In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCCLXV)

21 10 2017

Zsuzsanna sieht kauernd in Gürschen
im Dickicht die Spuren des Hirschen.
Der Blätterwald deckt sie,
der Schmutz, der befleckt sie –
nicht sauber kann sie sich ranpirschen.

Wenn Gruffudd beim Spielen in Flint
nicht gleich etwas einfiel fürs Kind,
so sucht er nach Steinen,
nach Holz und Gebeinen,
schon kam ihm ein Einfall geschwind.

Dass Bálint sich grämt in Neupest,
liegt darin: „Da Ihr gar nichts esst,
was Brüder und Schwestern
genügt, statt zu lästern,
fühl ich mich davon glatt erpresst!“

Famoussa, der rennt in Tarkint,
bis Schweiß ihm vom Leib herab rinnt.
Statt still zu verweilen,
will er weitereilen –
er hofft auf den kühlenden Wind.

Als Stefi ein Ei briet in Freiweis,
aß sie recht behutsam das Eiweiß.
„Das Gelb wäre schrecklich
und kleckert erklecklich,
sobald ich am Eiweiß vorbeibeiß.“

Kommt Todor an in Kamen Brjag
zum Ball im verknitterten Frack,
liegt’s gar nicht am Plätten.
Man kann darauf wetten,
er transportiert ihn stets im Sack.

Dass Attila in Iwandarde
bewohnt eine halbe Mansarde
mit Fenstern und Erker
als Zugluftverstärker,
das passt zum Beruf. Er ist Barde.


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