In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCIV)

9 08 2014

Es stöhnte Rai in Carpinone,
dass man ihn mit Grünzeug verschone.
„Ich ess exemplarisch
für sie vegetarisch,
und sie isst nicht mal eine Bohne!“

Azali, dem rutschte in Ouéllah
ein Schnitzel mit Fritten vom Teller.
Er bückt sich und fing es.
Beim Anblick des Dinges
sprach er: „Das ist schnell – ich bin schneller!“

Giampiero, der brachte in Ripe
im Holz viel Getier mit der Kiepe.
Das störte die Töchter;
sie sagten, nun möchte er
doch achten auf dieses Gefiepe.

Apoula, der hörte in Djoum
im Schlaf so ein leises Gebrumm
und dachte an Hummeln.
Jetzt muss er sich tummeln,
ein Bagger, der pflügt sein Haus um.

Alberto, der strahlt in Molise:
„Wenn ich eine Frau mir erkiese,
bin ich sofort glücklich
und weiß augenblicklich,
die nächste kommt, wenn ich’s vermiese!“

Peninah, die hörte in Kericho
die Nachbarn und sagte: „Was wär ich froh,
wenn die bald verschwänden!
Man fühlt an den Wänden
ein Beben, als wäre hier Jericho!“

Marcello, der lief in San Biase
sich stets eine lästige Blase.
Weil’s damit zu hart war,
der Marathonstart war
für ihn weg, ganz knapp vor der Nase.