In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCV)

16 08 2014

Wenn Oldřich ein Pferd kauft in Himmelreich,
dann wird er meist schon im Gewimmel weich.
Er will’s lieber leise
und zahlt Spitzenpreise
und nimmt, wenn es passt, einen Schimmel gleich.

Dass Lotta sich in Smedjebacken
den Kleiderschrank vollhängt mit Jacken,
mit Hosen in Massen
ist durchaus kein Prassen.
Meist geht es kaputt beim Holzhacken.

Man denkt sich, dass Zdenka in Gügel
sei breitschultrig wie Engelsflügel,
die, so ist die Meinung,
sind Teil der Erscheinung.
(Es war dann nur der Kleiderbügel.)

Dass Đức sicht rasierte in Vinh,
begann für gewöhnlich am Kinn,
und war auch nur jährlich,
worauf er ganz ehrlich
bekannte: dies war ein Gewinn.

Herr Flégl trug in Hohe Elbe
ein Hütchen. Meist war es das gelbe,
dann rötlich, und neulich
war’s tatsächlich bläulich.
Das Licht war’s. Der Hut blieb derselbe.

Oswaldo, der baute in Quer
durchs Dorf eine Straße. Der Teer
kam langsam zur Ruhe.
Dort steckten zwei Schuhe
noch drin. Beide einsam und leer.

Milena, die störte in Ketten
das ewige Quietschen der Betten.
Bald ist fort der Kummer,
es sorgt für den Schlummer,
die Sprungfedern ganz nachzufetten.