Scheißgrundgesetz

6 05 2015

„Wie jetzt, ‚Scheißgrundgesetz‘?“ „Ist doch ein klarer und prägnanter Titel. Da weiß dann jeder Besucher auch sofort, was ihn erwartet.“ „Sie machen also eine Ausstellung, die ganz offen unsere Verfassung ablehnt und…“ „Nein, wir lehnen sie nicht ab, wir sind verfassungskritisch. Das ist ein großer Unterschied.“ „Verschonen Sie mich doch mit Ihren dämlichen Spitzfindigkeiten, das ist hier ganz klar eine verfassungsfeindliche…“ „Verfassungskritisch, bitte schön.“ „… Aktion, und die werden wir selbstverständlich verbieten.“

„Ihnen ist natürlich klar, dass wir in diesem Land immer noch Meinungsfreiheit haben.“ „Ihnen ist hoffentlich auch klar, dass sich diese Meinungsfreiheit als Abwehrrecht ausschließlich auf den Staat bezieht.“ „Eben. Wenn Sie als Staat die Verfassung derart alternativlos vertreten, dann dürfen wir ja unsere Meinung auch äußern.“ „Die Meinungsfreiheit gilt allerdings nur innerhalb der Grenzen der Verfassung, das dürfe Ihnen klar sein.“ „Natürlich ist mir das klar: Sie immunisieren sich, wie das in jeder ideologischen Sekte der Regelfall ist. Bloß keine eigenen Gedanken zulassen. Bloß nicht diskutieren, der andere könnte ja recht haben.“ „Es geht hier nicht ums Recht haben, sondern um den gemeinsamen Konsens, was der Souverän als…“ „Erzählen Sie das Ihrem Therapeuten. Wir sind selbstverständlich anständige Deutsche, wir nehmen nur nicht alles hin, was Sie hier als Verfassung bezeichnen.“

„Was stört Sie denn bitte am Grundgesetz?“ „Zunächst einmal ist es keine Verfassung, aber das wissen Sie ja.“ „Was würde denn in einer Verfassung stehen, was nicht auch im Grundgesetz stünde?“ „Das ist doch in diesem Zusammenhang vollkommen egal.“ „Und deshalb brauchen Sie sich auch nicht an dies Grundgesetz zu halten, weil Sie nicht wissen, was Sie von einer Verfassung erwarten?“ „Es geht ja gar nicht um das Grundgesetz, es geht darum, dass ein Grundgesetz überhaupt nicht zu Deutschland passt.“ „Wer behauptet denn so einen Schmarrn?“ „Haben wir denn in den letzten Jahrzehnten seit Kriegsende eine richtige Verfassung gehabt?“ „Hatten wir denn in den letzten Jahre vor dem Kriegsende eine?“ „Das ist hier nicht erheblich, ich finde einfach nur, dass dieses Grundgesetz nicht der deutschen Kultur und unseren nationalen Werten entspricht.“ „Und das wäre?“ „Was?“ „Was den nationalen Werten entspräche oder aber der deutschen Kultur.“ „Auf jeden Fall eine politische Möglichkeit, sich kritisch mit diesem Grundgesetz auseinanderzusetzen. Man wird hier ja mundtot gemacht.“ „Inwiefern?“ „Unsere Ausstellung wird ja nur deshalb nicht zugelassen, weil wir als Ausdruck unserer deutschen Herkunft so ehrlich sind, das als Scheißgrundgesetz zu bezeichnen.“ „Ihre Ausstellung wird vor allem deshalb nicht stattfinden, weil dieser ganze antidemokratische, nationalistische Dreck komplett gegen sämtliche Rechte verstößt, die einen Rechtsstaat nun mal ausmachen.“ „Und Sie sind befugt, das als deutsche Werte zu definieren?“ „Seit wann muss man die in der Verfassung verbrieften Grundrechte als deutsch auffassen?“ „Danke, dass Sie es noch einmal so schön demonstriert haben. Wer sich als Hüter dieses Grundgesetzes aufspielt, kämpft also aktiv gegen die deutsche Identität.“

„So, und jetzt habe ich die Schnauze voll von Ihren Haarspaltereien. Nehmen Sie Ihren Mist und hauen Sie ab.“ „Sie wissen aber, dass ein großer Teil der Deutschen so denkt wie wir?“ „Sie meinen doch nicht ernsthaft, dass die Bevölkerung…“ „Sie nennen das Bevölkerung, klar. Dann müssen Sie auch nicht mehr zugeben, dass das deutsche Volk natürlich längst ausgelöscht ist vor lauter Überfremdung im eigenen Land.“ „Erzählen Sie nicht so einen hanebüchenen Unsinn! Die Mehrheit wählt schließlich keine verfassungsfeindlichen Parteien.“ „Weil diese schweigende Mehrheit sich ja nicht mehr traut, ihre Stimme zu erheben. Die wissen doch längst, dass sie in Deutschland von den Medien totgeschwiegen werden und dass kein Politiker sich mehr traut, eine…“ „Raus hier!“ „Klar, machen Sie es sich einfach. Da müssen Sie sich keine eigenen Gedanken mehr machen, das übernimmt ja bei Ihnen die Systempresse. Ist bei Ihrem geistigen Horizont wahrscheinlich auch viel einfacher als Eigeninitiative.“ „Zum letzten Mal: Sie verlassen jetzt auf der Stelle den…“ „Gut, ich bin ja schon weg. Sie werden ja sehen, was die Geschichte mit Ihnen macht. Auf die offenkundigen Widersprüche in Ihrem Grundgesetz muss ich Sie ja nicht hinweisen, die werden Sie sicher schon selbst bemerkt haben.“ „Ich zähle jetzt bis drei, und wenn ich Sie dann hier noch sehe, dann werde ich Ihnen höchstpersönlich Ihren verfassungsfeindlichen…“ „Kritisch! Verfassungskritisch, das habe ich Ihnen schon so oft…“ „Eins, zwei…“ „Sie verstehen es wohl einfach nicht, uns geht es doch um Ihre Sache! Wir sind auch aufrechte Deutsche, die dieses Land lieben und deshalb gegen die Unvereinbarkeit von Grundgesetz und aua! Au, lassen Sie das, ich hole die – aua! Auweh, au, aua!“ „Und jetzt raus hier, Sie gottverdammter Schlipsnazi, und lassen Sie sich nie wieder…“ „Auweh, aua! Verdammt noch mal, ab jetzt machen wir wieder was gegen den Islam – da fragt wenigstens keiner!“

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4 responses

6 05 2015
mmmomentaufnahme

Gibt’s denn hier keinen „Gefällt mir“-Button? Alles muss man selber machen 😉

6 05 2015
bee

Das ist wie am Muttertag. Die selbst gemachten Geschenke sehen zwar nicht so perfekt aus, sind aber trotzdem viel schöner.

6 05 2015
weltanschauung

Schöner Text – mit einem Ende, der es perfekt auf den Kopf trifft!

6 05 2015
bee

Wir sind ja immer zufrieden, wenn wir die politisch tätige Klasse wieder zurück an ihre Wurzeln führen können.

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