In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CLXIII)

12 10 2013

Herr Pflunzer, der züchtet in Mieders
sich Tauben wegen des Gefieders.
Durch Kreuzen und Mischen
erzielt er inzwischen
ein Tier von der Farbe des Flieders.

Giovanni bestellt in Morcone
sich Tee nebst ’nem Scheibchen Zitrone.
Die Frucht kam abhanden.
Bevor sie sie fanden,
gab’s Streit. Und er trank den Tee ohne.

Herr Krachtowil dachte in Grän,
ein Bootsverleih sei nicht mondän
für Feriengäste.
Es sei doch das Beste,
er träte auf als Kapitän.

Frau Hilbe, die wachte in Schaan
frühmorgens auf. Es war der Hahn,
der stundenlang krähte
und alle Geräte
des Hofs attackierte im Wahn.

Herr Oberbach watet in Patsch
zur Schneeschmelze knietief im Matsch.
Bei Eis ist er wehrlos,
er landet auch schwer, bloß
im Oberhemd mit lautem Klatsch.

Herr Ange in Pimpri-Chinchwad
fährt bei jedem Wetter gern Krad.
Doch sind Sturm und Regen
dem Ding ungelegen.
Die Reifen sind jedenfalls platt.

Herr Puchtzler, den kennt man in Natters
vorwiegend als Grund des Geknatters.
Sein Zweitakter trötet,
der Nachbar errötet
vor Zorn und seufzt: „Gottlob, bald hat er’s!“