Endablagerung

29 08 2016

„Nee, voll der Flop. Ging gar nicht. Aber war auch irgendwie klar, Peer Steinbrück hat sich mit dem Stinkefinger die Kanzlerkandidatur versaut, da ist der Wähler jetzt auch total abgestumpft. Gabriel hat regelrecht Sympathien dafür eingefahren.

Das war jetzt irgendwie auch voll ätzend, wie der abgeblockt hat. Aber von der Gesamtsituation und so her, das war irgendwie total glaubwürdig, wie der auf die Nazis reagiert hat. Die Orga hat ja vorher gesagt, Sigmar, hatten wir gesagt, da muss man sich auch irgendwie emotional einbringen, aber es ist vor allem wichtig, seine Betroffenheit zu artikulieren. Da hat wieder keiner auf dem Schirm gehabt, dass der Vater von Sigmar eine Braunalge war. Der hat da echt total authentisch reagiert und so, da muss man sich mal reinziehen. Wenn das als Fortsetzung zu dieser Pack-Diskussion geplant war – der Wähler wusste da ja gar nicht, was das mit ihm macht – dann hat sich das voll zum Abtörner entwickelt, ehrlich. Voll total ätzend.

Diese Diskussion über Hartz, das war jetzt auch nicht so authentisch. Also dass die Nahles da kein Gefühl entwickelt, dass die Ängste abbauen kann, das ist vielleicht irgendwie auch so ein Zeichen von Verletzlichkeit, weil die kann halt nichts. Das ist so eine systematische Sache, die muss irgendwie damit umgehen, dass sie ihre Inkompetenz auch ein Stück weit annehmen kann. Sie ist ja mit der Problematik immer konfrontiert, und da herrscht in der Partei inzwischen auch eine Solidarität, dass sie in ihrem Scheitern keiner mehr auffangen wird. Wir sind als Sozialdemokraten eher spontan, aber so bekloppt sind wir nun auch wieder nicht.

Wir hatten ja schon überlegt, ob wir Sigmar eine Familienaufstellung spendieren sollen, aber er hat da absolut zugemacht. Ich meine, das ist auch total verständlich, weil er ist da ja auch irgendwie traumatisiert und so, aber so für die Perspektive und das Problembewusstsein, und das ist jetzt auch voll wichtig für die SPD und so, da müsste er sich mal differenzieren, so inhaltsmäßig eben.

Aber der Ausstieg, das war unsere Perspektive – wir wollten das in Hinblick auf die Weiterungen auch eher so gesamtgesellschaftlich angehen, und da hatten wir dann die Fantasie, das war auch eher so eine Vorstellung von Traum, dass wir hier eine Authentizität entwickeln, die sich mit der Erfahrung der SPD irgendwie auch in Beziehung setzen lassen kann. Unser Scheitern war immer auch authentisch, und die Erfahrung von Wirtschaft, so wie das die Partei immer aus ihrer subjektiven Sicht und so interpretiert hat, das ging ja irgendwie auch total harmonisch zusammen. Das ist jetzt fast so, als hätten wir hier ein verschüttetes Ich der SPD als solidarisches Kollektiv wieder freigelegt, also fast Kindheitserinnerungen und so. Das berührt einen ja auch irgendwie echt emotional und so.

Dass wir jetzt alle unheimlich gut drauf sind, das ist das Ergebnis unserer gruppendynamischen Prozesse, die wir jetzt voll basisorientiert gestartet haben. Wir sind total gegen CETA und haben das als Basis auch so artikuliert, nachdem wir da jede Menge Selbsterfahrungswerte reininvestiert haben. Das ist jetzt so im Fluss, da hat sich ja eine Menge aufgestaut vorher, auch inhaltsmäßig und so, und da wollen wir als Basis auch mal ein Angebot machen, dass wir so eine gewisse Zärtlichkeit halt haben für den Gedanken, dass man nicht an die Macht will in einer männerdominierten Gesellschaft, die mit dem Kapitalismus und der Globalisierung nicht ganz so sensibilisiert ist für Themen wie Schwellenländer und Teilhabe und so, oder irgendwie auch nur sich mal zu öffnen für eine gerechte Welt. Das ist jetzt auch irgendwie ein Stück weit ein krasser Gedanke, aber den müssen wir in der Gemeinsamkeit auch mal wagen wollen, und damit verbindet sich für uns auch eine ganz tolle Chance, die die Verkrustung der Gesellschaft verändern kann. Wir könnten dieser hirnamputierten Bonzendrecksau endlich mal die verlogene Lobbyistenscheißfresse polieren.

Das hat jetzt natürlich irre den Drive, dass wir uns da auch so total anders in unserer Spontaneität begreifen, aber das muss man sich auch mal als eine Möglichkeit vergegenwärtigen. Beziehungsmäßig ist das ja eher spontan erfahrbar, aber wir können da auch die Problematiken aufarbeiten, die uns die Lösungen durch mangelhafte Auseinandersetzung auch intransparent gemacht haben. Die SPD als SPD ist ja auch ein Stück weit aus dieser Wut und Trauer entstanden, die wir heute in uns selbst finden und die wir nicht gehen lassen können. Wenn wir Gabriel irgendwie kommunizieren können, dass wir wissen, dass diese unheimliche Aggression sich nicht nur in ihm aufstaut, sondern dass er die auch von der Basis so kommuniziert bekommen kann, wenn er das zulässt, dann können wir uns auch auf eine gemeinsame Lösung einigen. Da muss er dann seine Ängste auch mal eingestehen, und dann kriegt er das auch hin, dass er seine Inkompetenz ganz fest in den Fokus nimmt. Dann muss er nicht mehr als Kanzlerkandidat die Perspektive der SPD mit seiner Projektion von Eigenego belasten, und dann können wir als Partei auch mal wieder differenziert auf die kreativen Lösungen zugehen.

Weil, sehen Sie sich den Mann doch mal an. Wenn Sie diese Befindlichkeiten und dieses ganze Theater mitgemacht haben – glauben Sie ernsthaft, Gabriel ist für die SPD so etwas wie erneuerbare Energie?“

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4 responses

29 08 2016
Alice Wunder

Zu viel Patchouli. Die müssen viel mehr mit Indianersalbei räuchern. Der reinigt die Schlacke vergangener Konflikte und befreit die Kriegerenergien die man für den Ends… also Wahlsieg braucht.

29 08 2016
bee

Aber jetzt so aus gesamtgesellschaftlicher Betroffenheit nicht zu viel Esoterik – die meisten in der SPD wissen genau, dass die Drogen irgendwann nicht mehr wirken

29 08 2016
Alice Wunder

Nee, die nehmen einfach viel zu wenig. Herz, Seele und überhaupt die ganze Identität dieser Partei ist den Bach runter, als es keine spritschluckenden Kumpel vonne Ruhr mehr gab. Warum wohl hat sich Oscar in den letzten Schacht der Saar zum Sterben verkrochen, mit nem Container Wein und ner jungen Kommunistin..?

29 08 2016
bee

Er wollte wohl das gut abgehangene Zeug haben, seine Villa im Tessin hatte einfach keinen Platz mehr dafür

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