In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCCLXII)

30 09 2017

Wenn Oswald den Sohn in Amstetten
mitsamt Schlafgast holt aus den Betten,
so gähnen sie kräftig
und tun ganz geschäftig,
als ob sie schon Schlaf gehabt hätten.

Abdullah, der trank in asch-Schihr
im Nachtlokal Bierchen auf Bier.
Das dauerte Stunden.
Der Wirt dreht schon Runden,
ihm fehlt an dem Gast schier die Gier.

Da Pius im Wald von Holzschachen
die Bäume recht schrecklich hört krachen,
denkt er, dass die Äste
sich selbst halten feste,
und muss dabei fürchterlich lachen.

Zog David im Garten von Mhlume
vereinzelt ein Reis, eine Blume,
so blühte daneben
kein pflanzliches Leben.
Man sah allein die Ackerkrume.

Es führt Heinz in Langenschönbichl
beim Mähen recht fesch seine Sichel.
„Ich schneide behende
das ganze Gelände
recht sicher, wenn ich vorher pichel.“

Maïssa wacht in Beni Mester
am Morgen im Garten der Schwester.
Gezwitscher, das plagt sie,
und also verjagt sie
die Vögel. Sie lässt nur die Nester.

Dass Rudolf in Tulbingerkogel
das Nest für den frühesten Vogel
im Garten versteckte
und diesen so neckte,
fand er gut: „Ich mag’s, wenn ich mogel.“

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