L’art pour l’art

21 01 2016

„Was bildet sich dieser Fatzke eigentlich ein!“ Anne war außer sich vor Wut. „Zehn Jahre lang war ich gut genug, ihm jeden Ärger vom Hals zu halten, und jetzt behandelt er mich wie einen Fußabtreter!“ Luzie schob mir das Schälchen mit den Keksen für Besucher herüber. „Gehen Sie besser nicht rein“, flüsterte sie. „Sie ist imstande und schmeißt Ihnen etwas an den Kopf!“

„Taubenheim!“ Anne knirschte mit den Zähnen. „Taubenheim, dieses verfluchte Schwein!“ Als Generaldirektor der Vereinigten Gummiwerke hatte er mit einigen Patenten Unsummen verdient. Anne, die seinerzeit noch in der Großkanzlei angestellt war, hatte alle seine Rechtsstreitigkeiten mit der Konkurrenz siegreich erledigt, sie hatte sogar den Geniestreich des Patriarchen, den multielastischen Kautschukschlauch MK-31/b, gegen ein minderwertiges chinesisches Plagiat auf dem Markt verteidigt und ihm damit Millionenumsätze gesichert. Allein das war es nicht. Herr Gustav Taubenheim war ebenfalls passionierter Sammler aller Arten von Kunst. Sein Geschmack galt nicht als erlesen, doch seine Sammelleidenschaft ließ ihn vor nichts zurückschrecken. „Ich darf nichts sagen“, knurrte sie, „als seine ehemalige Anwältin bin ich immer noch zum Schweigen verurteilt.“

Allerdings konnte man sich die Dinge auch gut zusammenreimen. Einige nicht ganz unbekannte Bilder verloren sich schon kurz nach dem Diebstahl aus gut gesicherten Museen im Dunkel, während Taubenheim Millionen lockermachte und recht lose über neue Erwerbungen seiner Privatgalerie sprach. Eine seiner drei Verflossenen, eine jüngere, dafür aber um so untalentiertere Schauspielerin, konnte sich sehr gut an einen bis heute verschollenen Picasso erinnern; tragisch, wie sie, die nicht schwimmen konnte, bei einer Bootstour auf dem Mittelmeer plötzlich im Abendkleid ins Wasser sprang.

„Und jetzt will dieses dumme Schwein, dass ich seinem neuen Anwalt die Rechtsgeschäfte übertrage!“ Sie raste vor Zorn. „Er kommt heute Nachmittag und will sämtliche Prozessunterlagen abholen.“ „Der Anwalt?“ „Taubenheim“, schrie Anne, „das ist es ja! Er hofiert diesen dummen Schnösel auch noch!“ Ich blickt auf den Tisch; der Stapel aus Aktenbündeln hatte durchaus einiges Gewicht. Zwei Kartons mit leeren Aktenordnern standen an der Wand, eine ausrangierte Pinnwand lehnte am Sofa hinter dem Besprechungstisch. Ich kniff ein Auge zu. „Warte mal.“ Sie sah mich mit wachsender Skepsis an. „Du führst doch wieder etwas im Schilde.“ „Im Bilde“, korrigierte ich. „Nur im Bilde.“

Schnell hatte Luzie das nächstgelegene Geschäft für Künstlerbedarf herausgefunden. „Heinestraße links, dann bis zum Stadtpark.“ „In einer Stunde bin ich zurück“, versprach ich, „bis dahin sollte die Grundierung fertig sein.“

Der mitgeführte Einkaufsbeutel reichte für ein halbes Dutzend mittelgroßer Quetschflaschen. Die restliche Wandfarbe hatte sich vorschriftsmäßig verhalten und war, wie das Etikett es versprochen hatte, schnell getrocknet. Luzies Nase hatte davon mehr als genug abgekriegt. „Dann wollen wir mal“, verkündete ich, zog das Jackett aus und schraubte die rote Flasche auf. Wie bunter Senf kleckerte die Farbe auf die matt schimmernde Fläche. „Gelb?“ Anne reichte die Flasche an. Langsam gewann das Werk Gestalt.

Ein wenig Haarspray half bei der Fixierung, ein Nagel war schnell in die Wand geschlagen, schon hing das epochale Gemälde über dem Dreisitzer. „Ich bin begeistert“, sagte Anne trocken. „Dass ich mir so etwas überhaupt leisten kann.“ „Jetzt aber schnell“, drängte Luzie. „Taubenheim kann jede Minute…“ Da klingelte es auch schon. Ich knöpfte mein Hemd auf und schlang mir Annes Seidenschal um den Hals. „Lass mich mal machen. Und räum bloß die Akten weg.“

Der Generaldirektor stapfte gleich mit Hut und Mantel nebst einer leeren Aktentasche ins Büro durch, während ich mich nonchalant erhob. „Ich kann mich auf Ihre Diskretion wie immer verlassen“, verabschiedete ich mich von Anne. „Und Sie sind…“ Taubenheim war irritiert. „Also erlauben Sie mal!“ Ich zog Anne zu mir. „Kann man dem Mann vertrauen? Ich meine, er hat mich schließlich bei Ihnen gesehen.“ Ein verdächtiger Blick zu dem scheckigen Objekt an der Wand verriet meine Unsicherheit. Der Alte begriff. „Sie sind Sammler?“ „Nicht so laut“, beschwichtigte ich ihn. „Ich muss mich von einem Teil meiner Stücke trennen, aus – Gründen.“ Taubenheim hob anerkennend die Augenbrauen. „So?“ „Und da wollte ich das eine oder andere – Sie verstehen schon.“ Er hatte verstanden, und er begann das Farbinferno auf hundert mal hundert Zentimeter zu begutachten. „Interessante Linienführung“, murmelte er. „Das hat Rhythmus, nicht wahr, das hat Feuer. Schön! Was soll das kosten?“ „Sie kennen die Malerin?“ „Ich komme gerade nicht auf den Namen“, bekannte er. „Ist das etwa…“ „Alice Kváč.“ Anne biss sich auf die Unterlippe. „Zehn Prozent.“ „Fünf.“ „Gut, einigen wir uns auf acht.“ Taubenheim schnaubte grimmig. „Sieben Prozent, sonst…“ Ich schluckte. „In Gottes Namen.“

„Zwanzigtausend!?“ Luzie tastete nach ihrem Stuhl. „Das Wichtigste ist, dass er der Kanzlei nun doch als Mandant erhalten bleibt, weil sein neuer Anwalt ja so gar nichts von Kunst versteht.“ Ich nahm einen Keks. „Und ich finde, Du könntest die Wand neu streichen.“ Anne nahm mir den Schal ab. „Ernsthaft – Du bist talentiert!“





Kleines Karo

20 01 2016

„Sie kennen sich ja gut aus mit den deutschen Mittelgebirgen, oder was war damals Ihre Kategorie bei diesem Quiz? Sie wissen doch, Weihnachtsfeier 1993, CSU-Landesgruppe. Sie haben damals sofort gewusst, dass die Eifel in Europa sein muss. Das reicht doch für den Anfang. Daraus machen Sie eine neue, ich sage mal: eine zentrale Kompetenzgruppe, ein Gruppenteam, das der Kompetenzkern der Teamgruppe als Kernkompetenz hat. Das merkt sich die Kanzlerin. Jede Wette!

Haben Sie sonst noch irgendwelche Interessen? Nach der Maut habe ich Sie jetzt nicht gefragt, und das mit der Deutschen Bahn, naja – das war nicht ernst gemeint, oder? Gut, dann wollen wir uns auch weiterhin an konstruktiven Diskussionen beteiligen und nur noch da zur Debatte beitrage, wo wir uns mit dem Thema auskennen, nicht wahr?

Wie wäre es mal mit einem Statement zu diesen selbstfahrenden Autos? kennen Sie nicht? Das hatte ich mir schon gedacht, von Sachen aus Ihrem Ressort verstehen Sie ja am meisten gar nichts. Dabei könnte das doch für Sie wirklich interessant sein. Ein Auto, das vollkommen selbst fährt – das entspricht doch haargenau Ihren intellektuellen Voraussetzungen!

Natürlich können Sie sich gegen die Kanzlerin positionieren. Nur weil Sie in der CSU sind, heißt das nicht, dass Sie keine eigene Meinung haben dürften. Aber überlegen Sie mal. Ist es das denn wert? Es gibt so gemütliche Arten, aus seinem Ministeramt auszuscheiden. Sie wechseln wegen absoluter Unfähigkeit in die Wirtschaft, werden als Quotenknalltüte zur EU abgeschoben, manchmal parkt man besonders renitente Arschlöcher auch im Landwirtschaftsressort, und wenn Sie ganz viel Pech haben, müssen Sie die ganze Wahlperiode im Ministerium verbringen und so tun, als täten Sie etwas. Das ist unangenehm, aber glauben Sie mir, alles ist besser, als wenn Sie jetzt plötzlich ein absolutes, uneingeschränktes Vertauen am Hals haben. Das kann schnell eklig werden.

Fußball wäre doch hübsch? Sie haben keine Ahnung? was bezeichnen Sie denn als ‚keine Ahnung‘? Ungefähr das, was die fünfzig Millionen Bundestrainer kurz vor jedem Länderspiel haben? Das wäre doch noch einigermaßen ausbaufähig. Oder Videospiele – Sie haben doch immer diese komischen Filmchen gegen die Grünen gemacht? Doch, die haben Sie selbst gemacht. Die waren derart beschissen, so hätte die kein anderer hingekriegt. Wollen Sie da nicht noch mal ein bisschen draufsatteln? so als YouTube-Star?

Verstehen Sie mich jetzt bitte nicht falsch, selbstverständlich sind Sie in der CSU ein sehr geschätzter Mann. Wenn ich wüsste, ich könnte machen, was ich wollte, und ich wäre garantiert nie der dümmste Versager in dem Laden, ich würde Sie auch ganz toll finden. Aber die Partei, die Partei, die sind nicht Sie, und Sie haben auch nicht immer recht. Sie haben kleines Karo, wenn überhaupt.

Machen Sie doch mal was mit diesem Internet. Das gehört auch zu Ihrem Ressort, aber das hat noch keiner gemerkt, Sie ja auch nicht, und da haben Sie noch großes Potenzial. Setzen Sie sich doch mal mit einem Alleingang ab und machen Sie Ihren Standpunkt klar! Hier wird auf besondere Initiative der Bundesregierung der Fortschritt des aktuell technisch mit Bordmitteln Machbaren verbessert – keine Experimente! Echtes deutsches Kupferkabel aus nationaler Produktion! Man muss doch auch mal an die Wähler denken!

Oder denken Sie an die Dieselopfer. Also die in der VW-Belegschaft. Die Verbraucher können sich ja privat weiterhelfen. Da könnten Sie noch eine sehr große… Brückenbau? Die Autobahnen sind momentan auch in der… Busunternehmen, wie ist das? Deutsche Bahn AG? Sie wissen, der Sommer droht, und wenn bis dahin die Heizungen nicht voll funktionsfähig…

Wenn Sie unbedingt eine Mutprobe brauchen, warum fragen Sie dann die Kollegin aus dem Verteidigungsministerium nicht mal, warum ihre Maschinen nachts nicht fliegen können? Vielleicht steckt eine Geheimoperation der Drohnenbranche dahinter und Sie können das aufklären. Dann wären Sie zum ersten Mal im Leben in den Schlagzeilen, ohne sich bis auf die Knochen zu blamieren.

Aber mal ehrlich, Sie als Verfassungsrechtler – Sie sind gar keiner? immer wieder schön, das zu hören. Vielleicht kriegen wir ja doch noch eine halbwegs vernünftige Aussage zu den… – Ich muss anders anfangen: könnten Sie sich vorstellen, eine halbwegs vernünftige Aussage zu einem ganz normalen Thema zu tätigen? Giga-Liner? Die Planungsdichte von Tiefbauprojekten außerhalb Bayerns, falls diese auch von Bundesmitteln betroffen sein dürften? Fortgang der heimischen Straßenbauprojekte, da gerade 120 Prozent der verfügbaren Gelder zufällig in der bayerischen Bauwirtschaft versickern? Glauben Sie, der Hoeneß würde eine Protznase wie Sie auch nur zur Kenntnis nehmen?

Oh, ich höre gerade, Seehofer hatte einen kleinen Schwächeanfall. Der Söder krempelt sich gerade die Ärmel hoch und malt Ihren Namen auf den Boden von einem Maßkrug. Haben Sie eine Ahnung, was das bedeuten soll?“





Einzelfalle

19 01 2016

„… auch vermehrt aus der Mitte gewaltbereiter rechter Demonstrationen erfolge. Es sei jedoch noch nicht so weit, dass die Polizei sich ernsthaft in…“

„… habe sich die Aggression bei der ersten Demonstration von HOGESA nicht gegen die Polizei gerichtet. Jäger habe darauf hingewiesen, dass die Hooligans vielmehr nur die Fahrzeuge der Einsatzkräfte umgeworfen hätten, was letztlich nur als Gewalt gegen Sachen in der…“

„… sei eine generelle Gesetzesverschärfung unumgänglich, um der zunehmenden Aggression gegen Polizeibeamte Herr zu werden. Im Gegenzug sei Maas bereit, beispielweise das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen nicht mehr unter Strafe zu…“

„… es erste Überlegungen gebe, gegen die Flaschenwürfe den Einsatz von Bürgerwehren zuzulassen. Dies sei ein Schritt in die richtige Richtung, so de Maizière, der gleichzeitig durch eine Liberalisierung des Gewaltmonopols noch mehr für demokratische Strukturen in…“

„… keine Rede davon sei, dass man die Gewaltanwendung auf Polizisten in den Medien totschweige. Der Fernsehrat des ZDF sehe jedoch in der täglichen Berichterstattung die Gefahr, dass sich zu viele Nachahmungstäter…“

„… gerecht gegenüber den meist aus schwierigen sozialen Motiven heraus handelnden Täter bleiben müsse. Es seien dies zumeist sehr bedauerliche Einzelfälle, die meisten der Täter hätten bei ihrer Verhaftung jedenfalls sehr bedauert, dass sie nicht…“

„… sei eine Verschärfung der Asylgesetze im Bereich des Möglichen, da so weniger Ausländer in Deutschland sich aufhielten, was wiederum zu weniger Demonstrationen von Rechtsradikalen führen werde, wodurch sich die Gefahr für Polizisten ganz erheblich…“

„… zu Widersprüchen führen könne, wenn man undifferenziert diskutiere. So sei die von HOGESA praktizierte Gewalt gegen Sachen zwar ein auch von Linksautonomen angewandtes Mittel, das in seiner großen Gefahr für die Sicherheit und die territoriale Integrität der Bundesrepublik nicht zu unterschätzen sei, da es sich bei den Tätern aber um Rechtsextremisten gehandelt habe, greife eine Gleichsetzung viel zu…“

„… es zuletzt immer wieder zu Eskalationen in politisch alternativen Stadtteilen gekommen sei. Die Innenminister hätten vorgeschlagen, diese Säuberungs- und Entglasungsaktionen künftig ohne Beteiligung von Polizeikräften durchführen zu lassen, was zu viel mehr Sicherheit für die…“

„… dass auf eine Kundgebung von Rechtsextremen mindestens drei Gegendemos von nicht rechtsextremen Kräften kämen. Das Problem liege daher eindeutig in der massiven Einflussnahme linksextremer…“

„… zwei Hooligans die Beamtin zu Boden gerissen hätten, bevor ein dritter mit einem angespitzten Schraubendreher auf sie eingestochen habe. Es habe sich dabei nur um ein Mordopfer gehandelt, weshalb man dies auch als Einzeltat…“

„… es nicht nur Steinwürfe, sondern auch den Gebrauch von Schusswaffen gegeben habe. Der Gewerkschaftsvorsitzende Wendt habe daher gefordert, Polizisten nur noch mit einer zusätzlichen Sicherheitsmannschaft in die Öffentlichkeit zu lassen. Das mit Bachmann geplante Projekt einer bundesweit agierenden Schutztruppe sei für beide Seiten befriedigend besprochen worden und könne auch bei anderen Einsätzen…“

„… keine Kollektivschuld sehe. Man könne von der Herkunft der Täter nicht auf ihr Verhalten schließen, so seien in Sachsen viele Bürger weder vorbestraft noch…“

„… dass zahlreiche Beamte unter einem Burnout-Syndrom litten. Dies, so Jäger, sei der Tatsache geschuldet, dass die Medien in viel zu starkem Maße in ihrer Berichterstattung über die Überlastung von…“

„… sich die Bürgerwehren schnell und unbürokratisch durch Übertritt ganzer AfD-Ortsgruppen in den…“

„… es das dringlichste Interesse sei, die Polizisten aus der Gefahrenzone ständiger Angriffe mit Wurf- und Brandgeschossen zu bringen. Die Innenminister von Bund und Ländern seien darüber einig, dass die absolute Zahl der Delikte schon dadurch vermindert werden könne, dass mit einem sofortigen Einstellungsstopp für…“

„… dass durch den Einsatz von Bürgerwehren die Gewalt bei rechtsradikalen Veranstaltungen nicht messbar nachgelassen habe. Vielfach seien die Hilfspolizisten aus reiner Gewohnheit gleich auf die Seite der verfassungsfeindlichen…“

„… sei es einen Versuch wert, auch Menschen mit sehr unterschiedlichem kulturellem Hintergrund in die Polizei zu integrieren, um eine größere Akzeptanz zu erreichen. Es müsse jedoch sichergestellt sein, dass auch im Falle eines Scheiterns die Einsatzkräfte aus Mecklenburg-Vorpommern unerkannt wieder in ihre…“

„… stehe weiterhin der Schutz der Beamten an erster Stelle. Die Bundesregierung habe sich daher für eine planmäßige Ausweitung der Videoüberwachung entschieden, da Kameras keine körperlichen oder psychischen…“





Wagniskapital

18 01 2016

„Haben Sie ein paar Unterlagen für mich dabei?“ „Hier, wie besprochen.“ „Vielen Dank. Und Sie haben ein eigenes kleines Familienunternehmen?“ „Ich leite eine eigenständige Zelle, aber wir wollen jetzt expandieren.“ „Eigenes Ausbildungscamp?“ „Mittelfristig. Momentan mieten wir uns im Jemen wochenweise ein.“ „Gut, dann wollen wir mal sehen. Haben Sie schon über ein Anlagemodell nachgedacht?“ „Kann man sich das aussuchen?“ „Klar. Als Finanzdienstleister sind wir immer auf der Seite unserer Kunden.“ „Toll!“

„Wie kamen Sie auf Terrorismus?“ „Wir hatten alle schon Erfahrung im Drogengeschäft, aber das ist politisch zu unsicher. Die Staaten werden alle zu normal, die Hysterie ist weg.“ „Ja, traurig. Und wie ist es mit Menschenhandel? Schlepperei?“ „Der logistische Aufwand ist hoch, man ist ständig in Südeuropa unterwegs.“ „Immerhin an der frischen Luft.“ „Aber man wird ja auch nicht jünger.“ „Da haben Sie auch wieder recht.“ „Wir suchen jetzt eine Finanzierung, die uns Sicherheit gibt.“ „Da sind Sie bei uns absolut richtig.“ „Danke, das bedeutet mir sehr viel. Man muss sich auf seine Partner ja verlassen können.“

„Unsere Basisleistungen gehen los bei einfachen Schwarzmarktbeschickungen mit unverzollter Ware.“ „Zigaretten?“ „Die Kundenzufriedenheit ist in dem Segment am höchsten. Marlboro lässt sich nicht so gut fälschen wie Adidas.“ „Das wäre jetzt beispielsweise etwas mit Eigenleistung?“ „Je mehr Sie an eigener Arbeit reinstecken, desto mehr können Sie sparen. Das Bauherrenmodell, wenn Sie so wollen.“ „Aber reicht das? ich meine, noch sind wir ja ein übersichtliches Unternehmen, aber bei geopolitisch nicht erwartbaren Entwicklungen muss man immer flexibel sein für Veränderung und Wachstum.“ „Sie können ja jederzeit langfristige Anlagen mit in Ihren Mix nehmen. Streuen Sie Ihr Portfolio. Antike Kunst beispielsweise.“ „Aber die wird gerade überall zerstört.“ „Nur die Bauwerke, die müssen natürlich weg, weil sie den Preis niedrig halten. Bewegliche Gegenstände haben immer noch einen sehr guten Markt.“ „Und das lässt sich dann gut steuern?“ „Bei Sachwerten schon. Die Märkte sind da weitaus weniger volatil als der DAX oder irgendwelche Wahlprognosen.“ „Gut zu wissen.“

„Was auch gerne genommen wird, ist ein Modell mit Franchise-Unternehmern.“ „Haben Sie da mal etwas Material?“ „Freilich. Hier sind die Routen, eine kleine Fahrzeugflotte, man kann die Wagen wie ein Taxi über eine App ordern.“ „Und die blauen Linien?“ „Der Global Service. Flüge, Schiffspassagen. Alles drin bei Call-a-Bomb.“ „Wo kommen wir da ins Spiel?“ „Sie leisten eine Art Vorfinanzierung durch den Kauf der Fahrzeuge, und dann…“ „Wenn ich mal unterbrechen darf: was für Fahrzeuge?“ „Oh, gute Ware. Regierungswagen, teilweise von Geheimdiensten, manchmal beides. Scheckheftgepflegt aus Steuergeldern.“ „Toll!“ „Dafür können Sie natürlich auch einen guten Preis verlangen.“ „Und unsere eigenen Lieferungen?“ „Setzen Sie natürlich als Betriebskosten von der Steuer ab.“

„Hätten auch eine Möglichkeit, regional zu investieren?“ „Natürlich, wir empfehlen krisenfeste Krisenregionen. Saudi Plus wäre da so ein Fonds.“ „Saudi Plus?“ „Exakt. Wir kombinieren Aktien aus den Bereichen militärisches Großgerät mit den klassischen Erdölspekulationen.“ „Und das bringt Gewinn?“ „Sogar doppelt. Je mehr Sie an den Waffenlieferungen an Saudi-Arabien verdienen…“ „Deutsche Waffen?“ „Nur die besten.“ „Toll!“ „Wie gesagt, je mehr Sie verdienen, desto mehr haben Sie auch von den Börsenspekulationen.“ „Und wenn der Ölpreis weiter fällt?“ „Dann investieren die Saudis natürlich weiter in Rüstungsgüter. Eine echte Win-Win-Anlage.“

„Aber da muss ich doch noch mal nachhaken.“ „Bitte.“ „Die USA zerstören eine Menge Ölfelder.“ „Das ist richtig, warum?“ „Gilt Ihr Fonds da nicht als Risikokapitalanlage?“ „Sehen Sie, deshalb haben wir unsere Aktien ja auf die Stabilitätsanker in der Region konzentriert. Wenn Sie trotzdem eine Investition in Wagniskapital in Erwägung ziehen sollten, könnten Sie beispielsweise kleine Beträge an die Beamten im Irak und in Afghanistan leisten. Das rentiert sich langfristig. Immer vorausgesetzt, die Beamten leben dann noch.“

„Verzeihen Sie, wenn ich so direkt frage…“ „Aber bitte, nur zu.“ „Existieren möglicherweise auch staatliche Fördermittel für uns?“ „Ich nehme an, Sie wollen eine Direktförderung beantragen?“ „Gibt es denn da noch andere?“ „Sie könnten beispielsweise einen privaten Geheimdienst gründen und mit einer westlichen Regierung eine Art Exklusivvertrag abschließen, aber das ist eine komplizierte Sache. Zumindest in Bezug auf die Finanzierung.“ „Dann lieber direkt.“ „Sie können in den Aufbaugebieten, in denen Blauhelme so tun, als würden sie die Demokratie verteidigen, mit den Verwaltungsposten kooperieren.“ „Das geht?“ „Die Übergänge von staatlichen zu privaten Stellen sind dort ungefähr so durchlässig wie in der deutschen Baubranche.“ „Verstehe, da wird dann über die Aufbauhilfe entschieden.“ „So ist es. Sie können als öffentlich-private Partnerschaft dafür sorgen, dass eine Hand ganz legal die andere wäscht.“ „Und welche Auftragsvolumina wären da zu erwarten?“ „Konjunkturabhängig. Brunnen, Krankenhäuser, vor dem Besuch der deutschen Verteidigungsministerin auch oft mal ein Dutzend Mädchenschulen.“ „Ist das nicht eine unsichere Sache? Irgendwann ist doch das letzte Wüstenloch mit einem Brunnen ausgestattet.“ „Na und? Je mehr Mädchenschulen Sie bauen, desto mehr können Sie hinterher auch wieder platt bomben.“ „Toll!“ „Bei den Krankenhäusern helfen Ihnen sogar die USA aus.“ „Sie denken aber auch an alles!“ „Als international agierender Konzern ist das doch selbstverständlich. Oder was meinen Sie, warum wir uns so toll verstehen?“





Der Zirkusdirektor

17 01 2016

Der Zirkus kommt! Trara! Tschingbum!
Schon biegen um die Ecke rum
die Wagen, bunt und laut und toll,
und stellen alle Plätze voll.

Der Prinzipal, ein dicker Mann,
er zeigt uns alles, was er kann –
viel ist es nicht, ihn trägt kein Gaul,
zum Tanzen ist er auch zu faul,

doch schwingt er Reden, bis es dröhnt
und alles auf den Sitzen stöhnt.
Dann geht er, höchst beleidigt, fort
und fährt an einen andern Ort.

Und alles Jahre wieder macht
er die Erfahrung: keiner lacht.
Man kennt’s, man weiß, wonach das roch –
derselbe Zirkus, noch und noch.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCLXXV)

16 01 2016

Als Błażej und Jerzy in Czukten
ins Wasser vom Aussichtsturm spuckten,
da aßen sie Beeren.
Das sollte sie leeren,
da ihnen die Finger dann juckten.

Da Nassim, Koch in Abu Dhabi,
dem Scheich einst servierte Kohlrabi,
so wollt er sich rächen,
war nicht gut zu sprechen
auf ihn und bestrich’s mit Wasabi.

Es hatte Tadeusz in Brunken
beim Rudern beträchtlich getrunken.
Nun meint er beim Tauchen,
durch Schnaps und durch Rauchen,
sei er, schweren Kopfes, versunken.

Tauama in Fasitoo Tai
blies ständig – und schlecht – die Schalmei.
Er tat, sie zu pflegen,
aufs Kopfkissen legen.
Zum Glück brach das Ding dann entzwei.

Kamila ließ sich in Groß Strengeln
beim Hufschmied ein Regenrohr dengeln.
Geübt im Berufe
maß rund er am Hufe –
so war am Schluss nichts zu bemängeln.

Nabil saß erschöpft in Raf Raf
und war nach dem Dauerlauf schlaff.
Er fühlt sich seit Tagen
recht matt und zerschlagen.
Dafür war sein Bauch doch recht straff.

Es kaufte sich Filip in Drage
viel Schnaps für ein großes Gelage.
Er kaufte auch Brote,
und zwar in der Quote:
pro Brot ein Schnaps. Welch eine Frage!





Gernulf Olzheimer kommentiert (CCCXVII): Die deutsche Opfermentalität

15 01 2016
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Vor allem sein großes Maul zeichnete Rrt aus. Als nun die Sippe von der anderen Seite des Tals an die Felswand beim großen Fluss zog, musste er dem Anführer gleich mal zeigen, was Sache war. Vermutlich wollte er es nur den anderen beweisen, jedenfalls: er baute sich auf und trat dem Hünen mit dem Bärenfell ordentlich vors Schienbein. Drei Tage später erwachte er aus tiefer Bewusstlosigkeit, um vor seinem Ableben noch schnell den Mythos von der verfolgenden Unschuld in die Welt zu setzen. Der andere ist böse, denn er hat als erster zurückgehauen. Aus der Grütze kann man Nationen zusammenschwiemeln.

Die Jahrhunderte halluzinieren noch nach, der Teutone erwacht gerade aus dem Koma. Weltkriege und Genozid? Sie waren alle nicht dabei, können nur ihr Geweimer anstimmen, dass sie es nicht ändern können. Und wollen nichts mehr, als den Ausgang nachträglich ändern. Die Angst vor dem Fremden, jener beliebig aufbauschbare Darmwind, der sich zwischen den Ohren der Kollateralmaden beharrlich festsetzt, ist der Rettungsanker der geistig Schwachen. Was sie nicht kennen, Schwarze oder Grüne, Buddhisten, Frauen mit Abitur, die dreiköpfigen Wesen vom Orion, sind eine reale Bedrohung für ein Land, in dem schon immer graue Küchengardinen hingen, und deshalb sind sie aufs eigene Blut zu bekämpfen.

Natürlich hat der approbierte Deutsche längst die Gruselgeschichten parat von Nachtgespenstern, die den Teutonen im Landkreis Görlitz die arische Weltherrschaft streitig machen wollen. Nur eins zählt, sie wollen Opfer sein, damit sie sich endlich mal wieder blutig wehren können, gegen wen auch immer. Ihre Kreativität nötig einem fast Respekt ab, wie sie anderthalb Promille bei knapp drei Vierteln Areligiösen als Glaubenskrieger darstellen oder jeden, der nicht an ihre Verschwörungstheorien glaubt, zum Erzfeind stilisiert. Die USA reduzieren die Bevölkerung der BRD GmbH und nutzen Migration als Waffe, um der Pharmaindustrie den Massenmord mit Chemtrails zu erleichtern. Die Horde der klinisch Bekloppten besteht aus berufsunschuldigen Luntenlegern, eine Parallelgesellschaft von Knalltüten im Anflug auf die Reste der Evolution.

Ach, man kann sie für gar nichts verantwortlich machen. Denn was immer der Teutsche unternimmt, Entglasen kompletter Straßenzüge als Ausdruck des nationalen Widerstandes, wie er bei linksgrünen Gutmenschen nie geduldet würde, das ist Notwehr gegen die fremdländischen Einflüsse, wegen derer man bald nur noch im Tschador ins Pornokino darf. Brandsätze auf deutsche Immobilien? Der Neger greift den falschen Weibern unter den Rock! Er suhlt sich in der Lust an der Beweislastumkehr, damit er dem Flittchen Nationalstolz nachtorkeln kann, und hinterher ist er noch viel mehr Opfer. Der Deutsche ist das winselnde Waschweib unter den Völkern, der sabbernd keifende Herrenmensch, vom Herrengott selbst zur Herrschaft über das arische All ausersehen, wie er mit brutalstem Willen zur Macht Konzentrationslager aufmauert und dann kindisch greint, weil er sich einen Fingernagel einreißt. Welch eine epische Fehlentwicklung am Rand des intelligenten Lebens.

Der nächste Twist wird darin bestehen, dass sich der rechte Mob für psychisch traumatisiert erklärt, weil er siebzig Jahre lang mit den Taten seiner Vorfahren konfrontiert wurde; schon heute attestiert sich die Phalanx der Flusenlutscher gegenseitig schwerste Belastungsstörungen – ein ausländisch klingender Nachname? Ojweh, vermutlich der ††† persönlich! Obdachlose und Behinderte greifen ihnen die Stütze vor der Nase weg? Armageddon naht, im Epizentrum der Behämmerten gibt es bald kein Dosenbier mehr! Erst die Alliierten, die ihnen den braunauer Bettnässer genommen haben, jetzt sägt der Grieche an ihrem Ast – und der Flüchtling, der sicher mit dem Kommunisten und der Kanzlerin unter einer Decke streckt, kassiert einfach so Geld, ohne sich den Schädel zu rasieren und sich beim Hitlergruß einzunässen! Wie soll der gestiefelte Brüllmüll so seine anale Phase durchstehen? Nur noch kurze Zeit, dann werden sie sich auf dem Klageweg den Zugang zur Liste der bedrohten Minderheiten ebnen.

Vor allem der braune Bodensatz, der sich durch die Ostgebiete wälzt, wurde ja gezwungen, jegliche humanoide Verhaltensform über den Haufen zu werfen: der Westen ist schuld, der ihnen diese feine Diktatur genommen hat, wo man es sich gemütlich machen konnte, beispielweise als Denunziant und Schätzchen des Abschnittsbevollmächtigten. Das Kollektiv! Du bist nichts, die warme Masse ist alles!

Sie sind nicht das Volk, sie sind der Dreck am Stecken dieser Gesellschaft. Ihr Problem ist, dass sie vor allem und jedem Angst haben, größtenteils vor dem, was sie noch nicht einmal kennen. Ihr Mitläufertum, jedem Angsthasen treudoof hinterherzukriechen, ist die eigentliche Krankheit. Aber was erwartet man von einem Haufen, der die stärkste und beste Kultur der Welt hat – gerade hinfällig genug, dass jeder imaginäre Feind sie umpusten kann? Lassen wir sie in Ruhe sterben, wie sie es sich prophezeien. Das Opfer mag nicht groß sein, aber man nimmt ja auch Kleinigkeiten an.





Mord im Dom

14 01 2016

„… nach gewalttätigen Auseinandersetzungen die Kirche angezündet hätten. Die Synode der EKD sowie die Deutsche Bischofskonferenz seien daraufhin übereingekommen, dass die Teilnahme an einer der fremdenfeindlichen Demonstrationen der PEGIDA-Bewegung automatisch zum Ausschluss aus der…“

„… zu handgreiflichen Protesten gekommen sei, als Bachmann mit dem Spruchband Deutschland schaffen ohne Pfaffen auf dem Dresdner…“

„… kritisiere auch das CDU-Präsidium die Entscheidung der Kirchenoberen. Wenn keine Vergebung mehr für lässliche Sünden wie Steuerhinterziehung, das Plagiieren in wissenschaftlichen Arbeiten oder Fahren unter erheblichem Einfluss von…“

„… sich die Haltung des Vatikans in der Sache nicht geändert habe. Die Bereitschaft der Bevölkerung und der Kanzlerin, Kriegsflüchtige in Deutschland aufzunehmen sei ganz im Sinne einer christlichen…“

„… auch Gegenstimmen gebe. Innenminister de Maizière habe betont, als Konservativer müsse man jede Art von Strafverschärfung unabhängig von juristischer Durchsetzbarkeit, Machbarkeit oder Realitätsbezug zunächst als positives…“

„… eine neue Kampfschrift herausgeben wolle. Herman habe in ihrem Buch Die Eva-Vision beweisen wollen, dass Hitler nur durch seine spätere Frau zum Bau von Autobahnen inspiriert worden sei und daher seine größten Taten ganz ohne die römisch-katholische…“

„… eine bayerische Form der Nächstenliebe zu entwickeln versuche. Daher sehe sich CSU-Generalsekretär Scheuer gezwungen, nur noch christliche Flüchtlinge im Freistaat zu dulden, da sich doch jeder selbst der…“

„… als eine Sklavenreligion von Wüstensöhnen diffamiert habe. Die Demonstranten seien durch die Bereitschaftspolizei aus der Frauenkirche…“

„… rufe Petry dazu auf, den politischen Arm der Ansammlung rechtsradikaler Intensivtäter durch den Parteieintritt und regelmäßige Geldspenden zu…“

„… nochmals präzisiert habe. So sei nach Reinhard Kardinal Marx bereits die Mitgliedschaft in der AfD ein Grund, die Exkommunikation als Spruchstrafe mit sofortiger…“

„… habe laut Seehofer auch die christliche Gesinnung eine Obergrenze, die nicht ohne…“

„… sich nach ersten Erhebungen nicht viel verändert habe. Da die PEGIDA-Sympathisanten im Regelfall ohnehin nicht konfessionell organisiert seien, habe die Aktion einen rein symbolischen…“

„… dass das Christentum eine 2000-jährige Geschichte von Frauenhass, Faschismus und zu hohen Steuern sei. Schwarzer habe angekündigt, sofort aus der…“

„… fordere Gauland, einen explizit christlichen Gottesbezug in die Verfassung aufzunehmen und vorab Strafanzeige gegen die Bundeskanzlerin zu erstatten, da sie theoretisch in der Lage sein könne, das Grundgesetz durch die Scharia zu…“

„… dass auch aus der Kirche ausgeschlossene Bürger nicht mehr in kirchlichen Einrichtungen wie Kindergärten, Krankenhäusern oder Pflegeheimen arbeiten dürften. Dieses habe ebenfalls zu wenig Fluktuation im Personal geführt, da so gut wie keine der genannten Personen einen Arbeitsplatz…“

„… wolle der größere Teil des Parteivorstandes Höcke in der These folgen, der reinblütig arische Stellvertretertyp habe immer schon an Odin geglaubt und sei erst durch die Einflüsse der Missionare in Afrika zum…“

„… die Kapelle angezündet hätten, da Pfarrer Stülpheim vor anderthalb Jahren einem iranischen Asylbewerber Kirchenasyl gewährt habe. Die Polizei könne folglich kein fremdenfeindliches…“

„… sich auf der Domplatte versehentlich selbst in die Luft gesprengt habe. Wie erst später bekannt geworden sei, habe der wie ein Salafist gekleidete Selbstmordattentäter sich mit einem…“

„… befürchte Höcke, dass muslimische Asylanten bald Synagogen anzünden könnten. Seine Partei werde dagegen einschreiten, um sicherzustellen, dass dies auch in Zukunft ausschließlich von gebürtigen Deutschen…“

„… nach ersten Erkenntnissen um einen Konvertiten gehandelt haben, dessen Plan gewesen sei, während der Heiligen Messe einen Mord im Dom zu…“

„… die Chorweiler Zentralmoschee nur angezündet zu haben, weil sie das Bauwerk versehentlich für eine der in den 1960ern erbauten Kirchen gehalten hätten. Oertel und Schwarzer seien noch am selben Tag dem Haftrichter…“

„… dass die Hofkirche mehrere PEGIDA-Kundgebungen durch volles Geläut bereits empfindlich gestört habe. Die Einsteigediebe unter der Leitung der erfahrenen Fachkraft Lutz Bachmann hätten jedoch nicht vermocht, die Glocken aus dem Anbau der…“

„… sich bestätigt habe. Matussek sei aus Wut über seine Exkommunikation, da er Papst Franziskus als ‚linkslinksgrünlinks-jesusversifften Schwuchtelversteher‘ beschimpft habe, zum Islam übergetreten und habe mit der Tat möglichst viele Katholiken mit in den…“





Mobile Lösung

13 01 2016

Jetzt aber Gas geben! Obwohl, das Pedal muss irgendwo hier hinten… nein, das war der Bremszug, oder ist das die Sitzheizung? Der Freitagstexter nahm die Dinge auseinander. Dann schauen wir mal, was sich daraus basteln ließ.

Irgendwo unter den Einzelteilen fand sich dann glücklicherweise der begehrte Pokal, so dass wir wie vorgesehen nun zur Preisverleihung schreiten können. Fahren würde ja noch ein bisschen dauern.

Fangen wir mit dem Naheliegenden an. Die Lust am Umbau, an Verschönerung, Verspoilerung, von der eine Milliardenindustrie lebt. Der Erwerb eines Gebrauchtwagens mit drei Tagen Rest-TÜV führt ja praktisch unmittelbar in die Fänge der Tuning-Szene – g2 zeichnet die Tragödie nach, die sich dem hoffnungsfrohen Hobbyschrauber auferlegt. Ein bronzener Schraubenschlüssel dafür!

Hm, bei James Bonds Lotus Esprit sah der Umbau zum U-Boot leichter aus.

Schalten wir einen Gang höher. Der analytische Sachverstand betrachtet die Dinge, wie sie sind – mit kriminalistischem Scharfsinn, ein Sherlock der Fahrzeugtechnik täte es nicht anders, deduziert Shhhhh aus den Bestandteilen dieses Wirrwarrs eine erste Annäherung. Das silberne Navigationsgerät!

Dass es sich hierbei um den Nachbau eines Oldsmobiles handelt ist unschwer daran zu erkennen, dass der Katalysator fehlt.

Nun war ich mir nicht sicher, doch die treue Gefährtin half. Sie, die noch jeden Neuwagen in weniger als zwei Jahren in einen Garantiefall verwandelt hat, die nämliche Hildegard, deren Bild (angeblich mit diversen Modifikationen, falschem Haar, falschen Brillen, falschem Bart) in den Büros ungezählter Kfz-Werkstätten hängt, machte mir die bodenständige Katastrophe klar, die Freizeit- wie Profischrauber durchleben, wenn nach mehrstündiger Operation am offenen Motorraum die Federflanschklemme SK-37-b/9 fehlt. Heerscharen entnervter Mechatroniker haben bei der Inspektion den Werkstattboden mit den im dritten Lehrjahr gewachsenen Tasthaaren auf Erhebungen im niedermolekularen Größenbereich abgesucht. Vergebens. Sprechen wir es aus: Millionen Autos verlassen nach dem ersten Routinecheck den Reparaturbetrieb mit weniger Teilen als zuvor. Und niemand merkt es, denn sie bewegen sich doch. Dank nehalennia wissen wir nun, die mangelnde Produktionsqualität hat bereits auf ganz anderem Terrain zugeschlagen. Sie ist beim endverbraucher angekommen. Der goldene Drehmomentschlüssel!

Selbstbausatz von IKEA für ein Joint Venture mit den Überraschungseiern – leider fehlt der Imbusschlüssel!

Herzlichen Glückwunsch! Sobald Hildegard den Zündschlüssel wiedergefunden hat – ehrlich gesagt hat sie den Schlüsselfinder irgendwo im Auto fallen lassen, und da findet man nichts mehr wieder – machen wir uns auf den Weg zu nehalennia und sind bis zum 15. Januar hoffentlich da. Mal etwas anderes: hat hier jemand ein Lenkrad gesehen?





Deutschmeister

13 01 2016

„‚Du Scheißkanake!‘ Sehr gut, und gleich noch mal: ‚Scheißkanake!‘ Hervorragend! Jetzt bitte mal im ganzen Satz? Ja, gut. Aber bitte mit der richtigen Betonung.

Der Herr al-Hamid hat ja nichts Ordentliches gelernt, der war in seiner Heimat nur Rechtsanwalt. So einem müssen wir die deutschen Sitten und Gebräuche schon gleich ganz direkt näher bringen, sonst versteht er sie möglicherweise gar nicht, oder er meint, er könne einfach eine Parallelgesellschaft aufmachen und so tun, als sei er noch zu Hause. Aber das führt zu nichts, und dazu haben wir eben die Integrationspflicht in Deutschland.

Und bitte, Herr Souleyman. Sie tun jetzt so, als würden Sie die Tür – sehr schön, noch mal mit viel Schwung! Halt! Wer weiß, was Herr al-Hamid da falsch gemacht hat? Sie, Fräulein? Genau, ‚Sie Arschloch‘ sagt man nicht. Denken Sie bitte an Ihre Rolle, der Herr Souleyman spielt einen Asylanten, und der hat… Ja, ich weiß auch, dass das ein Versehen war, aber Sie wollen sich doch hier in die deutsche Gesellschaft integrieren, oder? Wer weiß es? Fräulein Dings? Richtig, ‚Du Arschloch‘ muss es heißen. Herr Souleyman ist ein sozial niedriges Wesen, außerdem ist er Ausländer und erkennbar lebt er von Transferleistungen, also von Ihrem Geld, Herr al-Hamid. So was siezt man nicht.

Es kommt für uns alle irgendwann der Tag, da reicht es nicht mehr, wenn man alle Nebenflüsse der Donau kennt oder die Bundespräsidenten in der richtigen Reihenfolge oder sämtliche polnischen Außenminister seit 1945. Also ungefähr das, was so ein deutscher Schulabgänger sofort hersagen kann. Wenn Sie schon eine herausgehobene Rolle in diesem Land spielen, weil sie dieselben Rechte haben wollen wie alle anderen, müssen Sie ein bisschen mehr leisten. Wir können diesen Leuten nicht ständig neu vorleben, wie man sich hier gut integriert, das müssen sie halt ausprobieren, wobei wir sie darauf hinweisen: Irrtümer gehen nicht zu unseren Lasten. Andererseits macht das meinen Beruf auch wieder erträglich.

So, und in Reihe aufstellen. In Reihe, sagte ich, nicht Hände an die Hosennaht. Wenn Sie nach England wollen, brauchen Sie das bloß zu sagen. Und bitte. Ja, das ist richtig! Wer hat die richtige Form? ‚Zweite Kasse‘, und dann weiter? Ja, Sie? ‚Verdammte Scheiße noch mal‘, sehr gut! Die Frau mit dem Ding da auf dem Kopf, wie heißen Sie? Ach, egal. Merken Sie sich das. Und bitte. ‚Können Sie nicht aufpassen‘, sehr schön! Merken Sie sich das gut wegen der Reihenfolge: wenn Sie in Deutschland jemandem in die Hacken fahren, dann ist grundsätzlich der schuld. Was muss der auch da herumexistieren, wo Sie gerade mit dem Wagen hinwollten.

Natürlich ist das hier Grundlagenarbeit. Wenn ich an die letzte Bundestagung denke, wir haben ein paar Kollegen, die kommen bei den Reizthemen einfach nicht durch. So Sachen wie Frauenrechte oder Religionsfreiheit, oder – naja, also das mit, Sie wissen schon, also das, wo – na, Homosexualität eben, darüber können Sie mit denen nicht reden. Keine Chance. Aber ich wäre auch nicht so blöd und würde mich nach Niederbayern melden.

Und das hat auch seine Schattenseiten. Die Klöckner – Sie wissen schon, die wollte sich so viel Hirn absaugen lassen, dass sie als Andrea Nahles zum Karneval kann, und dann war die Narkose noch nicht durch und der Arzt war zweimal dran – hat jetzt in die Integrationsverpflichtung schreiben lassen, dass die Neubürger alle das Recht Israels auf territoriale Unverletzlichkeit beschwören müssen. Lassen Sie da mal einen in der Zeitung lesen, wie der Vizekanzler Waffenlieferungen an die Saudis verteidigt, dann wissen Sie aber, warum bei uns die Klappsmühlen gerade arabische Pfleger suchen.

So, und dann wollen wir den Test der letzten Stunde besprechen: Scharia und Grundgesetz. Liebe Kursteilnehmer, liebe Migrantinnen, Sie haben alles richtig verstanden. Die wichtigste Frage haben Sie ganz richtig beantwortet. Die Scharia ist eben so, und das Grundgesetz kann man ändern, wie es den Deutschen passt. Haben Sie noch Fragen dazu? Das ist schön, jeder, der jetzt keine Frage stellt, kriegt einen Punkt extra angerechnet.

Und dann habe ich hier auch die Hausaufgabe für nächsten Montag. Sie lesen bitte diese beiden Seiten durch und fassen schriftlich zusammen, dass die Frauen in Deutschland selbstverständlich auch die Wahl haben, sich gegen eine Berufstätigkeit zu entscheiden, weil diese Entscheidung durch einen wirtschaftlichen Anreiz gefördert wird, der erst zu einem gesellschaftlich relevanten Fehlanreiz wird, wenn Sie nicht zur Oberschicht gehören, sondern auf den finanziellen Anreiz eventuell sogar finanziell angewiesen sind. Ja, da schauen Sie, Herr al-Hamid – das werden Sie eines Tages, wenn Sie einen Job als Müllmann gefunden haben, mit Ihrer Frau ausdiskutieren. Und dann brauchen Sie die richtigen Argumente, um Ihr zu erklären, warum es Ihnen in Deutschland so viel besser geht als beispielsweise in der Türkei.

Das ist eher so ein Job für Leute, die eine Art Sendungsbewusstsein entwickelt haben. Mit der Wirklichkeit müssen Sie hier abgeschlossen haben, sonst wird das nichts, aber dann erleben Sie auch schon mal sehr schöne Momente. Obwohl, manchmal möchte man schon auch verzweifeln. In eine intakte Gesellschaft, in der gut zehn Prozent der Erwachsenen ein Alkoholproblem haben, wie soll man da diese Mengen an arabisch und nordafrikanisch aussehenden Leuten nur anständig reinkriegen?“