vorstellte, er wolle unseren Personalchef einstellen. Wir nehmen von dieser mangelnden Qualifikation deutlich…“

„… sich unser Haus erstklassigen Personals erfreut, so dass wir auf Herrn Brüderle als Vortänzer durchaus keinen gesteigerten…“

„… mit Befremden zur Kenntnis genommen. Herr Rösler ging irrig davon aus, dass er als Privatkundenberater ausschließlich mit Besserverdienenden …“

„… ist Herr Kubicki offenbar der Ansicht, er sei für den Posten des Alleinunterhalters geschaffen. Mit Bedauern teilen wir mit, dass er lediglich sich alleine unterhält, so dass wir von weiteren Arbeitsproben gerne…“

„… eine Stellung als Fahrstuhlführer für Herrn Westerwelle nicht in Betracht kommt, solange er nur abwärts…“

„… schwarz-weiße sowie Farbfilme. Dennoch ist es uns nicht möglich, die von Herrn Niebel angeführten Qualitäten als Entwicklungshelfer in einer höher qualifizierten Tätigkeit…“

„… wünschen wir Herrn Rösler weiterhin recht viel Erfolg auf seinem beruflichen Lebensweg, sofern er sich nicht mehr in die deutsche Wirtschaft einmischt oder…“

„… schon zweimal fast Chef von irgendwas geworden. Wir wünschen Herrn Lindner, dass er möglichst bald eine erfüllende Beschäftigung findet oder uns wenigstens mit seinen ständigen Bewerbungen in Ruhe…“

„… der Beruf des Simultandolmetschers wenigstens die fehlerfreie, verständliche Beherrschung zweier Sprachen voraussetzt. Wir sehen bei Herrn Brüderle bedauerlicherweise nicht einmal eine einzige hinreichend…“

„… dass soziale Kälte noch keine Schlüsselqualifikation darstellt. Wir möchten daher Herrn Rösler für unsere exklusiven Mövenpick-Produkte keinesfalls als Tester…“

„… wir es durchaus als Drohung auffassen, dass Herr Niebel seinen gesamten Freundeskreis in unser Unternehmen einschleusen…“

„… ebenso richtig, dass Herr Rösler sich bei seiner eigenen Partei Fertigkeiten erworben haben wird, doch sind wir nicht gewillt, ihn als hauptberuflichen Leichenredner…“

„… mit Interesse zur Kenntnis genommen, dass Herr Niebel für eine radikale Reform der Bundesagentur für Arbeit eintritt. Wir sehen es allerdings als indiskutabel, ihn ohne operative Tätigkeit oder Anwesenheit mit einem Monatsgehalt von drei Millionen Euro zu…“

„… wir kein Interesse haben, Philipp allein zu Haus nach dem Drehbuch von…“

„… die Zweitstimmenkampagne der vergangenen Wahl nicht als Arbeitsprobe anerkennen können, weshalb uns die Beschäftigung von Herrn Brüderle als Leihopa eher nicht als…“

„… ist Herr Rösler bereits mit dem Namen unseres Drogerieunternehmens überfordert, weshalb wir ihm keine Anschlussverwendung…“

„… ist die Ausstellung mit der Geschichte des Liberalismus befasst, wovon Herr Westerwelle leider nicht die geringste Ahnung…“

„… für die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen pharmazeutischen Unternehmen einstehen wollen. Grundsätzlich sind wir von Herrn Röslers Praxiserfahrung als Medikamententester überzeugt, wollen aber keine Mitarbeiter, die für Geld alles…“

„… ist in unserem Betrieb keine Planstelle für Zuhausebleiben bei vollem Lohnausgleich vorgesehen. Frau Koch-Mehrin kann sich gerne bei unseren Mitbewerbern…“

„… wollen wir Herrn Westerwelle lieber nicht als Darsteller in Draußen vor der Tür besetzen, da er auch für eine Zweitbesetzung nicht die notwendige Sensibilität…“

„… einen Umschulungsplatz als Erzieherin nicht anbieten können. Herr Rösler könnte von den erfahrenen Fachkräften leicht verwechselt werden mit einer…“





Der perfekte Haushalt

24 09 2013

„Sie hat die Stockflecken aus meinen Gardinen gekriegt“, informierte Anne mich. Ohne jeden Gruß stürmte Frau Gulbrandt-Apfelkern an mir vorbei, suchte und fand die Küche und nahm das Mobiliar in Augenschein. „Man kann die Schrankfronten einfach und preiswert mit bunter Klebefolie verschönern“, krähte sie. „Lila würde hier sehr hübsch hineinpassen, meinen Sie nicht?“ Anne blickte etwas hilflos. Vielleicht hatte sie bloß vergessen, dass die Küche gänzlich in schwarzem Schleiflack war.

Rasch wurde ich darüber in Kenntnis gesetzt, dass Frau Gulbrandt-Apfelkern eine eigene Kolumne in der hiesigen Tageszeitung hatte, genauer: sie stellt einmal im Quartal die besten Haushaltstipps zusammen und pflastert eine halbe Seite damit voll. „Du weiß doch, Kacheln mit Essig putzen, verstopfte Rohre mit Backpulver freispülen und so.“ Vor meinem inneren Auge erschien eine mittelalte, mittelmäßig gepflegte Dame, die mit dem Spaten Backpulver in ein verstopftes Klo schaufelte. „Wenn man ein Schnitzel brät, kann man gegen die Fettspritzer ein Spritzschutzgitter auf die Pfanne legen.“ Faszinierend. „Und wenn es zu stark raucht, legt man einfach ein Stück Papier auf das Spritzschutzgitter.“ Diese Haushaltseule schien es voll drauf zu haben. Ich griff nach einem Pfannendeckel. „Meinen Sie“, fragte ich skeptisch, „die Wissenschaft wird jemals herausfinden, was man mit diesen Dingern macht?“ Anne verkniff sich einen Kommentar.

Die Haushaltshexe steuerte bereits aufs Wohnzimmer zu und juchzte begeistert beim Anblick der Fensterbank. „Kunstblumen“, jubelte sie, „Kunstblumen! Die verstauben ja so schnell – man muss sie regelmäßig sauber halten, deshalb kann man sie auch in den Geschirrspüler – “ Ich zog die Stirn in gefährliche Falten. „Dies ist ein Ficus, und sollten Sie ihn auch nur zufällig berühren, werden Sie ihm in der Waschmaschine Gesellschaft leisten!“ „Aber wenn man ihn nicht regelmäßig säubert, kommen die Fliegen, und dann hat man das ganze Zimmer voll mit denen!“ „Mir egal“, gab ich ungerührt zurück. „Ich stelle immer zwei Untertassen auf, eine mit Whisky und eine mit Sand.“ Sie blickte mich ungläubig an. „Und das hilft?“ „Sicher“, antwortete ich. „Die Fliegen nippen am Whisky, dann werden sie betrunken, nehmen sich Sandkörner, spielen mit ihnen herum, bewerfen sich gegenseitig damit, und wenn sie richtig blau sind, merken sie gar nicht, dass ich mit der Fliegenklatsche hinter ihnen stehe.“

Irgendwie musste Anne erraten haben, dass die Sympathie zwischen mir und der Haushälterin nicht ganz ungetrübt war. „Du magst Sie nicht“, stellte sie fest. „Wie gut“, gab ich zurück, „dass Du es auf diese Art erfährst.“ Ich hatte schon ihren Friseur, ihre Putzfrau, mehrere Innenarchitekten, einen Stylingcoach und diverse Automechaniker über mich ergehen lassen, doch gab so schnell nicht auf. Würde ich ein Schloss tapezieren oder meine Fingernägel in extravaganten Violetttönen lackieren wollen, ich wäre ihres teilnehmenden Rates sicher. Günstig, dass ich kein Schloss besitze.

„Diesen Ledersessel hier“, erscholl es aus der Ferne, „könnte man mit Melkfett wieder wie neu hinkriegen.“ Ich war mit einem gewaltigen Satz im Arbeitszimmer und griff die Tipptrulla am Kragen. „Das ist Antikleder“, zischte ich, „und Sie werden innerhalb kürzester Zeit auch so aussehen, wenn Sie nicht auf der Stelle meine Wohnung verlassen!“ Sie putzte sich ein Stäubchen vom Ärmel. „Aber Ihre Bekannte hatte mir gesagt, dass Sie die Möbel nicht selbst putzen.“ Dies entspricht den Tatsachen; es entspricht ihnen auch, dass ich dazu zweimal im Jahr einen gelernten Polsterer kommen lasse. Sie ist eben Juristin und merkt sich eher unbedeutende Feinheiten als die Wirklichkeit.

Sicher würde sie mir gleich beibringen, dass Pflaumenmus noch besser schmeckt, wenn man die Pflaumen durch Erdbeeren ersetzt. „Mit einer ausrangierten Zahnbürste kann man noch sehr gut das Bad putzen“, sprudelte Gulbrandt-Apfelkern hervor, was mich sofort von einem Praxistest überzeugte. Die Zahnbürste war ohnehin fällig. Doch sie nahm mein Angebot nicht an und rannte kreuz und quer durch die Räume. „Stülpen Sie im Winter abends eine alte Socken über die Außenspiegel, dann müssen Sie morgens nicht das Eis vom Auto abkratzen!“ „Er meint Dich“, mutmaßte ich, „ich habe ja kein Auto.“ „Aber meine Rückspiegel sind beheizbar“, begehrte Anne auf. Es half nichts. „Damit die Fingernägel nicht brüchig werden, reiben Sie sie täglich mit kalt gepresstem Olivenöl ein.“ „Und wenn ich zwischendurch Klavier spiele, muss ich sie dann vorher einreiben oder hinterher? oder kann ich auch Fausthandschuhe verwenden?“ Frau Gulbrandt-Apfelkern blieb mir diese Antwort schuldig. Schlimm, wie unprofessionell diese Haushaltstypen heutzutage geworden waren. „Übrigens würde ich auch mal auf meine Hände achten“, riet ich ihr mit einem kritischen Seitenblick. „Bei strapazierten Händen hilft eine Packung aus vier bis fünf gehäuften Löffeln Haferflocken, mit kochendem Wasser übergießen und abkühlen lassen.“ „Das kannte ich ja noch gar nicht“, antwortete sie bewundernd. Ich drückte ihr die Zahnbürste in die Hand. „Wenn Sie gut sind – ich habe noch ein paar Tipps auf Lager.“





Sektlaune

23 09 2013

„Nee, ist aus. Kommt auch nicht wieder rein. Schorle könnten Sie kriegen. Deutsche Schorle. Das ist so irgendwas, die Reste vom Übriggebliebenen, und das dann noch mit – also Wasser mit den Resten drin. Mit etwas von dem Rest. Was übrig ist.

Es sieht ziemlich geräubert aus. Ach was, das liegt nicht an der letzten Legislaturperiode, das haben die in einer einzigen Nacht geschafft. Den Pinot hat ja Steinbrück gleich gestern verputzt. Und den Eierlikör. Und dann dieses Zeug, das so einen dicken Kopf macht, wie heißt das noch gleich? Egal, es hat jedenfalls nicht gereicht. Er kann sich immer noch an das Ergebnis erinnern. Dabei haben sie bei Gabriel schon vormittags mit der Druckbetankung angefangen. Aber die Wahl können Sie sich nicht schön trinken. Da müssen Sie schon gezielt Hirnareale wegsaufen. Oder die Nahles. Aber gegen die helfen nur klare Schnäpse.

Veganer Wodka? Ach so. Die Roth braucht ja gar nicht so viel, die hyperventiliert immer schon bei Werkseinstellung. Oder vielleicht hatten die Gurkentee. Irgendein grünes Zeugs war da drin. Also soll da drin gewesen sein, sagt der eine da von der Union. Sie wissen schon, dieser komische Besserwisser. Kennen Sie den? Ja, die haben mehrere Besserwisser, aber dieser eine eben. Der hat das erzählt. Und wenn der das sagt, muss es ja stimmen. Wenn der was über die Grünen erzählt.

Ich könnte Ihnen ein Bier machen, wenn Sie möchten. Da sind noch sechs bis acht Kästen auf dem Flur, die Flaschen müsste ich nur eben – warm, ja. Zimmerwarm. Eher körperwarm. Aber Bier. Die flüssige Zweitstimme, wenn Sie verstehen. Es kommt ja auf die Zusammensetzung an, nicht wahr. Da kann man in Zeiten der Ausschließeritis nicht unbedingt wählerisch sein.

À propos wählerisch, haben Sie gesehen, wie Gabriel hier gesessen und an seiner trockenen Frikadelle genagt hat? Die Linken hatten ja genug Magenbitter – den brauchen die, ohne eine halbe Flasche Magenbitter kriegt man als Linker diesen Gesichtsausdruck morgens gar nicht hin – aber Gabriel nimmt von denen grundsätzlich nichts an. Dabei hat er die Frikadellen nicht mal alleine geschafft. Aber so sind sie halt, die Sozen. Immer den Mund voll nehmen, und dann –

Lassen Sie bloß die FDP in Frieden. Nein, auch nicht im Guten. Lassen Sie’s! Die hatten gestern nur diesen alkoholfreien Prosecco, wissen Sie, diese Plempe, die sonst nur die Berufschristen zum Nachspülen nehmen. Den Rest hat Rösler sich in die Birne gebembelt, als er die Hochrechnung gesehen hat. Erst war er an der Hausapotheke, als Arzt hat er ja den Schlüssel, aber Westerwelle muss wohl letztens ein bisschen viel genascht haben. Und dann hat er die Vorräte in Brüderles Zimmer – lassen Sie es. Da ist heute keiner zu sprechen.

Rösler hatte nämlich schon seine Rede fertig. Epochaler Erdrutschsieg, Führungsanspruch der Leistungsträger im coolsten Land der Welt, alle Spätrömer sind dekadent, Rhabarber, und dann das. Hat man bis hier gehört, wie der krampfte. Ganz übel. Gehen Sie da nicht rein. Machen Sie es nicht noch schlimmer.

Der Lucke? Keine Ahnung. Der wird sich mit seinem Schäferhund im Souterrain verbarrikadiert haben und jammert. Richtig in den Keller traut sich dieser Waschlappen ja nicht.

Lassen Sie die Finger von dem Kartoffelsalat. Der steht heute gut da – das sagt die Kanzlerin ja von Deutschland auch, aber wissen Sie, was nach vier Jahren aus Kartoffelsalat wird? Wir haben noch diesen Sekt da, wenn Sie ein Glas möchten. Das ist der von der CDU, der ist zwar eigentlich aus dem Kanzleramt, aber jetzt wird er halt für den Wahlkampf ausgeschenkt. Kalte Füße mit Würfelzucker. Wird gleich so schal geliefert. Da brauchen Sie das CO2 nicht mehr rauszurühren, der ist vorbehandelt. Klimakanzlerinnenkompatibel, sozusagen. Ja, der schmeckt original scheiße. Sektlaune à la Merkel: Sie kriegen gar nicht mit, wie Sie sich den Alkohol in die Figur schütten, und wenn Sie irgendwann zu schwanken beginnen, ist es zu spät. Das war genau das Schicksal der FDP.

Wenn Sie den Seehofer gesehen hätten, da hätten Sie glatt gedacht, dem wären aus Versehen im Bund mehr als hundert Prozent gelungen. Wir haben den ganzen Abend gedacht, jetzt führt er gleich die Kanzlerin an der Leine rein. Aber der merkt nichts mehr. Wahrscheinlich haben die ihm einen Maßkrug in die Hand gedrückt und gesagt, das sei hier Oktoberfest und er könne jetzt mal ordentlich die Sau rauslassen.

Treten Sie da nicht rein. Das war – nein, aber so ähnlich. Manche unserer Abgeordneten hatten ja bis zum Schluss leichte Flüssigkeitsprobleme, weil keiner wusste, wer nun wirklich wieder reinkommt. Wobei wir auch nicht genau wissen, was da wieder rauskam. Der da unten? Warten Sie mal, der riecht wie – Brüderle? Nein, der schnarcht nicht, der analysiert in Ruhe das Ergebnis und stellt vermutlich morgen im Laufe des Vormittags fest, dass es den Wählern noch nicht gelungen ist, ihn zu mobilisieren.
Ja, Sie haben ja recht. Das kann man alles vergessen. Wissen Sie was, wir machen uns eben schnell noch einen Cocktail. Da kippen wir halt alles zusammen, was noch da ist. Sie kennen das. Resteverwertung. Oder wie wir hier sagen: Große Koalition. Prost!“





Im Zeichen des Kreuzes

22 09 2013

für Erich Kästner

Es geht uns allen besser. Aber gut
geht’s keinem, und das wird kein Zufall sein.
Dies Land ist vor sich selber auf der Hut.
Der Wind, den wir einst säten, und die Flut,
die wir entfesselten, bricht jetzt herein.

Was die Regierung so geräuschvoll preist,
ist meistenteils sie selbst. Des Menschen Würde
ist abgenutzt, was fehlerfrei beweist,
wie schön es ist, wenn man nur um sich kreist
als Nabelschauer frei von aller Bürde.

Dass die Bilanz nicht stimmt, sieht man bis heute,
die letzte nicht und nicht die erste Zahl.
Da thronen sie im Angesicht der Leute,
verteilen unter sich die ganze Beute.
Wir haben Wahlen. Aber keine Wahl.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CLX)

21 09 2013

Conrado stand in Bacoor
beim Fußball gern weit vor dem Tor.
Er wollte den Kasten
durchaus nicht belasten,
drum stand er so weit auch davor.

Herr Quentens, der suchte ihn Halle
nach Schuhschmuck, der ihm auch gefalle.
Die Ketten und Sporen
gab er schon verloren,
da fand er zum Schluss eine Schnalle.

Joana, die packt in Taytay
die Wut. Sie schmiss alles entzwei.
Man hat sie nach Stunden
in Trümmern gefunden.
Da war auch die Wut schon vorbei.

Lu in Santa Cruz del Quiché
stieß sich früh am Morgen den Zeh,
nicht, um sich ganz eigen
als täppisch zu zeigen,
er tat’s schließlich nur fürs Klischee.

Es fuhr Angel in Arayat
auf Stock und auf Stein mit dem Rad.
Er fuhr ohne Gnade
durch alles. Wie schade,
das Rad ist erstmal gründlich platt.

Pasquale verkaufte in Orte
die beste und köstlichste Torte.
Doch ließ er bei Mandeln
nicht mir sich verhandeln,
da nahm er ’ne andere Sorte.

Neptali besah in Silang
im Netz einen trefflichen Fang.
Er war just beim Baden
und sah keinen Schaden,
wenn manches ins Meer zurück sprang.