Schweigepflicht

15 08 2016

„Dann schlagen wir de Maizière doch einfach ein Gesetz vor, dass alle illegalen Sachen ab jetzt verboten sind, und fertig.“ „Noch alle Tassen im Schrank!?“ „Das ist so bescheuert…“ „Hören Sie, ich wollte nur…“ „… dass er auf den Gedanken schon selbst gekommen ist. Mehrmals.“

„Jedenfalls braucht ein Sicherheitskonzept auch Maßnahmen, die wirklich greifen.“ „Und da hatten Sie natürlich als erstes an die Burka gedacht?“ „Das wäre mal eine sinnvolle Maßnahme.“ „Eben, was meinen Sie, wie leicht man ein Gewehr unter eine Burka kriegt.“ „Oder eine Panzerfaust.“ „Das halte ich jetzt aber für übertrieben.“ „Das Gewehr?“ „Nein, das mit der Panzerfaust.“ „Sprengstoffgürtel wäre sowieso viel realistischer.“ „Macht doch keine Frau.“ „Wieso denn nicht?“ „Was soll denn eine Attentäterin mit 72 Jungfrauen?“ „Auch wahr.“ „Aber rein theoretisch könnte eine Frau mit Burka doch schon eine Terroristin sein.“ „Noch alle Tassen im Schrank!?“ „Dann haben wir eben das Problem, dass wir ohne Burka keine Terroristinnen mehr erkennen.“ „Und wenn sich eine als Nonne verkleidet?“ „Ist das verfassungsmäßig erlaubt?“

„Jedenfalls ist das ganze Konzept irgendwie noch nicht rund.“ „Das mit der Burka ist ja auch eher so eine Schnapsidee. Das lässt sich überhaupt nicht kontrollieren.“ „Kann man Frauen, die in der Burka erwischt werden, einfach ausziehen?“ „Noch alle Tassen im Schrank!?“ „Das könnten auch arabische Touristinnen sein.“ „Dann bräuchte man als Frau nur einen ausländischen Ausweis.“ „Gut Idee, dann ist das Burkaverbot wenigstens nicht so ausländerfeindlich, wie die Opposition behauptet.“ „Trotzdem, dann sind wir hier in Deutschland wieder frauenfeindlich, und das kommt gar nicht gut an.“ „Wir könnten das Gesetz so machen, dass die Frauen nur in Begleitung eines Mannes Burka tragen dürfen.“ „Ausländische Frauen.“ „Sehr gut, das ist die Lösung.“ „Und die ziehen sich dann in Begleitung des Mannes aus?“ „Klingt auch nicht so ganz verfassungskonform.“ „Aber bei Nonnen?“

„Überhaupt, das mit der Schweigepflicht.“ „Die bei den Nonnen? die heißt Beichtgeheimnis.“ „Das müsste man auch irgendwie abschaffen können.“ „Noch alle Tassen im Schrank!?“ „Mir ist nicht bekannt, dass Nonnen als Terroristinnen…“ „Jetzt hören Sie doch mit Ihren Spitzfindigkeiten auf! Es geht hier nicht um Nonnen, es geht ums Prinzip!“ „Ach so.“ „Und ich frage Sie, wo begegnet man denn einer Nonne im normalen Straßenbild?“ „Sie meinen außerhalb von Bayern?“ „Das ist nun mal das Problem, Sie können nicht gleichzeitig das Grundgesetz einhalten und für Sicherheit sorgen.“ „Das sagt de Maizière?“ „Nein, da hält er sich wohl an die Schweigepflicht.“

„Wir müssen doch den Tatsachen auch mal ins Auge blicken: die meisten Terroristen sind immer noch Männer.“ „Sie meinen, die SPD besteht hier bis zur Bundestagswahl auf eine Quotenregelung?“ „Schwesig kriegt auch das hin.“ „Noch alle Tassen im Schrank!?“ „Und was ist, wenn sich männliche Terroristen nun diskriminiert fühlen?“ „Dann kann es eher sein, dass sich Terroristinnen diskriminiert fühlen, weil man sie nicht verdächtigt.“ „Oder beim Gegenteil.“ „Wir müssten so ein Gesetz machen, das Bärte verbietet.“ „Natürlich bei Ausländern.“ „Und wenn man nun Terrorist ist und keinen Bart trägt?“ „Dann sind Sie Hipster.“ „Das ist doch das Gegenteil.“ „Weil die was im Bart verstecken?“ „Dann könnte doch zum Beispiel ein Hipster als Terrorist sich unter einer Burka verstecken und zur Tarnung mit einem Mann…“ „Sie arbeiten zu lange hier, machen Sie mal ein paar Monate Urlaub.“

„Hat denn jemand schon mal nachgedacht über Sympathiewerbung?“ „Für de Maizière?“ „Noch alle Tassen im Schrank!?“ „Nein, für Terrorismus.“ „Das sind diese TV-Spots im Vorabendprogramm, damit man nachts nicht immer raus muss, oder?“ „Oder das mit den Autoscheiben.“ „Nee, das ist Werbeterror.“ „Ganz sicher keine Terrorwerbung?“ „Jedenfalls macht es nicht sympathisch.“ „Dann könnte man ein Gesetz gegen Terrorwerbung in den Bundestag einbringen.“ „Erstmal müssten Sie bitte erklären, was Terrorwerbung ist.“ „Erst das Gesetz, dann können wir ja immer noch gucken, was wir damit bekämpfen.“ „Ich vergaß, wir arbeiten ja für de Maizière.“

„Sikhs könnte man doch auch irgendwie in eine Kartei aufnehmen.“ „Wegen der Bärte?“ „Die haben immer ein Messer im Turban.“ „Aber der ist doch erlaubt.“ „Weil das keine Islamisten sind.“ „Das heißt, wir müssten keine Hassprediger von denen ausweisen?“ „Was soll denn das jetzt schon wieder bedeuten?“ „Wir sollten uns doch mal über die ausländischen Hassprediger Gedanken machen. Die Ausweisung muss viel schneller erfolgen.“ „Und was machen wir mit diesen komischen Weihnachtsmännern da aus Köln?“ „Das sind doch Deutsche.“ „Denen könnte man ja nicht mal die doppelte Staatsbürgerschaft entziehen.“ „Klar, kann man alles.“ „Noch alle Tassen im Schrank!?“ „Die sind doch nebenher beim Islamistischen Staat, oder wie das heißt?“ „Das ist aber verfassungsmäßig…“ „Dann machen wir ein Hasspredigerregister, für Deutsche reicht das.“ „Guckt sowieso keine Sau rein.“ „Eben.“ „Und Moscheebau?“ „Kein Fass aufmachen, das reicht jetzt echt mal!“ „Und die Meldepflicht für depressive Iraner…“ „Deutsch-Iraner!“ „Meine Güte, das ist doch wieder ein…“ „Das kapiert er eh nicht.“ „Ich seh’s kommen.“ „Können Sie das noch mal eben rüberreichen?“ „Was?“ „Das vom Anfang. Das mit dem Verbot. Das ist bescheuert.“ „Ja, aber…“ „Oder glauben Sie etwa, man erwartet noch mehr von uns?“

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