Reichsbürger in Uniform

8 12 2016

„Es muss da zu viel Information gegeben haben. In Sachsen und um Sachsen herum, also überall, wo der Nationalsozialismus noch nicht alle Sympathien eingebüßt hat, ist das ja sonst eher andersherum.

Das ist an sich schon vorstellbar, dass hier bei uns eine gewisse Nähe der Polizeikräfte zu den Delinquenten geherrscht haben könnte, wobei ich das mit der Herrschaft jetzt nicht mehr als nötig in den Vordergrund spielen würde. In Sachsen gelten immer noch dieselben Spielregeln wie früher, und die haben sich seit 1990 nicht geändert. Wir sind ein sehr kontaktfreudiges Volk, von den Ausländern und der christlichen Minderheit mal abgesehen, aber die müssen ja nicht herziehen, dann passiert ihnen auch nichts.

Unsere Integration geht einen eigenen Weg: wir vermeiden die Konfrontation mit Fremden und sind auch immer sehr offen, diesen Fremden zu zeigen, dass wir auf Gegenseitigkeit setzen. Das ist für uns Weltoffenheit, wir diskutieren gerne mit diesen Personengruppen, wenn sie akzeptieren, dass wir hier zu Hause und deshalb automatisch im Recht sind. Dann kapieren die, wir wollen sie nicht, die können auch nicht wollen, dass wir sie wollen können, und je eher sie weg sind, desto weniger Tote kommen in den Nachrichten. Das ist eine gute Ausgangssituation, vor allem, wenn man danach die Tür hinter sich ins Schloss zieht.

Aber das muss man den Leuten auch irgendwie erklären – wir sprechen hier alle nicht Syrisch, die meisten können kein Wort Afrikanisch, da muss es nonverbale Wege der Kommunikation geben, und so hatten wir uns damals entschlossen, die Polizei als Freund und Helfer zu nutzen. Ein ziviler Auftrag für die, sagen wir mal: nicht vollständig militante Gesellschaft. In Analogie zu den Truppen, die die Außengrenzen gegen die Asylantenflut schützen, die Verteidigung im Innern, die die Werte unseres Abendlandes vertritt. Reichsbürger in Uniform. Die verfügen auf der einen Seite über alle relevanten Informationen zu diesen Invasoren aus fremden Kulturkreisen, und auf der anderen Seite können sie über langjährige und intensive Bekanntschaften die Informationen auch schnell und unbürokratisch an den Mann bringen. Teilweise an Minderjährige. Da ist eine Menge Verbesserungsbedarf, das sehe ich natürlich ein, aber wenn wir als Sachsen da die Rolle des nationalen Vorbildes einnehmen können, dann soll uns das nur rechts sein. Recht, meinte ich.

Wir könnten natürlich Polizisten einsetzen, die nicht aus Sachsen kommen. Sie kennen das von den öffentlichen Kundgebungen gegen das gesunde Volksempfinden, da holen wir uns gerne mal die Kollegen aus den anderen Bundesländern, weil die wissen, wenn die da einem die Fresse eintreten, der kennt sie nicht aus der Nachbarschaft. Andererseits ist das hier ein Problem. Wenn Sie einen Beamten aus, sagen wir mal, Nordrhein-Westfalen hier in die Region versetzen, dann fühlen sich die anderen überfremdet. So kann man ja auch nicht arbeiten.

Das ist eher ein strukturelles Problem, wenn Sie mich fragen. Bewaffnete Banden, die gegen eine gewählte – ich sage da jetzt mal nichts – also auf jeden Fall ist die Regierung gewählt, und die gehen mit Gewalt dagegen vor, wollen einen Umsturz, töten alle, die zufällig im Weg stehen, Sie kennen das, die werden landläufig als Rebellen bezeichnet und von EU-Truppen, oder wenigstens sind die Truppen hier aus den EU-Ländern, die werden also beseitigt. Aber Sie können doch nicht mit Truppen aus der EU gegen offizielle Sympathisanten der deutschen Polizei vorgehen, das geht ja gar nicht!

Natürlich haben wir ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Gegen unbekannt. Ja nun, bei der hohen Dichte an nationalsozialistischen Terroristen in Sachsen, glauben Sie, wir können uns da jedes einzelne Gesicht merken?

Aber Sie müssen auch mal die Vorzüge dieser Arbeitsweise sehen, das machen wir ja schließlich nicht aus dem hohlen Bauch. Es wird immer wieder gesagt, in unserem Bundesland herrsche ein Klima der Angst und Repression – denken Sie, das kriegt man über Nacht hin? Da müssen sich schon alle Kräfte einig sein, und dann muss auch nach einer gelungenen Aktion, Sie nennen das Terrorismus, gut, das ist Ihre Sicht – also nach einem erfolgreich abgelaufenen Attentat muss ja die Polizei wieder in Erscheinung treten, damit die Staatsanwaltschaft nichts mehr zu ermitteln hat. Das haben wir alles vom Verfassungsschutz gelernt. Straftaten planen, geeignete Straftäter rekrutieren und motivieren, führen und ausrüsten, gegebenenfalls Tatbegleitung einschließlich Alibi und Fluchtmöglichkeiten, wo es sich anbietet, kommen Verdunklungshilfen dazu, und dann haben wir natürlich auch operativ die Kräfte unterstützt. Die Gruppe Freital wurde rund um die Uhr abgehört, wir haben mitgeschnitten, was sie von sich gegeben haben, dann haben wir Sprengsätze und Latexhandschuhe mitgenommen, Rechner und alles mögliche, das musste schon sein. Stellen Sie sich mal vor, die wollen irgendwann ein Geständnis ablegen, so wie beim NSU, und dann hat einer zwischendurch das Beweismaterial in Brand gesetzt. Kann man das riskieren?

Machen Sie sich mal keine Sorgen, wir kriegen das schon wieder in den Griff. Irgendwann. Das ist jetzt natürlich nicht schön, gerade für ausländische Investoren, wenn die nach Sachsen schauen, aber Sie müssen eins immer wissen: es könnte noch viel schlimmer sein. Stellen Sie sich vor, die werden alle plötzlich linksradikal!“

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