Freund Jein

2 06 2016

„Dabei wäre Scholz wirklich ein hervorragender Kanzler.“ „Das finde ich auch. Der hat so etwas, wie soll ich sagen, etwas Hanseatisches.“ „Genau, ein Zupacker.“ „Ein Anpacker!“ „Wie Schmidt.“ „Ach, das waren noch Zeiten.“ „Das Erbe hat unser Scholz wirklich zurecht angetreten.“ „Ein ganzer Mann, der fackelt nicht.“ „Der regiert.“ „Der regiert durch.“ „Durch und durch.“ „Hach!“

„Ich weiß auch nicht, was die Kritiker meinen, er hätte kein Format für die Bundesrepublik.“ „Als Bundesminister hat er doch schon das Gegenteil bewiesen.“ „Eben, das muss ihm der Neid lassen.“ „Und er hat noch gute Figur dabei gemacht.“ „Das kann man von diesen anderen Figuren nicht gerade behaupten.“ „Sie meinen von der Leyen?“ „Haha, Figur! haha, das trifft ja den Nagel auf den Kopf!“ „Hahaha!“ „Nein, das ist ja alles nichts. Da ist der Scholz eine ganz andere Nummer.“ „Wobei, dies Männliche – verstehen Sie mich jetzt nicht falsch, aber…“ „So rein genderideologisch?“ „… wenn wir die Bürgerinnen an uns binden wollen, dann führt an einer guten Frau doch kein Weg vorbei.“ „Aber hallo, wir haben genug Frauen an Bord! Denken Sie nur mal an Kraft.“ „Hm.“ „Sie wollen mir jetzt aber nicht signalisieren, dass Sie die Frau für ungeeignet halten!?“ „Sie will in der Landespolitik bleiben.“ „Machen Sie ihr klar, dass Berlin sie braucht – Deutschland ist Currywurst!“ „Also ich finde ja, dass…“ „Deutschland ist auch Landespolitik.“ „Sie ist wirklich klasse, sie kann es auch, und dass eine Kanzlerin gut ist für Deutschland, das wissen wir ja alle.“ „Hatte ich da jetzt etwas falsch verstanden?“ „N-nein, ich hatte das bloß auf sozialdemokratische Politik bezogen.“ „Ich auch, Kollege!“ „Hm-hm…“

„Wir sind beliebt in der Republik, Sie müssen sich nur die Umfragewerte ansehen: die meisten Deutschen sind für Steinmeier.“ „Ja, Sie müssen nur berücksichtigen, dass das für die SPD-Kandidaten gilt.“ „Das ist doch trotzdem großartig. Wann haben wir einen so erfahrenen Außenpolitiker gehabt, der dann Bundeskanzler wurde? ich kann mich in der deutschen Geschichte an keinen erinnern.“ „Wenn man von Willy Brandt absieht, haben Sie recht.“ „Ach was, die Welt beneidet uns geradezu um so einen Spitzenpolitiker!“ „Um Willy Brandt? ja, das würde ich auch so sehen.“

„Aber denken Sie bloß mal weiter. Wenn wir schon auf internationalem Parkett suchen, dann haben wir noch viel mehr zu bieten.“ „Schulz?“ „Eine herausragende Führungspersönlichkeit auf der EU-Ebene.“ „Da kann Merkel nicht mithalten.“ „Und was das für die Sozialdemokratie bedeutet: ein Kleinstadtbürgermeister wird der mächtigste Mann in Europa!“ „Also nach dem Job in der EU?“ „Sie meinten das realpolitisch?“ „Ist das in der SPD falsch?“ „Kommt auf die Koalition an.“ „Naja, wir sollten auch nicht zu ängstlich sein, ein bisschen Bewegung tut uns allen gut.“ „Mehr an die Zukunft denken?“ „Kollege, wir verstehen uns.“

„Steinbrück hat noch nicht abgesagt.“ „Zukunft, sagten Sie?“ „Ich, äääh…“

„Mit Dreyer haben wir vermutlich dasselbe Problem wie mit Kraft.“ „Ich würde sie trotzdem im Auge behalten. Sie ist ein sehr gutes Beispiel für eine charismatische Persönlichkeit, deren Erfolg auf Nachhaltigkeit und langfristigem Engagement fußt. Das schätzen die Wähler.“ „Aber sie zu verheizen macht auch nicht gerade Sinn.“ „Davon redet doch auch keiner. Sie ist durchsetzungsstark und klug, das zählt.“ „Das kann man von Schäfer-Gümbel allerdings auch behaupten.“ „Wo Sie recht haben, haben Sie recht – Opposition ist manchmal viel schwerer.“ „Auch gestalterisch.“ „Man muss Ideen entwickeln.“ „Alternativen zur Alternativlosigkeit.“ „Einen langen Atem beweisen.“ „Der kann Kanzler, was?“ „Mein lieber Scholli!“ „Besser jedenfalls als diese Sensenmänner aus der CDU.“ „Die nicht ganz entschlossenen Demokratieabschaffer.“ „Freund Jein, wie?“ „Hahaha!“ „Haha!“ „Egal, wir haben die besseren Leute. Gucken Sie sich mal Maas an.“ „Donnerwetter!“ „Dagegen waren doch Schröders Anzüge die reinsten Billigheimer.“ „Und wie der spricht – Staatsmann vom Scheitel bis zur Sohle!“ „Das macht uns nicht mal die FDP nach.“ „Geboren zum Regieren!“ „Souverän hart wie Stahl gegen die Feinde der freiheitlichen Demokratie!“ „Ein Ein-Mann-Kompetenzteam.“ „Nicht ohne Glamour.“ „Er zeigt, dass man nicht viermal geschieden sein muss.“ „Da ist sogar Bellevue drin.“ „Und ob!“

„Hier, wo wir bei Scheidung sind: Nahles.“ „Wollen Sie mich verarschen!?“ „Aber…“

„Denken Sie doch mal an die Zukunft. Jenseits der ausgetretenen Pfade.“ „Sie meinen den Typ Politiker, der aus Berufung handelt?“ „Die wirklich engagierten Menschen aus der Mitte unserer Gesellschaft, die sich für das Land einsetzen.“ „Die Kümmerer.“ „Schwesig?“ „Wer, wenn nicht sie?“ „Da bekommt das Soziale in der Sozialdemokratie gleich einen neuen Glanz.“ „Eine herausragende Frau.“ „Und mit besten Referenzen.“ „Nicht so eine Agitprop-Physikerin wie Mutti.“ „Die kennt das Leben!“ „Sollte sie wirklich…“ „Das steht außer Frage. Sie kann es, will es, sie hat diese spezielle Mischung aus Sendungsbewusstsein und Machtinstinkt.“ „Super!“ „Ja, echt!“ „Das wird der Partei eine neue Blüte bescheren.“ „Meine tiefste Überzeugung!“ „Ich glaube daran!“ „Nächstes Jahr reitet Gabriel den ganzen Laden noch mal so richtig in die Scheiße – und wenn wir das überleben, ist uns der Sieg nicht mehr zu nehmen!“

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