Geschenkt

24 05 2015

für Kurt Tucholsky

Es steht dort auf der Straße
ein Kistchen, klein und fein.
Mit Sorgfalt und mit Maße
legt einer dieses rein:
Sechs goldbemalte Teller,
ein reizendes Besteck –
da war nun einer schneller,
die Löffel sind schon weg.
Es ist nicht mehr von Nutzen.,
man müsste es nur putzen,
drum steht ein Schild dabei, ach denkt:
    Dies ist
        geschenkt.

Herr Schmidt kriegt keine Weine.
Er bangt um’s Tanzlokal,
das kommt nicht auf die Beine.
Und dies wär nun fatal.
Man macht ihm die Offerte:
zehn Kistchen, süßlich, rot.
Wenn er dies Zeug dann leerte,
sein Laden wäre tot.
Das will kein Mensch mehr trinken,
da wird die Hoffnung sinken,
eh Schmidt sich seinen Kopf verrenkt:
    geschenkt!
        Geschenkt!

Die böse Schrumpeltante,
die alte SPD,
die man stets geizig nannte –
jetzt gibt sie aus. Oh je.
Sie gibt’s mit Vorratsdaten,
mit Streik und Mindestlohn,
und alles missgeraten.
Sie spricht sich selber Hohn.
Für uns ist es am besten,
man nimmt von diesen Resten,
weil’s uns beleidigt, schmäht und kränkt
    nichts mehr
        geschenkt.

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