Wahlverwandtschaft

28 01 2015

„Und bitte nicht wieder diese Bayernpartei, Frau Merkel. Wir sind ja echt tolerant, wir haben Texaner und wir haben Palin, aber bitte nicht wieder diese Bayern. Bilden Sie einfach eine Regierung aus ganz normalen Menschen, die auch zurechnungsfähig sind. Mehr verlangen wir ja schon gar nicht mehr.

Natürlich können Sie diesen Horst wieder ins Kabinett berufen, oder Sie schauen einfach weg, wenn er doch wieder Vorsitzender der Bayernpartei wird. Aber wir würden uns sehr viel mehr freuen, dass die Wirtschaft wieder gute deutsche Produkte importiert, weil Frau Merkel eine verlässliche und jederzeit vorhersehbare Regierung gebildet hat, wie man es von ihr erwarten konnte. Können wir doch, oder? Lassen Sie uns nicht im Stich! Wir müssten sonst doch noch mal nachdenken, ob wir den Euro wirklich so gut finden.

Sie haben hier in Deutschland doch auch so ein Parteiensystem wie wir. Bei uns sind das zwei sehr konservative Parteien, bei Ihnen sind das zweimal die SPD, und die eine SPD heißt CDU und ist ein bisschen weniger konservativ. Warum machen Sie das nicht einfach so wie wir: mal gewinnen die einen, mal verlieren die anderen? Wir sind doch letztlich beide an einer guten Zusammenarbeit mit den USA interessiert, nicht wahr?

Eigentlich fanden wir diese FDP gar nicht schlecht, Frau Merkel. Ein bisschen farblos, auf der anderen Seite viel zu laut – okay, wir haben wie gesagt Palin, wir haben zweimal Bush durchgestanden und die Tea Party, aber derart wenig Substanz, das ist schon komisch. Und das war erst Westerwelle, der Rest von dieser Partei ist ja noch lächerlicher. Können Sie die nicht irgendwie zurückholen, Frau Merkel? Damit wir sehen, die Deutschen, das sind die Spaßmacher, von denen geht keine ernsthafte Gefahr aus? Sie müssen schon zugeben, ein Außenminister, der sich überall lächerlich macht, das nimmt der Welt schon ein bisschen die Angst vor einem deutschen Angriff.

Unsere Sicherheitsdienste haben gerade in Erfahrung gebracht, dass Sie es demnächst mit den Grünen versuchen wollen. Machen Sie das bitte nicht, Frau Merkel. Das könnte zu Verwerfungen in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit führen, und am Ende wäre davon auch die Politik betroffen. Das ist eine Partei, die wir aus europäischer Sicht gut nachvollziehen können, aber wir sind eben keine Europäer. Und wir wollen eben auch nichts verstehen. Wir sind Amerika. Das reicht uns. Sonst müssten wir uns vielleicht außenpolitisch auch ein bisschen zugeknöpfter verhalten.

Jetzt regen Sie sich nicht so auf. Hat der Typ von den Grünen eine Hanfpflanze auf dem Balkon gehabt, ja oder nein? Also. Und wir können das den Stützen unserer Gesellschaft nicht verkaufen, auch nicht dann, wenn bei uns Marihuana gerade entkriminalisiert wird. Unsere Wähler verfolgen die Nachrichten nicht, die wollen uninformiert bleiben, weil sie sich dann besser aufregen können.

Gut, Sie haben inzwischen eine ganze Partei, die das so macht. Aber noch regieren die nicht.

Sie sollten mal über einen informellen Zusammenschluss von CDU und SPD nachdenken, Frau Merkel. Ganz unverbindlich. Politik aus einem Guss. Wir sind ja, ich hatte das wohl schon erwähnt, immer an einer verlässlichen deutschen Regierung interessiert. Wir planen gerne langfristig, und wenn auch Sie uns versichern können, dass die Deutschen über eine Legislaturperiode hinaus an der Seite ihrer amerikanischen Partner stehen möchten, dann ist das für beide Seiten ein Gewinn. Jedenfalls für Sie, Frau Merkel. Sie müssten sich Ihre Freunde wieder selbst aussuchen, und das in Europa. Keine angenehme Vorstellung, oder?

Beispielsweise dieser Vizekanzler. Im einen Augenblick will er das Freihandelsabkommen um jeden Preis, dann muss er plötzlich auf seine Partei hören. Dann ist er gegen Fremdenfeindlichkeit und pro Islam, und auf einmal redet er mit dieser Partei, die sich als Demonstrationszug verkleidet hat. Dabei ist er schon Vizekanzler geworden, was will der Mann noch sein? der liebe Gott? Sorgen Sie da für Ordnung, Frau Merkel, oder schmeißen Sie den Fisch zurück in die See. Er stinkt.

Überhaupt sollten Sie an die Vorstellung einer absoluten Mehrheit viel entspannter herangehen. Wir schaffen das doch auch. Sie kriegen damit die Grünenweg und den linken Flügel der SPD und die Linke und diese Alternativen und die richtigen Nazis und die Liberalen und den Rest. Sie sind doch so gerne mal konservativ und mal sozial und mal demokratisch. Dann müssen Sie sich auch nicht jedes Mal überlegen, wem Sie auf die Füße treten. Machen Sie es einfach, Frau Merkel. Es ist auch in unserem Interesse.

Sonst müssten wir nämlich der NSA wieder genauer zuhören. Und wir würden uns dafür interessieren, warum wir Ihr Telefon in der Zwischenzeit nicht abhören konnten. Und warum Sie jetzt erst der Verschlüsselung den Kampf ansagen. Das kann doch keiner wollen.

Wie, Probleme? mit uns? Frau Merkel, jetzt überraschen Sie mich aber. Sie haben doch als großer Bruder selbst den Griechen geraten, was sie wählen sollen. Warum sollen denn wir das nicht? Wir, Ihre amerikanischen Freunde. Das sind wir doch, oder?“

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28 01 2015
Senatssekretär FREISTAAT DANZIG

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