Zusammenlegung jetzt!

5 11 2014

„Natürlich Hamburg und Niedersachsen.“ „Und Celle wird Nordhauptstadt.“ „Also, nur weil Ihre Freundin da…“ „Das macht sowieso Hannover.“ „Wie sind Sie sich das sicher?“ „Ist doch viel zentraler gelegen als Celle.“ „Zentraler?“ „Wollen Sie jeden Tag von Celle aus in den Landtag?“

„Man könnte ja wenigstens Baden-Württemberg und Bayern verbinden.“ „Weil Sie die Grenze beim Spätzleschmuggeln nervt?“ „Aus politischen Gründen. Das erhöht die Wahlchancen beim nächsten Mal.“ „Ah, verstehe. Aber die sind doch immer noch von den Grünen regiert.“ „Die sind doch so, wie die CDU mal war, und die CSU ist so, wie die Grünen bei der nächsten Wahl sein wollen. Wo ist da das Problem?“ „Südschwaben? Baden-Bayern? Südgau?“ „Ach so. Der Name.“ „Horstgau.“ „Klingt gut.“ „Finde ich auch.“

„Also keine Achse Schleswig-Brandenburg.“ „Hatte die SPD schon mal ein Interesse, die CDU rechts zu überholen?“ „Das war eine rhetorische Frage, richtig?“ „Leute, bitte mal unaufgeregter diskutieren. Wir müssen bis zur nächsten Bundestagswahl einen konkreten Plan vorlegen, wie wir die Bundesländer auf sechs reduzieren.“ „Oder auf acht.“ „Ja, meinetwegen. Aber wir brauchen eine entschlussfähige Vorlage.“ „Auch kompromissfähig.“ „Ja und nein. Die SPD muss sie bei der ersten Vorstellung noch rundheraus ablehnen, und dann trägt sie sie schließlich mit und verteidigt sie sogar gegen ein Rechtsgutachten der FDP.“ „Oha!“ „Allerhand, das.“ „Und dann hat sie natürlich nicht gewusst, was da auf sie zukam.“ „Wie das bei Koalitionsverträgen so ist.“

„Ich hätte da eine Idee.“ „Okay.“ „Wenn wir Berlin…“ „Berlin bleibt frei!“ „Regen Sie sich doch nicht gleich künstlich auf, man kann doch Brandenburg auch…“ „Und wir sind auch nicht an irgendwelchen Geländegewinnen interessiert!“ „Meine Güte, jetzt regen Sie sich doch nicht auf, wir wollen doch alle nur…“ „Nein!“ „Tja, da kann man nichts machen.“ „Typisch Stadtstaat.“ „Wir hätten nichts gegen eine vereinfachte Bürokratie, und wenn man die Ländergrenzen etwa strafft, wäre das auch in unserem Interesse.“ „Sie kommen aus Niedersachsen?“ „Noch nicht. Bremen.“

„Ich finde das ja nicht gut.“ „Aha.“ „Wegen der Einigkeit.“ „Trösten Sie sich, Recht und Freiheit bleiben Ihnen ja noch.“ „Und dann diese ganzen Volksabstimmungen.“ „Wenn wir das Recht auch noch einsparen, wird’s gleich viel einfacher.“ „Und dann wären da noch die Freistaaten.“ „Bringen Sie mich jetzt nicht auf dumme Ideen.“

„Was spricht denn gegen einen Südstaat?“ „Was spricht gegen einen Nordstaat?“ „Man könnte Baden-Württemberg und das Saarland und…“ „Vergessen Sie das.“ „Ja, verstehe. Sie kommen aus dem Saarland.“ „Nein, aus Bayern, aber Sie haben das noch nicht ganz kapiert.“ „Was?“ „Das mit der Zusammenlegung.“ „Es geht um die einfachere Verwaltung der…“ „Eben nicht! Wir wollen nicht das Saarland an der Backe haben!“ „Weil das verwaltungstechnisch schwieriger wäre?“ „Es geht um den Länderfinanzausgleich.“ „Und was spricht gegen das Saarland?“ „Der Länderfinanzausgleich natürlich!“

„Man könnte doch die Bundesländer erst einmal nach ihrem Zahlungsüberschuss ordnen.“ „Und dann?“ „Können wir die Länder denn davon abhalten, sich für unabhängig zu erklären?“ „Ja.“ „Ach so. Dann müssten wir uns vielleicht…“ „Das geht auch nicht.“ „Was machen wir hier eigentlich?“ „Jedenfalls können wir nicht einfach die Hälfte der Bundesländer rauswerfen.“ „Nicht einmal die, die unter dem Durchschnitt liegen?“ „Warum das denn?“ „Weil wir dann nicht mehr unter dem Durchschnitt liegen würden. Wir trennen uns von denen, und dann liegen wir immer über dem Durchschnitt.“ „Über welchem?“ „Über dem Durchschnitt. Also über dem… ach, verdammt.“ „Merken Sie selbst, oder?“

„Ein Staatenbund! Wir könnten doch einen Staatenbund eingehen.“ „Mit wem denn?“ „Und warum überhaupt?“ „Beispielsweise mit Griechenland.“ „Wir kommen Sie denn auf diese absurde Idee!?“ „Naja, die Wirtschaft ist da doch ziemlich schlecht.“ „Und?“ „Wenn wir mit den Griechen fusionieren, lägen wir dauerhaft über dem Durchschnitt.“ „Das klingt eigentlich gut.“ „Aber müssten wir dafür nicht den Euro aufgeben?“ „Können das nicht die Griechen?“

„Aber wenn wir die Länder zusammenlegen, die Schulden verschwinden nicht.“ „Hat Ihnen mal jemand die Wirtschaftskrise erklärt?“ „Das heißt, wenn wir Rheinland-.Pfalz erhalten, wird Nordrhein-Westfalen trotzdem nicht saniert?“ „Ich hätte es mit Sachsen-Anhalt erklärt, aber so geht es auch.“ „Und wenn wir beispielsweise Bayern mit Niedersachsen und…“ „Vergessen Sie’s. Das wird nicht geschehen.“

„Irgendwas müssen wir doch jetzt vorweisen.“ „Aber wie denn? Wir haben doch nicht einmal einen Ansatz.“ „Irgendwas Historisches vielleicht, oder eine…“ „Historisch?“ „Wieso fragen Sie?“ „Weil ich da gerade eine Idee habe. Die einer radikalen Lösung dieses nationalen Problems.“ „Radikal?“ „Jedenfalls eine sehr einfache Lösung.“ „Und die wäre?“ „Nehmen wir mal an, man würde – nur mal so als Gedanke – quer durch Deutschland eine Mauer bauen.“

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