Literatur und Sozialpädagogik. Ein Vorschlag

7 09 2014

Man muss statt Prügeln nicht gleich Rosen schwingen,
statt Karzer keinen Schulausflug versprechen.
Die Mehrzahl der jugendlichen Verbrechen
entstehen fern doch von den Geistesdingen.

Man lese beispielsweise Stifters Schriften
zehn Stunden täglich, darin unerbittlich.
Vor allem wirkt derlei Lektüre sittlich
und ist geeignet, Hirne zu entgiften.

Man lese, wie ein reines Nichts geschildert
und wortreich biedermeierlich betrachtet.
So fühlt der Leser sich zwar sanft umnachtet,
doch keinesfalls am Ende auch verwildert.

Zehn Stunden Stifter. Brav sind alle Schafe,
wie sie sich durchs Romanwerk beißend quälen,
um dann den dumpfen Muff nachzuerzählen.
Das ist dabei die allergrößte Strafe.


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