Piepmatz

26 01 2014

Einst hielt ich mir den Kanari.
Eine holde Maid, das war sie,
doch dem Tier nicht zugeneigt.
Konnt mit Schwur und Liebesbanden
bei der Schönen gar nicht landen,
was sich deutlich so erzeigt:
„Sprich zu mir, mein holder Sänger“,
flehte ich, „nur schweig nicht länger,
ob sie mich auch wirklich liebt?“
    Vogel piept.

Nicht mit Blumen und Billetten
konnte ich das Feuer retten,
das ganz sicher in ihr war.
Stunden stand ich am Balkone,
teils mit Schirm und Hut, teils ohne,
wenn das Wetter wunderbar.
„Hilf mir“, bat ich, „wenn die Süße
liest die heißen Liebesgrüße,
ob sie deshalb auch errötet?“
    Vogel flötet.

Ach, es war im Herbstesschauer,
sie kam näher, und genauer
sah ich recht in ihr Gesicht.
Zwar fand ich die großen Ohren
recht apart nun, doch zuvor den
Füßen floh mein Blick auch nicht.
„Vogel“, schrie ich, „diese Dame,
diese geist- und flügellahme,
dass sie meinetwegen ächzt?“
    Vogel krächzt.


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