In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCXCV)

4 06 2016

Alicja singt schmachtend in Plöne
mit Hilfe gar schauriger Töne,
denn kunsttheoretisch
(vor allem: ästhetisch)
beschränkt sich Musik nicht aufs Schöne.

Jims Kontrabass ist in Point Hill
bekannt, und am Tag schweigt er still.
Doch kaum wird es dunkel,
tönt lautes Gerunkel
sowie ein empörtes Gebrüll.

Da Jarosław gerne in Niefe
schmiss Kiesel zur Nacht in die Tiefe,
schimpft ihn seine Schwester.
Ein Weilchen, dann lässt er
den Unsinn, da sie doch gern schliefe.

Karekin, ein Bauer aus Kosch,
der tonnenweis Weizen ausdrosch,
fiel’s Licht von der Leiter.
Er hieb einfach weiter,
wobei jedes Fünkchen erlosch.

Es schlich sich Gertruda in Briesen
des Nachts in die Küche. Die Fliesen,
die knarrten geringer.
Sie kostet Hering, der
verriet sie: sie muss davon niesen.

Aké dachte in Zouan-Hounien:
„Da ich wie ein Wackerstein penn,
brauch ich keine Schlösser.
Es wär auch nicht besser,
denn keiner kommt nachts, den ich kenn.“

Kommt Zygmunt spätabends in Mniechen
nach Haus, pflegt er lautlos zu kriechen.
Erst kehrt er gar nicht heim,
dann kniet er im Lichtschein.
Die Frau kann ihn meilenweit riechen.

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2 responses

5 06 2016
Lo

Herrlich, wirklich! :-))

5 06 2016
bee

Merci 🙂

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