Demokratieabgabe

31 10 2013

„Muss man das sehen?“ „Keine Ahnung, aber vielleicht sollten wir das trotzdem mal senden.“ „Finde ich auch.“ „Das ist doch viel zu pauschal.“ „Finde ich nicht.“ „Also jetzt mal direkt gefragt: müssen wir jedes Ereignis zu einer Sondersendung machen?“

„Die Kanzlerin wurde abgehört, da kann man doch auch mal…“ „Aber wir leben schließlich in einer Demokratie.“ „Also müssen wir…“ „Und es war auch nur eine.“ „… auch dafür sorgen, dass die demokratischen Rechte gewahrt bleiben.“ „Es war eine Politikerin.“ „Und dazu die Bundeskanzlerin, richtig?“ „Leute, das war diese Schnepfe im Hosenanzug. Die ist eine von 80 Millionen, also was soll der Scheiß?“ „Wer einen von uns…“ „Könnten Sie sich Ihren religiösen Fanatismus bitte mal in eine Körperöffnung nach Wahl stecken?“ „Und was ist mit dem Grundgesetz?“ „Soll ich Ihnen einen Festvortrag über Minderheitenschutz halten? Eine von 80 Millionen, die Alte soll sich gefälligst am Riemen reißen!“ „Aber in einer Demokratie muss man…“ „Genau, Demokratie!“ „In unserer Demokratie entscheidet der Bündnispartner, was demokratisch ist. Haben Sie etwa ein Problem damit?“

„Ich finde…“ „So, finden Sie?“ „… dass diese Abhörsache durchaus mehr…“ „Das will doch der interessierte Zuschauer gar nicht mehr sehen.“ „wer ist denn der interessierte Zuschauer?“ „Interessiert sich denn der Zuschauer nicht mehr für…“ „Das sind natürlich die Werbekunden, verstehen Sie, und die interessieren sich nicht mehr für Staatskrisen.“ „Ich finde das ja…“ „Es sei Ihnen unbenommen, aber eine Staatskrise ist halt nicht sexy, deshalb machen wir auch keine Sondersendungen darüber.“ „Dann ist die Flut im Sommer sexy gewesen?“ „Sie wären wohl gerne arbeitslos?“

„Wozu bekommen wir eigentlich diese Gebühren?“ „Das ist wie Kirchensteuer: wird vom Staat eingetrieben, und die Trottel da draußen dürfen sich fragen, wofür wir ihre Kohle verbraten.“ „Also…“ „Das ist doch nicht besonders demokratisch.“ „Dafür heißt der Zwang ja auch Demokratieabgabe.“

„Sie müssen das auch mal unter medialen Gesichtspunkten betrachten.“ „Da bin ich aber mal gespannt.“ „Medien nach medialen Gesichtspunkten beurteilen, das ist ja ganz neu!“ „Finde ich auch.“ „Das ist doch viel zu pauschal.“ „Finde ich nicht.“ „Ich wollte ja nur sagen, wir müssen die Interessenlage der Zuschauer im Auge behalten.“ „Weil das die Zuschauer interessiert?“ „Oder nur die interessierten Zuschauer?“ „Kann ja sein, dass die Werbeeinnahmen davon abhängen.“ „Kann ich mir nicht vorstellen.“ „Wieso nicht?“ „Fußball hat doch immer noch die beste Quote.“ „Und welchen Nachrichtenwert hat das? Na? Welchen Nachrichtenwert hat so ein blödes Länderspiel? Schon mal darüber nachgedacht?“ „Sie meinen, weil man das Spiel hinterher sowieso noch einmal sieht in den Nachrichten?“ „Sagen Sie mal, hören Sie mir überhaupt zu!?“

„Wir sollten die Rolle der öffentlich-rechtlichen Medien sowieso einmal gründlich überdenken.“ „Geht’s Ihnen zu gut?“ „Ich würde das so nicht sagen, aber irgendwo haben Sie auch ein Stück weit recht.“ „Finde ich auch.“ „Das ist doch viel zu pauschal.“ „Finde ich nicht.“ „Es ist ja auch eine Frage der Glaubwürdigkeit, ob wir uns als Staatsfernsehen…“ „Wir sind kein Staatsfernsehen, wenn Sie das meinen, dann können Sie gerne nach Nordkorea auswandern!“ „… begreifen oder als unabhängige mediale Kraft, die genug Rückhalt hat, um sich auch investigativen Journalismus zu leisten.“ „Natürlich haben wir genug Rückhalt. Wir sind schließlich die größte mediale Macht im Land. Und das verpflichtet auch.“ „Sie meinen, dass wir gegenüber den Privaten eine Vorbildfunktion haben?“ „Eher eine Platzhirschfunktion.“ „Dafür kriegen die alle guten Werbedeals.“ „Auf jeden Fall sollten Sie das nicht überbewerten. Es geht doch nicht um Machtansprüche, wir sollten nur nicht die gewohnte Größe vermissen lassen.“ „Also den Sendeplatz mit der Spielshow statt der Sondersendung um die Abhöraffäre?“ „Das ist doch alles an den Haaren…“ „Sind wir als Staatssender nicht verpflichtet, Aufklärung zu…“ „Aber man darf ja nicht sagen, dass die Regierung eventuell die Sache nicht mehr im Griff…“ „War das denn jeder Fall?“ „Dass sie die Sache im Griff…“ „Nee, dass wir Aufklärung in die…“ „Dann sind wir ja echt der Staatssender, oder? Oder!?“

„So, jetzt mal Klartext.“ „Klartext?“ „Das hat sicher etwas mit Spionage zu tun.“ „Finde ich auch.“ „Wir sind als gebührenfinanzierter Sender doch privilegiert, eine Sondersendung zu machen, und wenn wir für jeden Scheißdreck…“ „Ich möchte die Politik unserer Bundesregierung nicht in diesem Tonfall beurteilt wissen!“ „… wie Schnee im Januar eine hysterische Aufregerviertelstunde im Fernsehprogramm bringen, dann frage ich mich, wozu wir eigentlich existieren.“ „Sie spielen mit Ihrer…“ „Das ist mir ziemlich egal, weil wir uns das leisten können.“ „Ich werde dem Programmdirektor…“ „Sie sind der Programmdirektor, und ich habe die Schnauze gestrichen voll.“ „Aber die Quote!“ „Wäre die nicht bei einer investigativen Enthüllung von dieser Tragweite wesentlich höher als bei einer von diesen bekloppten Spielshows?“ „Und wenn man jetzt den Abhörskandal als Talkshow…“ „Wir haben doch schon zehntausend!“ „Dann als Diskussion mit…“ „Stecken Sie sich das sonst wo rein, ja?“ „Show?“ „Auch egal.“ „Okay, nennen wir’s Die unglaubliche Show der deutschen Superspionageopfer“. „Mit Kai Pflaume?“





Warten auf den großen Kürbis

30 10 2013

Hildegard bremste abrupt. Ich stieß mich fast an der Windschutzscheibe. „Und jetzt Beeilung“, drängte sie. „Wir werden nicht die einzigen Kunden sein.“ Wir waren auch nicht die einzigen Kunden. Sie hatten den Großmarkt schon für andere geöffnet.

Die Dekoration ließ keinen Zweifel aufkommen, wir befanden uns im Herbst. „Warum müssen wir ausgerechnet heute zum Großmarkt“, begehrte ich auf, „für ein paar Tüten Bonbons hätten wir auch zum Discounter gehen können.“ „Es geht aber nicht um ein paar Bonbons“, erklärte sie mir. „Wir haben Halloween, und ich möchte nicht schon wieder so eine Blamage wie im letzten Jahr haben.“ Es stimmt, das vergangene Fest war nicht gut verlaufen. Es bestand von meiner Seite aus in einem halben Dutzend Tüten Süßigkeiten, die bis einen Tag davor spurlos verschwunden waren. Meine Gefährtin hatte zudem über heftige Magenbeschwerden geklagt, mochte keinen Kürbiskuchen kosten und war ungehalten, als die ersten Kinder klingelten. Das dufte sich nicht noch einmal wiederholen. Und das rechtfertigte auch den Besuch im Großmarkt. Was sich wohl auch die anderen zehntausend Käufer gedacht haben mussten.

„Ein paar Sachen können wir ja schon mal mitnehmen“, informierte mich Hildegard und legte zwei Päckchen brauner Papierservietten mit gelben Flecken in den riesigen Einkaufswagen. „Meine Schwester soll nicht denken, dass Du keinen Wert auf Tischkultur legst.“ „Ich bin Dir durchaus dankbar“, replizierte ich, „dass ich schon vorher von Deiner Schwester erfahre. Wann hattest Du es mir sonst sagen wollen?“ „Jetzt hab Dich nicht so!“ Sie tat gekränkt. „Es ist ja nur dies eine Wochenende, und ich gehe davon aus, dass sie bis Sonntag auch wieder abgereist ist.“ Das hatte meine Frage natürlich nicht beantwortet, aber mit den Servietten hatte das nichts zu tun. Hildegard legte zu den braunen auch noch je eine Packung rote, gelbe, weiße, hellblaue, dunkelblaue und beige Servietten mit Motivdruck. „Wenn wir schon einmal hier sind, können wir auch gleich an diese Kleinigkeiten denken. Du würdest Dir ja nie Servietten auf Vorrat hinlegen.“ Damit hatte sie recht; meine Schränke waren so prall gefüllt mit ihren günstig auf Vorrat erstandenen Waren, für Servietten war dort einfach kein Platz mehr.

„Die Girlande würde sich gut im Wohnzimmer ausmachen.“ Nur knapp entwand ich ihr eine unförmige Papierschlange. „Das Ding kommt nicht über meine Türschwelle“, bestimmte ich. „Es schließlich Halloween.“ Damit hatte sie recht, aber das nützte mir wenig. „Dann hängen wir es einfach vors Arbeitszimmer“, beschied Hildegard, „und auf die Schränkchen im Flur stellen wir ein paar Zierkürbisse.“ Die kleinen, schrumpeligen Früchte glänzten farbenfroh, was daran lag, dass es sich um absolut natürlich nachgemachten Kunststoff handelte. Schon hatte sie einen ganzen Schwung in den Einkaufskorb gehebelt. „Du hast ja nie welche im Haus, und wo wir schon einmal hier sind.“

Nie wird sich mir der Sinn erschließen, alle verfügbaren Schränke und Regale, Tische und Fensterbänke mit Kürbissen vollzustellen. Nicht einmal zu anderen saisonalen Anlässen konnten mich grotesk anmutende Schrumpelknollen dieser Art reizen, zumal sich diese Objekte ästhetisch nur schwer in Schleiflack und Muranoschälchen einbetten ließen. Und so hatte ich mich erfolgreich gegen jegliche Art von Kürbisbefall in meiner Wohnung gewehrt. Bis jetzt. „Diese kleinen braunen passen überall hin“, befand sie. „Du müsstest bloß das graue Sakko von der Garderobe nehmen, und den Mantel hängst Du solange einfach ins Arbeitszimmer. Es ist ja bald Ostern.“

Schon hatten wir den Nippes-Gang erreicht. „Bitte keine Kerzen“, flehte ich. „Ich koche Kürbissuppe für Deine Schwester und Breschkes, aber bitte keine Kerzen!“ Doch es war schon zu spät. Hildegard hatte die Stellage erklommen und langte nach Stearinklumpen in Form von Kürbissen, Totenschädeln, Spinnen und ähnlichen Formen, die den Herbst über in meiner Wohnung verbleiben sollten. „Diese verfluchten Staubfänger werde ich nicht aufstellen“, entschied ich. Wir einigten uns auf eine Lage Kerzen. Immerhin sah man dadurch die Servietten nicht mehr.

Der freundliche Verkäufer hatte alle Hände voll zu tun, Hildegard und die andere Kundin zu trennen. „Sie hat angefangen“, kreischte die Dame, „sie hat angefangen!“ Hildegard strich sich eine Strähne aus dem verschwitzten Gesicht. „Ich habe diese Kürbislichter zuerst gesehen“, keuchte sie, und das stimmte. Wie ein Berserker hatte sie sich auf die letzte Schachtel mit den fürchterlichen elektrischen Blinklampions gestürzt. Der Verkäufer bot verlegen LED-Fledermäuse aus Plastik und Taiwan an, aber die Kontrahentinnen boten einander die Stirn. Ich lehnte mich gegen den großen Korb mit Kürbisgeschenkpapier. Jetzt half nur Warten.

Hildegard humpelte, griff aber beherzt in die Auslage den Papierlampions. „Fledermäuse“, gurgelte sie. „Fledermäuse!“ Zu den kleinen Gespenstern im Doppelpack und den Kerzenleuchtern in Form eines Baums, der sich als Knochenmann verkleidet hatte, gesellten sich eine böse Fee, die auch als Putzlappen zu gebrauchen war, und ein paar keltischer Sagengestalten, namentlich Zombies, Zauberlehrlinge und Untote aus dem Hollywoodkino. Eine Schaufel voller Kürbispuppen, also kürbisförmigen Puppen, die man auch für puppenartige Kürbisse halten konnte, rundete das Ensemble ab. „Fahr doch schon mal zur Kasse“, schlug sie vor, doch diese verdächtige Leichtigkeit war mir Warnung genug. Ich schon sie an dem zweiten Ständer mit Kürbisdruck-Vorhängen vorbei und bugsierte die Einkäufe zum Laufband. Ein Wagen voll reichte aus.

Wenige Stunden später hatten wir die Waren auf dem erstaunlich preiswert angemieteten Hänger verstaut – das Gesamtgewicht vertrug sich knapp mit der Führerscheinklasse – und quetschten uns in das Gefährt, das gefährlich tief auf der Straße lag. Hildegard gab Gas. Schwerfällig legte sich der Wagen in die Kurve, einem Panzer gleich, zumindest von der Geräuschentwicklung, wenn auch der Fahrkomfort eines Tanks deutlich besser sein musste. Wenige Sekunden nach dem Bremsen verlangsamte sich das Fahrzeug und drückte mich sanft in den Sitz zurück. „Warte hier“, ächzte Hildegard. „Ich hole noch eben schnell eine Tüte Bonbons.“





Heinzelmann

29 10 2013

„… bis 1.600 Watt, wobei die europäischen Bodenstaubsauger eine Leistung von maximal…“

„… könne der Bürger ungefähr die Hälfte der Energie sparen, müsse dafür aber kaum länger als die doppelte Saugzeit…“

„… nicht vorgesehen, die Ökodesign-Richtlinie auch auf andere Parameter des Gerätebaus auszudehnen. Es bleibe weiterhin legal, die Gehäuse in China aus krebserregendem…“

„… nicht mit Bügeleisen und Radiatoren zu vergleichen, da diese Geräte nach ganz anderen Bauplänen…“

„… durch Anbringen kleinerer LEDs, die den Einschaltzustand des Staubsaugers anzeigten. Die Einsparung werde messbar, sobald man einen handelsüblichen Handstaubsauger 132 Tage, 19 Stunden, 22 Minuten und 58 Sekunden ohne Unterbrechung…“

„… seien Industriestaubsauger ausdrücklich von der Regelung ausgenommen. Der Sprecher der Deutschen Haushaltsgeräte-Vereinigung habe seinen Gesetzesentwurf, nachdem jeder von der Industrie hergestellte Staubsauger als Industriestaubsauger…“

„… die EU-Studie nur wenig mehr als 12,4 Millionen Euro…“

„… Haartrockner nicht mehr anzubieten. Die EU-Kommission habe allerdings entschieden, dass Trockenhauben für die Erhaltung von Arbeitsplätzen in der Friseurbranche eine…“

„… mit einem 200-Watt-Modell: das Gerät habe den ersten Preis gewonnen. Eine durchschnittliche Ein-Zimmer-Wohnung (12 m²) sei bereits nach wenigen Stunden so gut wie…“

„… eine Staubsaugersteuer völlig ausgeschlossen sei. Schäuble habe diesen Vorschlag als keinen Teil der Koalitionsverhandlungen…“

„… bei Staubsaugern, die für Privathaushalte angeschafft und in Gewerbebetrieben mitbenutzt würden, sowie für Geräte, die im Privatbesitz seien, aber gleichfalls gewerbsmäßig zum Einsatz kämen. Angedacht sei eine Sondergenehmigung für Geräte, die gleichzeitig als Nasssauger, nicht jedoch als Bohnermaschinen im halbgewerblichen…“

„… am Verschmutzungsgrad deutscher und/oder europäischer Teppiche liegen könne. Daher empfehle es sich, zunächst eine Optimierung der Staubpartikelgröße zu…“

„… habe sich die Industrie dafür ausgesprochen, die Energiekosten nur für den Erstsauger zu drosseln, so dass weitere Geräte im Haushalt…“

„… ab 2017 den Verbrauch auf 900 Watt zu drosseln. Dies dürfe jedoch nur für Geräte gelten, die mit einem Feinstaubfilter nach Kriterien …“

„… das Modell Heinzelmann für den Privatgebrauch nicht mehr zu erlauben. Das Gerät sauge und blase in einem Verbrauchsbereich, dessen Energieintensität weitaus eher im…“

„… die Staubsaugersteuer streng an die Entwicklung der Umsatzsteuer zu koppeln, um sicherzustellen, dass die Leistungsträger von der überproportionalen Leistung nicht proportional…“

„… zu kombinieren. Die Empfehlung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit sehe vor, dass Hausfrauen künftig ihre verschmutzten Teppiche zum Friseur brächten, um sie mit der Saug-Blas-Kombination vor Ort …“

„… als nicht berücksichtigte Problematik der Hauptsaugerregelung. Teilweise seien USB-Tischsauger als Erstgeräte gemeldet, während bis zu drei beutellose Großzyklonensaugsysteme zu je 4.000 Watt einen Stromverbrauch von bis zu…“

„… da das Modell rein mechanisch funktioniere und keine elektrische Leistungsaufnahme habe. Die EU-Kommission habe den Handpumpenhersteller nun wegen Verbrauchertäuschung zu einer Strafe in Millionenhöhe…“

„… habe Seehofer eine Staubsauger-Maut angekündigt, bei der die gesaugten Kilometer mal der Saugleistung, verrechnet mit einem Bundesländerkoeffizienten, der jedoch nur für Ausländer…“

„… eine EU-Regelung, die Verschleißteile aus Plastik einschränkt, nicht zu vereinbaren mit der Freiheit, die jedem Bürger…“

„… Einsparungskontingente frei würden, die dazu führen könnten, dass Golfplätze oder Maklerbüros als energieintensive Industriebetriebe steuerbefreit…“

„… auch Saugroboter von der Einschränkung ausgenommen seien. Nach Aussage des Bundeswirtschaftsministeriums sei alles als Roboter zu behandeln, was elektrisch funktioniere und…“

„… die Leistungswerte ähnlich wie nicht getätigte Schadstoffemissionen zum Gegenstand des internationalen Handels zu…“

„… rege der scheidende Wirtschaftsminister Rösler an, die steuerbefreiten Börsenexperten auch mit Sondergenehmigungen auszustatten. Mit den EU-zertifizierten Zulassungen hätten diese das Recht, Staubsauger mit quasi unbegrenzter Leistungsaufnahme…“

„… sei das Zwei-Liter-Auto zwar technisch machbar, Merkel habe jedoch glaubhaft versichert, dass es derzeit für die Entwicklung der Vermögen in Deutschland nicht…“

„… notiere die Börse fest, aber geschlossen. Der Vaccum-Bond sauge derzeit im 1.500-Watt-Bereich den DAX auf und sei kurz davor, als ungedeckter Leerverkauf die Marke der letzten Finanzkrise zu…“





Atlantikbrücke

28 10 2013

„Und Ihr glaubt, dass Ihr damit durchkommt?“ „Wir sind die Vereinigten Staaten von America.“ „Aber so als Freunde, ich weiß nicht.“ „Friends gibt es nur im TV. Wenn Du bist Friend von America, das heißt, dass wir Dich gerade nicht zerbomben.“

„Andererseits ist das ganz schön gefährlich.“ „Für uns?“ „Allgemein. Wenn wir nicht Freunde sind, was sind wir dann?“ „Wir haben gemeinsame Interessen. Wir sind Bündnispartner.“ „Klar, es ist nur die Frage, wie sich das auswirkt. Langfristig.“ „Wir sehen das gerade in den Verhandlungen, wie sich Germany und die Europeans verhalten. Da sehe ich langfristig die gemeinsame Linie.“ „Weil wir uns zum Ziel gesetzt haben, eine Partnerschaft wirtschaftlich und sicherheitspolitisch langfristig auf gemeinsame Interessen zu bringen.“ „Nope. Weil Ihr wirtschaftlich und sicherheitspolitisch das tut, was uns interessiert. Langfristig.“ „Aber…“ „Wer hat Euch vor den Russen gerettet? Hm?“ „Ist ja gut.“ „Deshalb ist es auch gut, dass Ihr habt so einen Erfolg in Europe. Trotz allem.“ „Wie, trotz allem?“ „Habt Ihr oder habt Ihr nicht mitgemacht gegen Irak?“

„Aber jetzt mal ehrlich. Ihr bei der NSA macht doch diese ganze Abhöraktion nicht gegen Merkel, weil sie zufällig deutsche Staatsbürgerin ist.“ „Sehr witzig. Wir machen es für einen viel besseren Grund.“ „Terrorismus?“ „Natürlich Terrorismus. Wer hat ein Argument gegen Terrorismus?“ „Gegen den amerikanischen Terrorismus?“ „Das, was wir machen in Afghanistan?“ „Nein, den Terror in den USA.“ „Ach so. Keine Ahnung, Mann. Ihr wisst das nicht?“ „Woher sollen wir denn das wissen?“ „Aber Ihr vom BND hört uns doch auch ab, und wir wissen das.“ „Und wir wissen, dass Ihr das wisst.“ „So what, warum Ihr fragt dann noch?“ „Kann ja sein, dass es sich um Terrorismus in Deutschland handelt.“ „Das ist nicht unser Bier. Höchstens die CIA macht das.“ „Sauerland?“ „Genau. Und solange Euer Merkel nicht ein Wolkenkratzer in die Luft sprengt, wir interessieren uns nicht für sie als Terroristin.“ „Aber man weiß das doch nie vorher.“ „Eben, deshalb wir hören Sie ja ab. Dann können wir immer noch jede Sekunde jetzt aufhören und sagen, wir tun nichts.“ „Und wann hört Ihr auf?“ „Sobald wir wissen, dass sie keine Terroristin ist.“ „Und wie ist es dann mit der Sicherheit?“ „Gosh, katastrophal natürlich. Aber auf der anderen Hand, wie hieß doch dieser Jackass, den Euer Merkel hat geschickt?“ „Friedrich?“ „Friedrich, das ist für Sicherheit zuständig in Germany. Solange Ihr habt diesen Clown, Ihr habt sowieso keine Sicherheit. Höchstens Abhören.“

„Irgendwie müssen wir es aber der Regierung schon verkaufen, was da alles gelaufen ist.“ „Das ist Euer Job, schließlich ist es auch Euer Merkel.“ „Ihr könntet schon ein bisschen kooperativer sein, schließlich sitzt Ihr in Berlin und wir halten Euch den Rücken frei.“ „Ihr tut doch gar nichts.“ „Eben.“ „Das heißt, Ihr würdet sofort anfangen, uns zu stören, wenn wir weiter so machen?“ „Davon ist keine Rede. Aber wir wollten das nur mal so gesagt haben.“ „Dann ist es gut. Ich dachte schon, wir würden hier diplomatische Verstimmungen haben.“ „Hatten wir doch auch schon.“ „Das war kein Diplomat. Das war nur ein Westerwelle.“

„Gibt es denn aktuell einen konkreten Verdacht, weshalb Ihr Merkel abhört?“ „Wir müssen ganz sicher sein, dass sich in die Kommunikation keine Gefahr von Terrorismus einschleicht.“ „Aber es hat sich doch um das Parteihandy gehandelt!“ „Richtig, und wer hatte gerade Wahlkampf?“ „Was hat denn der Wahlkampf mit Terrorismus zu tun?“ „Euer Merkel hat doch das Volk angelogen.“ „Das tut man halt so vor der Wahl.“ „Und wenn man das Volk einfach so anlügt, das ist nicht Democracy.“ „Aber Moment mal, wir…“ „Nicht Democracy. Und Ihr habt gelernt, wenn Germans tun etwas gegen Democracy, dann America kommt und hilft.“ „Das ist doch Kalter Krieg! Sind wir denn Nazis?“ „Hat jemand das gesagt? Nein, Ihr seid keine Nazis. Wenigstens nicht mehr als wir.“ „Und weshalb wollt Ihr uns dann retten?“ „Weil Euer Merkel gerade macht Democracy kaputt.“ „Aber doch nicht erst seit jetzt.“ „Richtig. Wir hören ja auch ab Euer Merkel nicht erst seit jetzt.“

„Meint Ihr, wir kriegen eine friedliche Koexistenz hin? Eine Art Atlantikbrücke?“ „Auf jeden Fall wir kriegen das hin. Wir haben gemacht eine Reihe von Gesetzen, dass wir nie in Konflikt kommen mit anderen Gesetzen. Oder mit dem Gesetz an sich.“ „Das heißt, es ist alles legal, was Ihr tut?“ „Wir sind America.“ „Und Ihr lügt ja nie.“ „Immerhin, Obama hat nicht gelogen, als er hat gesagt, er hat nicht gewusst, dass wir Euer Merkel abhören.“ „Dafür weiß Mutti ja auch nicht, dass wir Obama abhören.“ „Sie will das nicht wissen, und Obama will es auch nicht wissen.“ „Aber wie kann sie jetzt sagen, wenn Sie weiß, dass…“ „Dazu sie hat das Friedrich.“ „Wozu?“ „Euer Merkel hat diesen Clown, damit sie hat jemand, der nichts weiß. Und man glaubt ihm sofort.“ „Gesetzt den Fall, ich meine – falls wir mal etwas wissen wollen, könntet Ihr da nicht für uns die Ohren offenhalten?“ „Warum nicht? Wir sind doch unter Freunden, richtig?“





Geht gar nicht

27 10 2013

Ausspähen unter Freunden nämlich. Sagt die Kanzlerin, die schon seit Monaten weiß, dass die NSA dies mit Millionen von Deutschen treibt. Von anderen Bürgern innerhalb und außerhalb Europas einmal abgesehen. Jetzt geht gar nicht, was seit Jahren geht, und zwar, weil es offensichtlich so gut geht. Wenn also jetzt gar nicht nicht geht, sollte sich die Kanzlerin schon mal die eine oder andere Frage stellen. Beispielsweise, ob sie sich gerade unter Freunden befindet. Alle weiteren Überlegungen zum Thema Erkenntnistheorie und Bewusstsein wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • einen satz bilden mit gefahr: Geh, fahr doch mal wieder nach die Omma.
  • grippe basteln: Weihnachten kommt auch jedes Jahr früher.
  • aussenspange blog: Ihr Leben scheint von unfassbarer Ereignisdichte zu sein.
  • begriff pfaelzer blutsuppe: Kann man auf die SPD beziehen, muss man aber nicht.
  • penis verlängerungstabletten: Werden die nicht mehr in diesen praktischen Röhrchen geliefert, Herr Diekmann?
  • beileidsspüche auf kölsch: Bedaure, nach Kölsch empfinde ich nur noch Selbstmitleid.
  • spiralmaschine kartoffel: Dabei böte sich mit Aluminium ein weitaus besserer Werkstoff an.
  • penisverlängerung laubsauger: Manche kaufen ihn aber auch, weil sie die vielen Blätter im Garten haben.
  • origami laternen antroposophisch: Sie können mit den Dingern ja ihren Namen funzeln.




In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CLXV)

26 10 2013

Alexei, der merkte in Mys,
da man ihn nie mitspielen ließ,
dass ein Meter sechzig
(die Abstammung rächt sich)
beim Basketball nicht viel verhieß.

Es strickte Osvaldo in Ro
aus Wolle sich ’nen Paletot.
Man lachte umfänglich,
der Schnitt war gar länglich.
Es schneite. Da war er ganz froh.

Es sucht Bronislava in Nikel
und hat einen Jungen am Wickel.
Der, der sie verführte,
war’s, den sie erspürte.
Sie kannte ihn gleich ob der Pickel.

Anita, die flucht in Azogues:
den Brief auf dem Postamt, wer wog es?
Statt Porto zu sparen
Half ihr das Verfahren:
was immer es war, jemand flog es.

Marina kam in Zozin-Jurt
beim Dauerlauf bei einem Spurt
zum Stand mit Getränken,
doch statt auszuschenken
stand der dort, der alle anknurrt.

Simon war gefeit längst in Beni,
er sprach: „Ja, ich stoß mir den Zeh nie,
denn morgens in Pfarrhaus
bleibt lange das Licht aus,
dann seh ich die Schranktüren eh nie.“

Es fand Herr Oleschka in Stroitel
am Straßenrand dort einen Beutel.
Ob’s Geld oder Gold war,
ob’s Schicksal ihm hold war,
das blieb, fest verschlossen, Gedeutel.





Gernulf Olzheimer kommentiert (CCXVII): Leben auf Knopfdruck

25 10 2013
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Jahrzehnte, Jahrhunderte, Jahrtausende war für den Hominiden die Verquickung von Ursache und Wirkung ersichtlich. Wollte er Mammut, musste er eins jagen, wollte er es verzehren, bot sich ein gründlicher Bratvorgang an. Erst die Arbeit kam, dann, so sich das Leben überhaupt an die Gebrauchsanweisung hielt, das Vergnügen, und nicht wenige Dinge waren erst köstlich aufgrund der Tatsache, dass es große Mühen bereitet hatte, sie zu schaffen, zu suchen, am Boden festzunageln oder auf stumpfsinnige Art aus der Flut kleinster Gegenstände herauszupopeln. Welch ein Akt muss es für den Beduinen der späten Antike gewesen sein, die Kirschen des Kaffeestrauchs zu pflücken, zu rösten, zu mahlen, Wasser zu schöpfen und zu erhitzen, um sich eine Schale des bitteren Tranks zu brühen, während der tumbe Jetztmensch am Automaten auf dem Büroflur bloß die Griffel auf den Taster patscht, um sein streng nach weichem Plastik müffelndes Geplörr abzuzapfen. Er lebt, entfremdet von der Vorleistung, auf Knopfdruck.

So vieles schenkt uns die elektrische Technik, wenn wir nur einmal auf Knöpfe, Taster, Schalter und Wippen tippen, es ertönen schlimme Schlager und Süßwaren okkulter Zusammensetzung purzeln aus den Schächten der Verkaufskisten. Nach verbranntem Staub stinkende Heißluft jodelt aus dem Haartrockner, als habe gerade ein FDP-Parteitag im Oberstübchen begonnen. Knips. Der Bus hält, nachdem ein trübes Lämpchen Bus hält ins Wageninnere gefunzelt hat. Klingeln klingeln, Toaster toasten und eine Herde Herde lässt mählich die Milch überkochen. Bisweilen ist der Widerstand gering, es bedarf nur eines winzigen Drucks, schon ist das Telefon stumm, die Birne glüht, der Wecker geht nicht mehr auf den solchen. An anderer Stelle jedoch sind gewaltige Leistungen zu erbringen, zentimeterweise Hub will überwunden sein, eine rein mechanische Willensbekundung, die ihr aggressionsförderndes Ideal findet in der hektisch tackernden Tastatur der Schreibmaschine. Hier geschieht nichts ohne Grund, und doch ist der Typenhauer ein reines Wesen der technischen Idee: die Mühe wird für den Anwender verringert, er drischt identische Zeichen ins Papier, wo er noch zuvor krakelnde Kringel auf den Beschreibstoff kratzen musste. So wird der Akt der Schrift simplifiziert.

Nicht aber moderner Kram, der noch elektrisch oder doch schon elektronisch funktioniert, mit Bildschirmen, auf denen Mäusezeiger auf dies und jenes zeigen können, wenn nicht längst die fettigen Pfoten selbst auf Klickibuntiflächen schwiemeln und sich manuell durch die Verrichtung grabbeln. Kein haptisches Erlebnis will sich einstellen, mehr noch, das Gefühl der Entfremdung bei gleichmäßig überfingerten Zielflugarealen mit zweckmäßiger Hintergrundbeleuchtung, die das Elend der weit verkeimten Schmier- und Klatschorgien anderer Zeitgenossen noch gesteigert ins Bewusstsein dellen, nimmt proportional zu mit der Leichtigkeit des virtualisierten Vorgangs.

Gemächliche Gemüter, die das Ende des 19. Jahrhunderts noch nicht vollinhaltlich gerafft haben, verwechseln dabei gerne die Proportionalität und ahnen hinter jeder Schießsimulation, die sich leicht mit den ortsüblichen Zeigegeräten am PC bedienen lässt, ein lebensechtes Killertraining – wie ja auch bezahlte Mörder meist mit Klapprechnern bewaffnet übers Schlachtfeld stolpern und den Feind hochauflösend über die Wupper schnipsen. Ansonsten hätte bereits die Erfindung der elektrischen Nähmaschine das Volk in willenlose Burkaträgerinnen verwandelt, weil es sich automatisiert leichter steppt und rändelt. Nicht jede Entwicklung ist nur schlecht, und was soll der Benutzer anderes fordern als den Schalter, der sich ohne vorheriges Muskelaufbautraining bedienen ließe.

Dennoch geht damit etwas unwiederbringlich verloren von der Erhabenheit des Augenblicks, in dem die Kuppe den fest umrissenen Bereich eines funktionalen Druckpunktes berührt: nicht die reine Anwesenheit des Körperlichen reicht aus, um die Materie zu wandeln, es ist das Überwinden des ewigen Widerstandes, der das Heroische mit sich bringt, und sei es in jenem Moment, in dem das melodiöse Brüllen des Staubsaugers den Putz von den Wänden marmelt. Wir schalten an, wir schalten aus. Klick. Klickklick. Touchtouchtouch. Nichts regt, nichts rührt sich, kein Hebel legt sich um, kein gummiummantelter Wulst springt wie erschrocken über die eigene Existenz wieder raus aus dem Gehäuse, bevor die Waschmaschine Ruhe gibt. Nichts ist anders. Die Standbybirne glimmt noch gehässig nach, wir haben es nicht geschafft, die Kiste vom Netz zu kriegen. Es bliebe die letzte Versuchung, den Stecker zu ziehen. Warum geht das eigentlich nicht auf Knopfdruck?





Kleiner Lauschangriff

24 10 2013

„… sei Merkels Mobiltelefon nur durch ein technisches Versehen von der NSA abgehört worden. Die US-amerikanische Behörde habe ihr versichert, es gebe ihr gegenüber keinerlei…“

„… rücke der Kreml bereits von Merkel als verlässlicher Partnerin ab. Eine derart schlechte Verdauung lasse nicht auf politische Stabilität schließen, Präsident Putin bevorzuge eine…“

„… geleakt, dass die Aufgabe, Merkels Telefonate zu protokollieren, innerhalb der NSA als Strafarbeit…“

„… habe Uhl gefordert, zur Wahrung des Gleichgewichts endlich eine anlasslose Vorratsdatenspeicherung zu beschließen, damit nicht nur die USA…“

„… sehr gut vorbereitet. Nach Medienberichten habe Obama bereits mehrere Minuten vorher gewusst, dass Merkel sich bei ihm beschweren…“

„… habe Springer ungeachtet der Tatsache, dass es sich um die CDU handele, einen zweistelligen Millionenbetrag geboten, um die MMS mit Merkels Orangenhaut zu erhalten. Die hochauflösenden Fotos seien zuerst in der weißrussischen…“

„… von erheblicher Wichtigkeit, weshalb IM Friedrich diesmal zwei bis drei Wochen auf den Stufen des Heimatschutzministeriums kampieren müsse, um den Verantwortlichen zu sprechen, der die Aktion in Europa…“

„… laut Mitschnitt der US-amerikanischen Behörde überflüssig sei, da Merkel für ausreichend Geld ohnehin genau das umsetze, was ihr von der Sicherheitslobby…“

„… habe aus Regierungskreisen verlautet, dass Merkel schon seit Jahren von der Abhöraktion gewusst haben müsse, da sie sonst nicht fortwährend öffentlich eine derartige Ansammlung von Worthülsen bei öffentlichen Erklärungen…“

„… auf Nachfragen der Bundesregierung bestätigt, dass nur der etwas befürchten müsse, der etwas zu verbergen habe. Die NSA verfolge damit weiterhin den Kurs einer…“

„… sich der BND mit einer Task Force beteiligt habe. Die Agenten hätten vorgeschlagen, dass Merkel zur Tarnung nur noch mit verstellter Stimme…“

„… hätte die Überwachung schon wesentlich früher auffallen müssen, da Merkels Provider die Telefonate mit Obama als Ortsgespräch…“

„… das Urheberrecht, sämtliche Telefonate als Hörbuch zu…“

„… wesentlich zur europäisch-amerikanischen Entspannung beigetragen habe. Man habe zuvor befürchtet, Merkels politischer Sachverstand reiche aus, um schwere Krisen im nordatlantischen Machtgefüge heraufzubeschwören, sei inzwischen aber beruhigt, dass dies sich als reines…“

„… sich streng an das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland halte. Die Bespitzelung des Kanzlerinnentelefons sei gedeckt durch das Supergrundrecht, das auch für sie…“

„… als den dümmsten Dorfdeppen bezeichnet, der ohne Aufsicht frei herumlaufen dürfe. Daneben halte die Kanzlerin auch andere Parteikollegen für…“

„… dass die Kleinflugkörper über dem Kanzleramt sich nicht am Ortungschip im Telefon von Merkel…“

„… ein Video, in dem Angehörige der US-Streitkräfte per Fernzündung den Vibrationsalarm per Fernsteuerung ausgelöst hätten. Der Film lege nahe, dass die Sicherheitsmitarbeiter tiefe Einblick in das Privatleben der…“

„… hätten Sicherheitsberater der Bundesregierung bestätigt, auf dem Smartphone der Kanzlerin sei die Datei mielke.dll im…“

„… bleibe Berlusconi bei der Aussage, Merkel sei ein unpackbarer Hintern, was jüngst durch private Bilder…“

„… eigens vom Regierungssprecher informiert worden sei, dass nicht nur sie, sondern auch alle anderen 80 Millionen Bundesbürger…“

„… als politische Notwendigkeit bezeichnet. Da das Ergebnis der Bundestagswahl eine Opposition hervorgebracht habe, die nicht mehr in der Lage sei, die Kanzlerin angemessen zu überwachen, müsse die Demokratie aus einer internationalen…“

„… empfehle Obama ihr, sich zukünftig von ihm anrufen zu lassen, da diese Gespräche nicht…“

„… zu einer Kurzschlussreaktion gekommen. Kauder habe öffentlich geäußert, dass deutsche Bäckereien aus Gründen der nationalen Sicherheit keine Amerikaner mehr…“

„… nur durch einen Zufall ins Fadenkreuz der Ermittlungen geraten sei. Die Verwechslung von NSU und NSA sei verantwortlich für den jetzigen…“

„… die Forderung der CSU, die Abhöraktion dürfe nur regierende Sicherheitskräfte…“

„… habe Merkel im kleinen Kreis verlauten lassen, die anderen 80 Millionen Bundesbürger seien ihr vollkommen gleichgültig, solange nicht sie selbst…“

„… für einen dreitägigen Privatbesuch nach Moskau gereist. Sie besuche aus persönlichen Gründen Edward Snowden, um von ihm zu erfahren, wie weit sich die technischen…“

„… zur Ruhe aufgerufen. Es bestehe kein Grund zur Sorge. Obama spreche der deutschen Regierungschefin sein vollstes Vertrauen…“





Der letzte Strohhalm

23 10 2013

„Tun Sie jetzt bloß nichts Unbedachtes – wir können doch über alles reden! Und glauben Sie mir, es gibt immer eine Lösung! Sie sind jetzt so weit gegangen, Sie haben sich uns geöffnet, dann können Sie doch jetzt auch Vertrauen fassen und über Ihre Probleme sprechen, oder? Vielleicht ist es ja gar nicht so schlimm.

Ich kann Ihnen das nachempfinden, das muss schon sehr, sehr schwer sein. Eine Wahl verloren, noch eine, dann noch eine Wahl so richtig vergeigt, und plötzlich kommt dann der endgültige Hammer. Das muss schon sehr, sehr schwer für Sie sein, so als SPD. So eine Koalition, und dann auch noch mit Merkel, das ist erstmal eine Aufgabe, die einen in die Lebenskrise stürzt. Nehmen Sie Medikamente? Das war jetzt nicht auf Ihren Wahlkampf bezogen, wirklich nicht! Aber wir kennen auch solche Fälle, in denen wir sehen, dass dann plötzlich eine starke Verschiebung der Realitätswahrnehmung einsetzt, eine gestörte Selbstwahrnehmung, eine regelrechte Identitätskrise – das muss sehr, sehr schwer sein!

Wir gehen ja ganzheitlich an die Situation der Suizidenten heran. Das ist bei einem Bilanzsuizid die beste Art, sich mit einem Lebensmüden zu verständigen. Wir müssen das Problem gemeinsam in den Griff kriegen, verstehen Sie, wir müssen da eine gemeinsame Lösung – nicht springen! Es tut mir leid, ich wollte das nicht sagen! Ich wollte das nicht! Wirklich, ich wollte das nicht! – Alles ist gut, verstehen Sie? Alles ist gut!

Also die ganzheitliche Situation. Wir müssen den Überblick behalten, um die Persönlichkeit auch beurteilen zu können. Wir müssen sehen, wo die psychischen Defizite liegen, um dann die soziale Lage adäquat aufarbeiten zu können. Das geht ja auch den Habitus an, also die Klassenzugehörigkeit, den Status und – unverständlich? Hören Sie mal, sind Sie in der SPD oder ich!?

Natürlich nehmen wir Ihre Lage sehr ernst! Sie zeigen doch die klassischen Zeichen eines ganz ausgeprägten Todeswunsches: zunächst diese manische Einengung des Denkens, dann das stetige Pendeln zwischen Hemmung und Aggression, die sich aber immer mehr gegen sich selbst richtet, und schließlich diese Fantasien, wie es wäre, wenn man nicht mehr da ist. Natürlich nehmen wir Ihre Lage ernst, das haben wir doch gerade erst miterlebt, wie plötzlich das eskalieren kann. Erinnern Sie sich noch? die FDP? Das war doch kein Alter zum Sterben!

Fühlen Sie sich isoliert? Ich meine nicht, weil Sie diesen Klops da als Parteivorsitzenden haben, der sie dahin führt, wo sie ihn längst hätten jagen sollen: in die Wüste, wo sie am wüstesten ist. Haben Sie den Eindruck, Sie seien irgendwie nicht Teil der Gesellschaft? ausgestoßen? Keiner nimmt Sie mehr ernst? Das ist schon mal ein guter Anfang, ich meine, dann haben wir für den Anfang schon mal den Nachweis, dass die Realitätswahrnehmung bei Ihnen doch noch halbwegs intakt sein dürfte. Ja, das ist ein gutes Zeichen! Wir wissen dann, dass wir vielleicht noch nicht ganz auf verlorenem Posten sehen. Möglicherweise.

Und wenn Sie mal beschreiben, wie sich das anfühlt, wenn man – nicht! Gehen Sie da weg! Nicht so weit an den Rand! Dann sieht man Sie vielleicht von unten besser, von ganz weit unten, aber was bringt Ihnen das? Sarrazin hat das auch schon probiert. Lassen Sie das besser!

Sie können sich uns gegenüber vollkommen öffnen, verstehen Sie? Wir wollen ja verhindern, dass Sie in dieser Isolation verharren, die Sie so schmerzt – fernab der Sozialdemokratie, fernab von der Parteibasis, und von den Wählern wollen wir mal gar nicht erst reden, wie? Schauen Sie, das Leben kann doch trotz allem noch lebenswert sein, oder? Es gibt doch so viel, wofür es sich zu leben lohnt, oder? Mindestlöhne, Steuererhöhungen, Gleichstellung, Frauenquote, eine Mietpreisbremse, es gibt doch so viel. Ja, man muss auch loslassen können. Notfalls auch den letzten Strohhalm. Halt, so war das doch nicht gemeint!

Jetzt setzen Sie sich mal ganz entspannt da hin, so ist gut, Rücken an die Wand, brav, und dann können wir über alles reden. Wir können doch über alles reden, oder? Eben. Man muss manchmal erst sondieren, und dann weiß man, woran man ist. Und dann wollen wir gemeinsam – zusammen, wollte ich sagen, also als Wir, wollen wir als Wir diese staatspolitische Verantwortung auch annehmen, und hier können wir eine ganzheitliche – was wollte ich sagen? Festhalten. Das kann hier sehr rutschig werden.

Also reichen Sie mir jetzt die Hand, dann haben wir ein großes Stück gemeinsamer Verantwortung geschaffen. Dann sorgen wir weiterhin dafür, dass Sie sich nicht gesellschaftlich ausgegrenzt vorkommen, und schauen Sie, das Leben geht ja auch weiter und – halt! Das war doch gar nicht als Drohung gemeint! Jetzt halten Sie sich da fest! Es ist doch noch gar nichts entschieden! Es gibt doch immer noch ganz viel Hoffnung – möglicherweise kommen Sie sogar noch in die Opposition!“





Nicht vermittelbar

22 10 2013

„… habe Guttenberg als Internetbeauftragter der Europäischen Union zwar 20.000 Euro Reisekosten abgerechnet, es seien von ihm jedoch keinerlei konkrete Ergebnisse…“

„… sich die Digitalkommissarin gegen die Darstellung gewandt, sie habe im Auftrag der deutschen Bundeskanzlerin den ehemaligen Verteidigungsminister eingestellt, um ihn besser unter Kontrolle zu…“

„… Gelder beantragt, um sich mit einem eigenen Sattelschlepper als DJ selbstständig machen. Die EU habe als Experten für die Verschwendung öffentlicher Fördergelder lediglich den Kontakt zu Christian Lindner hergestellt, was allerdings keine weiteren…“

„… nicht viel mit dem Internet gemacht. Der Hausmeister habe bestätigt, es sei erst nach vier Monaten aufgefallen, dass zu Guttenbergs Office bisher noch keinen Online-Zugang…“

„… es bei der Marine keinen Beauftragten für deutsche Wirtschaftskriege gebe. Außerdem würde dieser nicht von der Europäischen Union bezahlt und organisierte auch keine Dienstreisen nach Kundus gemeinsam mit Johannes B. Kerner und seiner…“

„… sich über den Erwerb eines neuen Doktortitels in Internetwissenschaft nur habe schriftlich beraten lassen. Die Poststelle habe zugesichert, dass die Anfrage von der nigerianischen Organisation, die für die Zahlung von Millionenkrediten an EU-Bürger…“

„… die NSA ebenfalls bestätigt, dass es keine berufsbedingten Internetkontakte aus dem Büro des Freiherrn gegeben habe. Er habe seinen Dienst-PC lediglich benutzt, um eine stetig anwachsende Bildersammlung zu…“

„… die im Lebenslauf zitierten beruflichen Stationen in Frankfurt und New York nachzuholen. Er habe darum eine weitere Flugreise beantragt, um die beiden Städte zum Umsteigen…“

„… bei der Kostenstelle eine Rechnung für zwei WLAN-Kabel (Stückpreis 199,95 Euro)…“

„… die Stelle eines EU-Beauftragten für Aquarienfische zu bekleiden, da die wissenschaftlichen Kenntnisse des ehemaligen Regierungsmitglieds dazu fast ausreichend…“

„… nicht einmal N24 bereit gewesen sei, Guttenberg als Experten für ein Gebiet seiner Wahl in einer wöchentlich ausgestrahlten Fünf-Minuten-Sendung zu…“

„… als bezahlter Berater der europäischen Automobilkonzerne zu fungieren. Seine Aufgabe umfasse die Problematik, dass durch überstürztes Eingreifen der Fahrzeugproduktion womöglich die Kohlendioxid-Werte schneller als nötig abgesenkt oder…“

„… eine Stelle als Korruptionsbeauftragter der CSU abgelehnt, da er selbst diese Partei über Jahre hinweg als führendes Mitglied…“

„… vorerst zurückzustufen. Der EU-Verwaltung habe …“

„… über keine nennenswerten Kenntnisse des Ballsports verfüge. Trotzdem habe der HSV die Bitte aus Brüssel abschlägig beschieden und werde seinen Trainernachschub lieber wie bisher aus…“

„… sich positiv geäußert habe. Die Bundeskanzlerin sei der Ansicht, sobald zu Guttenberg tatsächliche Aktivität entfalte, sei mit noch höheren Kosten zu rechnen, weshalb seine konsequente Untätigkeit besser als jedes…“

„… bei mehreren Leiharbeitsunternehmen beworben habe. Diese haben den bayerischen Adligen jedoch wegen mangelnder Qualifikation als nicht vermittelbar…“

„… wolle die Universität Bayreuth ihn nicht als Lehrbeauftragten für Faustrecht…“

„… habe BILD kein Interesse gezeigt, ihm die Nachfolge von Franz Josef Wagner anzubieten. Kai Diekmann habe sich entschlossen, den schleichenden Niveauverlust des Blattes nicht durch beschleunigende Maßnahmen zu…“

„… nicht relevant, dass Karl-Theodor zu Guttenberg römisch-katholisch sei und in einem zu teuren und zu großen Haus gewohnt habe. Der Vatikan beharre darauf, dass vor der Bewerbung als Bischof eine Ausbildung zum…“

„… bereits im September 2011 seinen Computer-Führerschein gemacht. Die Beglaubigung des Dokuments sei in Brüssel aufgefallen, da den Kurs sonst nur Grundschüler…“

„… sich die EU-Verwaltung gewundert habe über Guttenbergs Routine, dreimal täglich eine Tüte Autogrammpostkarten nach Washington zu schicken. Dies diene der Pflege transatlantischer Beziehungen, so der Distinguished Statesman, der auch durch die regelmäßige Rücklieferung nicht…“

„…weigere sich inzwischen auch die FDP, den vorerst Gescheiterten in ihr Sozialprogramm zur Rettung Erwerbsloser ohne parteipolitische Anschlussverwendung…“

„… eine Strompreisfindungskommission zu gründen, deren einziges Mitglied und somit auch Vorsitzender Guttenberg sei, so dass das Gremium theoretisch unendlich lange tagen könne, ohne durch Kompetenzschwierigkeiten in die Nähe einer sachlich begründbaren Entscheidung zu…“

„… keine Nominierung als Pfeifenraucher des Jahres. Auch seine Reklamation, man könne ihn in der Pfeife rauchen, habe nicht den…“

„… sei die Gattin des Ex-Ministers oft in den Abendstunden ins Büro ihres Mannes gekommen. Beobachter vermuten, sie habe E-Mails auf seinem Computer verfasst, um das Briefporto zu…“