Kulturaustausch

7 12 2015

„Sie machen sich ja keine Vorstellungen davon, wie ungeheuer schwierig es ist, das ganze Abendland zu islamisieren. Man kommt praktisch zu nichts anderem mehr. Und das sage ich Ihnen als Funktionär, der das hauptberuflich machen muss!

Nehmen Sie noch ein Stückchen Schokolade, hier kommen gerade die Remittenden an vom Moschee-Adventskalender. Mir fällt ein Stein vom Herzen, sage ich Ihnen – jahrelang hat’s keiner gemerkt, und endlich regt sich einer auf, dass wir den Christen ihr schönes Weihnachtsfest zu Klump hauen. Unsere Kreativabteilung ist schon fast durchgedreht. Schokoosterhasen mit Prophetenbart, der Sarotti-Mohr mit Sprengstoffgürtel, das war ja langsam nicht mehr feierlich.

Überhaupt, wenn Sie ein paar kreative Köpfe kennen, die uns zuarbeiten könnten, wäre ich Ihnen sehr zu Dank verbunden. Gerne aus der Werbe- oder PR-Branche, aber Verwaltungsfachleute sind uns ebenso willkommen. Die wissen, wie man die Deutschen am besten ärgern kann. Die Frau Kieselmann-Drummbötter – gebürtig aus Essen, die kennt die deutsche Psyche aus dem ff., großartige Mitarbeiterin – die hat das Gerücht in Umlauf gebracht, dass wir nur noch die Bezeichnung ‚Wintermarkt‘ haben wollen, sonst kommen unsere Terroristen in die deutschen Innenstädte. Zwei Wochen Lobbyarbeit, und schon flutscht die Sache.

Unser Problem ist, dass wir einfach keine historischen Vorbilder produktiv einsetzen können. Das Kalifat von Córdoba ist ja kaum mehr bekannt, in Deutschland hat sich sowieso nie jemand dafür interessiert, und ich gebe zu, wir haben da auch Versäumnisse zu beklagen. Wer hat denn heute noch Angst vor dem schwarzen Mann? Da waren die Kreuzritter erheblich professioneller. An die erinnert sich nämlich jeder. Das nenne ich mal ein gelungenes Beispiel für Kulturaustausch!

Sie werden das wahrscheinlich nicht wissen, aber wir müssen uns da an viele Abmachungen halten. Bestimmt kennen Sie noch die furchtbaren Geschichten aus der Zeit Ihrer Vorväter, die Weisen von Zion, die ganze jüdische Weltverschwörung – schlimm, nicht wahr? Wir mussten Jahrzehnte mit dem Makel leben, dass wir nicht auch so etwas hingekriegt haben. Schlimmer noch, die jüdische Weltverschwörung ist ja noch im Gange, und wir sind vertraglich verpflichtet, uns auf gar keinen Fall einzumischen.

Sie dürfen mich nicht für einen Antisemiten halten, um Gottes Willen! Unsere Kooperation mit den jüdischen Verschwörungsbehörden ist sehr eng, außerordentlich vertrauensvoll und von großem gegenseitigen Respekt geprägt. Wir haben ja nun einmal einen gemeinsamen Feind – Sie und Ihr sogenanntes christliches Abendland. Die deutsche Leitkultur, Europa als westliche Wertegemeinschaft und diesen ganzen Krempel. Da ist es schon sehr beruhigend, dass wir ältere Vorfahren haben, in deren Fußstapfen wir treten können.

Allerdings müssen wir zahlreiche Kompromisse eingehen. Schauen Sie, die Juden waren zuerst da und haben sich in ihren Kompetenzbereichen mit vielen Fachkräften einen Namen gemacht. Erst in der Finanzwelt, dann in der Politik, heutzutage ist man dabei, sich in den Medien auszubreiten – Sie werden verstehen, diese Einflüsse gibt man nicht einfach so auf. Wir mussten uns also einen eigenen Bereich suchen, um die Islamisierung im Abendland voranzutreiben. Handwerk? Das wird zu wenig wahrgenommen, und wie sollten wir den schädlichen Einfluss des Islam im Bewusstsein der Gesellschaft verankern? Man kann doch nicht nur jede Woche irgendwo ein Minarett hinbauen, das wird doch auf Dauer langweilig. Wir wollten uns wissenschaftliche betätigen, die Juden hatten uns dazu geraten, aber sie haben etwas übersehen: wir haben so gut wie keine Multiplikatoren im akademischen Mittelbau. Gut, den gibt es bald sowieso nicht mehr, aber irgendwie kam daraus der rettende Gedanke. Wir sind also jetzt prägend in der Alltagskultur. Das ist ein Gebiet, wo wir von den anderen Lobbygruppen nicht beeinflusst werden.

Wir profitieren hier schließlich von den internationalen Erfahrungen des Weltjudentums. Schauen Sie sich beispielsweise einmal unsere Siedlungsstruktur an, fällt Ihnen da etwas auf? Wir haben direkt die Erkenntnisse unserer jüdischen Berater umgesetzt. In Japan beispielsweise, einem Volk von knapp 130 Millionen Menschen, hat es noch nie Juden gegeben. Vielleicht mal einen israelischen Botschafter oder einen Soldaten der US-Armee, einen Manager, aber nie einheimische Juden. Trotzdem gibt es regelmäßig antisemitische Kundgebungen und Bücher und Populisten, die behaupten, dass jüdische Einbrecherbanden nachts durch Tokio streifen und wehrlose Bürger im Schlaf abstechen. Das Team hat eine Analyse angefertigt, nach der wir in Sachsen nur 0,2% der Bevölkerung stellen. Das ist doch wie ein Sechser im Lotto, mehr Angst können Sie gar nicht verbreiten!

Sie sehen, so eine Komplettislamisierung ist nicht einfach. Momentan ist unsere Sponsorensuche etwas ins Stocken geraten. Die Bankhäuser sind ja wie gesagt anderweitig orientiert. Da müssen wir uns noch etwas einfallen lassen, und dann müssen wir uns jetzt ranhalten, schließlich brauchen wir bis Jahresende noch etliche Gerüchte, dass Flüchtlinge deutsche Supermärkte ausrauben und die Polizei strikte Order hat, unsere Straftaten nicht zu verfolgen. Und Einbrecherbanden. Wissen Sie, wen man da fragen könnte?“


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