Strohfeuerwehr

28 02 2017

„Auch keine Fake News?“ „Wir sind ja nicht dafür verantwortlich, was unsere Anhänger alles so über ihn verbreiten.“ „Und wir sollten unseren Wählern deutlich machen, dass sie auch dann im Sinne der Partei handeln, wenn wir uns mit ihren Aktionen nicht solidarisch erklären oder sie sogar auf das Schärfste verurteilen.“ „Das ist moralisch aber ein heftiger Spagat.“ „Genau!“ „Verdammt, fällt Ihnen denn sonst irgendwas ein, wie wir Schulz von der Backe kriegen!?“

„Aber man kann ihn doch nicht mit Trump gleichsetzen!“ „Ist das der neue Hitlervergleich?“ „Ich würde das unterstützen.“ „Bei dem Angriff muss er mit Gegenattacken rechnen!“ „Ich würde es trotzdem nicht tun, schon gar nicht im rechten Flügel der Union.“ „Weil die sonst immer nur das nachplappern, was die AfD vorgibt?“ „Genau!“ „Die sind von Trump begeistert, weil er nach der Wahl genau das tut, was er versprochen hat.“ „Das ist gefährlich.“ „Man kann doch einen Politiker nicht an dem messen, was er vor der Wahl versprochen hat.“ „Ja, reiben Sie ruhig Salz in die Wunden.“ „War das jetzt irgendwie falsch?“ „Das kam damals von der SPD.“

„Der Bundesvorstand hat jedenfalls Material für eine wirksame Kampagne geordert.“ „Und wir sollen uns da jetzt etwas einfallen lassen?“ „Man könnte sagen, Schulz ist gar kein richtiger Politiker. Das mögen die Leute gar nicht.“ „Bei Trump waren sie noch dafür.“ „Und es stimmt auch nicht.“ „Der war mal Bürgermeister von Würselen.“ „Das ist doch so ein Provinznest, da ist noch nie etwas Gutes hergekommen.“ „Abgesehen von Jupp Derwall.“ „Frings.“ „Der Graf.“ „Auf welcher Seite stehen Sie eigentlich!?“ „Reicht das denn nicht für eine komplette Demobilisierung, wenn man den mit irgendwelchem Popschrott in Verbindung bringt?“ „Er soll ja angeblich Dienstreisen nicht richtig abgerechnet haben.“ „Und so einer will Kanzler werden!“ „Wenn wir gar nichts mehr finden, dann haben wir den Beweis!“ „Wie soll das denn funktionieren?“ „Das ist dann der Beweis, dass er alles vernichtet hat!“ „Geniale Idee!“ „Und wenn einer fragt, wie Schäuble…“ „Danke, gestorben.“

„Wir müssen ihn an seiner Kernkompetenz packen!“ „Genau!“ „Die da wäre?“ „Natürlich soziale Gerechtigkeit!“ „Ich dachte, der sei in der SPD?“ „Ja, warum?“ „Wie kann man in der SPD und für soziale Gerechtigkeit sein?“ „Er betont das Soziale halt nicht so.“ „Ah, verstehe. Das ist ja tatsächlich Kernkompetenz.“ „Nein, ich meinte, wir sollten ihm nachweisen, dass er diese ständige Überbetonung von Gerechtigkeit eigentlich gar nicht ernst meint.“ „Er will doch das Arbeitslosengeld länger auszahlen.“ „Warum?“ „Weil man dann später in Hartz IV endet.“ „Aber man endet doch in Hartz IV?“ „Aber eben nicht so schnell.“ „Und wenn man dann in Hartz IV ist?“ „Dann ist das auch solidarisch, schließlich muss man ja die vielen Arbeitsplätze für die Menschen frei halten, die hart arbeiten wollen.“

„Was genau will Schulz denn jetzt erreichen?“ „Dass die Wähler ihm eine kritische Haltung zur Agenda 2010 abnehmen.“ „Genau!“ „Aber das tut doch niemand.“ „Korrekt. Außerdem gilt das alles immer nur bis zur Wahl. Hinterher kann er sich bestimmt nicht an seine Kritik erinnern und will die Agenda 2010 uneingeschränkt fortführen, weil er das Wohl der Wirtschaft über das Wohl der Bürger stellt.“ „So sind sie halt, die Asozialisten!“ „Warum hat dann die Bundeskanzlerin die Agenda 2010 so gelobt?“ „Jetzt lenken Sie nicht ab!“ „Die macht das clever, die sagt genau das, was alle denken, dass es Schulz so macht, und dann zieht sie der SPD die Wähler ab!“ „Genial!“

„Aber eine Schmutzkampagne müsste man doch irgendwie hinkriegen?“ „Der Mann hat kein Abitur, was wollen Sie denn da machen?“ „Hat er eventuell einen Ehrendoktor gefälscht?“ „Hm.“ „Wenn wir jetzt nicht irgendwas finden, das…“ „Rassismus!“ „Hä!?“ „Irgendeine Äußerung von Schulz wird man doch so hinbiegen können, dass sie ganz entfernt irgendwie rassistisch klingt.“ „So wie Sarrazin?“ „Den müssen Sie schon mit der Brechstange auf links ziehen, damit er nicht nach Rassismus stinkt.“ „Aber irgendwas müssen wir machen!“ „Gucken Sie mal hier, da fordert einer die Frauenquote für Flüchtlinge!“ „Aufmerksamkeitsjunkie, der.“ „Nee, das ist dieser linke Multikultiwahn, den müssen wir mit aller…“ „Gucken Sie noch mal genau hin.“ „Was ist denn?“ „Der sitzt für uns im Bundestag.“

„Wir können doch jetzt nicht ohne eine gute Kampagne zuschauen, wie dieses Strohfeuer sich nach und nach durch die politische Landschaft frisst und die Sozen immer weiter nach vorne schiebt.“ „Und wie stellen Sie sich das vor?“ „Das mit dem Saufen müsste man produktiv nutzen können.“ „Er hat es doch selbst gesagt.“ „Dann müsste man das vielleicht anprangern.“ „Oder dass er 840 Euro für einen Mitarbeiter für einen langjährigen Mitarbeiter ausgegeben hat! Steuerfrei!“ „Genau!“ „Wenn das Pofalla wüsste!“ „Will der auch Kanzler werden?“ „Dann müsste er ja arbeiten fürs sein Geld.“ „Auch wieder wahr.“ „Aber irgendwie müssen wir den Mann einhegen!“ „Der Haushaltskontrollausschuss hat ihn gerügt, weil er im Wahlkampf zumindest indirekt die Hilfe von Parlamentsmitarbeitern…“ „Das würde die CSU natürlich nie machen.“ „Aber was machen wir denn jetzt?“ „Nichts.“ „Wie, nichts?“ „Nichts.“ „Wie denn: nichts? Man kann doch nicht nichts machen?“ „Was macht denn die Kanzlerin seit zwölf Jahren?“ „Genau!“ „Naja, so gesehen – okay.“ „Sehen Sie, es gibt doch für jedes Problem eine Lösung.“

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