Willkommen in Deutschland

26 08 2015

„Oder wir organisieren ein Konzert mit Lindenberg und dem Dings, wie heißt er noch?“ „Gabriel?“ „Singt der jetzt auch?“ „Igitt!“ „Leute, bisschen mehr Ernst! Wir müssen bis sechs ein fertiges Konzept präsentieren: Deutschland heißt seine Flüchtlinge willkommen. Also avanti!“

„Man könnte so eine Art Mutti-Feature daraus machen.“ „Die macht doch Bürgerdialog?“ „Eben, aber jetzt muss sie mal zwischen Wut- und Nichtbürgern auftreten.“ „Läuft bei ihr.“ „Logo, mit Neuland kennt die sich aus.“ „Ist doch Mist, die setzt sich da hin und labert einen vom Pferd und warum das voll dufte ist, wenn sie einen wieder abschieben, und wir gucken wieder in die Röhre.“ „Vielleicht streichelt sie ja wieder einen.“ „Meine Güte, Sie hängen sich an Sachen auf.“ „Widerlich!“ „Das wird man doch wohl noch…“ „Und dann auch noch ein Besorgtbürgerversteher!“ „Bäh!“ „Pfui!“ „Ich meine doch nur…“ „Igitt!“ „… wenn wir die Kanzlerin in so eine versiffte Zeltstadt kriegen, also nicht die Vorzeigeversion von ausgewählten, gut gebrieften, linguistisch geschulten Problembürgern, dann muss sie doch schon aus wahltaktischen Gründen sympathisch rüberkommen.“ „Hören Sie mal, die Schnepfe ist in der CDU!“ „Weiß ich, das ist immerhin eine christliche Partei, und die…“ „Als konservative Partei heißt man keine Einwanderer willkommen, klar?“ „Aber de Maizière ist auch doch schon freiwillig ins Lager gegangen?“ „Wenn Sie dem sagen, er darf irgendwo kleine Kinder anfassen, dann macht der alles.“

„Denkt doch mal ein bisschen mainstreamiger, ja?“ „Geht es noch mainstreamiger als Merkel?“ „Was ist überhaupt Mainstream?“ „Die Scheiße, die jeder kauft, obwohl er sie eigentlich nicht mehr abkann, aber es gibt nichts Besseres.“ „Also Helene Fischer.“ „Nö, Merkel ist länger im Geschäft.“ „Aber längst nicht so populär.“ „Leute, ich…“ „Und die kommt auch irgendwo aus dem Osten.“ „Und, muss sie deshalb gleich Kanzlerin werden?“ „Leute, es muss doch möglich sein, dass wir…“ „Stell Dir mal vor, wie die Im Rahmen der marktkonformen Möglichkeiten ein Stück weit alternativlos durch die Nacht singen würde.“ „Boah, mir wird jetzt echt mal…“ „Leute! Wir sitzen hier nicht zum Spaß! Das Kanzleramt will Ergebnisse sehen!“

„Also doch wieder Gabriel?“ „Ergebnisse!“ „Ja, bin schon still.“

„Man könnte doch den Tillich mal losschicken.“ „Wenn Sie den operativ aus Lutz Bachmann entfernt kriegen, nur zu.“ „Vielleicht würde der sich sogar einigermaßen vernünftig äußern.“ „Tillich?“ „Was rauchen denn Sie!?“ „Aber…“ „Die haben doch nie etwas gegen echte Kriegsflüchtlinge gehabt.“ „Gegen Flüchtlinge nicht, aber es durften eben keine Ausländer sein.“

„Wir sollten eine Doppelspitze ins Rennen schicken.“ „Guttenberg und Til Schweiger.“ „Oder Seehofer und von der Leyen.“ „Ich möchte noch mal darauf hinweisen, dass wir nur noch…“ „Seehofer und Guttenberg.“ „Dann schon lieber Til Schweiger und…“ „Verdammt, wofür bezahle ich Sie eigentlich!? Ich will Ergebnisse sehen!“ „Was machen die eigentlich?“ „Naja, Nationalhymne singen und so.“ „Also könnte man doch Seehofer und Helene Fischer…“ „Vergessen Sie es einfach.“

„Aber auf jeden Fall im Politikbereich.“ „So im weiteren Sinne, würde ich sagen.“ „Dann kann man ja Nahles auch irgendwie…“ „Hören Sie mal, wollen Sie die Flüchtlinge begrüßen oder in die Flucht schlagen?“ „Oder wir holen uns Genscher zurück, und der sagt denen dann, wir sind heute hier, um Ihnen, Ihre Ausreise…“ „Leute!“

„Wenn’s nach mir ginge, sollten wir de Maizière schicken.“ „Wieso ausgerechnet den?“ „Der war doch schon.“ „Der ist doch sowieso zuständig für die, und er war schon da, und außerdem ist er doch die linke Hand, mit der die Kanzlerin die dreckigen Sachen erledigt.“ „Das kann ich so nicht gelten lassen.“ „Leute, jetzt verrennen wir uns in Kleinkram!“ „Jogi Löw!“ „Es muss doch möglich sein, dass…“ „Der kann die richtig motivieren.“ „Außerdem spricht der auch so, dass die vor den Deutschen nicht gleich Angst haben.“ „Wollen Sie uns etwa zum Flüchtlingsweltmeister machen?“ „Gegenfrage: wäre Ihnen Lothar Matthäus lieber?“ „Mir platzt jetzt aber echt gleich der Kragen!“ „Genau: Trappatoni!“ „Ist doch kein Deutscher.“ „Sind die Flüchtlinge auch nicht.“ „Ruhe jetzt! Ich will eine zielorientierte Diskussion hören, wie wir im Rahmen der…“ „… marktkonformen Möglichkeiten ein Stück weit…“ „… Vorgaben des Kanzleramts einen Lösungsweg finden, mit dem wir alle gemeinsam zufrieden sein können!“ „Hören Sie das auch?“ „Was denn?“ „Ja! Genial!“ „Große Klasse, große Klasse!“ „Was denn bitte!?“ „Die Handpuppe macht exakt das, was die Kanzlerin will, absolut Mainstream, sofort verfügbar, ein Mutti-Feature vom Feinsten!“ „Und kommt sicher sehr sympathisch rüber.“ „Wobei das auch schon wieder total egal ist.“ „Und die Flüchtlinge wissen sofort: das hier muss Deutschland sein.“ „Klasse?“ „Hä?“ „Und billig ist der auch noch.“ „Quasi zum Selbstkostenpreis.“ „Super!“ „Hallo, Kanzleramt? Ja, wir sind’s. Wir hätten da mal einen Job für Herrn Seibert.“

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2 responses

26 08 2015
buchstaeblich

Oder doch Heino und Frau Katzenberger? Nee, lieber die Geissens.

26 08 2015
bee

Xavier Naidoo und Armin Meiwes. Den Unterhaltungsteil übernimmt übrigens der Kannibale.

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