Rechtsempfinden

8 04 2015

„Wir müssen die Täter finden, und dann müssen wir natürlich auch zusehen, dass wir diese rechten…“ „Jetzt stellen Sie sich mal locker, das sind doch keine Rechten in Tröglitz. Das sind besorgte Bürger.“ „Dieses faschistoide Scheißpack!? das bezeichnen Sie also als besorgte Bürger?“ „Na sicher. Wenn bei Ihnen in der Nachbarschaft so einfach ein Neubau abbrennen würde, wären Sie dann etwa nicht besorgt?“

„Man muss doch die Ursachen für diesen immer mehr offen zutage tretenden Rassismus bekämpfen, und dann muss sich der Rechtsstaat gegen diese Strukturen zur Wehr setzen.“ „Aber gerne. Dann schaffen Sie diese Asylanten doch irgendwohin, wo sie nicht auffallen, und dann haben wir das Problem gelöst.“ „Also hören Sie mal, das sind Opfer von islamistischem Terror!“ „Das sind Armutsflüchtlinge. Wenn die ein bisschen mehr arbeiten würden, könnten sie sich auch Waffen leisten und müssten nicht immer darauf warten, dass wir ihnen den Arsch retten.“ „Und damit ist es dann für Sie getan?“ „Jetzt regen Sie sich mal nicht so auf, das kriegen wir schon unter den Teppich. Demnächst ist Fußball, dann kommt wieder ein Flugzeug runter, die Griechen kommen auch nicht zur Vernunft, und dann haben Sie es auch schon verdrängt.“

„Wir sind das doch unserem internationalen Ruf schuldig, dass wir einschreiten gegen diese Brandanschläge.“ „Sie meinen sicher, die nächste Regierungskoalition zwischen Sarkozy und dem Front National wäre weniger deutschfreundlich, wenn wir die ganzen Zigeuner rauswerfen?“ „Der Zentralrat der Juden beschwert sich schon.“ „Der schreit immer, dazu kriegt er ja unser Geld. Und ich hatte gar nicht gewusst, dass es sich bei diesen muslimischen Asylanten um Israelis handelt?“ „Reden Sie doch keinen Unsinn! Natürlich beschweren sich die Juden, gegen die hetzt doch der Stammtisch als erstes, auch wenn einem nie einer über den Weg gelaufen ist!“ „Wundert Sie das? In Tröglitz gibt’s auch keine Asylanten, und doch haben unsere Landsleute keine Mühen gescheut, um ihrem nationalen Standpunkt Nachdruck zu verleihen.“

„Sie meinen also ernsthaft, dass keiner aus dem beschissenen Nest für den Mordanschlag…“ „Mordanschlag? hat jemand das nicht überlebt?“ „… verantwortlich war?“ „Sie haben doch die Proteste vorher gesehen. Das waren so viele Aktivisten, das waren doch mehr aufrechte Deutsche, als Tröglitz zu bieten hat.“ „Natürlich wieder mal die Opfertheorie.“ „Als aufrechter Deutscher befindet man sich heute eben in der Opferrolle, das kann ich auch nicht ändern.“ „Und die haben auch den Bürgermeister vertrieben?“ „Der ist doch freiwillig gegangen.“ „Aber erst auf Druck von Demonstrationen.“ „Und da wollen Sie sagen, dass abendliche Spaziergänge gegen den gesellschaftlichen Mainstream keinen Erfolg mehr haben können?“ „Sie wollen sich doch nicht ernsthaft mit PEGIDA vergleichen?“ „Aber nein. Keiner von uns hatte plötzlich Sigmar Gabriel im Enddarm stecken.“

„Dann werden wir jetzt erst recht gegen diese Fremdenfeindlichkeit vorgehen.“ „Per Gesetz und von oben? dann mal viel Spaß mit dem gesunden Volksempfinden.“ „Wir werden die Flüchtlinge privat unterbringen.“ „Das ist eine vernünftige Idee. Wenn diese Leute schon Kloschüsseln in ihre Bestandteile zerlegen, dann muss es ja nicht unbedingt öffentliches Eigentum sein.“ „Wir werden diese Menschen privat unterbringen, dann haben sie auch eine bessere Möglichkeit, sich in die Gesellschaft zu integrieren.“ „Die sollen sich nicht integrieren, die sollen den Schiffsfahrplan auswendig lernen, damit sie so schnell wie möglich wieder abdampfen.“ „Wer schreit denn sonst immer am lautesten, dass sich Migranten integrieren sollen?“ „Wer erzählt denn immerzu, dass diese Kaffern angeblich nur hier bleiben, bis in ihrer Heimat die Steinzeit überwunden ist?“

„Leute wie Sie sind der Grund, warum wir in diesem Grund ein Problem mit Rechtsradikalismus haben.“ „Leute wie Sie sind der Grund, warum jeder, der seine Nationalität ernst nimmt, gleich als Nazi gilt.“ „Leute wie Sie sind jedenfalls der Grund, dass wir jetzt endlich mal einen breiten Widerstand gegen diesen Dreck formen müssen.“ „Viel Vergnügen dabei. Sie können ja als erste Maßnahme die staatliche Finanzierung der verfassungsfeindlichen NPD einstellen, wenn Ihnen das als Sofortprogramm reicht.“ „Auf keinen Fall, das sind doch die Führungsstrukturen der Neonazi-Szene!“ „Und die sind Ihnen als Feindbild so wichtig, dass Sie ihnen mit einem bedingungslosen Grundeinkommen über die Runden helfen müssen.“ „Wir können die Führungsstrukturen vielleicht noch außerhalb der Partei beobachten…“ „Ach, auf einmal?“ „… aber die Schnittstellen zu autonomen Rechten müssen wir im Auge behalten.“ „Das klingt logisch. Sie füttern die Neonazis mit Geld, und Ihr großer Vorsitzender baut die Verfassung ab, damit die Morde an ein paar Türken sich nicht so schnell wiederholen.“ „Was wollen Sie eigentlich? dass wir deshalb die einzig überschaubare Naziorganisation außer Acht lassen?“ „Doch, machen Sie ruhig, die meisten sind sowieso längst bei uns. Oder was meinen Sie, warum wir die AfD gegründet haben?“

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